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MEDIENGESCHICHTE

Zeitungen im Zeitraffer 2006

Eine Chronologie des Medienjahres 2006.

13. Jänner 2006: Wochenzeitung "economy" startet
Der heimische Print-Markt ist um einen Titel reicher: Die neue Wochenzeitung "economy für Forschung, Technologie und Wirtschaft" erscheint erstmals. Die Startauflage beträgt laut Verleger Christian Czaak 40.000 Stück. Thomas Jäkle und Rita Michlits zeichnen für die Chefredaktion verantwortlich. "economy" wird auf färbigen Zeitungspapier gedruckt, der Umfang beträgt zum Start 32 Seiten. Vertrieben wird ein Großteil der Auflage über Post, Trafiken und Sondervertrieb in Österreich. Ein Teil geht nach Mittel- und Osteuropa.

 

19. Jänner 2006: Euke Frank "Woman"-Chefredakteurin
Euke Frank wird neue Chefredakteurin der Frauenzeitschrift "Woman". Frank, bereits bisher Mitglied der "Woman"-Chefredaktion, folgt Uschi Fellner, die zum neuen Fellner-Tageszeitungsprojekt wechselt. Sie gehörte bereits zum Entwicklungsteam von "Woman".

 

20. Jänner 2006: VÖZ drängt auf Preissenkungen für Post-Zustellung
Der Verband Österreichischer Zeitungen beklagt "extrem hohe Tarife" der Post für die Zeitungszustellungen. Der Vorstand des Verlegerverbands "erwartet" sich daher Preissenkungen. Ab dem Jahr 2000 fiel der staatliche Zuschuss zu den Posttarifen für die Zeitungszustellung weg. Die Tarife wurden danach Schritt für Schritt erhöht, wobei Verlage, die sich mit einer Mindestmenge an die Post banden, vorerst günstiger wegkamen als Kunden ohne Mengenbindung. Mit Jänner 2006 tritt die letzte Etappe der Erhöhung in Kraft, und die "extrem hohen Tarife" gelten nun für alle Verlagskunden. Seit 2001 sind die Zustellpreise damit um bis zu 300 Prozent gestiegen. Die Zahl der durch die Post zugestellten Zeitungsexemplare ist deshalb "massiv gesunken". Verlage hätten teilweise auf die höchst kostenintensive, aber immer noch günstigere Eigenzustellung umstellen müssen, so der VÖZ.

 

25. Jänner 2006: Verleger-Kritik an EU-Fernsehrichtlinie
Kritik an der Lockerung der Fernseh-Werberegeln in der neuen EU-Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" kommt vom Verband Österreichischer Zeitungen. Der vorliegende Entwurf für die Richtlinie würde "unweigerlich einen Kommerzialisierungsschub beim Fernsehen bedeuten, der die herkömmlichen Grenzen von Programm und Werbung verwischt und sich auch negativ auf andere Medien auswirken würde", monieren die Zeitungsverleger. Bei den Werbebestimmungen fehle eine grundlegende Differenzierung zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Fernsehen. Eine solche sei notwendig, da sich öffentlich-rechtliche Sender wie der ORF anders finanzierten, nämlich überwiegend aus Gebührengeldern, als private Fernsehveranstalter, die ausschließlich auf Werbeeinnahmen angewiesen sind. Weitere Kernpunkte der Kritik sind die "Aushöhlung des fundamentalen Grundsatzes der Trennung von Programm und Werbung, die Öffnung für Einflüsse von Sponsoren auf Sendungsinhalte und die Überflutung mit Werbung durch neue Werbezeitgrenzen". Die geplante Legalisierung von Product Placement in öffentlich-rechtlichen Anstalten komme nach Ansicht des VÖZ "geradezu einer Aufforderung zur Schaltung von Schleichwerbung in Fernsehfilmen sowie Unterhaltungssendungen gleich". Mit dem öffentlichen Auftrag sei dies nicht vereinbar, weil vom gebührenfinanzierten Rundfunk ein höheres Maß an Unabhängigkeit und redaktioneller Glaubwürdigkeit zu verlangen ist als beim privaten Rundfunk. Der VÖZ plädiert dafür, dass das Verbot von Product Placement für Öffentlich-Rechtliche erhalten bleibt. Andernfalls wären etwa die österreichischen Printmedien bei der Kennzeichnung von Werbung wesentlich strengeren Regelungen unterworfen.

 

27. Jänner 2006: "Die Presse" erhält dritten Geschäftsführer
Der Vorstand der Styria Medien AG bestellt Rainer Präsoll - neben Reinhold Gmeinbauer und Chefredakteur Michael Fleischhacker - zum dritten Geschäftsführer der "Presse". Präsoll ist seit 1. Mai 2005 als Prokurist der "Presse" für "Querschnittsmaterien" wie Finanzen, Personal, Produktion und Druck, IT, Recht sowie gemeinsam mit Sylvia Dellantonio für den Internet-Auftritt der "Presse" verantwortlich.

