16. Jänner 2001: "Kleine Zeitung" klagt ORF
Die zur Styria Medien AG gehörende "Kleine Zeitung" klagt den ORF wegen unlauteren Wettbewerbs. Die Klage richtet sich gegen Werbeeinschaltungen und Product Placement in den ORF-Produktionen "Millionenshow", "Taxi Orange" und "Austria Top 40". Der ORF weist die Vorwürfe zurück.
17. Jänner 2001: Bauer übernimmt Journalisten-Vorsitz
Franz C. Bauer (48) wird neuer Vorsitzender der Journalistengewerkschaft. Der Vertreter des überparteilichen "Arbeitskreises Mediengewerkschaft" wird zum Nachfolger von Astrid Zimmermann gewählt, die als Vorsitzende zurückgetreten war, nachdem es noch immer keine Entscheidung über eine gewerkschaftliche Struktur für die Medienvertreter gibt. Bauer strebt "verlässliche organisatorische Strukturen" für die Journalistengewerkschaft und eine handlungsfähige Mediengewerkschaft an; am ehesten wäre dies durch eine Fusion mit der Gewerkschaft Druck und Papier möglich.
26. Jänner 2001: Stabiler Radiomarkt
Sowohl die ORF-Radiosender als auch die Privatradios konnten im zweiten Halbjahr 2000 mehr Hörer erreichen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies geht aus dem Radiotest hervor. Der ORF-Hörfunk konnte demnach 75,9 Prozent Tagesreichweite verzeichnen (zweites Halbjahr 1999: 74,6 Prozent), die Privaten erreichten 22,8 Prozent (20,9 Prozent). Bei den Marktanteilen verzeichnete der ORF einen Rückgang um einen Prozentpunkt auf 80 Prozent, die Privaten halten unverändert bei 17 Prozent. Die vier Senderketten des ORF kommen täglich auf rund 5,3 Millionen Österreicher, die Privatradios auf 1,6 Millionen.
30. Jänner 2001: Grünes Licht für "Formil"
Das Oberlandesgericht Wien als Kartellgericht genehmigt den Zusammenschluss der Kurier-Tochter ZVB ("profil", "trend") mit dem News-Verlag. Das Gericht hat den Verlagen allerdings Auflagen gestellt. Die im Rahmen des Magazin-Deals vereinbarte Bestandsgarantie von drei Jahren für "profil" ist vom Gericht verlängert worden. Bis 1. Jänner 2006 darf die Zeitschrift nicht eingestellt werden. Auch nach diesem Stichtag ist eine Einstellung von "profil" nur möglich, wenn die Eigentümer nachweisen können, dass sie zuvor nach einem Käufer für das Magazin gesucht haben, so eine weitere Bedingung. Sobald das Urteil des Gerichts rechtswirksam ist, wird die News-Gruppe neben ihren Stammtiteln "News", "Format", "tv-media" und "e-media" auch die Magazine "trend", "Autorevue", "Yachtrevue", "Golfrevue", "Gusto", "Bühne", "Rennbahn-Express" sowie "in wirtschaftlicher Hinsicht" das "profil" verlegen. Die ZVB hält dann 30 Prozent des News-Verlages, Gruner + Jahr 52,5 Prozent und die Fellner Privatstiftung 17,5 Prozent.
31. Jänner 2001: Neues Privatradiogesetz
Das neue Privatradiogesetz ist mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ im Nationalrat angenommen worden. Die Beteiligungsgrenzen für Medienunternehmen fallen weitgehend, in Zukunft kann sich ein Medienhaus in einem Versorgungsgebiet zu 100 Prozent an einem Privatradio beteiligen. Weiters wird die gesetzliche Voraussetzung für bundesweites Privatradio ermöglicht. Die Übernahme von Programmteilen anderer Privatsender ist nach dem neuen Gesetz, das mit 1. April 2001 in Kraft tritt, im Ausmaß von bis zu 60 Prozent möglich. Darüber hinaus gelten nun auch Privatstiftungen als Eigentümer, wenn ein unmittelbarer Einfluss auf das Radiounternehmen gegeben ist.
31. Jänner 2001: Jubiläum im Presserat
Vor 40 Jahren, am 31. Jänner 1961, wurde der Österreichische Presserat als Organ zur Selbstkontrolle der Printmedien gegründet. Rund hundert heimische Printmedien bekennen sich zum Ehrenkodex der österreichischen Presse, auf dessen Basis der Presserat seine Entscheidungen fällt. Getragen wird die Institution vom Verband Österreichischer Zeitungen, der Gewerkschaft KMSfB - Sektion Journalisten, dem Österreichischen Zeitschriftenverband und dem Presseclub Concordia. Der Vorsitzende des Presserates wird abwechselnd vom VÖZ und von der Journalistengewerkschaft gestellt. Kurz vor dem Jubiläum hat sich der Presserat für die Funktionsperiode 2001/02 konstituiert. Paul Twaroch wurde zum Vorsitzenden gewählt. Paul Vecsei, Christa Karas und Katharina Krawagna-Pfeifer komplettieren als stellvertretende Vorsitzende das Präsidium des Presserates. Peter Klar, schon bisher in dieser Funktion aktiv, wurde zum Ombudsmann bestellt.
1. Februar 2001: Styria übernimmt "Vecernji list"
Der Einstieg der Styria Medien AG ("Die Presse", "Kleine Zeitung") bei Kroatiens größter Tageszeitung "Vecernji list" ("Abendblatt") ist perfekt. Die finanzielle Transaktion im Ausmaß von 200 Mill. Kuna [HKR] (25,9 Mill. Euro/ATS 356 Mill.) wurde abgeschlossen, die Styria übernimmt damit 98 Prozent an "Vecernji list". Als neuer Geschäftsführer geht Klaus Schauer von der "Kleinen Zeitung" nach Zagreb. "Vecernji list" solle auch in Zukunft ihre Position als größte und bedeutendste Tageszeitung Kroatiens verteidigen, heißt es bei der Styria.
1. Februar 2001: Wechsel bei "Kärntner Tageszeitung"
In der Chefredaktion der "Kärntner Tageszeitung" ("KTZ") kommt es zu einem Wechsel: Manfred Posch (57) folgt auf Walter Primosch (60). Posch zählt seit 1964 zum Team der "KTZ" bzw. deren Vorläufer "Die Neue Zeit".
2. Februar 2001: Hanusch wechselt zur News-Gruppe
Wenige Tage nachdem das Kartellgericht den Zusammenschluss der Kurier-Zeitschriftentocher ZVB mit der News-Gruppe genehmigt hat, gibt es erste personelle Umstrukturierungen. Helmut Hanusch (53), zuletzt Vorstandsmitglied der ZVB und Geschäftsführer des trend/profil-Verlags sowie des Orac-Verlags, wechselt in die Geschäftsführung der Verlagsgruppe News. Hanusch soll bei der News-Gruppe als Geschäftsführer "den großen Bereich der neuen Projekte" aufbauen.
14. Februar 2001: Gutachten zum Fernsehsystem
Medienpolitischen Sprengstoff liefert ein im Auftrag des VÖZ erstelltes Gutachten des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, über Österreichs Fernsehsystem. Die Expertise schlägt unter anderem deutliche Einschränkungen und Limitierungen für den ORF, die Vergabe der dritten terrestrischen Frequenzkette an private Anbieter sowie die Schaffung einer unabhängigen Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde im Medienbereich vor. Kritik übt das Gutachten an den jahrelangen Versäumnissen der Medienpolitik. Die derzeitige Situation schließe einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb von Privatfernsehen in Österreich von vorneherein aus und komme "in seiner faktischen Wirkung einem Verbot gleich". Im ORF reagiert man auf das Gutachten negativ und ablehnend, von den Privaten wird es positiv bewertet.
21. Februar 2001: "Kurier" mit neuem Layout
Der "Kurier" erscheint erstmals im neuen Outfit. Eine "modernere Aufmachung von den Schriften, den Bildern, und dem Einsatz der Grafiken her" präsentiert "Kurier"-Herausgeber Peter Rabl seinen Lesern. Knapp ein Jahr lang wurde unter Federführung des Designers Lukas Kircher das neue Layout erarbeitet.
