deutsch
deutsch
 |  english
englisch
VÖZ Startseite
A | A | A 
Erweiterte Suche
  STARTSEITE > Zeitungen im Zeitraffer 2003

Zeitungen im Zeitraffer 2003

Die wichtigsten Daten und Fakten des Medienjahres 2003 im Überblick.

1. Jänner 2003: Ertl neuer Chefredakteur bei "OÖ-Rundschau"

Bei der "OÖ-Rundschau" wird die "Amtsübergabe" an der Redaktionsspitze vollzogen. Rudolf Chmelir (58) zieht sich nach 18 Jahren als Chefredakteur zurück und ist weiterhin Herausgeber. Sein Nachfolger ist Josef Ertl (42), der bereits im vergangenen Jahr als stellvertretender Chefredakteur tätig war. Chmelir will sich neben seinen Tätigkeiten als "Rundschau"-Herausgeber und Leiter der OÖ. Journalistenakademie künftig auch verstärkt um die Aufgaben als Vizepräsident des Verbands Österreichischer Zeitungen kümmern. Anfang Jänner wurde auch die Übernahme der "Original Ischler Wochenrundschau" durch die "OÖ-Rundschau" realisiert. Mit Jahresanfang erscheint die Wochenrundschau gemeinsam mit der "Bad Ischler Rundschau", eine von 13 Lokalausgaben der "OÖ-Rundschau".

 

9. Jänner 2003: Nußbaumer und Stadler neue "Furche"-Herausgeber

Die Wochenzeitung "Die Furche" erhält mit dem Publizisten Heinz Nußbaumer (59) und Wilfried Stadler (51), Vorstandsvorsitzender der Investkredit Bank AG, zwei neue Herausgeber. Die bisherigen langjährigen Herausgeber, der ehemalige Finanzminister Wolfgang Schmitz und der frühere Vorarlberger Landtagspräsident Bertram Jäger, ziehen sich zurück.

 

14. Jänner 2003: "Standard"-Chef Bronner wird 60

"Guten Tag, mein Name ist Oscar Bronner" - stets höflich hat sich "Standard"-Chef Oscar Bronner mit diesen Worten in Werbespots für "seine“ Zeitung vorgestellt. Nun feiert der Zeitungsgründer einen runden Geburtstag: Die "tiefste Stimme Österreichs“ wird 60 Jahre alt. Die österreichische Medienlandschaft hat Bronner aber noch mehr zu verdanken als eine Zeitung und sonore Werbespots. Schon 1970 schrieb er mit der Gründung von "trend" und "profil" Mediengeschichte. Seit einigen Jahren ist Bronner auch VÖZ-Vizepräsident.

 

16. Jänner 2003: Konflikt um die "Krone"

Der Konflikt zwischen Hans Dichand (81), Chef und Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung", und seinem 50-Prozent-Partner "WAZ" ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung") spitzt sich zu. Der Grund: Dichand hat angekündigt, seinen Sohn Christoph (37) mit 1. Februar zu seinem Nachfolger als Chefredakteur zu bestellen. Der deutsche Medienkonzern lehnt diese Berufung ab und gibt rechtliche Schritte zur Durchsetzung dieses Widerspruchs bekannt.

 

21. Jänner 2003 : VÖZ-Punktation zur Medienpolitik

Im Vorfeld der Verhandlungen zur Bildung einer Koalitionsregierung beschloss der Vorstand des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) am 21. Jänner 2003 einen Forderungskatalog für eine künftige Medienpolitik.

 

23. Jänner 2003: Zuwächse für Privatradios

Die österreichischen Privatradios haben im zweiten Halbjahr 2002 ihre Reichweiten und Marktanteile steigern können. Die ORF-Radios verzeichneten insgesamt stabile Reichweiten und einen leicht rückgängigen Marktanteil. Dies geht aus dem Radiotest für das 2. Halbjahr 2002 hervor. Der ORF-Hörfunk konnte demnach 74,8 Prozent Tagesreichweite verzeichnen (2. Halbjahr 2001: 75,5 Prozent) und kam auf einen Marktanteil von 80 Prozent (83 Prozent). Die Privatsender erzielten insgesamt eine Tagesreichweite von 22,8 Prozent (19,9 Prozent) und einen Marktanteil von 17 Prozent (15 Prozent). Die Privatradios erreichten im 2. Halbjahr 2002 österreichweit täglich rund 1,6 Millionen Hörer.

 

24. Jänner 2003: Dichand und "WAZ" einigen sich

Im Konflikt um die "Kronen Zeitung" einigen sich Hans Dichand und die "WAZ" vorerst auf die künftige Führungsstruktur von Österreichs größter Tageszeitung. Hauptgeschäftsführer, Herausgeber und Chefredakteur Hans Dichand hat sich mit seinem Wunsch, seinen Sohn Christoph per 1. Februar zum neuen Chefredakteur zu bestellen, durchgesetzt. Die deutsche "WAZ" kann dafür einen geschäftsführenden Chefredakteur aus dem Kreis führender "Krone"-Journalisten wählen. Michael Kuhn (65), bisher Sportchef und stellvertretender Chefredakteur, übernimmt in der Folge diese Aufgabe.

 

1. Februar 2003: Relaunch der "Kleinen Zeitung"

Zu einem umfassenden Relaunch kommt es bei der "Kleinen Zeitung". Unter der Leitformel "be local, be useful" will die "Kleine" "die Lokalkompetenz ausbauen und den Nutzwert der Zeitung quer durch das Blatt steigern". Dem zu Grunde liege die These, "dass die Zeitung als Kompass und Orientierungshilfe für alle Lebenslagen immer wichtiger wird". In Summe wird das Blatt "bunter, eleganter, hintergründiger". Weitere Eckpunkte der neuen "Kleinen": Eine bessere Gliederung, durchgehender Farbdruck sowie mehr Service, mehr Meinung und generell eine Ausweitung der Inhalte. Das Wochenende wird deutlich aufgewertet. Federführend am Relaunch beteiligt war der renommierte Zeitungsdesigner Mario Garcia.

 

10. Februar 2003: Einheitliches Internet-Bezahlsystem

Der Verband Österreichischer Zeitungen ist auf der Suche nach einem einheitlichen Bezahlsystem für das Internet, das auch die spezifischen Anforderungen von Medien-Inhalten im Netz berücksichtigt. Walter Schrotta (Mediawerkstatt) hat im Auftrag des Verbandes über 50 bestehende Bezahlsysteme analysiert und eine Studie erstellt. Diese soll als "Grundlage einer allfälligen Entscheidung der österreichischen Verlage für ein gemeinsames Bezahlsystem dienen". Ausschlaggebend bei der Bewertung der Systeme sei die Akzeptanz der Nutzer.

 

27. Februar 2003: "Presse" runderneuert

"Die Presse" erscheint erstmals komplett runderneuert. Mit dem Relaunch strebe man eine "Alleinstellung" am heimischen Tageszeitungsmarkt an, so Horst Pirker, Vorstand der Styria Medien AG, zu der die "Presse" gehört. Er bestätigt auch, dass sich die Zeitung der neuen Rechtschreibung annähern soll. Ähnlich wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" setzt die "Presse" auf eine modifizierte Variante. Im Zuge des Relaunches ändert sich auch das Format, das etwas kleiner wird. Für die optische Runderneuerung zeichnet "Presse"-Art Director Helge Schalk verantwortlich, als Berater war der renommierte Zeitungsdesigner Robert Lockwood beteiligt. Ein Buch pro Ressort lautet die Formel. Politik, Wien, Service, Economist, Finanzen und Feuilleton, zu dem die Kultur ausgebaut wird, sind mit eigenen Büchern vertreten. Der Sport ersetzt am Montag das Finanz-Buch und ist an den übrigen Tagen am Ende des "Eco" zu finden. Auch die Regionalisierung wird forciert.