 

29. Jänner 2006: Hans Dichand wird 85
Hans Dichand, Herausgeber und Eigentümer der "Kronen Zeitung", wird 85 Jahre alt. Zuletzt machte der Zeitungszar vor allem im Konflikt mit seinem deutschen Partner "WAZ" Schlagzeilen. Seit Jahren schwelt der Kampf um die Vorherrschaft in Österreichs größter Tageszeitung. Auch das Urteil des Schiedsgerichts im Februar 2005 brachte keinen Schlusspunkt, sondern zementierte die Patt-Situation der beiden Hälfteeigentümer. Die Schweizer Schiedsrichter gaben Dichand zwar recht und bestätigten ihn als Hauptgeschäftsführer, Ruhe kehrte aber nicht ein.

 

31. Jänner 2006: "Wiener Zeitung" baut aus
Die "Wiener Zeitung" weitet ihr Angebot aus. Eine tägliche englischsprachige Seite mit Nachrichten über Österreich sowie eine tägliche Seite, die sich nur an Manager und an den öffentlichen Dienst richtet, gehören dabei zu den wichtigsten Eckpunkten. Weitere Neuerungen: Der Programmteil wird auf vier Seiten ausgebaut und neu strukturiert. Die politische Berichterstattung wird durch eine tägliche Analysen-Seite erweitert und prominente Autoren erhalten eine eigene wöchentliche Kolumne. Eine neue tägliche Seite "Wissen" widmet sich den Themen Forschung, Universität, Schule und Medizin. Mit der Ausweitung des Angebots erhofft sich Chefredakteur Andreas Unterberger eine Fortsetzung des Auflagentrends.

 

31. Jänner 2006: Passauer steigen bei "OÖ. Rundschau" aus
Der bereits absehbare Eigentümerwechsel bei der "Oberösterreichischen Rundschau" wird vollzogen. Die Verlagsgruppe Passau gibt ihre 57 Prozent an ihren früheren Konzernchef Franz Xaver Hirtreiter und seine Lancelot Media Holding GmbH ab. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich ist weiter mit 40 Prozent an der Wochenzeitung beteiligt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Hirtreiter war von 1988 bis 2004 Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Passau, unter seiner Leitung erfolgte auch 1991 der mehrheitliche Einstieg beim Linzer Landesverlag, der die erste Auslandsbeteiligung des Passauer Konzerns war. Nun wird er mit seinem neu gegründeten Unternehmen Mehrheitseigentümer der Landesverlag Holding. Neben Raiffeisen ist noch mit drei Prozent die Österreichische Media Data Vertriebs- und Verlags GmbH der ÖVP an Bord.

 

2. Februar 2006: "Krone"-Chefredakteur Kuhn "fassungslos"

"Krone"-Eigentümer Hans Dichand spricht eine fristlose Entlassung gegen seinen Chefredakteur Michael Kuhn aus. Kuhn, neben Dichand-Sohn Christoph in der Chefredaktion, akzeptiert dies nicht und reicht Klage bei Gericht ein. Die Eskalation macht Kuhn, der seit der Gründung im Jahr 1959 für die Zeitung gearbeitet hat, "fassungslos".

 

3. Februar 2006: Konflikt um Mohammed-Karikaturen
Der Streit um die Mohammed-Karikaturen zieht Kreise bis nach Österreich. Die Haltung der heimischen Tageszeitungen zu den umstrittenen Karikaturen des Propheten Mohammed, die zuerst vom dänischen Blatt "Jyllands Posten" veröffentlicht wurden und die in der islamischen Welt heftige Proteste ausgelöst haben, fällt unterschiedlich aus. Während "Der Standard", "Die Presse" und die "Kleine Zeitung" Zeichnungen der Satire-Reihe abgedruckt haben, lehnen die "Tiroler Tageszeitung" und der "Kurier" dies ab. In der Steiermark treten Austräger der "Kleinen Zeitung" in den Ausstand und protestieren damit gegen den Abdruck in der "Kleinen". Chefredakteur Erwin Zankel verteidigt die Veröffentlichung. "Ich denke, im Sinne der Informationspflicht war es richtig. Aber Sie können sicher sein, dass wir niemanden in seinem Glauben verletzen wollten, und mir scheint halt diese Aufregung geschürt und gesteuert, wenn vier Monate nach der Erstveröffentlichung dieser Karikaturen plötzlich in allen moslemischen Ländern Demonstrationen und Gewalttätigkeiten stattfinden."