28. Februar 2001: Zur Lage des Journalismus
Das Journalismus-Jahr 2000 war mit einer zunehmenden Medienkonzentration und Einschränkungen der Medienfreiheit von negativen Entwicklungen geprägt. Zu diesem Schluss kommt der "Bericht zur Lage des Journalismus in Österreich - Erhebungsjahr 2000" des Instituts für Kommunikationswissenschaft der Universität Salzburg. Von zwei Seiten, nämlich durch Politik und Ökonomie, sei die Meinungsfreiheit in Österreich bedroht. Der Bericht ortet "Druck auf allen Ebenen" durch die Politik. Betroffen seien Medienunternehmen und Journalisten gleichermaßen. Folgende Missstände werden angeführt: Kürzungen der staatlichen Förderung im Bereich der Post-Zeitungstarife sowie der Presse- und Publizistikförderung, "zahlreiche massive Angriffe auf einzelne Journalisten und Medien durch politische Akteure sowie eine Vielzahl von gerichtlichen Klagen und Interventionen", "Bedrohung der Existenz von kleineren Medien, nicht zuletzt auch der nichtkommerziellen freien Radios, im Gefolge von medienpolitischen Entwicklungen".
28. Februar 2001: Kein Rekurs gegen Magazin-Ehe
Für die Fusion der Kurier-Magazine mit dem News-Konzern fällt die letzte Hürde. Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) gibt seinen Verzicht auf einen Rekurs gegen das Urteil des Kartellgerichts, das den Zusammenschluss unter Einhaltung bestimmter Auflagen genehmigt, bekannt.
1. März 2001: Österreicher übernimmt "Süddeutsche"
Der Österreicher Hans Gasser (50) wird neuer Geschäftsführer der Süddeutschen Zeitung GmbH. Gasser begann seine Karriere im Verlagsbereich als Assistent der Geschäftsführung bei der Tageszeitung "Die Presse". Von 1979 bis 1991 war er bei der Styria-Gruppe in Graz tätig, zuletzt als stellvertretender Verlagsdirektor für die "Kleine Zeitung". Von 1992 bis 1996 war der promovierte Kommunikationswissenschafter als Geschäftsführer der zur Verlagsgruppe Holtzbrinck gehörenden Südkurier GmbH tätig. Vom "Südkurier" wechselte Gasser 1996 als Geschäftsführer zur Zeitungsgruppe Münchner Merkur/tz. Ab 1999 war er als Geschäftsführer der "Main-Post" in Würzburg wieder für Holtzbrinck aktiv. Bei der "Süddeutschen Zeitung" folgt Gasser auf Christian Nienhaus, der als Geschäftsführer zu "Bild" in den Springer-Konzern wechselt. Die Geschäfte der "Süddeutschen Zeitung" wird Gasser gemeinsam mit Hans-Wilhelm von Viereck leiten. In Österreich ist die "Süddeutsche Zeitung" an der Tageszeitung "Der Standard" beteiligt.
1. März 2001: Parlament segnet KommAustria ab
Die Medienbehörde KommAustria kommt - wenn auch nicht in der von ÖVP und FPÖ angestrebten Form im Verfassungsrang. Im Parlament wird das entsprechende Gesetz abgesegnet. Im Bundeskanzleramt wird eine Kommunikationsbehörde eingerichtet, die Telekom Control Kommission (TKC) bleibt für die Agenden der Telekommunikation zuständig und im Infrastrukturministerium angesiedelt. Neu ist ein gemeinsamer Geschäftsapparat für die beiden Behörden sowie ein unabhängiger Bundeskommunikationssenat. Das Gesetz tritt mit 1. April 2001 in Kraft. Zu den Kernaufgaben der KommAustria gehören die Erteilung von Zulassungen für Rundfunkveranstalter, die Bewilligung der notwendigen technischen Einrichtungen sowie die Wahrnehmung der Rechtsaufsicht über private Rundfunkveranstalter. Damit übernimmt die Behörde die Agenden der Privatrundfunkbehörde, der Kommission zur Wahrung des Regionalradiogesetzes und der Kommission zur Wahrung des Kabel- und Satelliten-Rundfunkgesetzes.
6. März 2001: "NÖN" starten Gratiszeitungsring
Die "Niederösterreichischen Nachrichten" ("NÖN") realisieren das bereits länger geplante Projekt eines Gratiszeitungsrings für ihren Stamm-Markt. Unter dem Sammeltitel "Unser Gratisblatt" erscheinen sieben lokale Ausgaben. Vorerst werden Ausgaben für die Regionen Mödling, Baden, St. Pölten, Amstetten, Wiener Neustadt, Krems und Neunkirchen produziert. Die Gesamtauflage beträgt rund 190.000 Exemplare. An Titeln für weitere Regionen wird gearbeitet.
8. März 2001: Drei Senderketten und "Inseln"
Neben jenen Senderketten, auf deren Frequenzen ORF 1 und ORF 2 senden, und der derzeit ungenutzten dritten Frequenzkette stehen in Österreich weitere "Frequenzinseln" in städtischen Ballungsräumen zur Verfügung. Zu diesem Schluss kommt die lang erwartete Studie "Digitales Fernsehen in Österreich" der LS telcom AG. Eine durchgehende vierte Kette konnten die Techniker aber nicht ausfindig machen.
12. März 2001: Einheitliche Anzeigen-Druckstandards
Die heimischen Tageszeitungen einigen sich auf einen einheitlichen Standard für digitale Druckvorlagen von Anzeigen. Der Verband Österreichischer Zeitungen präsentiert ein Modell, wonach nun für Inserate in verschiedenen Tageszeitungen keine technischen Unterschiede bei den Sujets mehr berücksichtigt werden müssen. Für Kunden und Agenturen werde die Erstellung eines Sujets für mehrere Anzeigen dadurch wesentlich vereinfacht.
13. März 2001: Eckpunkte für ORF und Privat-TV
Die Eckpunkte einer umfassenden Reform des ORF sind im Ministerrat abgesegnet worden. Der ORF wird demnach in eine Stiftung umgewandelt, Sonderwerbeformen wie Product Placement und Themensponsoring werden verboten, ein Weisenrat soll die Details einer Neufassung des öffentlich-rechtlichen Auftrags und den Regelungen für Werbung und Sponsoring ausarbeiten. Statt des Kuratoriums wird ein Stiftungsrat bestellt. Politiker und Parteiangestellte dürfen dem obersten ORF-Gremium nicht mehr angehören. Der ORF-Generaldirektor wird künftig mit einfacher Mehrheit gewählt.
Darüber hinaus haben die Regierungsmitglieder eine Rohfassung des geplanten Privatfernsehgesetzes beschlossen, mit dem erstmals in Österreich terrestrisches analoges Privat-TV zugelassen werden soll. Privatfernsehen soll nicht nur bundesweit auf der dritten Frequenzkette mit einem Versorgungsgrad von 70 Prozent ermöglicht werden, auch regionale und lokale TV-Lizenzen sollen nach Maßgabe der Frequenzkapazitäten vergeben werden. Die Ausschreibung hat so zu erfolgen, dass die Zulassung bis Anfang 2002 erteilt werden kann.
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) sieht in dem Paket "brauchbare Ansätze" für ein duales Rundfunksystem. Einige Vorgaben müssten aber noch präzisiert werden.
14. März 2001: Pflichtmitteilungen bei "Wiener Zeitung"
Jene Bestimmungen, wonach Unternehmen ihre dem Firmenbuch offen zu legenden Daten in der "Wiener Zeitung" veröffentlichen müssen, bleiben auch nach der Änderung des Handelsgesetzbuches bestehen. Dies wurde im Parlament beschlossen.
15. März 2001: "Standard" und "Presse" starten Hauszustellung
Das Kartellgericht gibt grünes Licht für die gemeinsame Vertriebsfirma von "Standard" und "Presse". Anfang April soll die Printexpress Zustellservice GmbH gegründet werden und "unverzüglich" ihre Arbeit aufnehmen. Zweck des Unternehmens ist der Aufbau eines gemeinsamen Hauszustellungssystems für Wien, Niederösterreich und das nördliche Burgenland.
16. März 2001: Neues Outfit für "TV-Woche"
Die "TV-Woche", Fernsehprogrammbeilage von "Kronen Zeitung" und "Kurier", hat ein neues Outfit bekommen. Gedruckt wird das frühere "TV" nicht mehr bei der österreichischen Druckerei Tusch, sondern im Nürnberger Medienverbund maul-belser. Bei maul-belser wird auch "tele", die Programmbeilage der Bundesländerzeitungen sowie von "Presse" und "Standard" produziert. Daneben ist der zu maul-belser gehörende Deutsche Supplement Verlag auch zu 24,9 Prozent an der tele-Zeitschriftenverlagsgesellschaft beteiligt.
19. März 2001: "U-Express" gestartet
Nach einer kurzen Vorlaufzeit geht der "U-Express" aus dem Hause Mediaprint als erste Wiener Gratis-Tageszeitung an den Start. Konkurrenz zu den bestehenden Tageszeitungen soll das Gratisblatt dezidiert nicht sein, auf den Wettbewerb mit anderen Gratis-Titeln stellt man sich aber ein.
