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Zeitungen im Zeitraffer 2004

Die wichtigsten Daten und Fakten des Medienjahres 2004 auf einen Blick.

1. Jänner 2004: Umundum wechselt zur "Kleinen Zeitung"

Peter Umundum, seit 2001 gemeinsam mit Franz Ivan Geschäftsführer der Tageszeitung "Die Presse", wechselt nach Graz in die Geschäftsleitung der "Kleinen Zeitung". Bei der "Kleinen Zeitung" folgt Umundum dem in den Vorstand der Styria Medien AG berufenen Wolfgang Bretschko nach. Die neue Geschäftsführung besteht somit aus Walter Walzl, Erwin Zankel und Peter Umundum.

 

2. Jänner 2004: "Neues Volksblatt" feiert 135 Jahr-Jubiläum

Das in Linz erscheinende "Neue Volksblatt" wird 135 Jahre alt. Die Zeitung erschien erstmals am 2. Jänner 1869. Sie ist damit die älteste Tageszeitung Oberösterreichs und die drittälteste in ganz Österreich. Gegründet wurde das damalige "Linzer Volksblatt" vom Katholischen Pressverein als konservatives Gegengewicht zur deutschliberalen "Tagespost" in Oberösterreich. Seit der Gründung erscheint das "Volksblatt" sechs Mal wöchentlich. Unterbrochen wurde die lange Geschichte nur in der NS-Zeit, in der das "Volksblatt" als eine der ersten Zeitungen besetzt und zwangseingestellt wurde. Erst im Oktober 1945 konnte es mit Genehmigung der amerikanischen Besatzungsmacht wieder erscheinen. Bis 1970 blieb es im Eigentum des Katholischen Pressvereins. 1971 übernahm die ÖVP die Zeitung unter dem Titel "Neues Volksblatt" und sicherte so den Bestand.

 

12. Jänner 2004: Hauslauer verlässt News-Gruppe

Veränderungen gibt es in der Geschäftsführung der News-Gruppe. Ursula Haslauer, seit 2002 Mitglied der Unternehmensführung, verlässt den Magazinverlag, da sie aus privaten Gründen nach Deutschland übersiedelt. Ihre Agenden – Haslauer war für die Magazine "trend" und "Format" zuständig – übernimmt Helmut Hanusch zusätzlich zu seinem bisherigen Geschäftsführungsbereich.

 

13. Jänner 2004: Orden für Ivan und Schaffelhofer

Mit hohen Auszeichnungen des Landes Steiermark werden VÖZ-Präsident und "Presse"-Geschäftsführer Franz Ivan sowie VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer geehrt. Landeshauptfrau Waltraud Klasnic überreicht das Große Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark.

 

14. Jänner 2004: Kein Schadenersatz an Mediaprint

Über 22 Millionen Euro Schadenersatz wollte die Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") vom "Standard" auf Grund einer einstweiligen Verfügung, die der "Standard" Mitte der 90er Jahre nach dem Kartellrecht gegen einen Kopplungstarif des Printkonzerns erwirkt hatte. Der Oberste Gerichtshof weist dies nun ab und fällt damit auch ein Grundsatzurteil. Begründet wird dies damit, dass die entsprechende Schadenersatz-Bestimmung bei kartellrechtlichen Verfahren nicht anzuwenden sei.

 

19. Jänner 2004: Styria steigt bei "Dnevnik" ein

Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Presse") bestätigt ihren Einstieg bei der slowenischen Tageszeitung "Dnevnik". Man habe “in einem ersten Schritt” 19,5 Prozent am Verlag erworben. Eine Mehrheit strebe man nicht an, wolle aber insgesamt auf über 25 Prozent kommen.

 

26. Jänner 2004: Salomon Innenpolitik-Chefin bei "Presse"

Martina Salomon verlässt den "Standard" und wird Leiterin des Innenpolitik-Ressorts bei der "Presse". Salomon tritt die Nachfolge von Andreas Schwarz an.

 

30. Jänner 2004: Styria steigt bei ET Multimedia ein

Die Styria Medien AG steigt gemeinsam mit Ex-T-Mobile-Österreich-Manager Friedrich Radinger bei der ET Multimedia AG ein und übernimmt rund ein Viertel des Medienkonzerns. Radinger wird neuer Vorstandsvorsitzender der ETM. Das "WirtschaftsBlatt", an dem die ETM 50 Prozent hält, rückt somit an die Styria-Blätter "Kleine Zeitung" und "Presse" heran. Erklärtes Ziel ist ein Börsegang der ET Multimedia in den nächsten zwei bis drei Jahren. “Wachstum mit Börsenfantasie” sei nun das Motto, sagte Kurt Stiassny, Vorstandsvorsitzender der derzeit mit 27 Prozent beteiligten Unternehmens Invest AG (UIAG). Synergien sieht er auch im südosteuropäischen Raum. Die Styria ist ja bereits in Kroatien und Slowenien präsent, ein “Export” von ETM-Titeln könne so erheblich erleichtert werden. Die Styria werde in der ETM “sicher eine stärkere Rolle” anstreben, sagt Styria-Chef Horst Pirker. Beim Einstieg gehe es der Styria vor allem “um eine strategische Umgebung für die 'Presse'” bekräftigte Pirker.

 

3. Februar 2004: "WirtschaftsBlatt" stockt Chefredaktion auf

Das "WirtschaftsBlatt" stockt die Chefredaktion auf. Der bisherige Chef vom Dienst, Wolfgang Unterhuber wird stellvertretender Chefredakteur. Neben Chefredakteur Peter Muzik gehören Erwin J. Frasl als Stellvertreter und Engelbert Washietl für Kommentare und Ausbildung der Chefredaktion an.

 

18. Februar 2004: Hausbriefkästen scheiden die Geister

Österreich erhält neue Hausbriefkästen: Bis 1. Juli 2006 müssen alle Hausbrieffachanlagen so umgerüstet werden, dass zum Befüllen kein Schlüssel mehr nötig ist. Mit einer entsprechenden Verordnung des Infrastrukturministeriums fällt der Startschuss. Doch am Umtausch der bestehenden Anlagen scheiden sich die Geister. Während er vom Verband Österreichischer Zeitungen begrüßt wird, kritisiert die Arbeiterkammer die Kosten. Zu den meisten Hausbriefkästen hat derzeit nur der Briefträger der Post mittels Schlüssel Zugriff.

 

21. Februar 2004: "SN"-Chefredakteur Barazon ist 60

Ronald Barazon, Chefredakteur der "Salzburger Nachrichten" wird 60 Jahre alt. Schon seit 1965 ist er für die "SN" tätig. 30 Jahre war er Wirtschaftsredakteur im Wiener Büro der Bundesländerzeitung. Seit 1995 leitet er die Redaktion. Barazon ist Träger maßgeblicher Auszeichnungen im Journalismus, darunter der Dr.-Karl-Renner-Preis für Publizistik.

 

2. März 2004: Bericht zur Lage des Journalismus

“Eher negativ” fällt die Bilanz des “Berichts zur Lage des Journalismus in Österreich” für die vergangenen zwei Jahre aus. Insgesamt seien Journalismus und journalistische Qualität seit dem 11. September 2001 unter Druck geraten, verschärft auch durch die ökonomische Krise, konstatiert das Institut für Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Im Verhältnis von Medien und Politik in Österreich scheine indes “Normalität” angesagt.

 

2. März 2004: Manstein neuer IAA-Präsident

Die Österreich-Abteilung der International Advertising Association (IAA) bekommt einen neuen Präsidenten: Der Verleger Hans Jörgen Manstein ("Bestseller", "Horizont") wird bei der IAA-General¬versammlung zum Nachfolger von Erich-Helmut Buxbaum gekürt.

 

4. März 2004: "Arbeiter-Zeitung" im Internet

Ein Wiedersehen mit der 1991 eingestellten "Arbeiter-Zeitung" ("AZ") gibt es im Internet. Unter http://www.arbeiter-zeitung.at wird ein Online-Zeitungsarchiv geöffnet, das den Zugang zu den "AZ"-Jahrgängen 1945 bis 1989 ermöglicht. Rund 200.000 Tageszeitungsseiten sind damit online verfügbar. Die Besonderheit: Die Ausgaben wurden Seite für Seite “retro-digitalisiert” und können mittels Mausklick “durchgeblättert” werden.