 

6. Februar 2006: "WAZ" beantragt Einstweilige gegen Dichand
Im Konflikt um die Chefredaktion der "Kronen Zeitung" leitet die WAZ-Gruppe gerichtliche Schritte gegen "Krone"-Hauptgeschäftsführer Hans Dichand ein. Per einstweiliger Verfügung soll Michael Kuhn, der von Dichand abgesetzte Chefredakteur, wieder Zutritt zum "Krone"-Haus erlangen.

 

24. Februar 2006: Medicur-Einstieg bei ORS genehmigt
Die Kartellbehörden haben keine Einwände gegen den 40-Prozent-Einstieg der Raiffeisen-Holding Medicur bei der ORF-Sendetechniktochter ORS. Die Bewilligung ist an einige Auflagen gebunden: Die ORS darf selbst nicht Rundfunkveranstalter sein, der elektronische Programm-Guide (EPG) darf nicht von einem Medienunternehmen besorgt werden. Dies solle vor allem Bedenken des Kartellrichter, "dass die Printmarktmacht von Raiffeisen nicht auch auf die elektronischen Medien durchschlägt", ausräumen.

 

2. März 2006: Styria-Chef Horst Pirker als VÖZ-Präsident bestätigt
Der Verband Österreichischer Zeitungen bestätigt im Zuge seiner Generalversammlung und der Neuwahl des Vorstands Styria-Chef Horst Pirker einstimmig als Präsident. Oscar Bronner ("Der Standard"), Rudolf Chmelir ("OÖ. Rundschau"), Max Dasch ("Salzburger Nachrichten") und Georg Waldstein ("Gewinn") sind die Vizepräsidenten. Weiters gehören dem Präsidium Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten"), Hans Peter Halouska ("auto touring"), Wolfgang Altermann ("Kronen Zeitung"), Rudolf A. Cuturi ("OÖNachrichten"), Harald Knabl ("NÖN"), Hans Georg Otto ("Kurier"), Hermann Petz ("Tiroler Tageszeitung") und Oliver Voigt (News-Gruppe) an.

 

2. März 2006: Pirker ortet "Suizidgefahr" beim ORF
Am Rande der VÖZ-Generalversammlung gibt es heftige Diskussionen über das duale System: Bei einer Podiumsdiskussion kritisiert VÖZ-Präsident Horst Pirker die "Gegengeschäftspragmatik" von ORF und Politik, die sogar in einem "erweitertem Suizid" des Öffentlich-Rechtlichen enden könnte. Pirker macht sich Sorgen um den ORF. "Die jeweiligen Regierungen nehmen den Öffentlich-Rechtlichen in ihre Geiselhaft, im Gegenzug erhält der ORF Finanzierungsmöglichkeiten. Das halte ich für den ORF für fatal." Man müsse danach streben, "dass der ORF nachhaltig überlebensfähig bleibt, nicht nur über ein, zwei Regierungsperioden". Alexander Wrabetz, Kaufmännnischer ORF-Direktor, plädiert dafür, dass die EU-Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" auch für die neuen Marktteilnehmer aus dem Telekom-Bereich gilt, es brauche zudem "Mechanismen, um die Unabhängigkeit des ORF von der Politik zu verbessern".

 

9. März 2006: Plattform der Medienverbände gegründet
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), der Österreichische Zeitschriften- und Fachmedienverband (ÖZV), der Verband der Regionalmedien Österreichs (VRM) sowie der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) bilden die "Plattform österreichischer Medienverbände". Ziel ist die verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen Medienpolitik und Medienrecht, Aus- und Weiterbildung sowie in wirtschaftlichen und sozialpolitischen Fragen. Beabsichtigt wird auch der Austausch von Branchendaten, um die Außenwirkung der Medienbranche, insbesondere gegenüber der Politik, zu verstärken. Die neue "Plattform österreichischer Medienverbände" will sich vor allem für den Wegfall der Werbeabgabe, den Ausbau und die Stärkung des dualen Rundfunksystems, Chancengleichheit im Wettbewerb untereinander und mit dem gebührenfinanzierten ORF, die Stärkung der Urheber- und Nutzungsrechte bei Verlagen und Rundfunkunternehmen sowie optimale Bedingungen im Zustellwesen einsetzen. Die privaten Medien erzielten 2005 einen Anteil von rund 67 Prozent am klassischen Werbeaufwand, was in Summe 1,49 Milliarden Euro brutto entspricht.

 

15. März 2006: Gegen generelle Werbeverbote
Der Verband Österreichischer Zeitungen erteilt Überlegungen zu generellen Werbeverboten eine strikte Absage. "Jede Ausweitung von Werbeverboten lehnen wir ab", so Verbandsgeschäftsführer Walter Schaffelhofer. "Es wäre schon wünschenswert, wenn man sich diesem Thema differenziert widmen würde und nicht immer gleich mit der Keule kommt." Die Argumentationslinie des VÖZ: "Alles, was legal produziert wird, muss auch legal beworben werden können." Die Wirkung von Werbeverboten sei ohnehin zweifelhaft.