22. März 2001: Media-Analyse
Weitgehend stabil präsentiert sich der österreichische Medienmarkt. Dies geht aus den Daten der Media-Analyse (MA) für das Jahr 2000 hervor. Die heimischen Tageszeitungen erzielten eine Reichweite von 75,7 Prozent und lagen damit nur unwesentlich unter dem 1999 ermittelten Wert (76,1 Prozent). Reichweitenstärkster Titel ist nach wie vor die "Kronen Zeitung" mit 43,4 Prozent (42,5 Prozent), gefolgt von der "Kleinen Zeitung" (12,5 Prozent / 12,7 Prozent) und dem "Kurier" (11,8 Prozent / 12,0 Prozent). Die einzige signifikante Steigerung verzeichnete der "Standard" mit einer Reichweite von 5,7 Prozent (5,1 Prozent). Die "OÖ Nachrichten" hielten bei 5,6 Prozent (5,8 Prozent), "Die Presse" bei 5,4 Prozent (5,1 Prozent) und die "Tiroler Tageszeitung" bei 5,2 Prozent (4,9 Prozent). Stabil zeigten sich auch die "Salzburger Nachrichten" mit gleichbleibenden 4,5 Prozent sowie die "Vorarlberger Nachrichten" (3,6 Prozent / 3,4 Prozent), das "WirtschaftsBlatt" (1,3 Prozent / 1,3 Prozent), die "Kärntner Tageszeitung" (1,2 Prozent / 1,1 Prozent), die "Neue Zeit" (1,2 Prozent / 1,3 Prozent) sowie die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" (0,8 Prozent / 0,9 Prozent).
Keine merklichen Veränderungen gab es auch bei den Wochenzeitungen und -zeitschriften: Die "OÖ Rundschau" kam auf 11 Prozent (11,2 Prozent), die "NÖ Nachrichten" hatten laut MA eine Reichweite von 10,7 Prozent (10,6 Prozent). Im Magazinbereich konnte "profil" mit einem signifikanten Zuwachs auf 9,4 Prozent (8,7 Prozent) aufwarten. "Format" wurde erstmals im MA-Jahresbericht ausgewiesen und kam auf 7,1 Prozent. "News" verzeichnete eine Reichweite von 19,3 Prozent.
28. März 2001: ORF-"Weise" präsentieren Vorschläge
Ein Verbot von Unterbrecherwerbung, massive Einschränkungen von Product Placement und strenge Richtlinien für Sponsoring von Sendungen zählen zu den Maßnahmen, die die von der Regierung eingesetzten vier "Weisen" vorgeschlagen haben. Für den Programmauftrag des ORF wird ein "differenziertes Gesamtprogramm" festgeschrieben, in dem "anspruchsvolle Inhalte gleichwertig vertreten" sein sollen, so die Empfehlung von Gerd Bacher, Fritz Csoklich, Heinrich Keller und Alfred Payrleitner.
2. April 2001: Geringer wechselt zur ET Multimedia
Michael Geringer (40) wechselt aus der Geschäftsführung der Gong Verlag GmbH & Co KG (Nürnberg) als neuer Vorstandsvorsitzender in die ET Multimedia AG. Geringer ist für die Erweiterung der Geschäftsfelder (neue Printformate, elektronische Medien), die Internationalisierung sowie für die Vorbereitung des geplanten Börsengangs zuständig. Zuvor hatte der Klosterneuburger Metro Verlag seine Zeitschriftentitel ("Wienerin", "Young World", "Skip") in die ET Multimedia AG eingebracht. Im Zuge der Verschmelzung haben sich die Metro-Eigentümer Deutsche Beteiligungs AG und DBG Fonds III Gesellschaft mit je sieben Prozent und Schlott-Sebaldus Gruppe (deren größter Einzelaktionär wiederum die DBAG ist) mit 14 Prozent an der ET Multimedia beteiligt.
11. April 2001: "Neue Zeit" im Konkurs
Das Landesgericht Graz eröffnet den Konkurs über die Tageszeitung "Neue Zeit". Nach Schätzungen des Kreditorenverbandes und des KSV belaufen sich die Verbindlichkeiten der "Neuen Zeit" auf etwa ATS 250 Millionen. "Nachdem zuletzt die Presseförderung auf Bundesebene gekürzt und auf Landesebene gestrichen wurde, fehlte dem Unternehmen bereits seit geraumer Zeit jegliche Liquidität. Erschwerend kamen rückläufige Verkaufszahlen hinzu, wobei die 'Neue Zeit' zuletzt über ca. 16.000 Abonnenten und ca. 80.000 Leser verfügt haben dürfte", so der Kreditorenverband. Vor allem hätten sich "erhebliche" Gehalts- und Lohnrückstände angesammelt, welche mehr als ATS 20 Millionen betragen. Die Lohnrückstände würden bei einzelnen Mitarbeitern bis zu sechs Monate betreffen. Herausgeber und Chefredakteur Josef Riedler gibt sich dennoch zuversichtlich. "Die 'Neue Zeit' wurde oft totgesagt, die Zeitung lebt noch immer. Sie erscheint täglich weiter - bis auf Weiteres. Von einer Einstellung ist keine Rede", so Riedler nach der Konkurseröffnung. Für die schwierige Situation der "Neuen Zeit" gebe es mehrere Gründe: die Reduzierung der Bundespresseförderung, die Streichung der Landespresseförderung, die starken Papierpreiserhöhungen und Erhöhungen bei Transportkosten und Posttarifen.
18. April 2001: "Salzburger Volkszeitung" feiert Geburtstag
Die "Salzburger Volkszeitung" ("SVZ") feiert ihren 30. Geburtstag als Tageszeitung. Kenner der wirtschaftlichen und der medienpolitischen Situation der von der ÖVP Salzburg herausgegebenen Zeitung haben das Blatt schon mehrfach totgesagt. Aber: "Totgesagte leben länger", meint Chefredakteur Helmut Mödlhammer und drückt Optimismus für die Zukunft seiner Zeitung aus: Als "offene Gesinnungszeitung", nicht als "Parteiprawda" - sofern staatlicherseits entsprechende Rahmenbedingungen (Presseförderung, Postversand zu kalkulierbaren Kosten und Chancengleichheit aller Zeitungen) gegeben werden. Die "SVZ" widmet sich schwerpunktmäßig der Lokalpolitik, dem Thema Heimat und dem regionalen Sportgeschehen.
Im Grunde ist die Zeitung schon älter als 30 Jahre: 1882 wurde das Vorgängerblatt "Salzburger Chronik" aus der Taufe gehoben. 1938 von den Nazis eingestellt, wurde die Zeitung nach 1945 als "SVZ" neu gegründet. Nach einer Erscheinungsweise als Wochenzeitung erscheint die "SVZ" seit 1971 außer sonn- und feiertags täglich, seit 1993 in Kooperation mit dem Linzer "Neuen Volksblatt".
26. April 2001: Privatradios formieren sich
Die Claims in der österreichischen Privatradiolandschaft werden neu abgesteckt. Die Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") präsentiert erstmals das überregionale "Krone Hitradio", das im Sommer mit einem Dutzend Sendern starten soll und über eine technische Reichweite von 5,7 Millionen verfügt. Zeitgleich stellen die "Antenne"-Radios ihre gemeinsame Dachmarke sowie weitere Kooperationsschritte vor. Die "Antennen" rücken unter der Dachmarke "Die Antenne" näher zusammen. Man präsentiert sich in einheitlichem Design und verstärkt Kooperationen und Synergien auf allen Ebenen.
30. April 2001: Endgültiges Aus für "Neue Zeit"
Die "Neue Zeit" ("NZ") wird endgültig eingestellt und erscheint zum letzten Mal. Bis zuletzt hatte sich der Masseverwalter um eine Auffanglösung bemüht, die aber "mangels Beteiligungsinteresse" scheiterte. Von der Einstellug sind etwa 100 Mitarbeiter betroffen, die Verbindlichkeiten werden mit rund ATS 350 Millionen beziffert. Die "Neue Zeit" wurde 1945 als Wochenzeitung gegründet und Anfang 1946 in eine Tageszeitung umgewandelt, die im Besitz der SPÖ Steiermark stand. 1987 übernahm der "Verein der Freunde der NZ", bestehend aus allen angestellten Mitarbeitern, das Blatt. Mit dem Aus für die "Neue Zeit" gibt es nur mehr 15 Tageszeitungen in Österreich. Wirtschaftliche Probleme von Tageszeitungen prägen die Bilanz der jüngeren Pressegeschichte: Die Einstellungen überwiegen die Neugründungen. Die im internationalen Vergleich ohnehin extrem geringe österreichische Titelvielfalt im Tageszeitungsbereich hat sich durch die Einstellung der "Neuen Zeit" nochmals verschlechtert. "Das ist nicht nur für die Medienlandschaft, deren Konzentrationsgrad europaweit außerdem ohnegleichen ist, ein schwerer Schlag, sondern auch für die unverzichtbare Meinungsvielfalt, die das Fundament unserer Demokratie darstellt", so VÖZ-Präsident Max Dasch.