 

5. März 2004: Metzger wird "Presse"-Geschäftsführer

Hans Metzger, bisher verantwortlich für das Beteiligungsmanagement der Styria Medien AG wird Geschäftsführer der "Presse". Er verstärkt die Spitze der Tageszeitung damit neben Franz Ivan und Reinhold Gmeinbauer. Metzger arbeitet innerhalb der Geschäftsführung mit dem Schwerpunkt Marketing und Vertrieb. Klaus Schweighofer folgt indes Metzger als neuer Beteiligungschef der Styria. Schweighofer wurde in diesem Zusammenhang auch die Gesamtprokura für den Konzern erteilt.

 

16. März 2004: Richtlinien für Presseförderung fixiert

Die Medienbehörde KommAustria veröffentlicht die Richtlinien für die Vergabe der Presseförderung. Seit Jänner 2004 ressortiert die Presseförderung nach der Reform des Gesetzes in der Behörde.
Auch die zuständige Kommission hat sich neu konstituiert: Vorsitzender ist wie schon früher Otto Oberhammer. Je zwei Mitglieder der Presseförderungskommission wurden vom Bundeskanzler, dem VÖZ sowie von der Gewerkschaft besetzt. Vom Bundes¬kanzler entsandt wurden Clement Achammer und Claus Hörr, VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer und Georg Waldstein vertreten den VÖZ und Gisela Vorrath und Fritz Wendl die Gewerkschaft.

 

17. März 2004: Styria erhöht Anteil an Dnevnik-Gruppe

Die Styria Medien AG hat nach erteilter Genehmigung des slowenischen Kulturministeriums weitere 6,24 Prozent der Aktien an der Dnevnik Casopisna druzba d.d. erworben. Der Styria-Anteil am zweitgrößten Zeitungsverlag Sloweniens beträgt somit 25,74 Prozent. Die Dnevnik-Gruppe gibt neben der Tageszeitung "Dnevnik" auch die größte Sonntagszeitung Sloweniens, "Nedeljski Dnevnik", sowie das Wochenmagazin "Hopla!" heraus.

 

23. März 2004: KfJ feiert 25-jähriges Jubiläum

Mit einem Festakt im Parlament begeht das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) sein 25-jähriges Jubiläum. Die von den Sozialpartnern der Printmedien - Verband Österreichischer Zeitungen, Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedienverband und Journalistengewerkschaft - gegründete und getragene Aus- und Weiterbildungsinstitution organisiert jährlich über 40 Seminare, Workshops und Lehrgänge. Mehr als 10.000 Teilnehmer haben bisher das Kursangebot genutzt. “Erst durch die Gründung des Kuratoriums wurde ein Bewusstsein geschaffen, dass Journalismus kein reiner Begabungsberuf ist”, so KfJ-Geschäftsführer Meinrad Rahofer. Ziel sei aber nie die “Produktion” von Journalisten ge¬wesen, sondern vielmehr eine berufsbegleitende Ausbildung, die sich nicht an Einsteiger wendet.

 

25. März 2004: Tageszeitungen konnten zulegen

Österreichs Tageszeitungen haben 2003 nach einem Rückgang im Jahr 2002 wieder Leser gewinnen können. Das geht aus der Media-Analyse hervor. Die Tageszeitungen kamen demnach auf eine nationale Reichweite von 75,2 Prozent (5,019 Millionen Leser). Gegenüber dem Jahr 2002 (73,8 Prozent) entspricht das einer signifikanten Steigerung. Der Magazinsektor musste im Gegensatz dazu Rückgänge hinnehmen. Bei fast allen Tageszeitungen gibt es ein Plus. Für die "Kronen Zeitung" werden 2,925 Mio. Leser (43,8 Prozent Reichweite) ausgewiesen. Die "Kleine Zeitung" (gesamt) ist auf 12,4 Prozent bzw. 829.000 Leser gekommen, der "Kurier" auf 11,2 Prozent (745.000 Leser). "Der Standard" kam auf 5,8 Prozent (390.000), die "OÖNachrichten" auf 5,6 Prozent (375.000), die "Tiroler Tageszeitung" auf 5,3 Prozent (351.000). Die weiteren Tagestitel: "Presse" (5,1 Prozent, 339.000), "Salzburger Nachrichten" (4,6 Prozent, 304.000), "Vorarlberger Nachrichten" (3,3 Prozent, 218.000), "WirtschaftsBlatt" (1,2 Prozent, 83.000), "Kärntner Tageszeitung" (1,2 Prozent, 79.000) und "Neue Vorarlberger Tageszeitung" (1,0 Prozent, 69.000). Bei den Magazinen kommt die "Ganze Woche" auf 17,5 Prozent Reichweite (1,169 Mio. Leser), für "News" werden 16,7 Prozent (1,112 Mio.) ausgewiesen. "tv-media" hatte eine Reichweite von 13,6 Prozent (908.000), "profil" konnte 6,8 Prozent (452.000) verzeichnen, "Format" 4,5 Prozent (298.000). Bei den regionalen Wochenzeitungen präsentieren sich die großen Titel weitgehend stabil. Für die "NÖN" wird eine Reichweite von 11,4 Prozent (762.000) ausgewiesen, für die "OÖ-Rundschau" sind es 10,3 Prozent (686.000). Die "NÖ-Rundschau" kam auf 1,6 Prozent (108.000).

 

26. März 2004: Verleger deponieren Anliegen

Der Verband Österreichischer Zeitungen deponiert bei Spitzenpolitikern aller Parteien seine medienpolitischen Anliegen. In den Gesprächen sei man für mehr Kompetenzen der Medienbehörde KommAustria eingetreten. Außerdem drängen die Zeitungsverleger weiter auf eine Abschaffung der fünfprozentigen Werbeabgabe.

 

29. März 2004: European Newspaper Congress in Wien

Beim “European Newspaper Congress” in Wien diskutiert die Branche neue Ansätze für die “ideale” Zeitung. Die aktuellen Trends im Zeitungsdesign: Im Vordergrund steht nach wie vor eine ausdrucksstarke Bildsprache. Herausforderung für Zeitungsmacher sei es, komplexe Inhalte eingängig zu visualisieren. Ein weiterer Trend: Die Gliederung von großen Artikeln in kleinere Einheiten - im Sinne der Leserorientierung. Ziel der Zeitung sollte es außerdem sein, sich für ein Thema zu entscheiden. Vor allem auf den Aufmacherseiten sei die Reduzierung auf das Wesentliche zu empfehlen. Die bestgestalteten Zeitungen Europas kommen heuer aus Spanien, Italien und Irland, so der Befund der Jury des “European Newspaper Awards”. Der italienische "Corriere della Sera" wurde zur besten überregionalen Zeitung gekürt, in der Kategorie Regionalzeitungen ging der Preis an "Heraldo de Aragon" (Spanien). Die baskische "Goienkaria" ging als beste Lokalzeitung aus dem Wettbewerb hervor, der "Sunday Tribune" aus Irland als beste Wochenzeitung. Einen Sonderpreis sprach die Jury "La Voz de Galicia" (Spanien) zu. Darüber hinaus wurden zahlreiche “Awards of Excellence” vergeben. Auch Österreichische Titel gingen dabei nicht leer aus. Unter den Prämierten finden sich die "Kleine Zeitung", die "Tiroler Tageszeitung", "Die Presse" sowie "Die Furche".

 

31. März 2004: "U-Express" zum letzten Mal unterwegs

Der "U-Express", die Gratiszeitung aus dem Hause Mediaprint, erscheint zum letzten Mal. Begründet wird dies mit “ständig steigenden Kosten”, die einen “drohenden Qualitätsverlust” bedeuteten.

 

1. April 2004: 43,50 Euro für kaufmännisches Personal

43,50 Euro mehr Gehalt monatlich erhält jeder kaufmännische Angestellte einer Tages- oder Wochenzeitung ab April 2004. Darauf einigten sich der Verband Österreichischer Zeitungen und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA).

 

8. April 2004: Fritz Molden wird 80

Der ehemalige Widerstandskämpfer, Verleger, Journalist und Diplomat Fritz Molden feiert 80. Geburtstag. 1924 in großbürgerlichen Verhältnissen in Wien geboren, nahm Molden schon mit 14 Jahren an Aktionen gegen die Nationalsozialisten teil. Seine berufliche Karriere startete Molden 1945 als Pressechef des Außenministeriums. 1950 übernahm er die kaufmännischen Agenden der Tageszeitung "Die Presse", die er vier Jahre zuvor mit seinem Vater Ernst Molden - als Nachfolgerin der 1939 eingestellten "Neuen Freien Presse" - auferstehen ließ. Auf dem Höhepunkt seiner "Presse"-Karriere beherrschte Molden 20 Prozent des österreichischen Zeitungsmarktes. Die "Wochenpresse" gehörte ebenfalls zur Verlagsgruppe. Anfang der sechziger Jahre fungierte Molden zeitweise auch als Herausgeber und Chefredakteur des Traditionsblattes.

