"Das Programm dieser Tage steht im Zeichen der Innovationskraft, des Elans und der Energie, mit der sich unsere Branche den Herausforderungen stellt", betonte VÖZ-Präsident Hans Gasser im Rahmen seiner Begrüßungsrede: "Wir sehen uns heute wieder einmal mit besonders schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Viele Menschen sind zutiefst verunsichert. Die Assets unserer Medienhäuser und Verlage sind gerade jetzt besonders gefragt: Orientierung, profunder Hintergrund, Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit. Dieser Anspruch journalistischer Information ist für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft unverzichtbar". WAN-IFRA-Präsident Jacob Mathew hob die Bedeutung des Weltkongresses der Zeitungen und des World Editors Forum, bei denen unter dem Motto "Taking publishing to the next level" Geschäftsmodelle und Strategien der Zukunft diskutiert werden, hervor. Diese internationalen Kongressveranstaltungen seien wichtiger denn je zuvor, denn "Traditionelle Medien müssen auf die Herausforderungen einer sich schnell ändernden Medienlandschaft reagieren", so Mathew, der auch betonte, wie wichtig gleichzeitig eine optimistische Sichtweise sei, wenn es um den Wandel der Medien gehe: Derzeit lesen 1,8 Milliarden Menschen weltweit Zeitung. Wenn man sich die Weltbevölkerung ansehe, gebe es daher noch Potenzial für weitere 5 Milliarden Zeitungsleser, so Mathew.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer hob in ihrer Rede die Bedeutung unabhängiger Medien für die Demokratie hervor: "Erst die freie Meinungsäußerung macht die Demokratie aus. Demokratinnen und Demokratien brauchen auf der anderen Seite auch Informationen, und hier spielen die Medien eine zentrale Rolle. Es ist notwendig, mehrere Medien zu nutzen, um sich eine kritische Meinung zu bilden", so Prammer.
"Goldene Feder der Freiheit" an eritreisch-schwedischen Journalisten Dawit Isaak verliehen
Den Höhepunkt der Eröffnungsfeier bildete die Verleihung der "Goldenen Feder der Freiheit" ("Golden Pen of Freedom") an den schwedisch-eritreischen Journalisten Dawit Isaak. Dawit Isaak, der im Oktober 46 Jahre alt wurde, wurde im Anschluss an die im September 2001 erfolgte Zerschlagung der unabhängigen Medien in Eritrea verhaftet. Gegen ihn ist bis heute keine offizielle Anklage erhoben worden und sein Verbleib ist weiterhin ungeklärt. Die "Goldene Feder der Freiheit" wird vom Weltverband der Zeitungen (WAN) seit 1961 an Personen oder Gruppen vergeben, die sich besonders um die Pressefreiheit verdient gemacht haben.
Erik Bjerager, Präsident des World Editors Forum, der die "Goldene Feder der Freiheit" stellvertretend an Esaias Isaak, den Bruder des inhaftierten Dawit Isaak, übergab, unterstrich die Notwendigkeit einer freien Presse für die Demokratie. "Stille tötet die Demokratie, doch die freie Presse spricht. Journalisten müssen lernen zu reden. Das World Editors Forum fördert die Pressefreiheit, indem es Unterstützung anbietet und für Wissenstransfer sorgt, damit Journalisten und Medien ihre Stimme erheben können", so Bjerager.
Esaias Isaak, der unter großem Applaus die "Goldenen Feder der Freiheit" stellvertretend für seinen Bruder entgegennahm, konnte seine Dankesrede nicht halten, da er mit Tränen kämpfte, ebenso wie Moderatorin Arabella Kiesbauer.
Im Manuskript der Dankesrede betont Esaias Isaak die Bedeutung der "Golden Pen of Freedom", um gegen das Vergessen seines inhaftierten Bruders anzukämpfen: "Mit dieser Auszeichnung steigt die weltweite Aufmerksamkeit für Dawits Fall. Damit erhöht sich der internationale Druck auf die Behörden in Eritrea weiter, über seine Gesundheit und seinen Aufenthalt zu informieren. Mit der Goldenen Feder der Freiheit wird der Versuch, eine Mauer des Schweigens um Dawit und alle anderen inhaftierten Journalisten zu errichten, vereitelt."
Umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Konzert der österreichischen Pop-Rock-Gruppe Opus mit Christian Kolonovits & Orchester, die einen Bogen durch ihr erfolgreiches Programm "Tonight At The Opera" spannte und auch den Welthit "Live is life" zum Besten gab.
Veranstalter der Internationalen Woche der Zeitungswelt, in deren Rahmen auch der 63. Weltkongress der Zeitungen und das 18. World Editors Forum stattfinden, ist der Weltverband der Zeitungen und Nachrichtenmedien (WAN-IFRA). Lokaler Gastgeber und Kooperationspartner ist der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ). Tagungsort ist die Reed Messe in Wien. Insgesamt informieren sich rund 1.100 Kongressteilnehmer und weitere 10.000 Messebesucher aus über 90 Ländern über Trends aus der Zeitungs- und Medienlandschaft.
Informationen zum Programm des Weltkongresses der Zeitungen und World Editors Forum: worldnewspaperweek.org.
Fotos der Veranstaltung, Akkreditierung für Journalisten und Koordination von Interviews:
Beate Mayr-Kniescheck, Beate.Mayr-Knieschek@voez.at, Tel.: +43 699 1002 59 98
Rückfragen:
Verband Österreichischer Zeitungen
Mag. Felicitas Moser
Geschäftsführerin Board Werbemarkt
felicitas.moser@voez.at
Tel. +43 664 33 29 418



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