 

17. März 2006: Post missbraucht bei Zeitungszustellung Marktmacht
Die Österreichische Post missbraucht mit ihren Vertragsbedingungen für die Zeitungszustellung ihre marktbeherrschende Stellung, entscheidet der Oberste Gerichtshof. Der private Zusteller Redmail, eine Tochter der Styria Medien AG, hatte das Verfahren angestrebt. Nach Redmail-Angaben geht es für die Post AG um ein Auftragsvolumen von 100 Millionen Euro, was von der Post nicht bestätigt wird. Zeitungsverlage konnten aus den Fünfjahresverträgen mit der Post bisher nur aussteigen, wenn sie eine hohe Pönale in Kauf nahmen, denn das 2001 fixierte Preismodell verknüpfte Rabatte mit einer so genannten Mengenbindung. Post-Konkurrent Redmail sah dadurch den Wettbewerb verzerrt, da Verleger am Wechsel des Zustellers gehindert würden.

 

22. März 2006: Voigt sieht News-Gruppe gut aufgestellt
Der neue Generalgeschäftsführer der Verlagsgruppe News, Oliver Voigt, sieht das Medienunternehmen gut aufgestellt. Man sei jetzt am überlegen, "was man daraus machen kann". Geplant sind laut Voigt Relaunches, Zusatzangebote wie etwa Buchserien sowie neue Magazine, darunter ein "Gala" für Österreich.

 

23. März 2006: Media-Analyse 2005
Die österreichischen Tageszeitungen kommen 2005 auf eine nationale Reichweite von 74,2 Prozent oder 5,080 Millionen Leser. Das geht aus den aktuellen Daten der Media-Analyse hervor. Bei den Tageszeitungen bleibt die "Kronen Zeitung" mit 44,9 Prozent Reichweite bzw. 3,074 Millionen Lesern unangefochten größtes Blatt des Landes. Die "Kleine Zeitung" kommt auf 12,2 Prozent Reichweite, was 838.000 Lesern entspricht, der "Kurier" verzeichnet 11,3 Prozent Reichweite (771.000 Leser). "Der Standard" weist eine Marktdurchdringung von 5,9 Prozent (404.000 Leser), die "OÖNachrichten" eine von 5,0 Prozent (345.000 Leser) auf. Die "Tiroler Tageszeitung" kommt auf 4,8 Prozent (326.000 Leser), "Die Presse" erreicht ebenfalls 4,8 Prozent (325.000 Leser). Die weiteren Ergebnisse: "Salzburger Nachrichten" 4,3 Prozent (294.000 Leser), Vorarlberger Nachrichten 3,0 Prozent (205.000 Leser), WirtschaftsBlatt 1,5 Prozent (103.000 Leser), "Kärntner Tageszeitung" 1,2 Prozent (79.000 Leser), "Die Neue" 0,8 Prozent (58.000 Leser), "Neue Vorarlberger Tageszeitung" 0,8 Prozent (54.000 Leser). In der Kategorie Magazine kommt die "Ganze Woche" auf 15,1 Prozent Reichweite (1,034 Millionen Leser). Für die Programm-Illustrierte "tv-media" werden 13,9 Prozent Reichweite (954.000 Leser) ermittelt, für die Info-Illustrierte "News" sind es 13,1 Prozent (894.000 Leser) und für das Nachrichtenmagazin "profil" 6,1 Prozent (416.000 Leser). Bei den regionalen Wochenzeitungen präsentieren sich die "NÖN" mit einer Reichweite von 10,1 Prozent (695.000 Leser). Für die "OÖ. Rundschau" gibt es 9,6 Prozent (659.000 Leser).

 

23. März 2006: ORF erzielt Rekordgewinn
Die ORF-Bilanz ist dank des Raiffeisen-Einstiegs bei der ORF-Sendetechnik hoch in den schwarzen Zahlen. Der öffentlich-rechtliche Sender steigert das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von 1,2 Millionen Euro 2004 auf 51,7 Millionen Euro im Jahr 2005. ORF-Generaldirektorin Monika Lindner und der Kaufmännische Direktor Alexander Wrabetz erzielen damit den höchsten operativen Gewinn in der ORF-Geschichte. Gerd Bacher erwirtschaftete 1994 ein EGT von Euro 44,4 Millionen, Gerhard Zeiler fuhr 1997 37,4 Millionen ein.