 

20. April 2004: Medien-Novellen in Begutachtung

Die Novellen des Privatradiogesetzes, des Privatfernsehgesetzes sowie des KommAustria-Gesetzes gehen in Begutachtung. Im Vordergrund stehen die Bemühungen der Regierung, mehr wirtschaftlichen Spielraum für den privaten Rundfunk zu schaffen. Keine neuen Lokalradios mit nur wenigen potenziellen Hörern, mehr Flexibilität beim Programmformat und die Möglichkeit, mehrere Radiobetreiber zu bundesweitem Privatradio zu bündeln - dies sind die Eckpunkte der Radio-Novelle. Die Novelle des Privatfernsehgesetzes schließlich sieht eine Umsetzung des EU-Richtlinienpakets über elektronische Kommunikation vor und passt das Gesetz der digitalen Fernseh-Zukunft an. Im Rahmen des KommAustria-Gesetzes soll die Rolle der Medienbehörde KommAustria aufgewertet werden. Sie erhält ein Antragsrecht beim Bundeskommunikationssenat und kann künftig beobachten, ob der ORF die Werbebestimmungen des ORF-Gesetzes einhält. Das geplante Anzeigerecht stößt auf positives Echo bei Zeitungsverlegern und Privatrundfunkveranstaltern.

 

20. April 2004: “Pressehandbuch 2004” erschienen

Das “Pressehandbuch 2004” erscheint. Der vom Verband Österreichischer Zeitungen herausgegebene Klassiker unter den Mediennachschlagewerken enthält Mediadaten von rund 3.500 Zeitungen, Magazinen und Fachpublikationen. Darüber hinaus werden auch Basisdaten von audiovisuellen Medien, Werbe-, Media- und PR- Agenturen aufgeführt.

 

1. Mai 2004: Werner Rohrhofer neuer Chefredakteur beim "Volksblatt"

Einen Wechsel gibt es an der redaktionellen Spitze des "Neuen Volksblatts". Werner Rohrhofer, seit 1982 Leiter des Linzer Büros der APA, wird Chefredakteur der oberösterreichischen Tageszeitung. Er folgt damit seinem Bruder Franz Rohrhofer nach, der seit 1997 die Redaktion leitete und in den Ruhestand tritt.

 

8. Mai 2004: Neuerungen bei der "Wiener Zeitung"

Bei der "Wiener Zeitung" gibt es zahlreiche Neuerungen: Die Erscheinungsweise wird auf dienstags bis samstags umgestellt, das Layout runderneuert und das "Wiener Journal" künftig als Magazin jeden Samstag beigelegt. Ziel der neuen Samstagsausgabe ist es, die Präsenz am Wochenende, “wenn die Leute Zeit zum Lesen haben”, zu verstärken. Bisher erschien die "Wiener Zeitung" von Montag bis Freitag. Moderate Änderungen gibt es auch in der Blattstruktur. Das Konzept für den optischen Relaunch kommt von FCB Kobza.

 

17. Mai 2004: Dieter Seidl neuer ETM-Finanzvorstand

Ablöse an der Spitze der ET Multimedia AG (ETM): Dieter Seidl wird neuer Vorstand neben Friedrich Radinger. Seidl tritt damit die Nachfolge von Michael Geringer an, der das Unternehmen verlassen wird. Seidl zeichnet bei der ETM für die Bereiche Finanzen, Rechnungswesen und Controlling verantwortlich.

 

24. Mai 2004: Verleger kündigen Werbe-Vereinbarung mit ORF

Die österreichischen Zeitungsverleger kündigen die Schlichtungsvereinbarung mit dem ORF bei mutmaßlichen Verstößen gegen die gesetzlichen Werbebestimmungen auf. Als Gründe werden die gescheiterten Verhandlungen über den Online-Bereich sowie “das Verhalten des ORF in der Diskussion um das Anzeigerecht der KommAustria” genannt. Beanstandungen der ORF-Werbepraxis habe es außerdem in den vergangenen Monaten “in großer Zahl” gegeben. Wie der ORF damit umgehe, sei aber “in Summe unbefriedigend”. Der VÖZ will nun “die uns von den Gesetzen eingeräumten Möglichkeiten” nutzen.

 

24. Mai 2004: Print Oscars 2004 für Anzeigenwerbung verliehen

Die besten Anzeigen des Jahres werden wieder mit den “Print Oscars” ausgezeichnet. Zum 22. Mal verleiht der Verband Österreichischer Zeitungen die Werbepreise. In der Kategorie Dienstleistungen ging der Oscar an “Familie” von Jung von Matt/Donau für die Bank Austria Creditanstalt. “Rübenfeld” heißt die Gewinneranzeige in der Sparte Konsumgüter. Verantwortlich zeichnete Demner, Merlicek & Bergmann für den Kunden Agrana. Für Porsche Austria punktete Saatchi & Saatchi in der Kategorie Auto & Motor mit dem Sujet “Audi Quattro”. Gewinner in der Kategorie Handel ist die Anzeige “Wiener Tradition”, von FCB Kobza für die Anton Haban GesmbH gestaltet. Den ersten Print-Oscar überhaupt gibt es für Scholdan & Company: Sie gewinnen in der Sparte Industrie und Investitionsgüter, wo sie sich mit dem Sujet “Ein Herz für Tiere” für Böhler-Uddeholm durchsetzten. Der Oscar in der Kategorie Social Advertising schließlich geht an aha puttner red cell, die für die Rote Nasen Clowndoctors den “Rote Nasen Tag 03” ins rechte Anzeigen-Licht rückten.

 

28. Mai 2004: News-Gruppe startet Gesundheitsmagazin "Leben"

Ein weiteres Produkt der News-Gruppe erblickt das Licht der Welt. Als “erste Line Extension” der Info-Illustrierten "News" startet das Gesundheitsmagazin "Leben". Die Startauflage beträgt 100.000 Exemplare. Der Titel soll vier Mal im Jahr erscheinen, der Einzelpreis beträgt 2,20 Euro.

 

1. Juni 2004: Journalisten-Gehälter um 2,1 Prozent erhöht

Die Tarifgehälter der Journalisten bei Tages- und Wochenzeitungen werden um 2,1 Prozent erhöht, ebenso die Pauschalien für freie Mitarbeiter. Bei den so genannten Quinquennien (Gehaltssprünge alle fünf Jahre) wird die Erhöhung 1,3 Prozent betragen. Darauf haben sich die Gewerkschaft und der Verband Österreichischer Zeitungen geeinigt.

 

1. Juni 2004: Neues Magazin "Datum"

Die erste Ausgabe des neuen Monatsmagazins "Datum" erscheint. Datum versteht sich als Qualitätsmagazin, das auch “volksbildnerisch” wirken möchte, so Herausgeber Klaus Stimeder. "Datum" erscheint zehn Mal jährlich, das Einzelheft kostet 4,50 Euro, ein Abo für zehn Ausgaben 36 Euro. Die Finanzierung für das erste Jahr ist laut Stimeder gesichert.

 

8. Juni 2004: Auszeichnung für "Kleine" und "Standard" bei WAN-Treffen

Eine Auszeichnung gibt es für die "Kleine Zeitung" auf dem Jahreskongress des Weltverbandes der Tageszeitungen (WAN) in Istanbul. In einem Strategiebericht wird die "Kleine" als eine der 18 erfolgreichsten Zeitungen dargestellt, gemeinsam mit Titeln wie "Aftonbladet" (Schweden), "The Border Mail" (Australien), "Daily Mail" (Großbritannien), "Irish Times", "El Mundo" (Spanien), "Süddeutsche Zeitung" oder "Zero Hora" (Brasilien). Der "Kleinen" wird eine konsequente, langfristig ausgerichtete Geschäftspolitik bescheinigt, die zu einer konstanten Steigerung der Auflage geführt hat. Daneben gibt es auch eine Auszeichnung für den "Standard". Gerfried Sperl wird als einziger Chefredakteur aus dem deutschsprachigen Raum in das Weltforum der Chefredakteure gewählt.