 

28. Februar 2003: "Spielregeln" für ORF und Private

"Spielregeln" für den ORF und private Rundfunkveranstalter sowie "neue Einnahmen" für den ORF, wenn er zusätzliche Aufgaben wahrnimmt, hat sich die neue Bundesregierung unter ÖVP und FPÖ im Regierungsprogramm im Kapitel Medien vorgenommen. Auffallend ist, dass nicht von einer Reform der Presseförderung, sondern einer "Evaluierung" des Subventionssystems für Printmedien die Rede ist. "Ausgleich von Wettbewerbsverzerrung, Qualitätsförderung, regionale Vielfalt" werden als Ziele für den heimischen Printmarkt genannt. Erst 2005, nämlich im Rahmen des nächsten Finanzausgleichs, soll die Werbeabgabe abgeschafft werden. Für die Medienbehörde KommAustria strebt man "Unabhängigkeit" an. "Mittelfristig" soll es "einen einzigen Konvergenzregulator" geben. Die Medienbranche kommentiert diese Vorhaben abwartend bis zustimmend. Beim VÖZ sieht man "einige wichtige Dinge, die unseren Vorstellungen entsprechen", so Generalsekretär Walter Schaffelhofer.

 

22. März 2003: Dienstjubiläum für "Kurier"-Chef Rabl

Die Anzahl der Tageszeitungen und Magazine in Österreich wird in den nächsten Jahren zurückgehen. Diese Ansicht vertritt "Kurier"-Herausgeber und -Chefredakteur Peter Rabl. Rabl feiert sein zehnjähriges Dienstjubiläum als Herausgeber und Chefredakteur des "Kurier". Er ist damit längst dienender Chefredakteur der Tageszeitung. Die Zukunftsperspektiven der wirtschaftlich angeschlagenen Medienbranche schätzt Rabl skeptisch ein.

 

27. März 2003: Weniger Leser für Tageszeitungen

Die österreichischen Tageszeitungen haben 2002 einen Rückgang der Leserzahlen verzeichnen müssen. Dies geht aus der Media-Analyse (MA) hervor. Demnach kamen die Tagestitel im Vorjahr auf eine durchschnittliche Reichweite von 73,8 Prozent (4,981 Mio. Leser) täglich. Im Vergleich mit 2001 (75 Prozent) stelle dies einen statistisch signifikanten Rückgang dar, heißt es. Die Rückgänge seien vor allem auf die schlechte konjunkturelle Lage zurückzuführen. In angespannten Zeiten und angesichts des allgemein ausgerufenen Sparzwangs wurden die Medienbudgets der Österreicher offenbar zurückgeschraubt. Bei den Tageszeitungen gab es zwei signifikante Veränderungen nach unten: Für den "Kurier" mit 11,1 Prozent Reichweite (748.000 Leser) sowie für die "Vorarlberger Nachrichten" mit 3,1 Prozent (211.000). Die übrigen Titel zeigten sich stabil. Mit Abstand die meisten Leser hat nach wie vor die "Kronen Zeitung" (43,4 Prozent, 2,930 Mio.). Die "Kleine Zeitung" (gesamt) hatte im Vorjahr eine Reichweite von 12,4 Prozent (835.000). 5,7 Prozent Reichweite (383.000) erzielte der "Standard", 5,3 Prozent die "Presse" (361.000). Die "Oberösterreichischen Nachrichten" kamen ebenfalls auf 5,3 Prozent Reichweite, auf Grund von Rundungsdifferenzen werden dabei 355.000 Leser ausgewiesen. 5,1 Prozent Reichweite (345.000) hatte die "Tiroler Tageszeitung", 4,5 Prozent (301.000) die "Salzburger Nachrichten". Das "WirtschaftsBlatt" erzielte 1,4 Prozent (97.000), die "Kärntner Tageszeitung" 1,2 Prozent (83.000), das "Neue Volksblatt" ein Prozent (67.000) und die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" 0,9 Prozent (58.000).

 

27. März 2003: Mayer neuer "Volksblatt"-Verlagsleiter

Die ÖVP Oberösterreich regelt die Nachfolge von Helmut Kukacka als Verlagsleiter des "Neuen Volksblatt". Der 27-jährige Wolfgang Mayer übernimmt die Funktion. Kukacka gehört der neuen ÖVP-FPÖ-Regierung als Staatssekretär im Infrastrukturministerium an. Mayer ist seit 1998 beim "Neuen Volksblatt" und war bisher Assistent des Verlagsleiters sowie Vertriebschef.

 

1. April 2003: Fünf Jahre Privatradio in Österreich

Die österreichischen Privatradios feiern einen runden "Geburtstag": Vor fünf Jahren gingen 15 private Hörfunksender on air. Spät, aber doch begann damit in Österreich das Zeitalter des dualen Rundfunks. Über 60 Private sind fünf Jahre danach im Äther vertreten, doch nur wenige Sender legten den erhofften Traumstart hin: Relaunches, Eigentümerwechsel und Zusammenschlüsse prägten die Branche, und die gesetzlichen Rahmenbedingungen erwiesen sich als reparaturbedürftig. Etliche der Zulassungen mussten sogar neu vergeben werden. Privatradios sind heute dennoch ein Fixpunkt im Leben vieler Österreicher. 1,6 Millionen tägliche Hörer hatten die privaten Sender im 2. Halbjahr 2002 laut Radiotest. Ein Wert, der allerdings schon seit Jahren stabil bleibt und kaum gesteigert werden konnte. "Antenne Steiermark" und das Salzburger "Radio Melody" funkten übrigens bereits seit 1995.

 

1. April 2003: 300 Jahre "Wiener Zeitung"

Einen beachtlichen "Runden" feiert die "Wiener Zeitung": Die älteste Tageszeitung der Welt wird 300 Jahre alt und begeht dies unter anderem mit einer Ausstellung in der Nationalbibliothek. Für 2004 ist übrigens ein umfassender Blattrelaunch geplant, die Vorarbeiten nehmen gerade ihren Anfang. Mit "Tagblatt" und "Amtsblatt" erscheint die "Wiener Zeitung", die zu 100 Prozent im Eigentum der Republik steht, täglich von Montag bis Freitag.

 

1. April 2003: Kaufmännisches Personal bekommt 1,86 Prozent

Die Mindestgrundgehälter des kaufmännischen Personals von Tages- und Wochenzeitungen werden um mindestens 35 Euro bzw. 1,85 Prozent angehoben. Dadurch ergibt sich bei den Mindestgrundgehältern der sechs Verwendungsgruppen eine durchschnittliche Erhöhung von 2,16 Prozent.

 

1. April 2003: Zugang zu Hausbriefkästen

Die österreichischen Zeitungsverlage werden beim Aufbau von eigenen Vertriebssystemen "schwerwiegend behindert": Dies ist zentrales Thema bei der Klausur des Verbands Österreichischer Zeitungen in Oberlech. Eine "erhebliche Wettbewerbsverzerrung" sei vor allem die Tatsache, dass nur die Post Zugang zu den Hausbriefkästen habe. Die Verleger fordern "dringend", diese Monopolstellung der Post zu beseitigen. Darüber hinaus wartet man weiterhin auf die Reform der Presseförderung. Zur Presseförderung bekenne man sich nach wie vor, sie sei ein "unverzichtbares Instrument zur Erhaltung und Sicherung der Vielfalt von Zeitungen und Zeitschriften". Ebenfalls als "vordringlich" bezeichnet wurde vom VÖZ die "rasche Umsetzung der EU-Urheberrechts-Richtlinie mit Konzentration auf den Schutz der Interessen der Urheber des geistigen Eigentums".

 

14. April 2003: "Krone Hitradio" wird "Kronehit"

Alles neu heißt es bei "Krone Hitradio". Der Radioverbund der Mediaprint wurde einem Relaunch unterzogen, und nicht einmal der Name bleibt gleich: "Kronehit" nennt sich der Privatsender ab sofort, kündigte Geschäftsführer Martin Zimper an. Tendenziell strebt Zimper eine Verjüngung der Hörerschaft an, will allerdings nicht im Teenie-Revier Fuß fassen. Darüber hinaus will sich "Kronehit" um eine verstärkte Positionierung in den Städten bemühen.

 

25. April 2003: Corncordia-Preise vergeben

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai werden die Concordia-Publizistikpreise vergeben. In der Kategorie Menschenrechte geht die Auszeichnung an das Obdachlosenprojekt "Augustin", das in Wien die gleichnamige Straßenzeitung herausgibt. In der Sparte Pressefreiheit wird "Radio Österreich International (ROI)" ausgezeichnet. Beide Preise sind mit je 3.650 Euro dotiert. Der Ehrenpreis wird der Historikerin und Autorin Brigitte Hamann für ihr Lebenswerk verliehen.

