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Thematische Schwerpunkte

Aus diesen allgemeinen Zielsetzungen ergeben sich für die Arbeitsperiode 2010 bis 2012 folgende Schwerpunktsetzungen, die vom VÖZ-Vorstand am 17. Juni 2010 beschlossen wurden:

Fairer Wettbewerb schafft Wachstum

 

Der Verband Österreichischer Zeitungen versteht sich als Interessensvertretung entgeltlich erhältlicher Tages- und Wochenzeitungen sowie Wochen- und Monatsmagazine. Diese Positionierung dient nicht dem Selbstzweck, sondern stellt den geistigen Überbau für das tagtägliche Handeln in der Verbandspolitik, dem Gattungsmarketing und der strategischen Ausrichtung in der Abgrenzung zwischen den verschiedenen Marktteilnehmern dar.

Insbesondere die Trennung zwischen öffentlich-rechtlichen Medienangeboten, die auf Grund ihrer Finanzierungsstruktur und den damit verbundenen Aufgaben sich maßgeblich von privaten Medien unterscheiden, kann als eine der Kernauseinandersetzungen angesehen werden.

 

Wo ORF draufsteht, muss Öffentlich-Rechtliches drinnen sein

 

Die Zielsetzung den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk frei zu halten von kommerziellen Aktivitäten und ein generelles Werbeverbot  für die öffentlich-rechtlichen Programme vorzusehen ist keine Utopie. Zahlreiche europäische Staaten zeigen es vor. Die Gebührenlegitimation für den öffentlich-rechtlichen Anbieter wird nur durch Qualität der Angebote einerseits und die Befreiung vom Quotendruck der Werbewirtschaft zu gewährleisten sein. Die Rundfunkgebühren - die als staatliche Beihilfen gelten - dürfen nicht dazu verwendet werden, privaten Medienanbietern aus einer marktbeherrschenden Position heraus Wettbewerb zu machen und sie dadurch in ihrer Existenz zu gefährden. Vielmehr geht es um klare Regeln und einen präzisen öffentlich-rechtlichen Auftrag.

 

Wettbewerb in der digitalen Welt: Globale Bedrohung?

 

Das Internet ist der wesentliche Marktplatz der Zukunft. Die Konkurrenten auf diesem Markt zählen zu den mächtigsten und teuersten Marken der Welt. Ebenso wie das Medium selbst, haben Unternehmen wie Google eine Doppelfunktion. Die Medienhäuser verlegerischer Herkunft stehen vor der Entscheidung der Kooperation oder Auseinandersetzung. Das Marktverhalten von Suchmaschinen ist darauf ausgelegt ohne Wertschöpfung für den nationalen Markt Werbegelder abzuziehen und den Qualitäts-Content von Tages-, Wochenzeitungen und Magazinen im Netz urheberrechtlich zu verletzen. Dies stellt für die digitalen Geschäftsmodelle eine ernsthafte Bedrohung dar. Ein verbesserter Schutz des Content im Internet ist eine priortäre Zielsetzung um den Wettbewerb in der digitalen zu gewährleisten.

  

Zukunftssicherung durch Qualität

 

Der VÖZ ist ein Verband von Kaufzeitungen und Kaufmagazinen, für die die Leserinnen und Leser wegen des erkennbaren Nutzens zu zahlen bereit sind. Diese Wertschätzung muss daher durch redaktionelle Qualität kontinuierlich erworben und für die Zukunft gewährleistet werden.

  • Redaktionelle Qualität ist die Voraussetzung für Auflagenerfolge, Reichweiten und Vertriebserlöse, die angesichts schwankender wirtschaftlicher Entwicklungen und struktureller Veränderungen auf dem Werbemarkt weiter an Bedeutung gewinnen werden.
  • Redaktionelle Qualität muss das wesentliche Kriterium sein, durch das sich Kaufzeitungen und Kaufmagazine im Wettbewerb von anderen Medienangeboten unterscheiden. Weil Kaufzeitungen und Kaufmagazine starke Marken sind, gilt dieser Anspruch auch für ihr Angebot auf anderen Plattformen.

Auch wenn Kaufzeitungen und Kaufmagazine - professionelle  und rechtliche Standards, die grundlegend sein müssen, ausgenommen - unterschiedliche Qualitäten haben können, die nach Anspruch, Zielgruppe, Medientyp differieren, ist redaktionelle Qualität auf jedem Niveau im Interesse der Zukunftssicherung unerlässlich.

 

In Verfolgung dieser Zielsetzung sind in Verbindung mit Institutionen der journalistischen Aus- und Weiterbildung  zunächst spezifische praxisorientierte Bildungsangebote anzustreben, die

  • eine verstärkte Professionalisierung  in den Redaktionen durch Aus- und Fortbildung (auch unter Einbeziehung von freien Mitarbeitern) vorantreiben und die
  • Konzepte und Erfahrungen für ein redaktionelles Qualitätsmanagement vermitteln, das sukzessive in allen Mitgliedsmedien des VÖZ institutionalisiert werden sollte.

Im verantwortlichen Umgang mit der Pressefreiheit ist eine wirksame Selbstkontrolle und Selbstkritik nicht nur der beste Schutz vor Außensteuerung und Fremdbestimmung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung. In dieser Überzeugung hat der VÖZ maßgeblich an der Gründung des neuen österreichischen Presserates mitgewirkt.