 

11. Juni 2004: APA-Chefredakteur Mayr wird 60

APA-Chefredakteur Wolfgang Mayr feiert 60. Geburtstag. Mayr ist seit 35 Jahren in der APA tätig, seit 1997 führt er die Redaktion der österreichischen Nachrichtenagentur an. Anlässlich seines Jubiläums bekam Mayr das Silberne Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich verliehen. Bereits zuvor war er von Medien-Staatssekretär Franz Morak mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ausgezeichnet worden.

 

17. Juni 2004: Veränderungen an der Spitze des "WirtschaftsBlattes"

Das "WirtschaftsBlatt" erhält eine neue redaktionelle Führungsstruktur. Chefredakteur Peter Muzik wird zum Herausgeber bestellt, der stellvertretende Chefredakteur Wolfgang Unterhuber wird geschäftsführender Chefredakteur. Die Co-Herausgeber Vibjörn Madsen und "WirtschaftsBlatt"-Gründer Chris Radda legen mit Ende des Jahres ihre Funktion zurück. Madsen übernimmt mit Anfang Jänner den Aufsichtsratsvorsitz der WirtschaftsBlatt Verlag AG, der bisherige Chairman Hasse Olsson tritt mit diesem Datum in den Ruhestand. Madsen, der ab September CEO der "WirtschaftsBlatt"-Hälfteeigentümerin Bonnier Business Press wird, werde dem "WirtschaftsBlatt" auch weiterhin “nicht nur geschäftlich, sondern auch persönlich verbunden bleiben”.

 

18. Juni 2004: Weichenstellung in redaktioneller APA-Führung

Im August 2005, zum Zeitpunkt der Übersiedlung der APA an den neuen Standort am Naschmarkt in Wien, soll es in der Führung der Redaktion der österreichischen Nachrichtenagentur zu einem Wechsel kommen. Chefredakteur Wolfgang Mayr zieht sich aus seiner Funktion zurück und tritt in den Ruhestand, der stv. Chefredakteur Michael Lang wird ihm als APA-Chefredakteur nachfolgen. Als “Zeichen der Kontinuität und der reibungslosen Übergabe der Redaktionsgeschäfte” wird Lang schon jetzt von den Eigentümer-Gremien zum Nachfolger Mayrs designiert. Zugleich werden Johannes Bruckenberger, bisher Chef vom Dienst, sowie Thomas Karabaczek, Leiter des APA-Büros in Brüssel, per 1. Juli 2004 zu stellvertretenden Chefredakteuren bestellt. 2003 erzielte die Nachrichtenagentur das vorerst beste Ergebnis ihrer Geschichte.

 

24. Juni 2004: Presseförderung für regionale Vielfalt vergeben

Erstmals vergibt die KommAustria die Presseförderung. 2004 erhalten sieben Zeitungen insgesamt rund sieben Millionen Euro Besondere Förderung für die regionale Vielfalt. Mit je rund 1,243 Mio. Euro sind "Standard" und die "Presse" die best geförderten Zeitungen, gefolgt vom "Neuen Volksblatt" mit rund 1,118 Millionen und der "Neuen Kärntner Tageszeitung" mit rund 1,095 Mio. Euro. Rund 820.000 Euro gibt es für die "Neue Vorarlberger Tageszeitung", rund 784.000 für die "Salzburger Volkszeitung" und rund 691.000 für das "WirtschaftsBlatt". Nicht bewilligt wird das Ansuchen der "Salzburger Nachrichten", da sie laut Gesetz als “regional marktführend” gilt und deshalb keinen Anspruch hat. Die "Neue BVZ" und die "NÖ Rundschau" gehen ebenfalls leer aus, Grund für die Entscheidung ist laut KommAustria die Erscheinungsweise dieser Blätter.

 

6. Juli 2004: Koalition einigt sich auf Medienpaket

ÖVP und FPÖ einigen sich auf das seit langem umstrittene Medienpaket. Dieses enthält Novellen zum Privatradio-, Privatfernseh-, KommAustria- und ORF-Gesetz. In der bis zuletzt strittigen Frage der Popularbeschwerde über den ORF gibt es einen Kompromiss. Für Debatten sorgte auch die geplante Aufsicht über den ORF: Demnach soll künftig die Medienbehörde KommAustria überwachen, ob sich der öffentlich-rechtliche Sender an die gesetzlichen Werbebestimmungen hält. Tut er das nach Behörden-Ansicht nicht, soll sie Anzeige beim unabhängigen Bundeskommunikationssenat (BKS) erstatten.

 

8. Juli 2004: Schweizer kaufen Salzburger Pressegroßvertrieb

Das börsenotierte Schweizer Unternehmen Valora kauft den österreichischen Pressegroßvertrieb Salzburg (PGV). Der PGV ist neben Mediaprint und Morawa, die über eine gemeinsame Tochter in der Zustellung kooperieren wollen, der einzige Pressegrossist in Österreich. Der PGV betreut hauptsächlich deutsche Verlage und beliefert sämtliche Presseverkaufsstellen in Österreich mit Presseprodukten, vor allem Magazinen.

 

9. Juli 2004: Medienpaket im Parlament beschlossen

Das Medienpaket, das unter anderem eine neue Aufsicht über den ORF bringt, wird im Parlament beschlossen. Die Novelle des Privatfernsehgesetzes, des Privatradiogesetzes, des KommAustria-Gesetzes und des ORF-Gesetzes wird mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ verabschiedet. Der Verband Österreichischer Zeitungen begrüßt den Beschluss als “wichtige Weichenstellung”. Das regelmäßige Monitoring und das Anzeigerecht für die KommAustria seien “medienpolitisch dringlich”, so VÖZ-Präsident Franz Ivan.

 

9. Juli 2004: Tageszeitung "Sport" eingestellt

Die Tageszeitung "Sport" erblickt nur für kurze Zeit das Licht der Welt. Das Anfang Juni gestartete Blatt wird schon nach einem Monat wieder eingestellt. “Das Geld ging aus”, so der lapidare Kommentar von Chefredakteur Michael Kröll. Betroffen sind rund 25 Mitarbeiter.

 

16. Juli 2004: Vorhofer-Preis an Hans Rauscher

Hans Rauscher, Kolumnist für die Tageszeitung "Der Standard" sowie das Magazin "Format", wird mit dem Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus ausgezeichnet. Rauschers “pointierte Glossen und Kommentare legen mit Witz und Verve den Finger auf die Wunden der österreichischen Politik und der österreichischen Gesellschaft”, heißt es in der Begründung der Jury. Der Vorhofer-Preis wird von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der "Kleinen Zeitung" und der Verbund-Gesellschaft für publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung vergeben.

 

31. Juli 2004: Manfred Scheuch wird 75

Über Länder aufklären, von denen man wenig weiß - das will Manfred Scheuch, Historiker und Publizist, mit all seinen Büchern und Serien. Der langjährige Chefredakteur des früheren SPÖ-Organs "Arbeiterzeitung" (später "AZ") und “Historiograph” feiert seinen 75. Geburtstag.

 

6. August 2004: Mediaprint/Morawa-Pressegroßvertriebs-Fusion genehmigt

Das Kartellgericht genehmigt die im März angekündigte Zusammenlegung des Pressegroßvertriebs von Morawa und Mediaprint (Vertriebsgesellschaft von "Kronen Zeitung" und "Kurier") - jedoch nur unter weit reichenden Beschränkungen und Auflagen. So soll der Mediaprint kein Mitspracherecht im operativen Geschäftsbereich der gemeinsamen neuen “Morawa Grosso” zustehen, wie das Kartellgericht mitteilt. Morawa und Mediaprint bringen ihre Aktivitäten im Bereich des Pressegroßvertriebs in die neue Morawa Grosso GmbH & Co KG ein, an der 75,1 Prozent die Morawa PressevertriebsgmbH und 24,9 Prozent die Mediaprint Zeitungs- und Zeitschriftenverlag GmbH & Co KG halten.

 

7. August 2004: Kathpress-Chefredakteur Leitenberger wird 60

Erich Leitenberger, Chefredakteur der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress, feiert 60. Geburtstag. Leitenberger war von 1967 bis 1974 Redakteur bei der Tageszeitung "Die Presse", seit 1974 ist er Pressereferent der Erzdiözese Wien und leitet hier die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit. 1981 wurde Leitenberger darüber hinaus zum Chefredakteur der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress bestellt.