30. April 2001: Strafen für Journalisten
Im Rahmen einer Reform der Strafprozessordnung werden für Journalisten und Beschuldigte, die Akten aus dem gerichtlichen Vorverfahren zitieren, Strafen mit bis zu sechs Monaten Haft vorgesehen. Der Verband Österreichischer Zeitungen spricht sich im Rahmen seiner Vorstandsklausur in Geinberg (OÖ) entschieden gegen diese Strafbestimmungen für Journalisten aus. Das Mediengesetz beinhalte ausreichende Regelungen für die von der Regierung angestrebten Ziele, heißt es. Die Journalistengewerkschaft bezeichnet dies als "weiteren alarmierenden Anschlag auf die Presse- und Meinungsfreiheit".
1. Mai 2001: Manstein zieht sich zurück
Hans-Jörgen Manstein (56), Gründer und Geschäftsführer der Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH (Perchtoldsdorf), zieht sich aus der Leitung des Fachmagazin-Verlags zurück. Die Geschäftsführung wird künftig von Milan Frühbauer, Heinrich Pfingstl und Claudia Jellinek wahrgenommen. Die Manstein ZeitschriftenverlagsgesmbH gibt unter anderem die Magazine "Horizont", "Bestseller", "Cash" und "Traveller" heraus. Das Unternehmen befindet sich im Besitz des Deutschen Fachverlages Frankfurt.
3. Mai 2001: Concordia-Preise vergeben
Traditionell zum Internationalen Tag der Pressefreiheit vergibt der Presseclub Concordia die Concordia-Preise. Der Ehrenpreis geht an den Schriftsteller und Präsidenten der Tschechischen Republik Vaclav Havel. Die Auszeichnung in der Kategorie Menschenrechte erhält "Falter"-Redakteur Florian Klenk, jene für Pressefreiheit "Standard"-Kolumnist Hans Rauscher. Deutliche Worte gegen die geplanten Strafbestimmungen für Journalisten stehen im Mittelpunkt der Preisverleihung.
9. Mai 2001: Print Oscars verliehen
Die besten Anzeigen des Jahres werden vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) mit den "Print Oscars 2001" ausgezeichnet. In sieben Kategorien werden die besten Sujets gekürt. Mit den Trophäen dankt der VÖZ bereits zum 19. Mal "der österreichischen Werbewirtschaft für ihr erwiesenes Vertrauen in Print". Eine Expertenjury ermittelte die Sieger aus über 800 Einreichungen. Die meisten Auszeichnungen kann die Agentur Lowe Lintas GGK nach Hause tragen.
9. Mai 2001: Verleger für "nicht-kommerziellen ORF"
Der Verband Österreichischer Zeitungen spricht sich in seiner Stellungnahme zur ORF-Gesetznovelle dezidiert für eine "klare Positionierung des ORF als gemeinwirtschaftliches, nicht-kommerzielles Unternehmen" aus. Die Programmgebühren sollten demnach als "vorwiegende Finanzierungsquelle" im Gesetz festgeschrieben werden. Werbung soll nur als "Zusatzfinanzierung" zulässig sein, so der Grundtenor. Keine Einigung erzielten die Verleger in kontroversiellen Punkten des Gesetzesentwurfs: Zu den geplanten Werbebeschränkungen für Printmedien im ORF sowie die Untersagung der Werbemittlung für Dritte konnte eine Drei-Viertel-Mehrheit im Vorstand nicht erreicht werden. Vor allem die VÖZ-Mitglieder "Kronen Zeitung" und News-Gruppe hatten an diesem Punkt in den vergangenen Wochen Kritik geübt, während die großen Bundesländerzeitungsverlage auf Grund der Medienkonzentration in Österreich Verständnis für Werbebeschränkungen für Printmedien zeigten. Der Entwurf für das Privatfernsehgesetz wird vom Verband in seinen Grundzügen begrüßt. An der "Digitalen Plattform Austria", die von der Regierung als "Task Force" für die Digitalisierung der heimischen Fernsehlandschaft eingerichtet werden soll, möchten sich die VÖZ-Mitglieder beteiligen.
17. Mai 2001: Werbesteuer kostet 1,2 Milliarden
Die als Nachfolge der "Anzeigen- und Ankündigungsabgabe" im Juni 2000 eingeführte "Werbeabgabe" ist der Wirtschaft nach wie vor ein Dorn im Auge. Medien, Werbeagenturen und Auftraggeber haben für den Zeitraum Juni bis Dezember 2000 gut ATS 654 Mill. (47,5 Mill. Euro) an die Finanzämter überwiesen. Damit wird die von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erstellte Prognose von ATS 1,2 Mrd. (87,2 Mill. Euro) für das Jahr 2001 exakt zutreffen.
18. Mai 2001: Köpfe für Medienbehörde
Zwei Steirer werden künftig maßgeblich die Geschicke der elektronischen Medienlandschaft in Österreich lenken: Hans Peter Lehofer (39), bisher Leiter der Rechtsabteilung der Telekom-Regulierungsbehörde, wird Chef der Medienbehörde KommAustria. Alfred Grinschgl (48), Geschäftsführer von "Antenne Steiermark", steht in Zukunft dem Medienbereich der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) vor. Die RTR fungiert als gemeinsamer Geschäftsapparat für die KommAustria und die Telekom Control. Darüber hinaus soll sie unter anderem ein "Kompetenzzentrum" für Fragen der Konvergenz von Medien und Telekommunikation errichten.
21. Mai 2001: Vorhofer-Preis an Thurnher
Armin Thurnher (52), Chefredakteur des "Falter", wird mit dem mit ATS 100.000 dotierten Kurt-Vorhofer-Preis ausgezeichnet. Thurnhers journalistische Arbeit zeichne sich durch "soziale Verantwortung, stilistische Brillanz und unkonventionelle Betrachtungsweise" aus und besteche darüber hinaus "durch mutiges Engagement im Kampf gegen Medienkonzentration und um Pressefreiheit", so die Jurybegründung.
25. Mai 2001: Entflechtung von Medienkartellen
Die Bundesregierung plant die Entflechtung von Medienkartellen. Dies erklären der für Kartellrecht zuständige Justizminister Dieter Böhmdorfer (FPÖ) und Medien-Staatssekretär Franz Morak (ÖVP) rund um die Wachauer Journalistentage. "Es ist mir wesentlich, dass wir zu einer Entflechtung von Medienkonzentrationen kommen", so Morak. Böhmdorfer hatte bereits rund um die Magazinfusion von News-Gruppe und trend/profil-Verlag eine Änderung des Kartellrechts angekündigt. Kartell- und Wettbewerbsrecht sollen durch die Reform "bissiger" und europareif werden. Die wichtigsten Punkte des Entwurfs sind die Zurückdrängung der Sozialpartner, die Einführung eines Kartellanwaltes und einer Bundeswettbewerbsbehörde sowie Sanktionen - bis zur Entflechtung - bei Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung im Medienbereich und die Möglichkeit, gegen "erschlichene" Zusammenschlüsse im Nachhinein vorzugehen. In Kraft treten sollen die Neuerungen mit 1. Jänner 2002. Das Kartellgesetz soll geändert, das Wettbewerbsgesetz neu gestaltet werden.
29. Mai 2001: ORF und Privat-TV passieren Ministerrat
Die Regierungsvorlagen für das ORF-Gesetz sowie das Privatfernsehgesetz werden planmäßig vom Ministerrat abgesegnet. Neu im ORF-Gesetz ist die Abschaffung der Belangsendungen sowie das Verbot der so genannten Cross Promotion. Die Bewerbung von ORF-Radioprogrammen im Fernsehen und umgekehrt soll nicht mehr erlaubt sein, außer es handelt sich um reine Programmhinweise. Der Gesetzgeber ist damit einer dringenden Forderung der privaten Rundfunkanbieter nachgekommen.
Die umstrittene Einschränkung der Werbemöglichkeiten für Printmedien im ORF bleibt, neu gegenüber dem ursprünglichen Entwurf ist aber, dass Medien nicht nur mit ihrem Titel, sondern auch mit ihrer "Blattlinie" werben dürfen. Dezidiert stellt das Gesetz weiters fest, dass regionale TV-Werbung nicht erlaubt ist. Für Patronanzsendungen wird ein umfangreiches Regelwerk festgelegt, das unter anderem vorsieht, dass die An- und Abmoderation solcher gesponserten Sendungen in die Werbezeit einzurechnen ist. Dies gilt auch für regionale Sendungen. Ausnahmen sind allerdings Sponsoring für karitative oder sonstige "im öffentlichen Interesse" liegende Zwecke.