 

28. April 2003: Medienunternehmen nicht durch "staatsnahe Betriebe" behindern

Kritik an den Online-Aktivitäten der Telekoms sowie des ORF kommt von heimischen Zeitungsverlegern. "Medien sollten in ihren Online-Aktivitäten nicht durch staatsnahe Betriebe wie Telekom-Betreiber oder öffentlich-rechtliche Rundfunksender behindert werden", so Eugen Russ, Geschäftsführer des Vorarlberger Medienhauses, bei der Tagung "Medien in der Informationsgesellschaft - Status Quo und Perspektiven in Österreich" in Wien. Russ hält es nicht für gerechtfertigt, dass der ORF im Online-Feld "völlig frei" agiert. "Das ist das ständige Phänomen beziehungsweise das Problem mit dem ORF, dass er das Gesetz anders versteht als es gemeint war", meint "Kurier"-Herausgeber Peter Rabl.

 

30. April 2003: ÖGB-Streik beeinträchtigt Zeitungsproduktion

Der ÖGB organisiert für den 6. Mai Großproteste gegen die Pensionsreform der Regierung, die auch Auswirkungen auf die Zeitungsproduktion haben. Die Drucker fassen einen Streikbeschluss, wonach in der Nacht auf den Protesttag kein Medium in Druck gehen wird. Die Journalistensektion der Gewerkschaft Druck Journalismus Papier (DJP) fasst hingegen keinen generellen Streikbeschluss. Mit Befremden kommentiert VÖZ-Präsident Franz Ivan die Streik-Absichten. Ivan warnt "nachdrücklich vor diesem Versuch, die Zeitungen für politische Auseinandersetzungen zu missbrauchen". Das Erscheinen der Tageszeitungen zu verhindern, wäre "ein einzigartiger Angriff auf die Presse- und Informationsfreiheit in Österreich".

 

3. Mai 2003: Journalisten leben gefährlich

Einen ungewöhnlich hohen "Blutzoll" hat es, vor allem wegen des Kriegs im Irak, 2003 bereits unter Journalisten gegeben. Grund genug für zahlreiche Organisationen, zum Internationalen Tag der Pressefreiheit das Schicksal getöteter Journalisten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Zahlen variieren, unbestritten ist jedoch, dass Journalisten gefährlicher denn je leben: 54 Todesopfer unter Journalisten und Medienmitarbeitern zählt das International Press Institute (IPI) etwa für das vergangene Jahr in seinem aktuellen "World Press Freedom Review". Die Zahl der inhaftierten Journalisten sei im Vorjahr weiter gestiegen, heißt es unisono. Traurig ist die Bilanz auch bereits für dieses Jahr: Im Zuge des Irak-Kriegs fanden überdurchschnittlich viele Journalisten den Tod. Insgesamt geht man beim WAN von 22 toten Journalisten im Jahr 2003 aus (13 davon kamen demnach im Irak ums Leben).

 

5. Mai 2003: NÖ Pressehaus übernimmt "bvz"

Die burgenländische Wochenzeitung "bvz" ("Burgenländische Volkszeitung") bekommt einen neuen Eigentümer: Der Zeitungsverlag des Niederösterreichischen Pressehauses in St. Pölten ("Niederösterreichische Nachrichten") übernimmt mit sofortiger Wirkung die Titelrechte der bisherigen ÖVP-Parteizeitung. Die "bvz" soll nach einer Überarbeitung als "BVZ neu" in sechs Lokalausgaben erscheinen. Die bisherige ÖVP-Zeitung soll künftig als strikt parteifreie Wochenzeitung geführt werden. In die neue Wochenzeitung, die das bisherige Format beibehält und um einen großformatigen, überregionalen Teil erweitert wird, werden auch die "NÖN"-Ausgabe für den Bezirk Mattersburg und die "Oberwarter Zeitung" eingegliedert. Redaktionsleiter der "BVZ neu" wird der bisherige Redakteur der "Oberwarter Zeitung", Markus Stefanitsch. Als Chefredakteur fungiert "NÖN"-Chef Harald Knabl.

 

6. Mai 2003: Zeitungen umgehen Streiks

Bildschirm statt Papier heißt am ÖGB-Streiktag die Devise für viele informationshungrige Österreicher. Mit Ausnahme der "Vorarlberger Nachrichten (VN)", der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" sowie der "Tiroler Tageszeitung" erscheinen wegen des Druckerstreiks keine Zeitungen. Was bleibt, ist der Weg ins Internet, wo die meisten Blätter ihre Ausgaben auf digitalem Weg publizierten. Nur im Westen gibt es Neues zu lesen. Die "Tiroler Tageszeitung" druckt ihre Ausgabe - in gewohntem Umfang, wenn auch ohne Lokalmutationen - in Bozen bei der Athesia, Gewerkschaftsblockaden am Brenner werden von den Behörden untersagt. Zu spektakulären Mitteln greift Eugen A. Russ (Vorarlberger Medienhaus), um die "VN" und die "Neue" zu den Lesern zu bringen. Per Helikopter werden die frisch gedruckten Ausgaben an der Gewerkschaftsblockade vorbei transportiert. Kritik gibt es erneut an der Gewerkschaft. Das International Press Institute (IPI) zeigt sich besorgt: Die Bestreikung der Printmedien sei ein "Angriff auf die Pressefreiheit", heißt es. Der VÖZ spricht von einem "beispiellosen Willkürakt". VÖZ-Präsident Franz Ivan sieht ebenfalls einen "schweren Eingriff in die Pressefreiheit" und einen "rechtswidrigen Akt". Die heimischen Zeitungen würden sich Schadenersatzforderungen vorbehalten. Ersetzt haben will auch Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten", "Neue") seine Ausgaben für die Hubschrauberflüge.

 

13. Mai 2003: Styria-Manager Bretschko neuer MA-Präsident

Wolfgang Bretschko (35), Geschäftsführer der zur Styria Medien AG gehörenden "Kleinen Zeitung", wird zum neuen Präsidenten des Vereins Arge Media-Analysen gewählt. Bretschko folgt in dieser Funktion "Presse"-Geschäftsführer Franz Ivan nach. Ivan sieht sich auf Grund seiner ehrenamtlichen Doppelbelastung als VÖZ-Präsident zum Rückzug veranlasst. Bretschko betont, dass er ganz im Sinne seines Vorgängers die erfolgreiche Entwicklung der Media-Analyse als wichtigstes Instrument der Reichweiten-Messung aller Medien fortsetzen werde.

 

20. Mai 2003: Rahofer im EJTA-Vorstand

Der Chef des Kuratoriums für Journalistenausbildung, Meinrad Rahofer, wird als erster Österreicher in den Vorstand der Europäischen Vereinigung für Journalistenausbildung (European Journalism Training Association - EJTA) gewählt. Die EJTA verbindet unterschiedliche Ausbildungsinstitutionen in ganz Europa, entwickelt Programme, sorgt für einen Austausch an Erfahrungen und entwickelt Standards der Ausbildung.

 

26 Mai 2003: Kurt-Vorhofer-Preis an Anneliese Rohrer

Anneliese Rohrer (58), Außenpolitik-Ressortchefin der Tageszeitung "Die Presse", wird mit dem Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus ausgezeichnet. Die Jury des Kurt-Vorhofer-Preises würdigt Rohrer als "engagierte Kämpferin für Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz", zitiert Erwin Zankel, Chefredakteur der "Kleinen Zeitung", aus der Begründung. Der Vorhofer-Preis ist mit 7.300 Euro dotiert und wird seit 1996 von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der "Kleinen Zeitung" und der P.S.K. für publizistische Leistungen im Bereich der politischen Berichterstattung vergeben.