 

23. März 2006: Zeitdruck auf Journalisten wächst
Österreichische Printjournalisten fühlen sich immer stärker unter Druck gesetzt - und zwar von der immer schneller werdenden Informationsflut durch Internet, Politik und Wirtschaft. Das ergibt eine Studie der KommAustria und des Kuratoriums für Journalistenausbildung (KfJ) unter 300 Zeitungs- und Zeitschriftenjournalisten. Druck verspüren die Journalisten dabei von Seiten der Werbewirtschaft (40 Prozent) wie auch von der Politik (rund 32,3 Prozent). Auch das Internet macht den Journalisten Stress. Jeder Zweite findet, dass durch E-Mail und Internet sein Arbeitsstress zugenommen hat. Rund 92 Prozent der Printjournalisten klagen über eine Zunahme der Informationsflut und 75 Prozent über wachsenden Zeitdruck. Gleichzeitig beschäftigen sich Journalisten im Schnitt fast eineinhalb Stunden täglich mit E-Mail-Kommunikation; im Web werden mehr als eineinhalb Stunden verbracht.

 

24. März 2006: Wolfgang Weber wird "News"-Chefredakteur
Wolfgang Fellner, der im Herbst eine neue Tageszeitung auf den Markt bringt, verliert noch vor dem Start einen wichtigen Mitarbeiter. Andreas Weber, zuletzt "Format"-Chefredakteur und beim Fellner-Blatt als einer der Chefredakteure und Innenpolitik-Chef vorgesehen, springt von dem Projekt ab und wechselt in die News-Gruppe zurück. Weber wird Chefredakteur bei der Info-Illustrierten "News". Weber wird bei "News" gemeinsam mit Josef Votzi die Chefredaktion bilden, Alfred Worm bleibt unverändert Herausgeber.

 

28. März 2006: Neue Fellner-Zeitung heißt "Österreich"
Der Titel der neuen Fellner-Tageszeitung lautet "Österreich", starten wird das Blatt im September, gibt Wolfgang Fellner bekannt. Vorbild ist mit "USA Today" eine der erfolgreichsten Tageszeitungen der Welt. Die Druckauflage zum Start soll 250.000 Stück betragen, die Sonntagsauflage bei 600.000 Exemplaren liegen. Ziel-1-Gebiet der neuen Zeitung sind Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. Danach will man ein Bundesland nach dem anderen in Angriff nehmen. Gedruckt wird "Österreich" bei Goldmann in Tulln sowie bei der Passauer Verlagsgruppe in Bayern. Wichtigster Kooperationspartner beim Vertrieb ist der Pressevertrieb Morawa. Neu ist auch das Format der Tageszeitung. Die Eckdaten: Höhe 340 Millimeter, Breite 251 Millimeter. Fellner spricht von der "Umsetzung des neuen Tabloid-Formats für Österreich". Das inhaltliche Konzept skizziert Herausgeber und Chefredakteur Werner Schima: "Drei Zeitungen in einer." Der erste Teil umfasst überregionale Themen wie Politik, Wirtschaft, Chronik, Kultur, Sport sowie Meinung. Im zweiten Teil geht es ums Regionale, und in der dritten Zeitung findet man in Hochglanz-Drucktechnologie Frauenthemen, Lifestyle, Mode, Fernsehen und neue Medien. Angesiedelt ist die Redaktion im Akademiehof am Wiener Karlsplatz - in einem digitalen Newsroom, in dem die Print- sowie die Online-Redaktion auf einer Ebene integriert zusammen arbeiten. Die Finanzierung der neuen Fellner-Tageszeitung "Österreich" erfolgt über Kredite durch ein österreichisches Bankenkonsortium - bestehend aus acht Kreditinstituten. Der Umfang beträgt 50 Millionen Euro über eine Laufzeit von 13 Jahren. Konsortialführer und größter Kreditgeber ist die BA-CA. Weitere Finanziers sind die 3-Banken-Gruppe, RZB, Investkredit, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien und die Spengler-Bank. Mit Raiffeisen ist auch ein Kreditgeber an Bord, der selbst stark im Mediengeschäft ("Kurier", News-Gruppe) engagiert ist. Im ersten Geschäftsjahr rechnet Fellner mit Gesamterlösen in der Höhe von 30 Millionen Euro. Die Gesamtkosten sollen sich laut Business-Plan auf 50 Millionen belaufen. Den "Break-even" will man innerhalb von fünf Jahren erreichen.

 

30. März 2006: Styria startet Wochenzeitung in Kroatien
Die Styria Medien AG - in Kroatien bereits mit den Tageszeitungen "Vecernji list" und "24 Sata" vertreten - startet in der Hauptstadt Zagreb die Gratis-Wochenzeitung "Metropola". Das neue Wochenblatt wird 64 Seiten stark sein und mit einer Auflage von 50.000 Stück erscheinen.