8. Juni 2001: Spatenstich für Mediaprint Druckzentrum
In St. Addrä/Lavanttal wird der Spatenstich für das neue Mediaprint Druckzentrum vorgenommen. Die Gesamtinvestitionen für die modernste Druckerei ihrer Art in Österreich belaufen sich auf ATS 800 Millionen. 180 Mitarbeiter werden beschäftigt. Der Betrieb soll in rund einem Jahr aufgenommen werden. Auf rund 27.000 Quadratmetern werden drei Gebäude errichtet. Es ist geplant, täglich 300.000 Exemplare von "Krone" und "Kurier" sowie die gesamte Auflage der "Kärntner Tageszeitung" zu produzieren.
19. Juni 2001: Keine Lizenz für "92.9 HitFM"
Die Neuvergabe jener 23 Privatradiolizenzen, die Ende des Vorjahres vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben wurden, wird abgeschlossen. 22 Zulassungen erhalten die bisherigen Inhaber. Statt dem Wiener "92.9 HitFM" geht die Zulassung, wie der Rundfunkbeirat empfohlen hatte, an die Donauradio Wien GmbH, zu dessen Hauptgesellschafter die zur Gruppe des Vorarlberger Medienhauses von Eugen A. Russ gehörende Online Media zählt. "'92.9 HitFM' ist der 'Krone' zuzurechnen", erklärt Hans-Peter Lehofer, Leiter der Medienbehörde KommAustria. Die Mehrheit an dem Lokalradio hält eine von der "Kronen Zeitung" gegründete Privatstiftung. "Trotz der Stiftungskonstruktion ist hier ein klarer Einfluss gegeben", so Lehofer. Via "RPN", das die "Basisstation" für den neuen Radioverbund der Mediaprint ("Krone Hitradio") sein wird, strahlt bereits ein "Krone"-Radio im Wiener Versorgungsgebiet aus. Da es mehrere Bewerber für die Frequenz gegeben habe, habe die Behörde im Sinne der Medien- und Meinungsvielfalt zu Gunsten von Donauradio entschieden. Noch in der Nacht stellt "92.9 HitFM" seinen Sendebetrieb ein. Der Sender will den Rechtsweg bestreiten.
21. Juni 2001: APA mit bestem Ergebnis
Die APA-Austria Presse Agentur legt das Ergebnis des Geschäftsjahres 2000 vor. Der Umsatz konnte um knapp zwölf Prozent auf ATS 396,2 Mill. (28,8 Mill. Euro) nach ATS 354,5 Mill. im Vorjahr gesteigert werden. Mit einer 60-prozentigen Steigerung des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) auf ATS 20,9 Mill. nach ATS 13,1 Mill. und einem Bilanzgewinn, der sich mit ATS 12,4 Mill. gegenüber dem Vorjahr (5,7 Mill.) mehr als verdoppelte, erzielte die österreichische Nachrichtenagentur im Jahr 2000 das beste Resultat seit ihrer Gründung im Jahr 1946. Vom Bilanzgewinn werden zehn Prozent Kapitaldividende sowie ein zehnprozentiger Bonus an die Genossenschafter ausgeschüttet.
25. Juni 2001: "Zeitung in der Schule" meldet Rekord
Eine positive Bilanz zieht der Verein "Zeitung in der Schule" ("ZiS"). Im Schuljahr 2000/2001 haben rund 60.500 Schüler und Schülerinnen an "ZiS"-Projekten teilgenommen, was einen neuen Rekord darstelle. Der Verein "ZiS" kümmert sich seit 1995 um den Zeitungsleser-Nachwuchs, vermittelt unter anderem Gratis-Abonnements für Schulklassen und stellt Lehrbehelfe zur Verfügung.
26. Juni 2001: 97,2 Prozent für eigene Mediengewerkschaft
Die überwältigende Mehrheit - 97,2 Prozent - der gewerkschaftlich organisierten Journalisten sind für einen Austritt aus der "Muttergewerkschaft" Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (KMSfB) und die Vereinigung in einer eigenen Mediengewerkschaft gemeinsam mit den Druckern. Von 3.651 wahlberechtigten Mitgliedern wurden 1.292 Stimmen abgegeben, das ist eine Beteiligung von 35,39 Prozent.
27. Juni 2001: Post-Modell stößt auf Ablehnung
Im Rahmen eines "Dialogforums" stellt die Post AG erstmals ein neues Tarifmodell für die Zustellung von Zeitungen vor. Die neuen Tarife stoßen großteils auf Ablehnung der Vertreter von Tages-, Wochen- und Monatszeitungen. Kritik hagelt es an der späten Veröffentlichung der neuen Tarife, welche die Post Ende Juli der zuständigen Regulierungsbehörde vorlegen will. Eine erste Rechnung des VÖZ ergibt, dass die heimischen Printmedien bis 2004 in Summe mit einer Steigerung um bis zu 350 Prozent rechnen müssten. Winfried König, Vertriebsleiter der "Salzburger Nachrichten": "Da geht es für etliche unserer Mitglieder um Leben und Überleben, nicht um Marginalien." Vor allem im ländlichen Raum werde man "keine Medienvielfalt mehr bieten können".
28. Juni 2001: Grünes Licht für Mediengewerkschaft
Der ÖGB-Bundesvorstand gibt grünes Licht für die Bildung einer Mediengewerkschaft. Dem Antrag der Sektion Journalisten (Austritt aus der Gewerkschaft Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - KMSfB und Zusammenschluss mit den Druckern) wird mehrheitlich zugestimmt.
28. Juni 2001: Mediaprint verzichtet auf "Kampfpreise"
Die Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") beendet ihren jahrelangen Preiskampf gegen die "Tiroler Tageszeitung" ("TT"). Sie gibt beim Kartellgericht eine freiwillige Unterlassungsverpflichtung ab, wonach sie in Zukunft in Tirol auf Abonnement-Angebote zu besonders niedrigen Preisen verzichten werde. Hintergrund ist eine Kartellklage seitens der "TT" im Jahr 1999, als die Mediaprint den Monatsabo-Preis auf ATS 99,- senkte, was eine Reduktion um 49,2 Prozent darstellte. Zugleich wurden die Abo-Preise in Wien, Niederösterreich und Burgenland um 7,2 Prozent Prozent auf ATS 225,- angehoben. Die "TT" hatte argumentiert, dass die Mediaprint eine marktbeherrschende Stellung besitze und diese durch gezielte Kampfpreisunterbietung missbrauche.
1. Juli 2001: Wechsel bei der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung"
Die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" ("Neue") erhält mit Ulrich Stock (47) einen neuen Chefredakteur, Geschäftsführer und Herausgeber. Die Zeitung gehört zum Vorarlberger Medienhaus von Eugen A. Russ. Stock, der rund zehn Jahre das Wirtschaftsressort der "Neuen" leitete, folgt ab 1. Juli Norbert J. Freuis nach, der sich selbstständig macht und nach Graz wechselt. Mit dem personellen Wechsel an der Spitze der "Neuen" ist bei der Tageszeitung auch eine inhaltliche Neuausrichtung geplant, heißt es weiter.
5. Juli 2001: Medienpaket passiert Parlament
Der Nationalrat verabschiedet mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ das neue ORF-Gesetz. Auch das Privatfernseh-Gesetz wurde von der Regierungskoalition beschlossen, wobei der Grüne Abgeordnete Peter Pilz als einziger Abgeordnete der Opposition zustimmte. Die verfassungsmäßige Verankerung der ORF-Stiftung wurde mangels Zweidrittelmehrheit nicht erreicht.
6. Juli 2001: "Reale Bedrohung" für Pressefreiheit
Das Redaktionsgeheimnis und damit die Pressefreiheit sind in Österreich durch zahlreiche in den vergangenen Jahren eingeführte gesetzliche Bestimmungen verstärkt unter Druck gekommen. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des Salzburger Verfassungsrechtlers Walter Berka im Auftrag des Österreichischen Presserats. Massive Kritik wird vor allem am Militärbefugnisgesetz geübt, das am 1. Juli 2001 in Kraft getreten ist: Es sei fraglich, ob dabei "die verfassungsrechtlichen Erfordernisse ausreichend beachtet" wurden. Berka spricht von "sehr realen Bedrohungen des journalistischen Quellenschutzes".
