Zielsetzung
ZiS-Projekte ermöglichen es LehrerInnen, eine Zeitung ihrer Wahl in Klassenstärke für drei bis zu sechs Wochen zu beziehen und mit dieser im Unterricht zu arbeiten.
Ziel der Studie war es herauszufinden, wie sich die ZiS-Projekte auf das Zeitunglesen der TeilnehmerInnen auswirken und ob sich das Image der Zeitung und des Zeitunglesens bei den Jugendlichen verändern. Es sollte auch ermittelt werden, wie die Jugendlichen sowohl das ZiS-Projekt selbst als auch die jeweilige Projekt-Zeitung beurteilen. Die Studie bezieht sich auf die Tageszeitung.
Zusammenfassung der Ergebnisse
- 59% der Befragten lesen (fast) täglich oder mehrmals pro Woche eine Tageszeitung.
- Am letzten Wochenende haben knapp drei Viertel der Jugendlichen zumindest einige Artikel in einer Zeitung gelesen, am letzten Wochentag rund die Hälfte.
- Insgesamt 84% der Befragten haben einen Internetzugang, allerdings nur rund 60% der SchülerInnen der Polytechnischen Schulen (PS) und Berufsschulen (BS).
- Jugendliche informieren sich häufiger in Zeitungen über Themen, die sie interessieren, als im Internet.
- Die Jugendlichen machen nur selten Gebrauch von den Internetseiten von Zeitungen, obwohl sie insgesamt das Internet von den aktuellen Medien nach dem Fernsehen und Radio am dritthäufigsten in ihrer Freizeit nutzen.
- Die Top 3 der in der Befragung vorgegebenen Themen, an denen Jugendliche allgemein interessiert sind, haben unmittelbar mit Medien zu tun: Kino (70%), Musik und CD-Neuerscheinungen (63%) sowie Fernsehen (Fernsehprogramm, Berichte, Kritiken; 60%).
- Abgesehen von Unfällen/Verbrechen/Katastrophen und Sport rangieren für die Zeitungsberichterstattung typische Themen wie Politik, Wirtschaft, Lokales/Regionales und Kultur eher im mittleren und unteren Interessensbereich. Je älter Jugendliche sind, desto mehr interessieren sie sich für Themen, die in der Zeitungsberichterstattung einen hohen Stellenwert haben.
- Die Zeitung kann die Themeninteressen der Jugendlichen nur bis zu einem gewissen Grad abdecken.
- 56% stimmen der Aussage in der Vorher-Befragung, Zeitungen sind informativ, völlig zu. Den weiteren Items (kritisch, unterhaltsam, glaubwürdig, modern) stimmen die Jugendlichen deutlich seltener zu. Rund drei Viertel der Jugendlichen stimmen zu, dass Zeitung lesen bildet. Zeitunglesen wird von den Jugendlichen nur bedingt mit Spaß assoziiert. Ältere Jugendliche beurteilen das Zeitunglesen positiver als jüngere.
- Den größten Einfluss auf die Sozialisation an das Zeitunglesen haben die Familie und das häusliche Umfeld.
- 65% der Befragten haben zu Hause ein Tageszeitungsabonnement. Die Eltern jener Jugendlichen, die eine enge Beziehung zur Zeitung haben, lesen deutlich häufiger regelmäßig Zeitung als jene Eltern, deren Kinder nur gelegentlich oder eher wöchentlich Zeitung lesen. Je enger die Beziehung der Jugendlichen zur Zeitung ist, umso eher geben sie an, dass es ihren Eltern ein Anliegen ist, dass sie - die Jugendlichen - Zeitung lesen.
- Die Jugendlichen unterhalten sich mit ihren FreundInnen häufiger über die Dinge, die in der Zeitung stehen, als mit ihren Geschwistern.
- 86% der SchülerInnen geben an, dass es an ihrer Schule eine Schulbibliothek gibt. Von diesen geben 18% an, dass es in dieser Bibliothek mehrere Tageszeitungen, 9%, dass es eine gibt. Die Schulbibliotheken der PS verfügen kaum über Tages- und Wochenzeitungen.
- Die SchülerInnen beurteilen das ZiS-Projekt weit überwiegend positiv.
Das ZiS-Projekt verstärkt die Lust am Zeitunglesen, vor allem bei jenen SchülerInnen, die die Projekt-Zeitung bereits vor dem Projekt gelesen haben. - Sowohl die TeilnehmerInnen an einem ZiS-Projekt als auch die BezieherInnen eines Gratis-Abos geben in der Nachher-Befragung etwas häufiger an, dass sie die Zeitung genau gelesen haben.
- Knapp 60% der Jugendlichen, die an einem ZiS-Projekt teilgenommen haben, geben in der Nachher-Befragung an, dass sie die Projekt-Zeitung vermissen werden.
- 62% der TeilnehmerInnen des ZiS-Projektes würden gerne eine Zeitung nach Hause geschickt bekommen.
- Format, Aufmachung, Illustrationen halten Jugendliche für verbesserungswürdig bzw. haben sie am häufigsten an der Zeitung gestört.
- Das Image des Zeitunglesens und der Zeitung verbessert sich im Besonderen bei den TeilnehmerInnen an Zeitungsprojekten. Die TeilnehmerInnen an ZiS-Projekten beurteilen das Zeitunglesen nach dem Projekt positiver als die BezieherInnen eines Gratis-Abos nach Ende des Abonnements.
- Bildungsschwächere SchülerInnen profitieren deutlicher von einer pädagogischen Unterstützung beim Zeitunglesen als SchülerInnen der AHS und BHS.



Drucken
Mailen