Fast drei Milliarden Euro betrugen im Jahr 2006 laut Media Focus Research die Brutto-Werbeaufwendungen oder der Werbedruck in Österreich, also die Werbespendings laut Preislisten. Auf Grundlage der gleichen Medienbasis wie im Jahr 2005 bedeutet dies einen Zuwachs von 4,5 % - ein Zuwachs, der annähernd jenem des Brutto-Inlandsproduktes entspricht.
Inklusive der neu in die Statistik aufgenommenen Medien stieg der Werbedruck um 6 Prozent. Der klassische Werbemarkt ist inklusive der neu aufgenommenen Medien um ganze 5,7 % gewachsen, im Tageszeitungssegment gab es mit dem erstmaligen Erscheinen von "Österreich" einen neuen Marktteilnehmer. Auch wenn Focus Bruttozahlen veröffentlicht und die Nettozuwächse sicher nicht in dem ausgewiesenen Ausmaß vorhanden waren, kann von einer stabilen Entwicklung des österreichischen Werbemarktes im Jahr 2006 ausgegangen werden.
Werbedruck und Marktanteile
Stabilität kennzeichnete auch die Marktanteile der einzelnen Mediengattungen, die Verteilung des Werbedrucks nach Werbeträgern ist im Vergleich zu den Vorjahren annähernd gleich geblieben. Die Printmedien waren auch 2006 die klare Nummer Eins am Werbemarkt und können fast 45 % Gesamt-Marktanteil und sogar knapp 57 % des klassischen Werbedruckes auf sich verbuchen. Insgesamt wurde über die Printmedien im Vorjahr ein Werbedruck in Höhe von 1,319 Milliarden Euro erzeugt. 669 Millionen Euro entfielen dabei auf die Tageszeitungen, 322 Millionen auf die Magazine und 213 Millionen auf die regionalen Wochenzeitungen. Gerade in Zeiten einer zunehmenden Diversifizierung der Angebote und des Entstehens immer neuer Werbemöglichkeiten vor allem im Below the-Line-Bereich setzen die Werbe- und Marketingentscheider auch weiterhin auf die Printmedien und deren nachgewiesene Werbewirkung. Mit der Mediaanalyse hat Österreich zudem ein sowohl im heimischen Werbemarkt, als auch international sehr anerkanntes Instrumentarium zur Erhebung von Reichweiten und Strukturdaten der österreichischen Medien.
Gestiegen ist im Jahr 2006 auch der Werbedruck über Zeitungsbeilagen. Beilagen werden von den Leserinnen und Lesern als Bestandteil ihrer Zeitung oder ihres Magazins gesehen und daher aktiv genutzt - ein Vorteil im Vergleich zu der ungefragt im Briefkasten oder vor der Wohnungstür landenden Prospektflut, den auch die Werbewirtschaft deutlich erkennt.
Nach dem erstmaligen Durchbrechen der 1 %-Marktanteilsgrenze im Jahr 2005 konnte das Segment Online im Vorjahr einen Marktanteil von 1,25 % erreichen. Für das Online-Segment kann mit der Einführung der „ÖWA Plus" und damit der Ausweisung von soziodemografischen Daten zur Nutzerstruktur der teilnehmenden Websites ab Frühling 2007 mit einem weiteren Wachstumsimpuls gerechnet werden. Gut entwickelt hat sich das Direct Marketing-Segment mit einem Zuwachs von 7,5 %.
Dr. Wolfgang Chmelir, Verband Österreichischer Zeitungen,
Der Artikel wurde im Pressehandbuch 2007 abgedruckt.
Details finden Sie in nebenstehendem Auszug aus dem Pressehandbuch 2007.



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