10. Juli 2001: Presseförderung beschlossen
Der Ministerrat beschließt die Allgemeine sowie die Besondere Presseförderung für 2001. Für die Allgemeine Presseförderung standen insgesamt ATS 80,667 Millionen zur Verfügung. Alle 16 Tageszeitungen, auch die "NZ", werden durch die Allgemeine Presseförderung gefördert. Wegen einer gesetzlichen Bindung werden die Fördermittel nicht zur Gänze ausgeschüttet, sondern drei Prozent zurückbehalten. Sechs Tageszeitungen erhalten Besondere Presseförderung; "Der Standard", die "Salzburger Nachrichten" sowie die - im April eingestellte - "Neue Zeit" ("NZ") gehen leer aus. Die durch die Ablehnung des Antrags der "NZ" frei gewordenen Mittel - im Vorjahr hatte sie rund ATS 25,4 Millionen bekommen - werden "aus Gründen der Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit" nicht auf die übrigen Förderwerber verteilt.
Die knapp 100 Millionen Besondere Presseförderung, die laut Gesetz der Erhaltung der Medienvielfalt dient, verteilen sich wie folgt: "Die Presse" erhält ATS 35,248,608 (2000: ATS 32,785.367), die "Kärntner Tageszeitung" ATS 18,766.249 (ATS 16,969.189), das "Neue Volksblatt" bekommt ATS 13,488.771 (ATS 12,307.632), die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" ATS 12,914.847 (ATS 11,400.171), und dem "WirtschaftsBlatt" wurden ATS 8,332.497 (ATS 11,158.059) zugesprochen. Die Ansuchen auf Besondere Presseförderung von "Standard" und "Salzburger Nachrichten" wurden vom zuständigen Beirat abgelehnt, da der Anzeigenanteil im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre dreimal über 22 Prozent gelegen sei. Daher bestehe laut Gesetz keine Förderungswürdigkeit.
20. Juli 2001: Styria relauncht Tageszeitungen
Die Styria Medien AG plant bei ihren Tageszeitungen "Kleine Zeitung", "Die Presse" und "Vecernji List" mit Beginn 2002 eine Rundum-Blattreform. Dies kündigt Styria-Vorstandsvorsitzender Horst Pirker an. "Das heißt, es wird sich um grundlegende Reformmaßnahmen handeln, die über den üblichen Layout-Relaunch weit hinaus gehen. Es werden neue Schwerpunkte gesetzt werden, die Höhe und Tiefe der Berichterstattung in den Ressorts werden verändert, kurz: Die drei Tageszeitungen werden einer deutlich erkennbaren Veränderung unterworfen." Das Jahr 2000 war laut Pirker das erfolgreichste in der 135-jährigen Geschichte der Styria.
25. Juli 2001: Schaumgebremstes Werbewachstum
Äußerst gebremst zeigte sich das Wachstum auf dem heimischen Werbemarkt im ersten Halbjahr 2001. Laut Media Focus Research stieg der Bruttowerbeaufwand um lediglich 2,4 Prozent auf rund ATS 14,174 Mrd. (1,030 Mrd. Euro) gegenüber ATS 13,846 Mrd. im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Rückgänge wurden im Bereich TV, Kino und klassische Prospektwerbung sowie bei den Fachzeitschriften verzeichnet. Insgesamt konnte der Printbereich um 3,7 Prozent auf rund ATS 7,861 Mrd. zulegen. Die Tageszeitungen verzeichneten einen Bruttowerbeaufwand von ATS 4,091 Mrd., was ein moderates Plus von 4,1 Prozent darstellt.
29. Juli 2001: Falk verkauft "Ganze Woche" an Söhne
Die "Ganze Woche" gehört nicht mehr Kurt Falk. Der österreichische Medienunternehmer hat die Wochenzeitung an eine Firma seiner Söhne verkauft.
30. Juli 2001: Aufregung um Post-Tarife
Große Aufregung herrscht um die von der Post vorgelegten neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Entgelte für den "Postzeitungsversand". Diese sehen ab 2002 massive Steigerungen von bis zu 390 Prozent innerhalb von drei Jahren vor. Zeitungsverleger, gemeinnützige Vereine und Opposition protestieren gegen die Tarifpläne. "Das ist ruinös, wenn es in der Form kommt", meint Walter Schaffelhofer, Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Massiv gefährdet seien vor allem ohnehin schon eher schwache Zeitungen, die vom Postversand abhängig sind ("da tut eine Million mehr schon wahnsinnig weh"). Darüber hinaus wären insgesamt jene Zeitungen und Zeitschriften schwer betroffen, die einen hohen Anteil an Postabos haben. Die Verleger schlagen als Kompromiss längere Übergangszeiten nach dem Vorbild der Schweiz und Deutschlands vor.
10. August 2001: Otto Schulmeister gestorben
Der ehemalige Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse", Otto Schulmeister (85), stirbt im Wiener Wilhelminenspital. Der am 1. April 1916 geborene Schulmeister galt als einer der größten, aber auch der kontroversiellsten Chefredakteure der Nachkriegszeit und Lehrmeister einer ganzen Journalistengeneration. Schulmeister verbrachte praktisch sein gesamtes Berufsleben in der Presse, wo er 1953 stellvertretender Chefredakteur und dann 15 Jahre lang - von 1961 bis 1976 - Chefredakteur war. Von 1976 bis 1989 war er Herausgeber der "Presse".
30. August 2001: Styria startet private Post
Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") und die holländische Post wollen der Österreichischen Post AG mit einem Joint Venture Konkurrenz machen. Ein gemeinsames Unternehmen der Styria-Tochter Presse Medien Service (PMS) und der Gesellschaft für Werbemittelverteilung (GfW), das unter dem Namen Redmail firmieren wird, soll sowohl bei der Zustellung von unadressierten Massensendungen als auch bei der Zustellung von adressierten Poststücken über 350 Gramm, für die die Post kein Monopol mehr hat, tätig werden. Auch in die Distribution von Printmedien will man einsteigen. Darüber hinaus werde man "weitere neue Aktivitäten untersuchen".
6. September 2001: Fellners "Woman"
Bei der News-Gruppe laufen die letzten Vorbereitungen für ein weiteres Zeitschriftenprodukt: Am 9. November soll "Woman" als neuester Spross der Magazinfamilie das Licht der Welt erblicken. Jeden zweiten Freitag soll "Woman" zum Preis von ATS 20,- "Frauen-, Mode- und Lifestyle-Themen" bieten. Als Herausgeberin und Chefredakteurin fungiert Uschi Fellner, die ein "speziell für die moderne Österreicherin konzipiertes Frauenmagazin" verspricht.
25. September 2001: Entscheidung bei Zeitungstarifen
Die Österreichische Post AG legt der Preiskommission die neuen Zustelltarife für Printmedien vor. Das neu gerechnete Tarifmodell der Post stelle zwar "nach wie vor eine massive Belastung" für die Zeitungen dar, sei aber zur Kenntnis genommen worden, erklärt VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer. Die Post erhöht die Preise nur mehr in zwei Stufen, nämlich mit 1. Jänner 2002 sowie mit 1. Jänner 2003. Für Verlage, die sich zu einer "Mengenbindung" an die Post entschließen, werden die Erhöhungen bis 2006 erstreckt - dies sind die Eckpunkte des neuen Modells. Einschließlich der zweiten Stufe im Jänner 2003 werden die Preise für 60 Gramm schwere Sendungen um 282 Prozent steigen, 100 Gramm schwere Publikationen werden um 167 Prozent verteuert.
Zum Vergleich: Die Verleger waren bei den ursprünglichen Plänen der Post von eine Verteuerung um bis zu 400 Prozent ausgegangen. "Uns wurde weiters zugesagt, dass die Tarife von 2003 bis 2006 unverändert bleiben", so Schaffelhofer. Gelöst wurde auch das strittige Thema Samstagszustellung, für die die Post höhere Stückzuschläge vorgesehen hatte. Die werde es auch geben, allerdings nicht in der verlangten Höhe von mehr als sechs Schilling. Statt derzeit ATS 2,90 (0,21 Euro) pro Samstagszeitung werde man ab 1. Jänner 2002 ATS 3,70 (0,27 Euro) Zuschlag zahlen, ab 1. Jänner 2003 ATS 4,50 (0,33 Euro) und ab 1. Jänner 2004 ATS 5,30 (0,39 Euro).
1. Oktober 2001: Mitlöhner neuer "Furche"-Chefredakteur
Einen Wechsel gibt es an der Spitze der Wochenzeitung "Die Furche": Rudolf Mitlöhner (36), derzeit Kulturredakteur bei der "Presse", wird ab 1. Oktober 2001 neuer Chefredakteur bei der "Furche". Mitlöhner folgt Heiner Boberski (50) nach, der mit Jahresende einvernehmlich aus der Redaktion ausscheidet.