 

1. September 2004: Umundum im Styria-Beteiligungsmanagement

Im Management der Styria Medien AG gibt es eine Veränderung. Peter Umundum wechselt von der "Kleinen Zeitung" in das Beteiligungsmanagement der Styria Medien AG. Er werde sich um neue Projekte in Südosteuropa kümmern. Helga Schrott wird indes neue Geschäftsführerin bei der "Kleinen". Deren Geschäftsführung besteht somit in Zukunft aus Schrott, Walter Walzl und "Kleine"-Chefredakteur Erwin Zankel.

 

3. September 2004: "miss" erscheint im Pocketformat

Das Magazin "miss" erscheint erstmals im so genannten Pocketformat. Der "Wienerin"-Spin-off für junge Leserinnen setzt damit auf den internationalen Trend zu handlicheren Größen im Magazin-Sektor. Mit der Formatumstellung werde der Heftumfang um 52 Seiten auf 132 Seiten erweitert und die Druckauflage auf 60.000 Stück erhöht, teilte der zur ET Multimedia ("Wienerin", "WirtschaftsBlatt") gehörende Lifestyle Zeitschriften Verlag mit.

 

6. September 2004: "Heute" kommt in die Wiener U-Bahn

In Wiener U-Bahn-Stationen wartet die neue Wiener Gratiszeitung "Heute" auf Leser. “Kurz und kompakt” will "Heute" auf 24 Seiten von Montag bis Freitag informieren, so Zeitungsgründer Wolfgang Jansky. Der frühere Pressesprecher des Wiener Wohnbaustadtrats Werner Faymann (S) ist überzeugt, dass dieses Konzept funktionieren kann. Gedruckt wird bei Herold (Startauflage 130.000). Zehn Köpfe umfasst das Redaktionsteam, als Chefredakteur wechselte Richard Schmitt, der schon "U-Express-Chef" war, von der "Kronen Zeitung" zum neuen Projekt. Spekuliert wird über Finanzierung und Eigentümer.

 

7. September 2004: "WirtschaftsBlatt" erhält “Facelifting”

Das "WirtschaftsBlatt" wird einem “Facelifting” unterzogen, wie es Herausgeber Peter Muzik bezeichnet. Die Tageszeitung erscheint erstmals mit einer neuen Blattstruktur und mit runderneuertem Erscheinungsbild. Die 1995 gegründete Zeitung möchte ihre regionalen Kompetenzen bündeln und mit Klein- und Mittelunternehmen, jungen Lesern und Frauen ihre Zielgruppe erweitern. Generell soll der Nutzwert erhöht werden, insgesamt werde das "WirtschaftsBlatt" ein “breiteres Themenangebot” haben. Die "WirtschaftsBlatt"-Redaktion logiert seit Sommer am neuen Redaktionssitz in der Geiselbergstraße in Wien-Simmering. Der Umzug habe “eine deutliche Verbesserung gebracht”, so Muzik.

 

13. September 2004: Über 500 Journalisten arbeitslos

Ende Juli 2004 waren österreichweit 515 Journalisten als arbeitslos gemeldet. Die vom Arbeitsmarktservice zur Verfügung gestellten Zahlen, die im Rahmen eines Gutachtens vom Kommunikationswissenschafter und ÖJC-Vizepräsident Erich Geretschlaeger erhoben wurden, zeigten darüber hinaus, dass die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit inzwischen rund fünf Monate dauere.

 

14. September 2004: Vertriebsförderung für Printmedien vergeben

Die Medienbehörde KommAustria vergibt die Vertriebsförderung für Tages- und Wochenzeitungen. 14 Tageszeitungen erhalten insgesamt 2,57 Mio. Euro, für 45 Wochenzeitungen und wöchentliche Zeitschriften gibt es in Summe 2,19 Mio. Euro. Die allgemeine Vertriebsförderung steht gemäß der neu geordneten Presseförderung allen Zeitungen offen, die gewisse Kriterien (Mindestauflage, Erscheinungsweise etc.) erfüllen. Alle Tageszeitungen außer der "Wiener Zeitung" erhalten Vertriebsförderung zugesprochen. Die übrigen Tages-Titel erhalten je 191.929,70 Euro, mit Ausnahme des "Kurier", der "Presse" und der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung", denen je 153.543.76 Euro zugesprochen wurde. Zu den geförderten Wochenzeitungen und -magazinen gehören unter anderem regionale Wochenzeitungen sowie Titel der Verlagsgruppe News.

 

16. September 2004: “Zukunft der Kommunikationsplanung”

Gute Nachrichten für Zeitungsverleger sind bei der “Print Akademie” des Verbandes Österreichischer Zeitungen zu hören. Das gedruckte Wort habe nach wie vor Saison, Printmedien würden auch in Zukunft Erfolg haben, so Klaus-Peter Schulz, Chef der Mediaagentur OMD Germany. Die Zeitungen müssten aber “Kompetenz-Medienmarken” sein, die Verleger “Content-Händler”. Die VÖZ-Print Akademie geht diesmal der “Zukunft der Kommunikationsplanung” auf den Grund. Die sei für Printmedien rosiger, als so mancher Pessimist meinen mag, wurde versichert.

 

20. September 2004: Radinger verlässt ETM-Vorstand

Friedrich Radinger, Vorstandsvorsitzender der ET Multimedia AG ("WirtschaftsBlatt", "Wienerin"), verlässt das Unternehmen. Bei der Sitzung des Aufsichtsrats habe er diesen gebeten, ihn “von seiner Funktion zu entbinden”.

 

25. September 2004: "Die Neue" startet in Tirol

In Tirol geht eine neue Tageszeitung an den Start. "Die Neue", so der Name des Titels, möchte eine junge, weibliche und urbane Zielgruppe ansprechen. Das Projekt der Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung") liegt im internationalen Zeitungstrend: zum Einzelverkaufspreis von 50 Cent, im Kleinformat und für das Segment 20 bis 40 Jahre. Chefredakteur ist Peter Plaikner. Dienstags bis samstags ist "Die Neue" höchstens 64 Seiten stark und will ihren Lesern “in einer Viertelstunde einen guten Überblick” geben. Sonntags bietet man auf 80 bis 96 Seiten “eine Alternative” zum bestehenden Lesestoff, “mit Magazin-Elementen, Lesestrecken, Reportagen”. Das Erscheinungsbild setzt auf das “Grundprinzip Emotionen”: So viel Bild wie möglich lautet die Devise. 17 Prozent Reichweite will "Die Neue" in Tirol erreichen; die angepeilten 17 Prozent sind in absoluten Zahlen 85.000 Leser. Mit "Die Neue - Zeitung für Tirol", so der volle Name, möchte man Leser gewinnen, die derzeit noch nicht zur Tageszeitung greifen. Das Blatt startet mit 23.000 Stück verbreiteter Auflage.

 

29. September 2004: Werbemarkt auf “gesundem” Wachstumskurs

Der österreichische Werbemarkt befindet sich in einer soliden Aufschwungphase, mit einer “Überhitzung” ist nicht mehr zu rechnen. Dieses Szenario entwirft das Schweizer Prognos Institut in der Studie “Werbemarkt Österreich 2008”. Die Krise scheint demnach überstanden zu sein. Für heuer sagt Prognos mit einem Plus der Bruttowerbeausgaben um 4,4 Prozent “das beste Ergebnis seit vier Jahren” voraus. Der Aufwärtstrend sei stabil und werde auch in den kommenden Jahren für Zuwächse sorgen, “allerdings auf deutlich niedrigerem Niveau als in den späten 90er Jahren”. Fünf Prozent mehr Bruttowerbeaufwand sieht Prognos für 2005, 4,1 Prozent im Jahr 2006, jeweils 4 Prozent 2007 und 2008.

 

30. September 2004: “Presseförderung neu” komplett vergeben

Die Medienbehörde KommAustria vergibt den dritten Teil der Presseförderung. Unter dem Titel “Qualitätsförderung und Zukunftssicherung” werden rund 1,8 Millionen Euro vergeben, unter anderem für Journalistenausbildung, Kostenzuschüsse für Auslandskorrespondenten und Leseförderung. 13 Zeitungen und Zeitschriften erhalten Mittel für die Ausbildung von Nachwuchsjournalisten, wobei die Förderbeträge zwischen 20.000 Euro und 2.000 Euro variieren (Gesamtmittel: rund 188.000 Euro).