 

1. April 2006: Michael Grabner für "Kurier" in Mediaprint
Michael Grabner vertritt künftig die Kurier-Gruppe im Gesellschafterausschuss der Mediaprint. Der österreichische "Medienlegionär" folgt in diesem Mandat Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad nach. Grabner kennt den Kurier-Verlag gut: Der WU-Absolvent stieg dort nach einem Karrierebeginn in der Markenartikelbranche im Jahr 1980 als Marketingleiter ins Medienbusiness ein. Ab 1986 war er Vorstand der Kurier-AG, ab 1988 zusätzlich Geschäftsführer der Mediaprint Verlags- und Druckerei GmbH. 1991 wechselte er als Geschäftsführer zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck nach Stuttgart, seit Mai 2001 ist er dort stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Flaggschiffe des Holtzbrinck-Konzerns sind "Die Zeit", "Der Tagesspiegel" und die Verlagsgruppe Handelsblatt.

 

1. April 2006: Chefredakteurs-Wechsel bei der "Kleinen Zeitung"

Generationenwechsel bei der "Kleinen Zeitung". Chefredakteur Erwin Zankel, der 65 Jahre alt wird, geht in Pension. Neuer Redaktionsleiter wird Hubert Patterer, seit 1984 für die "Kleine Zeitung" tätig. Der gebürtige Kärntner ist seit dem Jahr 2000 stellvertretender Chefredakteur der "Kleinen". Neuer stellvertretender Chefredakteur wird Thomas Götz, zuletzt stv. Nachrichtenchef der "Berliner Zeitung" und davor Rom-Korrespondent der "Kleinen". Ebenfalls neu an Bord und Mitglied der Chefredaktion ist Ernst Sittinger, der zuvor Chef der Steiermark-Ausgabe der Tageszeitung "Die Presse" war.

 

1. April 2006: Peter Pelinka neuer "Format"-Chefredakteur
Peter Pelinka, langjähriger Co-Chefredakteur der Info-Illustrierten "News", wechselt als Chefredakteur zum ebenfalls in der News-Gruppe erscheinenden Wirtschaftsmagazin "Format". Herausgeber von "Format" bleibt wie bisher Herbert Langsner.

 

19. April 2006: Pressehandbuch mit Online-Portal
Das Pressehandbuch des Verbandes Österreichischer Zeitungen erscheint erstmals mit einem Online-Portal. Die bereits 54. Auflage des Standard-Nachschlagewerks für die Medienbranche bietet wieder eine umfangreiche Daten- und Kontaktsammlung zu Medien und Werbung in Österreich. Auf 1.000 Seiten sind Informationen zu 3.500 Zeitungen, Magazinen und Fachpublikationen zu finden. Neu ist das Online-Portal www.pressehandbuch.at, mit dem über 10.000 Kontaktpersonen direkt abfragbar sind und die CD-ROM-Ausgabe abgelöst wird.

 

26. April 2006: "Heute" kooperiert mit News-Gruppe
Die Gratis-Tageszeitung "Heute" wird nach Niederösterreich und in die steirische Landeshauptstadt Graz expandieren. Darüber hinaus gibt es eine Marketingkooperation mit der News-Gruppe, kündigen die "Heute"-Geschäftsführer Eva Dichand und Wolfgang Jansky an. Mit den Expansionsschritten peilt "Heute" eine Auflage von über 400.000 Exemplaren täglich an und will sich hinter der "Kronen Zeitung" als "zweitgrößte Tageszeitung" des Landes positionieren. Neu ist die Marketingkooperation mit der News-Gruppe. Künftig werde täglich eine Doppelseite von "Heute" mit Inhalten der News-Magazine "Woman", "Xpress", "tv-media", "News" und "Format" bespielt. Geplant sind darüber hinaus gemeinsame Gewinnspiele und SMS-Votings.

 

2. Mai 2006: Vorarlberger Medienhaus will weiter wachsen
Das Vorarlberger Medienhaus von Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten") will weiter wachsen, sowohl in Osteuropa als auch im deutschsprachigen Raum. "Wir könnten uns durchaus vorstellen, eine kleinere oder mittlere regionale Tageszeitung in Deutschland zu erwerben", kündigt Russ an. Gleichzeitig gibt das Vorarlberger Medienhaus die Erweiterung seiner Führungsorganisation bekannt, um sich auf weitere Entwicklungsschritte vorzubereiten. So wird Helmar Hipp Geschäftsführer der Zeitungsverlag und Druckerei GmbH, welche die "Vorarlberger Nachrichten" produziert. Hipp übernimmt den Bereich Finanzen und wird die Aktivitäten und Beteiligungen in Deutschland verantworten. Der 39-jährige Hipp kann auf zehn Jahre Erfahrung in verschiedenen Management- und Führungspositionen zurückgreifen, u. a. in der deutschen Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Zusätzliche Verstärkung erfährt der Finanzbereich der Gruppe auch durch das Engagement von Barbara Schmalhardt, die die Leitung der Finanzen des Medienhauses übernimmt. Hipp übernimmt sein vorläufiges Aufgabengebiet vom langjährigen Geschäftsführer Herbert Hager, der Ende 2006 auch die Verantwortung für Technik und Produktion im Unternehmen an Hipp abtreten wird. Hager hat das Unternehmen in den vergangenen 25 Jahren gemeinsam mit Russ geleitet. Er wird sich zukünftig auf die Funktion als Holdinggeschäftsführer im Medienhaus konzentrieren.