 

1. Juni 2003: Journalisten erhalten 45 Euro Gehaltserhöhung

Die Tarifgehälter der Journalisten werden um 45 Euro erhöht. Bei den so genannten Quinquennien (Gehaltssprünge alle fünf Jahre) gibt es eine Erhöhung von 1,85 Prozent. Gleiches gilt für Pauschalien, die aber mit 55,50 Euro im Monat gedeckelt werden. Darauf einigen sich der Verband Österreichischer Zeitungen sowie die Journalistengewerkschaft bei den diesjährigen Kollektivvertragsverhandlungen. VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer spricht von einem "fairen und vertretbaren Kompromiss".

 

1. Juni 2003: "ATVplus" geht on air

Der Startschuss für bundesweites Privatfernsehen in Österreich fällt. "ATVplus" geht mit seinem neuen Programm on air und ist österreichweit mittels Hausantenne zu empfangen. Ein historisches Datum, war doch terrestrisches, also mit Antenne empfangbares TV bundesweit bisher dem ORF vorbehalten. Der Break-Even mit dem "neuen Fernsehen für Österreich" soll nach den Plänen von "ATVplus"-Chef Franz Prenner 2006 erreicht werden.

 

1. Juni 2003: Postwurfsendungen werbesteuerpflichtig

Die umstrittene Werbeabgabe wird ausgeweitet. Ab sofort muss auch für Postwurfsendungen die fünfprozentige Steuer, die von Werbewirtschaft und Verlegern seit Jahren vehement kritisiert wird, entrichtet werden. Das Finanzministerium hat mit einem entsprechenden Erlass auf eine Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) reagiert. Acht Millionen Euro für das Jahr 2003 und acht Millionen Euro für 2004 werden laut Angaben der Wirtschaftskammer Österreich zusätzlich an Werbesteuer anfallen. Das derzeit erhobene Gesamtaufkommen der Werbeabgabe wird mit rund 90 Millionen Euro beziffert.

 

2. Juni 2003: Print Oscars verliehen

Die besten Anzeigen des Jahres werden auch heuer wieder mit den "Print Oscars" ausgezeichnet. Zum 21. Mal verleiht der Verband Österreichischer Zeitungen diese Werbepreise. Für den Print Oscar 2003 wurden insgesamt 850 Sujets in sechs Kategorien eingereicht.

 

12. Juni 2003: ORF-Gebühren werden erhöht

Der ORF-Stiftungsrat segnet die geplante Erhöhung der ORF-Rundfunkgebühren um 8,2 Prozent ab. Einen Euro mehr pro Monat werden die ORF-Zuschauer ab 2004 für ihren Radio- und TV-Anschluss zahlen müssen. Über 30 Millionen Euro können durch die Entgelt-Erhöhung zusätzlich lukriert werden. Die Programmentgelte werden zum ersten Mal seit 1998 angepasst.

 

13. Juni 2003: Neues "Format" für "Business-Elite"

Das Magazin "Format" aus dem Hause "News" erscheint erstmals neu positioniert. Inhaltlich präsentiert man sich als ein Nachrichtenmagazin "für die Business-Elite". Das Heft gliedert sich in die Bereiche Politik, Business, Geld und "privat", also Lifestyle und Kultur. Der Relaunch war von der News-Gruppe in die Wege geleitet worden, da "Format" zu wenig gegenüber "profil" und "News" abgegrenzt war.

 

13. Juni 2003: Teilnehmerrekord bei ZiS

Erfolge im Bemühen um Nachwuchs-Zeitungsleser kann der Verein "Zeitung in der Schule" (ZiS) im Schuljahr 2002/2003 erzielen. 102.032 Schülerinnen und Schüler nahmen an ZiS-Projekten teil. Damit ist ein neuer Rekord erreicht worden. Ziel des Projektes, das bereits in der Volksschule startet: Kinder und Jugendliche lernen, die Zeitung als Informationsquelle zu erschließen, Artikel kritisch zu lesen, Textsorten zu unterscheiden und den Weg der Nachricht zu analysieren. Seit 1995, als der Verein gegründet wurde, haben bereits 429.183 Schüler und Schülerinnen mehrere Wochen lang über ZiS Gratis-Zeitungen bezogen und damit gearbeitet.

 

23. Juni 2003: VÖZ setzt Kampagne für Printwerbung fort

Unter dem mittlerweile traditionellen Motto "Print bringt's" setzt der Verband Österreichischer Zeitungen seine Kampagne für die Anzeigenwerbung fort. Ziel sei es, "die Kraft von Print-Werbung impactstark in den Vordergrund zu stellen".

 

25. Juni 2003: ORF-Gesetz nicht verfassungswidrig

Das ORF-Gesetz ist nicht verfassungswidrig, stellt der Verfassungsgerichtshof (VfGH) fest. Das bedeutet, dass die im Gesetz verankerten Werbebeschränkungen für Printmedien im ORF-Fernsehen zulässig sind. Dass Printmedien im ORF-Fernsehen nur mit Titel und Blattlinie, aber nicht mit Inhalten werben dürfen und auch das nur maximal zwei Minuten pro Woche, steht für den Verfassungsgerichtshof demnach nicht im Widerspruch zur Meinungsäußerungsfreiheit.

 

27. Juni 2003: APA ist 2002 um 2,6 Prozent gewachsen

Die APA - Austria Presse Agentur hat im Jahr 2002 ein zufrieden stellendes Ergebnis erzielt. Trotz der anhaltend schwierigen Lage auf dem Medienmarkt kann das Unternehmen einen positiven Jahresabschluss 2002 präsentieren. Mit einem Umsatzwachstum von 2,6 Prozent - von 30 Mio. Euro im Jahr 2001 auf 31,1 Mio. Euro - und einer Verdreifachung des EBIT erreicht die APA das zweitbeste Ergebnis in ihrer Unternehmensgeschichte. Nach Ablauf der dreijährigen Funktionsperiode von "Kurier"-Herausgeber und -Chefredakteur Peter Rabl als APA-Vorstandsvorsitzender wählt die Generalversammlung Hermann Petz, Geschäftsführer der "Tiroler Tageszeitung", zum neuen Vorstandsvorsitzenden.

 

1. Juli 2003: Neues Urheberrechtsgesetz in Kraft

Wesentliche Änderungen des Urheberrechtsgesetzes treten in Kraft. Ziel der Novelle ist die Umsetzung der EU-Urheberrechtslinie, mit der der Schutz von Werken an das digitale Zeitalter angepasst werden soll. Die Novelle bringt daher neue Regelungen für die "Zurverfügungstellung" von Werken, Neuerungen im Bereich des Rechts für Vervielfältigungen für den privaten Gebrauch und auch Sanktionen für die Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. Neu und wesentlich für die Erstellung von Pressespiegeln ist eine eigene freie Werknutzung der Vervielfältigung der Werke der Medienberichterstattung über Tagesereignisse zum eigenen Gebrauch, allerdings nur, sofern sie analog genutzt werden. Nicht inkludiert ist dabei aber das Einscannen von Zeitungsartikeln zur digitalen Weiterverwertung. Der Rechteinhaber von Artikeln hat das alleinige Recht, diese ins Internet zu stellen.

 

1. Juli 2003: Gubi neuer Geschäftsführer bei "OÖ-Rundschau"

Stefan Gubi wird neuer Geschäftsführer der "OÖ-Rundschau". Gubi folgt in dieser Funktion Eveline Pupeter-Fellner nach. Der 38-jährige Gubi, geboren in Grein an der Donau, war bis Frühjahr 2003 Vorstand der Kapsch BusinessCom AG. Als größte Herausforderung bei der "OÖ-Rundschau" nennt er den Vertrieb, den Gubi zu seinen Spezialbereichen zählt.

 

1. Juli 2003: "Die Neue" im Konkurs

Die Grazer Wochenzeitung "Die Neue" ist zahlungsunfähig. Beim Handelsgericht Wien wird der Konkurs über das Medienunternehmen eröffnet. Zuvor hatte bereits Günther Gruber, Geschäftsführer, Chefredakteur und Eigentümer des Blattes mitgeteilt, dass der Insolvenzantrag gestellt wurde. Die Verbindlichkeiten werden mit 850.000 Euro angegeben. "Die Neue" wurde von den früheren Machern der Grazer Tageszeitung "Neue Zeit" gegründet. Die "Neue Zeit" schlitterte im April 2001 in den Konkurs und wurde daraufhin eingestellt. Das Wochenblatt, das nicht nur von der Aufmachung her an die "Neue Zeit" erinnert, konzentrierte sich inhaltlich auf Politik und Sport.