 

1. Oktober 2004: Fleischhacker wird "Presse"-Chefredakteur

Michael Fleischhacker, bisher stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse", rückt an die Redaktionsspitze des Traditionsblattes. Fleischhacker folgt damit auf Andreas Unterberger, der seit 1995 Chefredakteur war. Wirtschaft-Ressortleiter Michael Prüller wird Stellvertretender Chefredakteur. Verstärkung gibt es auch für die Geschäftsführung. Ihr gehört künftig Gerda Schaffelhofer an; Schaffelhofer ist seit 2002 Geschäftsführerin der ebenfalls zur Styria Medien AG gehörenden Wochenzeitung "Die Furche". Ihre Funktion bei der "Furche" wird sie weiterhin ausüben.

 

2. Oktober 2004: Verleger Enickl tödlich verunglückt

Der Verleger Günter Enickl kommt bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben. Enickl zählte zu den angesehensten und erfahrensten unter den österreichischen Verlegern. Enickls Karriere begann bei den "Oberösterreichischen Nachrichten". 15 Jahre - bis 1991 - war er Geschäftsführer des trend-profil-Verlags, von 1995 bis 2001 Chef des Wirtschaftsverlages, zuletzt "MMC"-Verlagschef und Geschäftsführer von "konstruktiv", der Zeitschrift der Architektenkammer. Enickl gehörte von 1974 bis 2001 dem VÖZ-Vorstand an und war seit 2001 Mitglied im Schieds- und Ehrengericht des Verlegerverbandes. Bis zuletzt hat er den VÖZ auch im Kuratorium für Presseausweise vertreten.

 

5. Oktober 2004: 40 Jahre Rundfunkvolksbegehren

Zum 40. Mail jährt sich das von unabhängigen Zeitungen initiierte Rundfunkvolksbegehren. Es erhielt über 830.000 Stimmen und führte schließlich zum Rundfunkgesetz 1966. Dieses gilt vielen Zeitgenossen noch heute als vorbildliche Grundlage für den ORF, wurde aber 1974 auf Betreiben Bruno Kreiskys wieder abgeändert. Das Rundfunkvolksbegehren war das erste Volksbegehren der Zweiten Republik und rangiert im historischen Stimmenvergleich noch heute auf Platz fünf. 52 Zeitungen und Zeitschriften beteiligten sich an der Initiative.

 

8. Oktober 2004: Breite Ablehnung gegen Post-Pläne

Auf breite Ablehnung stoßen Pläne der Post, die Paket- und Zeitungszustellung am Land zu verteuern. Eine entsprechende Änderung des Postgesetzes wird vom Gemeindebund, Bauernbund, dem Verband Österreichischer Zeitungen und Post-Mitbewerber redmail abgelehnt. Der VÖZ befürchtet eine Verteuerung der Zeitungszustellung in viele Regionen und damit zusätzliche Kosten für die Verlage. Die Post bläst kurz darauf zum Rückzug. In “absehbarer Zeit” seien keine Veränderungen geplant, heißt es.

 

12. Oktober 2004: Franz Ivan legt VÖZ-Präsidentschaft zurück

Franz Ivan, Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen, legt seine Funktion aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der VÖZ-Vorstand nimmt den Entschluss Ivans “mit Bedauern” zur Kenntnis. VÖZ-Vizepräsident Max Dasch ("Salzburger Nachrichten") wird mit der Geschäftsführung bis zur Neuwahl eines Präsidenten beauftragt; diese soll bei der nächsten Vorstandssitzung im November erfolgen. Franz Ivan war im Dezember 2001 einstimmig zum VÖZ-Präsidenten gewählt und 2003 wieder einstimmig in seinem Amt bestätigt worden.

 

13. Oktober 2004: Medientage für “Innovation statt Resignation”

Schluss mit dem Jammern, hat man sich bei der Verlagsgruppe Manstein wohl gedacht und die 11. Österreichischen Medientage unter ein optimistisches Motto gestellt: “Innovation statt Resignation” - darüber diskutieren namhafte Branchenvertreter aus dem In- und Ausland. Der Werbebranche hat der Veranstalter heuer einen eigenen Tag eingeräumt.

 

13. Oktober 2004: Fellner-Tageszeitung kommt “zu 90 Prozent”

Wolfgang Fellner arbeitet an einem Tageszeitungsprojekt, das in der Branche für Spekulationen sorgt. Die neue Tageszeitung kommt “zu 90 Prozent”, werde aber “natürlich keine Boulevardzeitung”. In Branchenspekulationen wird ein Investitionsbedarf von 50 Millionen Euro kolportiert. Die “Finanzierungs- und Vertragsschritte” will Fellner ab Jänner 2005 “gemeinsam mit dem Partner angehen”. Zielgruppe werden die 20- bis 49-Jährigen und zugleich das Segment “der neuen gehobenen, gebildeten Mittelschicht”.

 

15. Oktober 2004: VÖZ befasst EU-Kommission mit Online-Aktivitäten des ORF

Der Verband Österreichischer Zeitungen befasst die EU-Kommission mit den Online-Aktivitäten des ORF. Man habe eine “Sachverhaltsdarstellung” nach Brüssel übermittelt, wo man relativ rasch reagiert habe. Wesentliche Punkte der Stellungnahme sind laut dem vom VÖZ beauftragten Medienjuristen Heinz Wittmann unter anderem Transparenz bei der Finanzierung des ORF-Online-Angebots und mögliche “Cross Promotion” im ORF-Radio und Fernsehen für die Internet-Services des Öffentlich-Rechtlichen. Die EU-Kommission habe “sehr interessiert” reagiert, nicht zuletzt, weil aus Deutschland vom dortigen Verlegerverband “ganz ähnliche Sachverhalte” bezüglich der Internet-Angebote von ARD und ZDF vorlägen. Der ORF sieht diesen Vorstoß gelassen und verweist auf ein Rechtsgutachten zum Thema.

 

15. Oktober 2004: Entscheidung im "Krone"-Konflikt 2005

Planmäßig schließt das Schweizer Schiedsgericht im Konflikt um die "Kronen Zeitung" die Akten. “Das Beweisverfahren des Schiedsverfahrens über die Gruppen Dichand/'WAZ' wurde nach eine Woche dauernder Verhandlungen abgeschlossen”, teilt Hans Dichand, Hälfteeigentümer der "Krone" und seit geraumer Zeit mit 50-Prozent-Partner "WAZ" ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") im Clinch, mit. “Im ersten Quartal 2005” soll den Parteien “die schriftliche Entscheidung zugestellt” werden.

 

18. Oktober 2004: "Kurier" feiert 50. Geburtstag

Während das offizielle Österreich das Jubiläumsjahr 2005 vorbereitet, hat der "Kurier" bereits heuer Grund zum Jubeln. Am 18. Oktober 1954 erschien erstmals der "Neue Kurier". Der 50. “Geburtstag” wird entsprechend gefeiert: mit Leser-Aktionen, Serien, einem Buch von "Kurier"-Redakteur Gunter Baumann, einer CD-Produktion der Wiener Philharmoniker, einem Festakt am 17. Oktober und einer Sonderausgabe am 18. Oktober. Für Chefredakteur Christoph Kotanko ist das Jubiläum auch “eine Gelegenheit, über die Rolle des 'Kurier' nachzudenken”. Denn wie jede Tageszeitung steht das “Geburtstagskind” vor wesentlichen Herausforderungen - für die man aber bestens gewappnet sei. Glückwünsche kommen auch von Christian Konrad, Raiffeisen-Generalanwalt und Aufsichtsratsvorsitzender des "Kurier", der den Stellenwert von Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt für eine funktionierende Demokratie unterstreicht.

 

18. Oktober 2004: "Standard" zeigt Foto-Ausstellung

“16 Jahre Zeitgeschehen” haben die Fotografen des "Standard" seit 1988 abgelichtet. Eine Auswahl zeigt nun eine gleichnamige Ausstellung in der Nationalbibliothek. Die Tageszeitung startete vor genau 16 Jahren, am 18. Oktober 1988, und gönnt sich zum “Geburtstag” eine Ausstellung sowie eine Sonderbeilage.

 

19. Oktober 2004: Personalrochade im Vorarlberger Medienhaus

Das Vorarlberger Medienhaus (VMH) von Eugen A. Russ (u. a. "Vorarlberger Nachrichten", "Neue Vorarlberger Tageszeitung") gibt eine Personalrochade in der Geschäftsleitung bekannt. Stephan Thurm, bisher Geschäftsführer der Medienhaus-Tochter Teleport (Vorarlberg Online), rückt als Leiter Marketing/Verkauf in die Geschäftsführung des VMH nach und ersetzt dort Ben Martens. Die Position von Thurm als Teleport-Geschäftsführer übernimmt Markus Raith, der seit 2002 im Medienhaus arbeitet.