 

3. Mai 2006: Concordia-Preise verliehen
Anlässlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit werden die Concordia-Preise 2005 verliehen. Die Wiener Stadtzeitung "Falter" erhält die Auszeichnung in der Kategorie Pressefreiheit, in der Kategorie Menschenrechte wird der ORF-Reporter Friedrich Orter geehrt. Leon Zelman, Autor und Leiter des "Jewish Welcome Service" (JWS), bekommt den Ehrenpreis für sein Lebenswerk überreicht.

 

5. Mai 2006: "OÖN" und Moser Holding kooperieren
Die Schaffung einer starken "Westachse" im Tageszeitungsgeschäft kündigen die Wimmer Medien Gruppe ("OÖNachrichten") und die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Neue Zeitung für Tirol") an. Demnach will man bei der von den "OÖNachrichten" geplanten Gratis-Tageszeitung für Linz sowie im Marketing zusammenarbeiten. "Einerseits ist vorgesehen, dass sich die 'Neue und das neue Produkt der Wimmer Medien Gruppe durch den Austausch von redaktionellen Beiträgen gegenseitig unterstützten", erklären "OÖN"-Herausgeber Rudolf A. Cuturi und Moser-Vorstand Hermann Petz; andererseits sei "mittelfristig auch eine Kooperation im Anzeigensektor angedacht". Ziel der "Westachse" sei es, der Werbewirtschaft gemeinsame Einschaltungen in mehreren Bundesländern zu ermöglichen.

 

5. Mai 2006: Conny Bischofberger neue Chefin beim "Sonntags-Kurier"
Conny Bischofberger, bisher Star-Interviewerin bei der "Kronen Zeitung", wird neue Chefin des "Sonntags-Kurier". Bischofberger wurde ursprünglich von Wolfgang Fellner für dessen Tageszeitungsprojekt "Österreich" von der "Krone" abgeworben. Nun wechselt sie von dort zum "Kurier".

 

10. Mai 2006: "SN" und "OÖN" gehen Online-Partnerschaft ein
Die "Salzburger Nachrichten" und die "OÖNachrichten" werden Partner in der Vermarktung ihrer Online-Plattformen. Künftig werden alle Online-Kunden und Partner der beiden Medienhäuser durch ein gemeinsames Verkaufsbüro in Wien direkt betreut. "Werbetreibende erzielen durch kombinierte Buchung in den dynamischen Wirtschaftsräumen Salzburg und Oberösterreich hohe Reichweiten und maximale Werbewirksamkeit - und das zu preiswerten Tarifen", heißt es. Das Angebot reicht von klassischen Online-Schaltungen bis zu kundenspezifischen Sponsorings und Kooperationen.

 

11. Mai 2006: "Anzeigen des Jahres" ausgezeichnet
Der Verband Österreichischer Zeitungen vergibt seine renommierten Werbepreise für kreative Printwerbung, die erstmals unter dem Namen ADGAR verliehen werden. "Printwerber des Jahres" wird die Wiener Städtische. Auch die Auszeichnung für den "Kreativen Einsatz von Printwerbung" heimst die Wiener Städtische gemeinsam mit der Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann für eine groß angelegte Tageszeitungsummantelung ein. Demner, Merlicek & Bergmann ist mit insgesamt vier Platzierungen in sechs Kategorien erfolgreichste Werbeagentur vor Lowe GGK und FCB Kobza mit je drei "Stockerlplätzen". VÖZ-Präsident Horst Pirker dankt der Werbewirtschaft für ihr Vertrauen in Zeitungen und Zeitschriften. "Obwohl der Wettbewerb zunehmend härter wird, war Print mit beachtlichen 57 Prozent Anteil am Werbeaufwand in klassischen Medien auch 2005 die absolute Nummer eins in Österreich." Dies sei auch im internationalen Vergleich ein "Spitzenwert". Zeitungen und Magazine würden der Werbewirtschaft rasche, flexible und preiswerte Lösungen bieten, und das längst auch "crossmedial" innerhalb starker Markenwelten der Häuser, betont der Vorstandsvorsitzende der Styria Medien AG.