 

5. Juli 2003: "Neues Volksblatt" mit neuem Gesicht

Das Linzer "Neue Volksblatt" präsentiert sich mit neuem Gesicht. Die älteste oberösterreichische Tageszeitung mit Gründungsdatum 1869 und heute im Eigentum der ÖVP Oberösterreich stehend erscheint durchgehend vierfärbig. Dazu kommt ein "Soft-Relaunch beim Layout, der die Zeitung für den Leser noch übersichtlicher und gleichzeitig lokaler machen wird", so Chefredakteur Franz Rohrhofer.

 

8. Juli 2003: 13 Millionen Euro Presseförderung

Die Vergabe der Allgemeinen und Besonderen Presseförderung für das Jahr 2003 wird beschlossen. Insgesamt vergibt die Bundesregierung heuer 13,384 Mio. Euro (2002: 13,988 Mio. Euro) an Subvention. Nur mehr fünf österreichische Tageszeitungen erhalten dabei die so genannte Besondere Presseförderung. Aus diesem Topf stellt der Staat 7,384 Mio. Euro zur Verfügung. Die Allgemeine Presseförderung, die nach dem "Gießkannenprinzip" an alle Tageszeitungen sowie an Wochenzeitungen, Presseclubs und Einrichtungen der Journalistenausbildung geht, umfasst 6,056 Mio. Euro. Die Besondere Presseförderung, die dem Erhalt der Medienvielfalt dient und selektiv nach bestimmten Kriterien vergeben wird, verteilt sich 2003 folgendermaßen: Die "Kärntner Tageszeitung" erhält 2,197.242,90 Euro, das "Neue Volksblatt" 1,360.782,80 Euro, die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" 1,295.186,90 Euro, "Die Presse" 1,430.815,70 Euro und die "Salzburger Volkszeitung (SVZ)" 1,099.971,70 Euro. Die Ansuchen von "Salzburger Nachrichten" und "WirtschaftsBlatt" wurden abgelehnt, da beide Zeitungen den gesetzlich höchstzulässigen Anzeigenanteil (22 Prozent) in den vergangenen Jahren mehrmals überschritten haben und daher keine "Förderungswürdigkeit" bestehe. Die Unterstützung für "Die Presse" wurde um zwei Drittel gekürzt, da der Anzeigenanteil zum zweiten Mal in Folge über 22 Prozent lag.

 

10. Juli 2003: Postgesetz bringt Liberalisierung bei Zustellung

Die Liberalisierung der Postzustellung von persönlich adressierten Briefsendungen über 100 Gramm sowie die Öffnung der Hausbrieffachanlagen ab Juli 2006 bringt die Novelle zum Postgesetz, die vom Nationalrat beschlossen wird. Die Regierung folgt damit einer EU-Richtlinie und erwartet durch die Änderungen Verbesserungen im Zustellservice, mehr Wettbewerb und damit niedrigere Preise für die Konsumenten. Vor allem wegen der Umrüstung der Hausbrieffächer gibt es heftige Diskussionen. Bis 1. Juli 2006 hat die Österreichische Post AG Zeit, die Hausbrieffachanlagen umzurüsten. Die Hausbrieffächer in Wohnanlagen, die bisher in der Regel nur von der Post genutzt werden können, müssen bis zu diesem Zeitpunkt mit einem Einwurfschlitz ausgestattet werden, damit Mitbewerber bei der Zustellung gleichgestellt sind und Zeitungen sowie Magazine nicht mehr bloß vor die Haustür gelegt werden müssen. Auch für private Zusteller persönlich adressierter Briefe wird damit ein vernünftiger Vertrieb erst möglich. Die Post lehnte eine Umstellung mit 2006 ab und plädiert stattdessen für eine Verschiebung der Frist bis 2009. Der Verband Österreichischer Zeitungen spricht hingegen von einem "akzeptablen Kompromiss".

 

16. Juli 2003: Heinz Nußbaumer wird 60

Der renommierte Journalist und Publizist Heinz Nußbaumer feiert seinen 60. Geburtstag. Nußbaumer führte 20 Jahre das außenpolitische Ressort der Tageszeitung "Kurier" und arbeitete in den neunziger Jahren als Pressesprecher für die Bundespräsidenten Kurt Waldheim und Thomas Klestil. Derzeit fungiert er als Gastgeber der ORF-TV-Reihe "kreuz& quer: Philosophicum", als Herausgeber der Wochenzeitung "Die Furche" sowie als Sprecher der "Initiative Qualität im Journalismus" (IQ).

 

31. Juli 2003: Brandstätter wird Gesellschafter bei Puls City TV

Die Rückkehr von Helmut Brandstätter (48), langjähriger Medienlegionär in Deutschland, nach Österreich ist nun fix. Brandstätter wird Geschäftsführer des Wiener Privat-TV-Senders Puls City TV und steigt auch als Gesellschafter in das Unternehmen ein. Das Vorarlberger Medienhaus von Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten", "Neue Vorarlberger Tageszeitung") gibt dagegen seine Anteile in der Höhe von 24,9 Prozent ab.

 

6. August 2003: Fellner-Privatstiftung übernimmt "Antenne Salzburg"

Die Fritz Fellner-Privatstiftung hat 100 Prozent des österreichischen Privatradios "Antenne Salzburg" übernommen. Mit dem Einstieg der Salzburger Familienstiftung sind die Fellner-Brüder wieder verstärkt ins Radiogeschäft zurückgekehrt. Die Gründer des News-Verlages halten noch eine Beteiligung an "Antenne Wien".

 

19. August 2003: Heimische Medienjournalisten vernetzen sich

Österreichische Medienjournalisten schließen sich zu einem Verein zusammen. Mit "Medienjournalismus Österreich" (MÖ), so der Name der neuen Initiative, wollen Journalisten, die sich auf dem oft schwierigen Terrain der Medienberichterstattung bewegen, ein Forum für Erfahrungsaustausch schaffen. Zu den "Gründern" des Vereins zählen Redakteure und Redakteurinnen von heimischen Tageszeitungen, Fachmedien und der APA-Austria Presse Agentur sowie freie Journalisten im Bereich Medienberichterstattung.

 

20. August 2003: Vor Wechsel bei Kärntner Medien

Bei der "Kärntner Woche" wird ein Wechsel in der Chefredaktion angekündigt. Uwe Sommersguter (33) wird die Redaktionsleiterin Gerlind Robitsch (34) ablösen. Auch beim "Kärntner Monat" ist in den nächsten Monaten ein Wechsel in der Chefredaktion geplant. Ralf Mosser (42) soll ausscheiden. Seine Nachfolge wird Wolfgang Kofler antreten.

 

20. August 2003: Wolfgang Fellner zieht sich zurück

Wolfgang Fellner kündigt seinen Abschied als Herausgeber der News-Gruppe an. Der "News"-Gründer will sich mit Jahresende aus seiner operativen Funktion als Herausgeber zurückziehen. "Es ist mein persönlicher Wunsch, mich so wie mein Bruder Helmuth aus der operativen Tagesarbeit im News-Verlag zurückzuziehen, um mehr Zeit für die strategische und inhaltliche Vorbereitung neuer Projekte zu gewinnen", so Fellner. Er werde der Verlagsgruppe "aber weiterhin als Berater zur Verfügung stehen". Als Gesellschafter und Mitglied des Eigentümer-Beirates bleibe Wolfgang Fellner so wie bisher auch in Zukunft der Verlagsgruppe News eng verbunden.

 

2. September 2003: Russ klagt Gewerkschaft

Der Druckerstreik vom 6. Mai des Jahres hat in Vorarlberg ein gerichtliches Nachspiel. Der Verleger Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten", "Neue Vorarlberger Tageszeitung") will die Gewerkschaft, die die Auslieferung der Zeitungen blockiert hatte, auf Schadenersatz klagen.

