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WERBEREZEPTION 2006

Werbung im Alltag – wie sie wirkt und warum

Eine Analyse der Werbewirkung tagesaktueller Medien liefert die neue ZMG-Studie "Werberezeption". Untersuchungsgegenstand sind zum einen die primären Nutzungsgewohnheiten für die tagesaktuellen Medien Zeitung, Hörfunk, Internet und Fernsehen und zum anderen die wechselnden Stimmungen und Verfassungen der Rezipienten im Tagesverlauf.

Werbung ist inzwischen selbstverständlicher und weithin akzep­tierter Bestandteil im Tagesablauf der Bürger. Die einzelnen Wer­beträger treffen aber auf unterschiedliche Grundstimmungen: So wird am Vormittag der Tagesablauf strukturiert und Entschei­dungen werden vorbereitet - für 98 % der Befragent ist diese Phase bis 12 Uhr abgeschlossen. Danach erfolgt der Übergang in die Entspannungsphase, in der sich ab 19 Uhr bereits die Hälfte der Bürger befindet. Ablenkung und Unterhaltung haben Priorität.

 

Dem entspricht eine bestimmte Nutzungskurve tagesaktueller Medien. Die Zeitungslektüre findet primär morgens statt, bis 12 Uhr hat bereits mehr als die Hälfte der Bürger in der Zeitung gele­sen. Damit wird die Zeitung hauptsächlich in der aktiven Grund­stimmung des Vormittags rezipiert. Das Radio ist das meist­genutzte Medium am Nachmittag. Abends dominiert das Fern­sehen als zentrales Unterhaltungsmedium den Medien­konsum der nun eher passiv gestimmten Konsumenten.

 

Unterschiedlich sind auch die Kontaktqualitäten der Werbeträger. Radio als das typische Nebenbei-Medium wird nur wenig konzent­riert genutzt. Werbung findet hier wenig Gehör. Das abendliche Fernsehen dient in erster Linie der Entspannung. Das bringt ihm zwar überdurchschnittliche Unterhaltungs- und Sympathiewerte ein, lässt sich aber nicht auf die TV-Werbung übertragen. Diese stößt auf Akzeptanzprobleme: Sie gilt als zu viel, wenig glaubwür­dig und sachlich.

 

Ganz anders dagegen die Zeitung. Sie wird als herausragend aktuell, informativ und sachlich bewertet. Davon profitiert auch die Zeitungswerbung: Ihr wird im Intermedia-Vergleich die höchste Glaubwürdigkeit und Sachlichkeit bescheinigt, ihr Informations­gehalt wird geschätzt. Und: Zeitungswerbung trifft auf kon­zent­rierte Leser, die sich in einer Phase aktiver Tagesplanung befinden.

 

Entscheidend für die Werbewirkung ist demnach einerseits die Konzentration bei der Nutzung des Mediums und andererseits die zugrunde liegende Stimmung der Rezipienten. "Werberezeption" belegt, dass Zeitungswerbung auf die aktivsten und konzentrier­testen Nutzer trifft. Dementsprechend ist der von der Zeitung aus­gehende Kauf- und Informationsimpuls stärker als bei allen anderen tagesaktuellen Medien.

 

Die Ergebnisse der Studie stehen auf der Website der ZMG zum Download bereit (www.zmg.de).