9. Oktober 2001: Keine Frequenzen für bundesweites Privatradio
Für ein zusätzliches bundesweites Privatradio steht keine entsprechende Anzahl an leistungsstarken Frequenzen zur Verfügung, die eine sinnvolle Frequenzkette für ein wirtschaftlich tragfähiges bzw. zumutbares Konzept ergeben würde. Zu diesem Schluss kommt die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH auf Grund einer Frequenz-Studie der Deutschen Telekom sowie der KommAustria.
10. Oktober 2001: "Düstere Rahmenbedingungen"
Ganz im Zeichen der Terroranschläge vom 11. September sowie der schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Medienbranche finden die Österreichischen Medientage in Wien statt. "Noch nie waren große Teile der Medienlandschaft so von Unsicherheit geprägt wie jetzt", meint etwa der Verleger Hans-Jörgen Manstein. "profil"-Herausgeber Christian Rainer: "Die finanziellen Rahmenbedingungen sind jetzt noch düsterer als vorher." Hohe Auflagen würden "mehr kosten als bringen". Neben getrübter Weltkonjunktur und schwierigen Werbezeiten würden sich vor allem die hohen Papierkosten und die steigenden Zeitungstarife bei der Post negativ auf die Medien auswirken. Bei zahlreichen Zeitungsverlagen laufen Sparprogramme.
11. Oktober 2001: Ivan kandidiert für Amt des VÖZ-Präsidenten
Franz Ivan (60), Geschäftsführer der Tageszeitung "Die Presse" und der Wochenzeitung "Die Furche", kandidiert für das Amt des Präsidenten des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Der amtierende Präsident, "Salzburger Nachrichten"-Herausgeber Max Dasch (55), hatte nach vier Jahren an der Spitze des Verlegerverbandes eine Wiederkandidatur ausgeschlossen. Die Generalversammlung mit der Neuwahl wird am 6. Dezember 2001 in Wien stattfinden. Ivan ist von einer Wahlkommission vorgeschlagen worden, der Rudolf Chmelir, Herausgeber der "Oberösterreichischen Rundschau", Mediaprint-Geschäftsführer Hans Georg Otto, Styria-Vorstandsvorsitzender Horst Pirker und "VN"-Herausgeber Eugen A. Russ angehört haben. Ivan hat seiner Kandidatur zugestimmt, das VÖZ-Präsidium hat diese Zustimmung in seiner Sitzung vom 11. Oktober 2001 zur Kenntnis genommen.
15. Oktober 2001: Klausnitzer wird Chef der News-Gruppe
Rudi Klausnitzer (53) wird im Laufe des nächsten Jahres Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe News. Die News-Gruppe soll in den kommenden Jahren "von einem eigentümer- zu einem managementgeführten Unternehmen umstrukturiert werden", so Klausnitzer. Zugleich wird auf Klausnitzers Wunsch Conny Absenger, die bisher die Geschäftsführung der Titel "News" und "profil" innehatte, zur stellvertretenden Vorsitzenden der gesamten Geschäftsführung ernannt. "News"-Herausgeber Wolfgang Fellner betonte, dass sich an seiner Tätigkeit auch nach dem Wechsel von Rudi Klausnitzer in die Chefetage des Magazin-Riesen nichts ändern werde.
24. Oktober 2001: ÖAK Toolbox
Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) stellt mit der "ÖAK Toolbox" ein neues Software-Instrument zur Verfügung, mit dem die Analyse der vierteljährlich veröffentlichten Auflagedaten der österreichischen Tages-, Wochen-, Monats- und Fachpresse vereinfacht werden soll. Die Applikation basiert auf Microsoft Excel und ermöglicht die umfangreiche Auswertung des Zahlenmaterials, das auch grafisch aufbereitet werden kann.
24. Oktober 2001: Werbe-Minus im September
Die österreichische Werbekonjunktur zeigt Anzeichen von Schwäche. Von Jänner 2001 bis September 2001 sind die Ausgaben für den Werbeaufwand insgesamt laut Focus Media Research im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lediglich um 0,9 Prozent gestiegen. Im September 2001 musste die Branche gegenüber September 2000 ein Minus von 3,5 Prozent verzeichnen, für TV-Werbung wurde deutlich weniger ausgegeben. Insgesamt hat Focus für die ersten neun Monate des Jahres 2001 Werbeausgaben in der Höhe von rund ATS 19,86 Mrd. (1,45 Mrd. Euro) errechnet - nicht einmal ein Prozent mehr als von Jänner bis September 2000 (rund ATS 19,68 Milliarden). Das Jahr 2000 gilt allerdings in Fachkreisen als Ausnahmejahr mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten in der Werbebranche. Im Neun-Monats-Vergleich mit dem "Normaljahr" 1999 nimmt sich die aktuelle Lage nicht ganz so dramatisch aus: Da zeigt sich von Jänner bis September ein Plus von 8,5 Prozent.
25. Oktober 2001: VÖZ-Modell für Pressespiegel
Die rechtssichere Nutzung von Zeitungsartikeln für Pressespiegel will der Verband Österreichischer Zeitungen mit einem neuen Lizenzvertrag zwischen Verlagen und Nutzern ermöglichen, der ab sofort abgeschlossen werden kann. Alle 15 österreichischen Tageszeitungen, 49 Wochenzeitungen und 46 Monatsmagazine nehmen am vom VÖZ ausgearbeiteten "Pressedokumentationsnutzungs-Lizenzsystem" (PDN) teil. Basis des PDN sei zum einen das geltende österreichische Urheberrecht, zum anderen berücksichtige man bereits die Grundsätze der neuen EU-Richtlinie, die vor allem im Bereich der elektronischen Vervielfältigung Präzisierungen bringt und auch in nationales Recht umgesetzt werden muss. Die PDN-Regelung lasse weit mehr Spielraum als die Richtlinie, betonte der VÖZ dazu.
9. November 2001: Start von "Woman"
Mit einer Auflage von 330.000 Stück geht die erste Nummer von "Woman", dem neuesten Titel der News-Gruppe, an den Start; das Frauenmagazin erscheint 14-tägig. Als Herausgeberin und Chefredakteurin zeichnet Uschi Fellner verantwortlich.
19. November 2001: Design-Preis für "Kleine" und "Kurier"
Je einen "Award of Excellence" erhalten die "Kleine Zeitung" und der "Kurier" im Rahmen des European Newspaper Award 2001, der für vorbildliches Zeitungsdesign verliehen wird. Gewinner in der Kategorie der überregionalen Tageszeitungen sind heuer "Trouw" aus den Niederlanden sowie "Diario de Noticias" aus Portugal. Die Kategorie Wochenzeitung entschied der britische "Independent on Sunday" für sich.
19. November 2001: ORF und VÖZ lösen Abkommen
Der Verband Österreichischer Zeitungen und der ORF einigen sich darauf, ihre im Jahr 1999 geschlossene Übereinkunft, die unter anderem Regeln für die Aktivitäten des ORF im Bereich der Sonderwerbeformen enthält, mit Jahresende aufzuheben. FPÖ-Klubobmann Peter Westenthaler hatte zuvor von einem "Vereinbarungskartell" zum Schaden des ORF gesprochen und mit einer Milliarden-Klage gedroht.
Im Gegensatz dazu stellt die ORF-Gebarungsprüfung dann am 28. November 2001 der Vereinbarung von ORF und VÖZ aus dem Jahr 1999 ein gutes Zeugnis aus: Die Übereinkunft habe dem ORF keinerlei wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Der ORF habe mit der Vereinbarung im Interesse des Unternehmens gehandelt. Denn gegen seine Aktivitäten im Bereich der Sonderwerbeformen wären Klagen seitens des VÖZ absehbar gewesen, hätte man sich nicht geeinigt, und dies hätte zu Umsatzeinbußen führen können. Da der ORF nicht einmal den "Plafond" der mit dem VÖZ vereinbarten Richtwerte bei den Sonderwerbeformen erreicht habe, sah die Kommission keine Anhaltspunkte dafür, dass ohne Abkommen mehr lukriert hätte werden können.
21. November 2001: Zielgruppe "Mid Age Women"
Frauen ab 40 werden als Zielgruppe von der Werbewirtschaft vernachlässigt - zu Unrecht, wie bei der vom VÖZ veranstalteten "Print Akademie" betont wird. Beim Symposion "Der gläserne Konsument II" stehen Zielgruppenforschung und -analyse im Vordergrund.
22. November 2001: VÖZ-Modell für Pressespiegel
Das vom Verband Österreichischer Zeitungen ausgearbeitete "Pressedokumentationsnutzungs-Lizenzsystem", kurz PDN, läuft an. Wie VÖZ-Generalsekretär Walter Schaffelhofer erklärt, führt man erste Gespräche mit potenziellen Lizenznehmern für die rechtssichere Nutzung von so genannten Presseclippings. Dass Presseclippings urheberrechtlich relevant sind, haben Rechtsexperten bereits vor mehr als zwei Jahren in einem von der APA und dem VÖZ in Auftrag gegebenen Gutachten festgestellt. Basis des VÖZ-Lizenzsystems sind sowohl das geltende österreichische Urheberrecht als auch die Grundsätze der neuen EU-Richtlinie.