 

9. September 2003: Solides Plus für Werbebranche

Mit der heimischen Werbewirtschaft geht es aufwärts. Zu diesem Schluss kommt das Marktforschungsinstitut Focus Media, das im Auftrag des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich regelmäßig mittels "Werbebarometer" die Stimmung in der Branche erhebt. "Man kann sicherlich von einem nachhaltigen Wachstum sprechen", sagt Klaus Fessel von Focus. Für das Jahr 2003 prognostiziert er 2,3 Prozent Werbeplus. 2002 hatte noch mit minus 1,9 Prozent abgeschlossen. Im internationalen Vergleich stehe Österreich mit dieser Prognose sehr gut da. In den USA werde mit einem Plus von 2,9 Prozent gerechnet, für Europa nur 0,6 Prozent, und für Deutschland gar mit einem Minus von 2,2 Prozent.

 

14. September 2003: IPI-Weltkongress in Salzburg

Mehr als 220 führende Medienmanager aus aller Welt kommen zum 52. Weltkongresses des International Press Institute (IPI) in Salzburg zusammen. Und sie haben einen "unerfüllten Traum", wie es IPI-Vorsitzender Jorge E. Fascetto ausdrückte: Meinungsfreiheit für alle Bürger. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sieht die Medien dazu gefordert, im "globalen Nachrichtendorf" und Zeiten massiver Verunsicherung der Bürger "Mikroben des Vertrauens" in der Gesellschaft zu platzieren.

 

18. September 2003: "Krone"-Konflikt spitzt sich weiter zu

Der Konflikt um die Führung der "Kronen Zeitung" zwischen der Familie Dichand und der deutschen "WAZ" spitzt sich weiter zu. Michael Dichand, der ältere Sohn von Hans Dichand, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Essener Medienkonzern und dessen Engagement am Balkan. Bei der "WAZ" bezeichnet man die Aussagen als Verleumdung und kündigt rechtliche Schritte an. Dichand und die "WAZ" halten je 50 Prozent an der "Kronen Zeitung".

 

19. September 2003: "Kronehit" vor Verkauf

"Kronen Zeitung" und "Kurier" überlegen, aus ihrer Privatradiotochter "Kronehit" mehrheitlich auszusteigen. "Kurier"-Aufsichtsratspräsident und Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad kündigt eine "baldige" Entscheidung zur Hereinnahme eines Partners an. Grund für den Schritt: Die erhofften Markterfolge seien ausgeblieben, und die wirtschaftlichen Daten der Privatradiogruppe seien schlecht.

 

23. September 2003: WAZ ruft Schiedsgericht an

Bodo Hombach, Geschäftsführer der "WAZ", will im Konflikt mit Hans Dichand, Geschäftsführer und Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung" nun "objektivieren". Deshalb strebe man den Gang zum Schiedsgericht an: "Nun müssen eben Dritte richten", so Hombach.

 

24. September 2003: Werbeflaute überwunden

Der österreichische Werbemarkt hat die konjunkturelle Talsohle durchschritten, wird sich heuer und im nächsten Jahr aber noch recht verhalten entwickeln. Dies geht aus einer Studie des Basler Prognos Instituts hervor, in der die Werbeentwicklung bis 2007 analysiert wird. Studienautor Josef Trappel sieht den Werbemarkt erst "2005 auf einen Wachstumspfad zurückkehren". Mittelfristig sagen die Marktforscher einen leichten Zuwachs für Fernsehen auf dem Gesamtwerbemarkt voraus, die Tageszeitungen würden dagegen etwas verlieren.

 

29. September 2003: Athesia beteiligt sich an "Tiroler Tageszeitung"

Das Südtiroler Verlagsunternehmen Athesia, das in Bozen die Tageszeitung "Dolomiten" herausgibt, übernimmt 50 Prozent an der Moser Holding AG in Innsbruck. Die Moser Holding ist Herausgeberin der "Tiroler Tageszeitung" ("TT") und steht seit dem Jahreswechsel im Alleinbesitz der Familie Moser. Berichte über einen Athesia-Einstieg bei der "TT" gab es bereits seit Monaten. Die "Tiroler Tageszeitung" und die Südtiroler "Dolomiten" sollen auch nach der Partnerschaft "voneinander unabhängige, eigenständige Unternehmen" und die beiden Zeitungstitel "selbstständige publizistische Einheiten" bleiben. Ein eigens ausgehandeltes Regelwerk soll nach dem Einstieg der Athesia eine eventuelle Patt-Situation verhindern. Mögliche Synergiepotenziale zwischen "Dolomiten" und "Tiroler Tageszeitung" habe man noch nicht konkretisiert. An der Blattlinie der "Tiroler Tageszeitung" werde sich nichts ändern, hieß es.

 

1. Oktober 2003: Erste Details über Reform der Presseförderung

Bei der Reform der Presseförderung will die ÖVP-FPÖ-Regierung ihre im Sommer angekündigte raschere Gangart nun in die Tat umsetzen. Im Herbst soll ein Entwurf in Begutachtung gehen, die neuen Regelungen sollen mit 1. Jänner 2004 in Kraft treten. Das neue System setzt auf eine "Vertriebsförderung", die an die Stelle der Allgemeinen Presseförderung tritt, auf eine "Besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt", anstatt der bisherigen "Besonderen Presseförderung", sowie die "Qualitätsförderung und Journalistenausbildung". Insgesamt stehen für die Presseförderung rund 13,9 Millionen Euro Gesamtbudget zur Verfügung. Das entspricht in etwa dem Wert, der bisher ausgezahlt wurde. Valorisierungen seien in den kommenden Jahren nicht geplant, innerhalb des Gesamtbudgets sollen aber Verschiebungen möglich sein. Die Presseförderungs-Kommission, bisher im Bundeskanzleramt angesiedelt, soll künftig bei der Medienbehörde KommAustria ressortieren. Die "Qualitätsförderung und Journalistenausbildung" werde laut den vorliegenden Plänen von derzeit 700.000 Euro auf etwa 1,8 Millionen Euro aufgestockt.

 

1. Oktober 2003: Werberichtlinien für ORF

Der ORF-Stiftungsrat beschließt die neuen Werberichtlinien, für die man auch mit dem Verband Österreichischer Zeitungen verhandelte. "Mit diesem einheitlich fixierten Interpretationsspielraum ist zumindest einmal im Fernsehbereich eine solide Grundlage beschlossen worden. Wenn sich alle Beteiligten daran halten, sollte das Rechts- und Planungssicherheit auf beiden Seiten schaffen."

 

1. Oktober 2003: Gertraud Lankes wechselt zur Mediaprint

Gertraud Lankes, langjährige Mitarbeiterin des Verbands Österreichischer Zeitungen, wechselt zur Mediaprint. Sie leitet die Marketingabteilung des dortigen Anzeigenbereichs und unterstützt in dieser Funktion Geschäftsführerin Angelika Serschön. Seit 1986 war Lankes im VÖZ als Bereichsleiterin Zeitungsmarketing für die Projekte Print Oscar, Print Akademie, Pressehandbuch und die VÖZ-Kampagnen zuständig.

 

6. Oktober 2003: Privatsender wollen bundesweites Privatradio

Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) ist mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen unzufrieden. Grundtenor der medienpolitischen Forderungen: Werde der ORF nicht in Schranken gewiesen, gebe es keine fairen Voraussetzungen für den dualen Rundfunkmarkt.

 

6. Oktober 2003: Kotanko wird "Kurier"-Chefredakteur

Christoph Kotanko (50) wird zum geschäftsführenden Chefredakteur des "Kurier" bestellt. Kotanko, bisher Innenpolitik-Chef der Tageszeitung, wird sein Amt mit 1. November 2003 übernehmen. Er werde "in selbstständiger Verantwortung die redaktionelle Führung" innehaben, heißt es. Peter Rabl (55) bleibt als Herausgeber, Chefredakteur und Co-Geschäftsführer der Redaktionsgesellschaft für den "Kurier" und die Redaktion Letztverantwortlicher. Rabl wird neben seinen Funktionen beim "Kurier" zusätzlich in die Geschäftsführung des "telekurier" einziehen.