 

28. Oktober 2004: Enttäuschung über Fortbestehen der Werbeabgabe

Der Verband Österreichischer Zeitungen übt scharfe Kritik am Fortbestehen der Werbeabgabe. Dass die fünfprozentige Steuer nicht im Zuge des Finanzausgleichs abgeschafft wurde, sei ein “eklatanter Bruch der Zusagen gegenüber der österreichischen Werbe- und Medienwirtschaft”, heißt es, habe es doch wiederholte und dezidierte politische Absichtserklärungen für eine Abschaffung gegeben. Für den Medienstandort Österreich werde ein “gravierender Wettbewerbsnachteil auf unbestimmte Zeit prolongiert”, so der geschäftsführende Präsident des Verbandes, Max Dasch. Laut Wirtschaftskammer-Angaben betrug das Volumen der Werbesteuer im Jahr 2003 90 Millionen Euro.

 

29. Oktober 2004: Tabakwerbeverbot ab Beginn 2005 geplant

Einen “Überfall” durch das Gesundheitsministerium beklagt der Verband Österreichischer Zeitungen: Mit der Novelle des Tabakgesetzes soll ab 1. Jänner 2005 jegliche Werbung für Tabak-Produkte verboten werden. Mit “äußerstem Befremden” reagiert der VÖZ nicht nur auf diesen Vorstoß, sondern auch auf die Tatsache, dass die Medien- und Werbewirtschaft nicht zur Stellungnahme eingeladen worden sei. Auch der Fachverband Werbung in der Wirtschaftskammer Österreich kritisiert das geplante Verbot. Dass eine Diskussion um Werbeverbote kommen muss, war allen Beteiligten klar, gilt es doch, bis Ende Juli 2005 eine entsprechende EU-Richtlinie umzusetzen. Mit einem trockenen Satz wird dies nun im neuen Tabakgesetz getan: “Werbung und Sponsoring für Tabakerzeugnisse ist verboten”, heißt es im § 11. Den Verlegern geht das zu schnell und zu weit. Werbeverbote seien aus der Sicht des VÖZ “kein geeignetes und angemessenes Mittel”, um die Konsumenten davon abzuhalten, Produkte zu kaufen, die immerhin legal produziert würden.

 

1. November 2004: Internet bleibt größte Herausforderung

Dass das Internet die gedruckte Zeitung verdrängt, fürchtet heute niemand mehr. Größte Herausforderung für die Printmedien bleibt das Web dennoch, so das Prognos Institut in seinem Themenreport “Zeitungen 2008”. “Das Internet legt die Schwächen der Zeitungen auf dem Leser- und Anzeigenmarkt schonungslos offen”, lautet die schlechte Nachricht für die Zeitungsverleger. Die gute Nachricht: Das Internet eröffne auch die Möglichkeit, “zukünftigen Informations- und Werbebedürfnissen Rechnung zu tragen”. Das kostenlose Online-Angebot der Zeitungen sei für die Erschließung neuer Zielgruppen von zunehmender Bedeutung.

 

12. November 2004: redmail klagt gegen Werbesteuer

Der steirische Werbemittelverteiler redmail und die Wirtschaftskammer (WK) starten eine neue rechtliche Initiative gegen die Werbesteuer. Konkret richtet sich die Klage gegen die seit Juni 2003 durchgeführte Besteuerung von Prospektwerbung. Nach Ansicht der Rechtsexperten der Wirtschaftskammer ist das reine Verteilen von Werbeprospekten nämlich keine Werbeleistung und darf daher nicht besteuert werden. Laut redmail-Chef Kurt Schügerl nimmt die öffentliche Hand durch die Besteuerung von Prospektwerbung jährlich acht bis neun Mio. Euro ein.

 

15. November 2004: Wiener Auszeichnung für Rudi Klausnitzer

Hohe Wiener Auszeichnung für einen prominenten Medien-Macher: "News"-Geschäftsführer Rudi Klausnitzer wird das “Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien” verliehen.

 

16. November 2004: Knabl “Medienmanager des Jahres”

Das Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist" kürt Harald Knabl, Geschäftsführer des NÖ Pressehauses, zu Österreichs “Medienmanager des Jahres”. “Aus dem Übernahmekandidaten in
St. Pölten hat Knabl in wenigen Jahren ein selbstbewusstes, erfolgreiches Medienhaus geschaffen”, wird die Wahl begründet.

 

22. November 2004: "Kleine Zeitung" feiert “Hunderter”

Vor genau hundert Jahren, am 22. November 1904, gab es die erste Ausgabe der "Kleinen Zeitung". Das inzwischen längst zur größten Bundesländerzeitung und zur zweitgrößten Tageszeitung Österreichs avancierte Kleinformat feiert dieses Jubiläum groß in der Grazer Stadthalle: Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG, spannt den Bogen von der Gründung bis in die Gegenwart. In einer Zeit, wo die Zeitungen weltweit mit Problemen zu kämpfen haben, stehe die "Kleine Zeitung" am Höhepunkt ihres Erfolges. Chefredakteur Erwin Zankel: “Wir sind als kleines Format lange belächelt worden, aber der Trend in unserer Branche geht zum Tabloid. Auch der Relaunch unseres Blattes vor zwei Jahren hat uns ein sehr modernes Gesicht gegeben.” Weitere Säulen der "Kleinen Zeitung" sind Service-Funktion und konsequente Regionalität. Mit den 17 mutierten Regionalausgaben könne die Zeitung “jenen Bereich abdecken, in den das Fernsehen trotz aller Lokalisierung nicht hinein kann”.

 

23. November 2004: "WirtschaftsBlatt" plant Kapitalerhöhung

Das "WirtschaftsBlatt" plant eine Erhöhung seines Grundkapitals. Demnach soll eine Erhöhung um höchstens Nominale 1,114.813,09 Euro beschlossen werden. Dafür werden maximal 15.327 Stückaktien zu je 72,67 Euro ausgegeben. Eine Änderung der Eigentümerverhältnisse sei nicht geplant, betonte "WirtschaftsBlatt"-Vorstand Wolfgang Zekert. Verschiebungen der Eigentümerstruktur “kann es nicht, soll es nicht und wird es nicht geben”. Das "WirtschaftsBlatt" gehört zur Hälfte der schwedischen Bonnier-Gruppe und der ET Multimedia AG (ETM). Bei letzterer ist Anfang 2004 die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Presse") eingestiegen.

 

25. November 2004: "Antenne Tirol" wird "Life Radio"

Die Tiroler Radiolandschaft erhält ein neues Format: Statt mit "Antenne Tirol" werden die Hörer künftig mit "Life Radio Tirol" versorgt. Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung") ist nun Alleingesellschafterin und kooperiert mit dem oberösterreichischen "Life Radio". Das Sendeschema orientiere sich an "Life Radio Oberösterreich", gemeinsames Mantelprogramm sei derzeit aber nicht geplant, hieß es.

 

25. November 2004: Design-Awards für Zeitungen

Sieben österreichische Zeitungen erhalten heuer “Awards of Excellence” des European Newspaper Award. Ausgezeichnet werden die "Kleine Zeitung" (Kategorien Titelseite Regionalzeitung, Special Olympische Spiele Athen), "Die Presse" (Titelseite überregionale Zeitung), "Die Furche" (Fotografie/ Bildschnitt), der "Kurier" (Infografik, Special Olympische Spiele), die "Vorarlberger Nachrichten" (Infografik), die "Tiroler Tageszeitung" (Sonderseiten) und das "WirtschaftsBlatt" (Typografie). Die Hauptpreisträger sind in der Kategorie Lokalzeitung "Diario de Noticias" aus Huarte-Pamplona (Spanien), in der Kategorie Regionalzeitung "Het Parool" aus Amsterdam, in der Kategorie Überregionale Zeitung "De Morgen" (Belgien) und in der Kategorie Wochenzeitung "Bergens Tidende Söndag" (Norwegen).

 

30. November 2004: Horst Pirker neuer VÖZ-Präsident

Horst Pirker, Vorsitzender des Vorstandes der Styria Medien AG ("Die Presse", "Kleine Zeitung", "Die Furche") wurde am 30.11.2004 vom Vorstand des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit zum neuen Präsidenten des VÖZ gewählt. Die Neuwahl war erforderlich, weil der im Dezember des Vorjahres wiedergewählte Präsident Franz Ivan sein Amt am 12. Oktober 2004 aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hat.