27. November 2001: Weichenstellung im NÖ Pressehaus
Die NÖ Pressehaus Druck und VerlagsgesellschaftmbH ("Niederösterreichische Nachrichten") erweitert in ihrer Generalversammlung die Geschäftsführung. Prokurist Alfred Mayer, bisher Technischer Direktor der Druckereisparte des Medienunternehmens, wird neben Herbert Binder und Chefredakteur Harald Knabl als Geschäftsführer bestellt. Ab 1. Juni 2002 werden Knabl (Sprecher der Geschäftsführung) und Mayer die Geschäftsführung wahrnehmen: Mit Jahresmitte 2002 tritt Herbert Binder nach 42-jähriger Tätigkeit für das NÖ Pressehaus, davon mehr als 31 als Geschäftsführer, in den Ruhestand.
29. November 2001: APA feiert 55 Jahre Unabhängigkeit
Die APA-Austria Presse Agentur feiert ihr 55-jähriges Bestehen. Die Unabhängigkeit der APA als Basis für ihre Glaubwürdigkeit und ihren guten Ruf steht dabei im Mittelpunkt. Gefeiert wurde nicht zuletzt auch, dass die APA im Jahr 1946 als "entstaatlichte" Genossenschaft gegründet wurde. Die Chance, eine unabhängige Nachrichtenagentur zu etablieren, wäre zu einem späteren Zeitpunkt denkbar gering gewesen, heißt es in dem von der APA initiierten Buch "Die Macht der Nachricht", in dem die Geschichte der Nachrichtenagenturen in Österreich erforscht wurde.
6. Dezember 2001: Ivan neuer VÖZ-Präsident
Die 49. Generalversammlung des Verbandes Österreichischer Zeitungen steht ganz im Zeichen der von der Regierung geplanten Reform der Presseförderung sowie der Wahl des neuen VÖZ-Präsidenten. Der scheidende Präsident Max Dasch ("Salzburger Nachrichten") bezeichnet die Reformvorschläge als "Sprengstoff, wenn man die wirtschaftliche Lage unserer Zeitungen betrachtet und die armselige Titelanzahl im Lande registriert". In seinem Bericht blickt Dasch, der von 1997 an für zwei Funktionsperioden an der VÖZ-Spitze stand, auf medienpolitische und ökonomische Weichenstellungen, wie die Reduzierung der Anzeigenabgabe auf einheitlich fünf Prozent, die Neugestaltung des Postzeitungstarifs - die nur durch "mühsamste Verhandlungen und Interventionen" erreicht worden sei - oder die ORF-Reform.
Gegen eine "Aushöhlung der Pressefreiheit" und die weitere Kürzung der Presseförderung sowie für “mittelfristig faire Wettbewerbsbedingungen bei der Zeitungszustellung” spricht sich der neue Verbandspräsident Franz Ivan aus. Der "Presse"-Geschäftsführer verleiht auch der Hoffnung Ausdruck, dass durch das neue ORF-Gesetz ein "vernünftiges" Verhältnis zum ORF möglich sein werde. Ivan unterstreicht angesichts diverser Gesetzesvorhaben weiters die Bereitschaft des VÖZ zur Verteidigung der Pressefreiheit.
Neben dem neuen Präsidenten Ivan werden Max Dasch, Oscar Bronner ("Der Standard"), Rudolf Chmelir ("OÖ Rundschau") und Peter Rabl ("Kurier") zu Vizepräsidenten bestellt. Daneben gehören dem Präsidium Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten"), Hans Peter Halouska ("auto touring"), Wolfgang Altermann ("Kronen Zeitung"), Helmuth Fellner ("Format", "News", "tv-media"), Harald Knabl ("NÖN"), Hans Georg Otto ("profil"), Horst Pirker ("Kleine Zeitung") und Josef Propst ("Tiroler Tageszeitung") an.
6. Dezember 2001: Josef Propst Geschäftsführer bei Springer
Josef Propst, seit 1981 Mitglied der Geschäftsleitung der "Tiroler Tageszeitung" ("TT") und seit 1992 Vorstandsvorsitzender der Moser Holding AG, wird einer der Verlagsgeschäftsführer der neu geschaffenen Zeitungsgruppe des Axel Springer Verlages. Springer ist mit 65 Prozent an der Moser Holding und damit an der "Tiroler Tageszeitung" beteiligt. Die Zeitungsgruppe des Springer Verlages umfasst "Die Welt", "Welt am Sonntag", "Berliner Morgenpost", "BZ", "BZ am Sonntag" und das "Hamburger Abendblatt". Propst bleibt weiterhin Vorstandsvorsitzender der Moser Holding AG. Das operative Geschäft der "Tiroler Tageszeitung" wird vom Vorstandsmitglied Hermann Petz verantwortlich wahrgenommen.
17. Dezember 2001: Sorge um journalistische Qualität
Im Zusammenhang mit der wirtschaftlich angespannten Situation im Medienbereich äußert der "Verein zur Förderung der Qualität im Journalismus" Besorgnis. "Einschneidende Sparmaßnahmen in fast allen Medienhäusern bergen die Gefahr in sich, dass diese auch zu Lasten der journalistischen Qualität gehen", heißt es. "Trotz der schwierigen unternehmenspolitischen Lage sollte Fragen der Aus- und Weiterbildung sowie einer soliden Personalentwicklung gerade jetzt Priorität eingeräumt werden. Dies ist umso wichtiger, als sich nach einer zu erwartenden wirtschaftlichen Erholung neue publizistische Chancen auftun werden. Dann wird es von der Qualifikation und Professionalität der Mitarbeiter abhängen, ob die Medienunternehmen diese Chancen voll nützen können", appelliert der Verein.
20. Dezember 2001: Druckmaschine für "Die Presse"
Eine wesentliche technische Voraussetzung für den Anfang 2003 geplanten Relaunch der "Presse" wird fixiert. Mit Herold Druck wurde ein neuer Zehn-Jahres-Vertrag (bis 2012) abgeschlossen, in etwa einem Jahr wird eine neue Druckmaschine das Blatt produzieren. Die Gesamtinvestitionen für die neue Druckmaschine und Verbesserungen im Expedit werden von der Presse mit Euro 10,9 Millionen beziffert. Die neue Druckmaschine macht es möglich, durchgehend vierfarbig zu drucken. Die Qualität der Bilder werde erhöht. Mit dem neuen Gerät können bis zu sechs Bücher in der Abendproduktion hergestellt und vier Beilagen automatisch beigelegt werden.
21. Dezember 2001: Monika Lindner neue ORF-Generaldirektorin
Monika Lindner wird im ORF-Stiftungsrat mit den Stimmen der ÖVP- und FPÖ-Vertreter zur neuen ORF-Generaldirektorin gewählt. Lindner erhält bereits im ersten Wahldurchgang die nötige Mehrheit. Mit Lindner übernimmt erstmals eine Frau die Spitze des ORF.
27. Dezember 2001: VÖZ will Stärkung der Selbstkontrolle
Der VÖZ will die Selbstkontrolle der österreichischen Presse stärken und auf eine neue Basis stellen. Daher kündigt der Verband mit Schreiben vom 27. Dezember 2001 die zwischen den vier Trägerverbänden - VÖZ, Journalistengewerkschaft, Österreichischer Zeitschriften- und Fachmedien-Verband sowie Presseclub Concordia - bestehende Vereinbarung über die Einrichtung des Österreichischen Presserates und seine Mitwirkung in den Organen des Österreichischen Presserates zum Ende der derzeitigen Funktionsdauer des Präsidiums des Österreichischen Presserates auf und informiert hierüber die Mitglieder des Presserates; gleichzeitig spricht der Verband an die Vertreter der bisherigen Trägerverbände die Einladung zu Gesprächen über Struktur und Arbeitsweise eines reformierten Presserates aus. Eine der Reformzielsetzungen des VÖZ ist es, dass in der Selbstkontrolle der österreichischen Zeitungen und Zeitschriften die Vertreter der Journalisten und Verleger unmittelbar die wesentliche Trägerrolle übernehmen und nicht nur mittelbare Gestaltungsmöglichkeit über Interessenvertretungen als Trägerverbände haben sollen. Die Journalistengewerkschaft übte heftige Kritik an der Entscheidung.
Johannes Bruckenberger
Der Beitrag wurde im Jahrbuch "PRESSE 2001" veröffentlicht.



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