 

10. Oktober 2003: "OÖN" werden runderneuert

Komplett erneuert präsentieren sich die "Oberösterreichischen Nachrichten" ("OÖN") ihren Lesern. "Wir wollen 'gschmackiger' werden", sagt "OÖN"-Chefredakteur Gerald Mandlbauer. "Die Lektüre muss dem Leser noch mehr Vergnügen bereiten als bisher, das war wesentliche Devise beim Relaunch." Die Eckpunkte des neuen Erscheinungsbilds: Die "OÖN" sind künftig durchgehend vierfärbig, was durch die neuen Druckmaschinen in Pasching ermöglicht wird. Auch das Schriftbild ist "komplett neu". Von der Headline bis zum Fließtext werden die Typen größer. "Dadurch verlieren wir in Summe rund sieben Prozent Text. Natürlich wird es bei uns auch weiterhin viel zu lesen geben, aber wir wollen die Zeitung auch für jemanden lesbar machen, der nur 'drüberfliegen' will." Ganz wichtig für Mandlbauer ist auch "ein besserer Programm- und Terminteil". Als wesentliches Element der Leserführung möchte man auf großformatige, attraktive Bilder setzen. Inhaltlich sollen die "OÖN" "noch oberösterreichischer" werden. Dies soll auch die neue Blatteinteilung unterstützen. Die Landespolitik wandert nach vorne in den allgemeinen Politikteil, das zweite Buch widmet sich geschlossen der Wirtschaft, das dritte Buch wird mit Sport, Kultur, "Leben heute" und "Weltspiegel" gleichsam ein "Unterhaltungsbuch", und die regionalen und lokalen Themen erhalten je ein Buch. Als nächste Lokalmutationen sind übrigens das Innviertel und das Mühlviertel in Vorbereitung.

 

8. Oktober 2003: Bewegung bei Werbesteuer

Für Bewegung beim jahrelangen Streit-Thema Werbeabgabe sorgt eine Initiative von Wiens Landeshauptmann und Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ). Im Rahmen der Österreichischen Medientage kündigt Häupl einen Vorstoß zur Abschaffung der Werbesteuer an. Zeitungsverleger, ORF, die Werbebranche sowie ÖVP und FPÖ reagieren darauf positiv. Häupl machte der versammelten Medien- und Werbebranche das "Angebot", einen Vorschlag zur Abschaffung der Werbeabgabe zu erarbeiten. Wien werde sich auch bei den anderen Bundesländern dafür einsetzen, so der Wiener Landeshauptmann. Nutznießer der Steuer sind nach wie vor die Länder und Gemeinden. Eine Abschaffung muss deshalb im Rahmen des Finanzausgleiches zwischen Bund und Ländern diskutiert werden. Die nächsten Verhandlungen darüber sind für 2004 angesetzt. Das Gesamtvolumen der Werbesteuer beträgt 87 Millionen Euro, die Gemeinde Wien bezieht 39,6 Millionen Euro. Franz Ivan, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen, zeigte sich "hoffnungsfroh und dankbar" über die Ankündigung.

 

14. Oktober 2003: Österreichs Journalisten nicht sehr korruptionsanfällig

Die Journalisten der österreichischen Printmedien gehören weltweit zu jenen, die am wenigsten für die Korruption anfällig sind. Laut einer US-Studie, bei der 66 Länder berücksichtigt wurden, befindet sich Österreich gemeinsam mit USA, Kanada, Belgien, Holland und Schweden an fünfter Stelle. Die Studie mit dem Titel "International index of bribery for news coverage" erstellt die Rangordnung auf der Grundlage der Bereitschaft der Journalisten, im Gegenzug für Gefälligkeitsartikel Geld von öffentlichen Bediensteten oder Geschäftsleuten zu verlangen oder anzunehmen. Am meisten verbreitet ist diese Art der Korruption laut Studie in China, Saudi Arabien, Vietnam, Bangladesch und Pakistan. Am aufrichtigsten sind die Journalisten dagegen in Finnland (1. Platz), Dänemark Neuseeland und der Schweiz, die sich an zweiter Stelle befinden, Deutschland, Island und Großbritannien an dritter sowie Norwegen an vierter Stelle.

 

16. Oktober 2003: Abschied von der "Volksstimme"

Die finanziellen Einbußen für die KPÖ durch die Niederlage im Novum-Prozess haben auch für die "Volksstimme" harte Konsequenzen: Die Wochenzeitung wird eingestellt, die letzte Ausgabe des Titels erscheint. Die Tageszeitung "Volksstimme" als KPÖ-Zentralorgan wurde 1991 eingestellt und durch die Wochenzeitung "Salto" ersetzt. Mit diesem Titel war 1993 Schluss, 1994 erstand "Volksstimme" als wöchentlicher Titel, herausgegeben von Walter Baier, aber nach seinen damaligen Worten nicht als offizielles Organ der KPÖ, wieder auf.

 

20. Oktober 2003: Bretschko zieht in Styria-Vorstand ein

Wolfgang Bretschko (35), bisher Geschäftsführer der "Kleinen Zeitung", wird mit 1. Jänner 2004 Mitglied im Vorstand der Styria Medien AG. Dies beschließt der Aufsichtsrat des Medienkonzerns. Horst Pirker (43) wird für weitere fünf Jahre zum Vorsitzenden des Vorstandes und Generaldirektor der Styria Medien AG bestellt.

 

21. Oktober 2003: Kainz erhält Geiringer-Ehrenring

Julius Kainz, langjähriger Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen sowie in verschiedenen Positionen führender Manager in der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") wird mit dem Alfred-Geiringer-Ring der Austria Presse Agentur ausgezeichnet. Kainz, der als Eigentümervertreter der Styria 35 Jahre dem APA-Vorstand angehörte, erhält die Auszeichnung für seine außerordentlichen Verdienste um die Unabhängigkeit und ökonomische Entwicklung der nationalen Nachrichtenagentur.

 

22. Oktober 2003: Format mit Wissenschafts-Supplement

Dem Wirtschaftsmagazin "Format" wird vier Mal jährlich ein Wissenschaftsmagazin als Supplement beigelegt. Das neue Magazin - Arbeitstitel "Format Science" oder "Format Future" - soll Ende November, spätestens Anfang Dezember erscheinen. Eine erste Nullnummer ist für Mitte November geplant. Das Magazin soll in einer Stückzahl von 105.000 publiziert werden.

 

23. Oktober 2003: Verleger passen PDN-System an

Der Verband Österreichischer Zeitungen hat sein "Pressedokumentationsnutzungs-Lizenzsystem", kurz PDN, auf Grundlage der jüngsten Novelle des Urheberrechtsgesetzes weiterentwickelt und vereinfacht. Das PDN-System biete Institutionen und Firmen die Voraussetzung, ihre Mediendokumentation bzw. ihre Pressespiegel auf eine rechtssichere Basis zu stellen, wie VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer bei der Präsentation des neuen Modells erklärt. Das PDN-System der Verleger sei im Konsens mit Medienbeobachtern und PR-Verantwortlichen adaptiert worden. In einem ersten Schritt wolle man dieses System nun breit kommunizieren. Sollte es danach weiter Fälle der widerrechtlichen Nutzung geben, seien in letzter Konsequenz rechtliche Schritte gegen diese Form der "Content-Piraterie" wahrscheinlich.

 

27. Oktober 2003: Vorschlag für Presserat-Variante

Für den Presserat zeichnet sich eine Alternative ab. Gerfried Sperl, Chefredakteur des "Standard", spricht bei einer Enquete zum Thema Medienkonzentration von einem neuen Modell, an dem Chefredakteure von österreichischen Tageszeitungen derzeit arbeiten. Dies sei eine Eigeninitiative, betonte Sperl. Gedacht ist an eine Anlauf- und Vermittlungsstelle zwischen Bürgern und Medien. Vom Verband Österreichischer Zeitungen werde diese aber begrüßt, so VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer auf APA-Anfrage.

 

29. Oktober 2003: KfJ hofft auf Presseförderung

Das Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ) hofft für die nahe Zukunft auf die Reform der Presseförderung, die wieder mehr Geld für Journalistenausbildung zur Verfügung stellen könnte, so Geschäftsführer Meinrad Rahofer. In direkter Konkurrenz zu neuen Ausbildungsangeboten, etwa Fachhochschulen, sieht sich die sozialpartnerschaftliche Medienakademie - Träger sind der Verband Österreichischer Zeitungen, der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband sowie die Journalistengewerkschaft - dabei nicht. Das KfJ verstehe sich als Aus- und Weiterbildungsinstitution für bereits journalistisch tätige Kollegen, betont Rahofer. "Die Fachhochschulen dagegen 'machen' Journalisten."

