Karmasin: "Ein wesentlicher Beitrag zur Selbstreflektion von Öffentlichkeit"
Der Kommunikationswissenschafter Matthias Karmasin, der den Vorsitz der Jury innehat, verwies auf die einstimmige Juryentscheidung und betonte, dass sich beide preisgekrönten Arbeiten nicht nur durch Praxisbezug und wissenschaftliche Relevanz auszeichnen, sondern "auch ein wesentlicher Beitrag zur Selbstreflektion von Öffentlichkeit" darstellen.
In der Kategorie Master-/Diplomarbeiten wurde Christoph Sommer, der eine journalistische Laufbahn eingeschlagen hat, für seine Magisterarbeit "Tageszeitungen als Marken?" ausgezeichnet und erhielt damit ein Preisgeld in Höhe von EUR 2.000,-. Karmasin merkte dazu an, dass diese Arbeit einen zentralen und aktuellen Bereich der strategischen Ausrichtung von Verlagshäusern in den Mittelpunkt der Untersuchung stellt. Es "wurden Impulse für weitere Forschungsaktivitäten im Bereich der kommunikationswissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Medienmarken gesetzt bzw. können durch diese Arbeit auch Hinweise für die Praxis der Medienmarkenführung abgeleitet werden".
Der Förderpreis in der Kategorie Dissertationen/Habilitationen, der mit EUR 4.000,- dotiert ist, wurde an Lilian Meyer-Janzek, CEO der GroupM Interaction sowie Vorsitzende des Vereins Forum Mediaplanung, für ihre Dissertation "Mediaforschung in Österreich." vergeben. "Mit dieser Aufarbeitung, Zusammenschau und Bewertung aktueller Methoden der Mediaforschung sowie einem Ausblick auf innovative Methoden konnte zweifellos ein Grundlagen- und Nachschlagewerk für die Praxis der Mediaforschung umgesetzt werden", fasste Karmasin die Begründung der Jury zusammen.
Karl: "Dem Wissenschaftsstandort Österreich einen sehr guten Dienst erwiesen"
Die Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Beatrix Karl, die den Ehrenschutz für diesen Preis übernommen hat, begrüßte diese Förderungsinitiative als wertvolle Maßnahme zur Vernetzung von Wissenschaft und Praxis, die nicht nur die wissenschaftliche Arbeit an den Universitäten und Fachhochschulen belebt, sondern auch den Wissenstransfer von den Hochschulen in die Medienwirtschaft sichert. "Die Herstellung von Öffentlichkeit für komplexe Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsinhalte", so die Wissenschaftsministerin weiter, "verdanken wir häufig profunden Medienwissenschaftern, aber auch engagierten Journalistinnen und Journalisten". Sie sei "überzeugt, dass eine professionelle Medienforschung und mutiges publizistisches Hinterfragen eine enorm wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe haben und damit der Demokratie und der Meinungsvielfalt einen sehr guten Dienst erweisen". Die beiden Preisträger hätten mit ihren Arbeiten "nicht nur neue Türen zu aktuellen Fragen der Medienforschung aufgestoßen, sondern als Transmissionsriemen den ernormen Stellenwert von wissenschaftlicher Forschung für die positive Entwicklung der Gesellschaft unterstrichen und damit dem Wissenschaftsstandort Österreich einen sehr guten Dienst erwiesen."
Knabl: "Sensorium für die Entwicklungen am Lesermarkt entwickeln"
Harald Knabl, Geschäftsführer NÖ Pressehaus und Vizepräsident des VÖZ, verwies in seinem Einführungsstatement auf die Notwendigkeit, eine eigenständige und zukunftsorientierte Medienforschung in Österreich aufzubauen. "Sehr häufig müssen wir nämlich noch auf Untersuchungen aus dem Ausland zurückgreifen, wenn es darum geht, aktuelle und zukünftige Entwicklungen einschätzen zu können", betonte der VÖZ-Vizepräsident. Auch wenn die derzeitige Situation der Kaufzeitungen und Kaufmagazine in Österreich im internationalen Vergleich durchaus zufrieden stellend sei, gelte es "den Blick für die Zukunft zu schärfen und ein feines Sensorium für die Entwicklungen am Lesermarkt zu entwickeln".
Der VÖZ-Förderpreis Medienforschung wird für herausragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die sich unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Zeitungs- und Magazinverlagen auf den österreichischen Medienmarkt beziehen. Dazu zählen insbesondere auch Ansätze aus dem Bereich der Bildungs- und Demokratieforschung, der Medienpädagogik und der Medienwirtschaft.



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