 

3. Dezember 2004: Projektteam für Fellner-Zeitung steht

Wolfgang Fellner arbeitet konsequent an seinem Tageszeitungsprojekt. Er präsentiert sein “Projektteam”, das “ab April 2005” ein Konzept entwickeln soll. Von der News-Gruppe holt er Werner Schima (bisher Herausgeber und Chefredakteur von "News") als “Chefredakteur Print” sowie Christian Nusser (bisher "tv-media"-Chef) als “Chefredakteur Online”. Der Zeitungsdesigner Lukas Kircher wird “Design Director”, und Gert Edlinger, früher bei der News-Gruppe und dann bei der Styria Medien AG, übernimmt die “redaktionelle Geschäftsführung”. Bis April 2005 soll eine entsprechende Projektgesellschaft gegründet werden, im Herbst 2005 soll es “erste Test-Ausgaben, Markt-Test und eine Go-Entscheidung” geben, so Fellner. Geplanter Starttermin sei der Herbst 2006. Spekulationen, wonach die neue Zeitung doch schon im Herbst 2005 kommen soll, weist Fellner zurück.

 

3. Dezember 2004: Zekert Vorsitzender im APA-Aufsichtsrat

In den Gremien der APA - Austria Presse Agentur kommt es zu Änderungen. Nach dem Ausscheiden von Franz Ivan ("Die Presse") wird "WirtschaftsBlatt"-Geschäftsführer Wolfgang Zekert in einer Außerordentlichen Generalversammlung zum neuen Vorsitzenden des APA-Aufsichtsrates gewählt. Hermann Petz von der "Tiroler Tageszeitung" bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender der österreichischen Nachrichtenagentur.

 

6. Dezember 2004: "Kronehit" macht bundesweites Privatradio

"Kronehit" wird Österreichs erstes bundesweites Privatradio. Die Medienbehörde KommAustria erteilt dem Radioverbund der Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") die österreichweite Zulassung.

 

10. Dezember 2004: Neue Chefredakteure bei der "Neuen"

Die im September auf den Markt gekommene Tiroler Tageszeitung "Die Neue" bekommt ein neues Führungsteam. Das beschließen Vorstand und Aufsichtsrat der Moser Holding einstimmig. Peter Plaikner scheidet als Chefredakteur aus. Die Leitung übernehmen der bisherige stellvertretende Chefredakteur Manfred Schiechtl und Frank Staud, der gleichzeitig stellvertretender Chefredakteur des Schwesterblattes "Tiroler Tageszeitung" ("TT") bleibt.

 

10. Dezember 2004: Tabakgesetz bringt Werbeverbot

Für Raucher in Österreich brechen härtere Zeiten an. Der Nationalrat beschließt einstimmig ein neues Tabakgesetz. Für die Werbewirtschaft enthält das Gesetz Unangenehmes. Es wird schrittweise ein Werbeverbot für Tabakwaren eingeführt, das grundsätzlich mit 1. August 2005 in Kraft tritt. Während einer Übergangsperiode bleibt Sponsoring von Veranstaltungen und Aktivitäten, die nicht grenzüberschreitend sind, Plakatwerbung sowie Kinowerbung im Rahmen nicht jugendfreier Vorstellungen aber noch bis 31.12.2006 erlaubt. Obwohl das Gesetz wichtige Einwände der Zeitungsverleger berücksichtigt, sind die Bedenken nicht ausgeräumt. Sorge hat man im Hinblick auf die Einflüsse deutscher Medien. Der VÖZ hatte sich deshalb für ein Vorgehen im Gleichklang mit Deutschland ausgesprochen.

 

14. Dezember 2004: "Salzburger Volkszeitung" reduziert

Die Neuorganisation der "Salzburger Volkszeitung" ("SVZ") nimmt konkrete Formen an. Verwaltung, Buchhaltung und Abo-Verwaltung werden in Salzburg zur Gänze aufgelöst und künftig vom "Neuen Volksblatt" in Linz übernommen. Der tägliche Umfang soll von 32 auf 20 Seiten im Kleinformat (Freitagausgabe von 40 auf 32 Seiten) reduziert werden, das Redaktionsteam wird von derzeit neun angestellten Redakteuren auf die Hälfte verkleinert, so Peter Haubner, Landesgeschäftsführer des "SVZ"-Eigentümers ÖVP Salzburg. Ziel sei es, eine regional eigenständige Zeitung mit dem Schwerpunkt Lokales zu halten, auch eine Parteizeitung solle die "SVZ" bleiben, so Haubner weiter.

 

16. Dezember 2004: Neues Führungsteam für "News"

Die Info-Illustrierte "News" erhält nach dem Abgang von Werner Schima ein neues Führungsteam. Wolfgang Maier wird zusätzlich zu seiner Funktion als Herausgeber von "tv-media" und "e-media" Mitglied des "News"-Herausgeberteams. Josef Votzi, bisher Mitglied der Chefredaktion, wird Chefredakteur von "News". "News"-Herausgeber sind damit Maier und Alfred Worm, Chefredakteure Votzi und Peter Pelinka. Rudi Klausnitzer, Vorsitzender der Geschäftsführung, kündigte an, man werde "das kommende Jahr sehr offensiv angehen". Dazu gehöre auch der weitere Ausbau der heuer gestarteten so genannten "Line-Extensions" wie "News Leben" sowie "zusätzliche neue Projekte".

 

21. Dezember 2004: Presseförderung für Journalistenausbildung

"Kronen Zeitung" und "Kurier" stellen ihre angekündigte Förderung der Journalistenausbildung auf die Beine. Die beiden Zeitungen wenden dafür sämtliche Mittel auf, die sie aus der Presseförderung erhalten, so "Kurier"-Herausgeber Peter Rabl. Der neu gegründete "Verein zur Förderung der journalistischen Aus- und Weiterbildung" werde die mehr als 300.000 Euro, die derzeit an "Krone" und "Kurier" gehen, verwalten. Für das Jahr 2005 würden drei Institutionen für Journalistenausbildung, die "von den beiden Zeitungen und deren gemeinsamer Firma Mediaprint völlig unabhängig" seien, zur Einreichung von potenziell förderungswürdigen Projekten eingeladen. Mittelfristig plane der Verein, in Form von "Private Public Partnership" einen Beitrag zur strukturellen Verbesserung der Journalistenausbildung zu leisten.

 

27. Dezember 2004: Teile des KommAustria-Gesetzes aufgehoben

Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat Teile des KommAustria-Gesetzes aufgehoben. Konkret geht es um die Frage der Finanzierung der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR GmbH), der Geschäftsstelle der KommAustria und der Telekom-Control Kommission, gegen die der ORF eine Beschwerde eingelegt hatte. Beim ORF und im Büro des zuständigen Medien-Staatssekretärs Franz Morak (ÖVP) will man das VfGH-Erkenntnis erst einmal genau prüfen.

 

27. Dezember 2004: "Kurier" baut im Burgenland aus

Einen Ausbau der Burgenland-Berichterstattung kündigt "Kurier"-Herausgeber Peter Rabl an. Man wolle die Sport-, Kultur- und Gesellschaftsberichterstattung verstärken. Zu den derzeit zehn Mitarbeitern in den Redaktionen Eisenstadt und Oberwart sollen ein bis zwei weitere hinzukommen.

 

31. Dezember 2004: Ivan verlässt "Presse"

Franz Ivan, seit 2000 Geschäftsführer der "Presse", tritt ein Jahr früher als geplant in den Ruhestand. Anlass für den Schritt, der nicht zuletzt auf ärztlichen Rat erfolge, sind gesundheitliche Probleme. Gerda Schaffelhofer, seit Oktober Mitglied der "Presse"-Geschäftsführung, übernimmt seine Nachfolge.

 

31. Dezember 2004: Pisecker übernimmt "auto touring"

Das ÖAMTC-Mitgliedermagazin "auto touring" bekommt mit Jahreswechsel einen neuen Chefredakteur: Peter Pisecker übernimmt die Federführung bei "auto touring". Der erfahrene Motorjournalist wird damit Nachfolger der bisherigen ÖAMTC-Kommunikationschefin Elisabeth Pechmann, die nach einer erfolgreichen Neugestaltung der ÖAMTC-Kommunikation den Club verlässt, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. 

 

Johannes Bruckenberger

Der Beitrag wurde im Jahrbuch "PRESSE 2004" veröffentlicht.