 

13. November 2003: ASVG-Novelle vom Tisch

Das Sozialministerium gibt nach einem Treffen mit dem Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und der Journalistengewerkschaft Entwarnung in der Frage der umstrittenen Journalistenregelung in der geplanten ASVG-Novelle. Gemäß der geplanten Regelung hätten freie Journalisten künftig ausschließlich als so genannte neue Selbstständige tätig sein dürfen und damit für ihre Sozialversicherung zur Gänze selbst aufkommen müssen.

 

18. November 2003: Anzeigen wesentlich für Kaufentscheidung

Werbeeinschaltungen in Tageszeitungen können Ausschlag gebend für die Kaufentscheidung sein. Dies geht aus einer Studie im Auftrag der britischen Newspaper Society hervor, die Roy Rogers von Millward Brown (London) im Rahmen der "Print Akademie" des Verbandes Österreichischer Zeitungen präsentierte. "Wir nennen das Conversion", so Rogers. "Interessenten werden zu Konsumenten konvertiert." Für Rogers brachte die Studie einen "soliden Nachweis für die Werbewirkung der Tageszeitung". Sie gebe Konsumenten, die ein grundsätzliches Interesse an einer Produktkategorie haben, den "entscheidenden Impuls, tatsächlich auch zu einer bestimmten Marke zu greifen".

 

27. November 2003: Chefredakteurs-Modell für Leseranwalt

Das von Chefredakteuren initiierte Alternativmodell einer Selbstkontrolle nimmt Gestalt an. Claus Reitan, Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung", der gemeinsam mit "NÖN"-Chefredakteur Harald Knabl erste Vorarbeiten geleistet hatte, skizziert das Modell einer "Presse- oder Leseranwaltschaft". Man wolle damit das "Vakuum" füllen, das der "alte" Presserat hinterlassen habe. Demnach soll ein Verein gegründet werden, dem Chefredakteure heimischer Tages- und Wochenzeitungen sowie der APA angehören. Diese bestellen für die operative Tätigkeit der Anwaltschaft drei bis fünf renommierte Journalisten. Diese sollen dann zwischen Redaktionen und Lesern, die sich von Medien unfair behandelt fühlen, vermitteln. Maßgeblich für die Beurteilung wäre der Ehrenkodex der österreichischen Presse. Darüber hinaus schwebt den Chefredakteuren ein Beirat vor, der die Anwaltschaft beraten und unterstützen soll.

 

3. Dezember 2003: Reform der Presseförderung beschlossen

Der Nationalrat beschließt mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ die neue Presseförderung. Ab 1. Jänner 2004 gelten damit neue Kriterien für die Förderung von Tages- und Wochenzeitungen. Insgesamt stehen 13,9 Mio. Euro zur Verfügung, die neue Presseförderung umfasst drei "Töpfe": Die allgemeine Vertriebsförderung - dotiert mit 4,91 Millionen Euro - steht allen Zeitungen offen, die gewisse Kriterien (Mindestauflage, Erscheinungsweise etc.) erfüllen und beträgt ca. 200.000 Euro pro Titel und Jahr. Für den größten Posten, die Besondere Förderung zum Erhalt der regionalen Vielfalt, sollen künftig über 7,21 Millionen Euro im Topf landen. Der dritte Posten ist die Qualitätsförderung und Zukunftssicherung mit 1,81 Mio. Euro. 38,5 Prozent gehen unter diesem Titel an Ausbildungsinstitutionen, 3,5 Prozent an Presseclubs. Über 58 Prozent der Mittel können sich die Verleger von Tages- und Wochenzeitungen freuen - sofern sie eigene Projekte für Journalistenausbildung, Ausbildungsförderung, Leseförderung oder Forschungsprojekte damit finanzieren. Ebenfalls neu: Die Presseförderung ressortiert nicht mehr im Bundeskanzleramt, sondern in der Medienbehörde KommAustria.

 

4. Dezember 2003: Hohe Auszeichnung für Verleger

Hohe staatliche Auszeichnungen gehen an sieben österreichische Verleger. Medienstaatssekretär Franz Morak überreicht das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik an Wolfgang Altermann ("Kronen Zeitung"), Georg Waldstein ("Gewinn"), Rudolf Chmelir ("OÖ-Rundschau"), Hans Peter Halouska (ÖAMTC), Helmuth Fellner (News-Gruppe), Wolfgang Zekert ("WirtschaftsBlatt") und Horst Pirker (Styria Medien AG). Pirker nutzte seine Dankesrede für kritische Worte zur Medienlandschaft. Qualitätsjournalismus komme in den österreichischen Medien "zu kurz". Er ortet eine immer stärker werdende "Personalisierung" sowie "Distanzmangel" und "Verhaberung". Auch die "Art und Weise, wie in Österreich Kampagnenjournalismus betrieben wird" kritisiert Pirker. Darüber hinaus spart er nicht mit Kritik am ORF, der über Radio-, Fernseh- und Online-Kanäle sowie ein "Gebührenprivileg" verfüge, aber "gerade mal ein Programm öffentlich-rechtlich bespielt - nämlich Ö1".

 

4. Dezember 2003: Ivan als VÖZ-Präsident wiedergewählt

"Presse"-Geschäftsführer Franz Ivan wird einstimmig als Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen wiedergewählt. Ivan ist seit Dezember 2001 VÖZ-Präsident, er löste damals Max Dasch ab. Die Funktionsperiode dauert zwei Jahre. Bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Vorstandes wird auch das Präsidium neu gewählt: Vizepräsidenten sind Oscar Bronner ("Der Standard"), Rudolf Chmelir ("OÖ-Rundschau"), Max Dasch ("Salzburger Nachrichten") sowie Peter Rabl ("Kurier"). Weiters gehören dem Präsidium Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten") als Schriftführer und Hans Peter Halouska ("auto touring") als Kassier an; Wolfgang Altermann ("Kronen Zeitung"), Helmuth Fellner ("News"), Rudi Klausnitzer ("profil"), Harald Knabl ("NÖN"), Hermann Petz ("Tiroler Tageszeitung") und Horst Pirker ("Kleine Zeitung") sind weitere Mitglieder dieses VÖZ-Führungsgremiums.

 

18. Dezember 2003: Neuerungen beim "Kurier"

"Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko, seit 1. November im Amt, wird von der Redakteursversammlung bestätigt und verfolgt den "Ausbau des Tagesmagazins", sowie den "Ausbau der Tagesaktualität". In der Folge wird Peter Lattinger, Leiter des Chronik-Ressorts, neben Herbert Gartner zweiter stellvertretender Chefredakteur. Die Leitung des Ressorts Innenpolitik übernimmt Andreas Schwarz, der von der "Presse" zum "Kurier" wechselt. Gert Korentschnig, schon bisher stellvertretender Kultur-Chef, wird neuer Ressortleiter Kultur.

 

22. Dezember 2003: Kartellgericht genehmigt Athesia-Einstieg bei "Tiroler Tageszeitung"

Der Einstieg des Südtiroler Medienhauses Athesia bei der "Tiroler Tageszeitung" ("TT") wird vom Kartellgericht genehmigt. Mit der Genehmigung des 50-prozentigen Einstiegs werden aber einige Auflagen in Bezug auf die publizistische Unabhängigkeit der "TT" und des Athesia-Titels "Dolomiten" verbunden, die bis Ende 2013 gelten. So müssen die Redaktionen von "TT" und "Dolomiten" weiterhin in gesonderten Gesellschaften mit eigenständigen Chefredakteuren geführt werden. "Zukauf und Austausch" von Informationen dürften zwar erfolgen, eine Verpflichtung zur Übernahme eines Artikels "oder auch nur einer Information" aber sei nicht zulässig. Kooperationen der beiden Blätter außerhalb der tagesaktuellen Berichterstattung werden auf sechs pro Jahr beschränkt.

 

Johannes Bruckenberger

Der Beitrag wurde im Jahrbuch "PRESSE 2003" veröffentlicht.