 

15. Mai 2006: Trend zu kleinen Formaten hält an
Der Trend zu Tabloid-Formaten bei Tageszeitungen hält an. "Mehr und mehr Zeitungen steigen auf ein kleineres Format um", berichtet Norbert Küpper, Gründer und Organisator des European Newspaper Awards für "vorbildliches" Zeitungsdesign, beim European Newspaper Congress in Wien. In Österreich, wo Kleinformate wie "Kronen Zeitung" und "Kleine Zeitung" die Reichweiten-Statistiken dominieren, startet im Herbst mit "Österreich" ein weiteres Tabloid. Die "European Newspaper Awards" gehen an "The Guardian", "Kleine Zeitung", "Östersunds Posten", "Kauppalehti Presso" und "Die Zeit".

 

15. Mai 2006: Günther Nenning gestorben
Mit Günther Nenning stirbt eine der schillerndsten Persönlichkeiten aus dem Bereich Journalismus und Politik. Der 84-Jährige war bis zuletzt als Kolumnist bei der "Kronen Zeitung" aktiv. Seine journalistische Laufbahn begann er beim steirischen SPÖ-Organ "Neue Zeit", ab 1958 war er Mitherausgeber von Friedrich Torbergs "Forum" in Wien. Der Doppeldoktor agierte auch als Moderator der ORF-Diskussionsreihe "Club 2" und war Autor für den "Spiegel" und "Die Zeit". Von Altkanzler Bruno Kreisky wurde er einst als "Wurschtl" abqualifiziert. Weder die SPÖ- noch die ÖGB-Granden verziehen ihm sein Engagement gegen das Kraftwerk Hainburg: Partei und Gewerkschaft schlossen den als "Au-Hirsch" verkleideten Umweltaktivisten 1985 aus. Nenning zählte zu den Gründungsvätern der Grünbewegung und war über Jahrzehnte Vorsitzender der Journalistengewerkschaft.

 

16. Mai 2006: Gratiszeitungen sorgen für "Revolution"
Gratiszeitungen überschwemmen den europäischen Medienmarkt. In Österreich gibt es in Wien mit "Heute" ein Gratisblatt, das auf Expansionskurs in die Bundesländer ist. In Graz und Linz starten demnächst weitere Gratiszeitungen. Peter Rothenbühler, Chefredakteur der Westschweizer Tageszeitung "Le Matin", verkündet beim European Newspaper Congress die gute Nachricht im Zusammenhang mit Gratiszeitungen: Es gelinge wieder, junge Leute für die Tageszeitung zu begeistern und das sei eine "Revolution".

 

17. Mai 2006: Vorhofer- und Hochner-Preis verliehen
Antonia Gössinger von der "Kleinen Zeitung" Kärnten wird mit dem renommierten Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus ausgezeichnet. Zum zweiten Mal wird auch der Robert-Hochner-Preis für herausragende journalistische Leistungen in elektronischen Medien vergeben und zwar an "ZiB 2"-Moderator Armin Wolf.

 

19. Mai 2006: Weg frei für Adria Magazines Holding
Die kroatische Wettbewerbsagentur genehmigt die Bündelung der Magazin-Aktivitäten von Styria International, Gruner+Jahr und Sanoma Magazines International. Damit ist der Weg frei zur Gründung der Adria Magazines Holding (AMH), die auch die Magazingeschäfte der Partner in Slowenien und Serbien-Montenegro umfasst. Das Joint Venture und seine Tochtergesellschaften werden mit rund 40 Titeln (u. a. "Geo", "Elle", "Story", "National Geographic", "Men's Health") in den Märkten vertreten sein.

 

22. Mai 2006: Grazer Gratis-Tageszeitung "ok" startet
Mit einem Blitz-Start der neuen Gratis-Tageszeitung "ok" kommt die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "WirtschaftsBlatt") der Konkurrenz von "Heute" zuvor. Verbreitungsgebiet ist der Großraum Graz mit rund 400.000 Einwohnern. Aufliegen wird das zwischen 24 und 32 Seiten starke, geheftete Gratisblatt zwischen Montag und Freitag an über 100 Entnahmeboxen bei Haltestellen, Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen, ausgewählten Spar-Filialen, der Grazer Bäckerei-Kette Martin Auer sowie im Eingangsbereich des Magna Steyr-Werks im Süden von Graz. Chefredakteur ist Georg Lux, zuvor Lokalchef der "Kleinen Zeitung" in Kärnten.

 

29. Mai 2006: Styria übernimmt Mehrheit am "WirtschaftsBlatt"
Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") übernimmt die Mehrheit am "WirtschaftsBlatt". Darauf einigt sich der steirische Medienkonzern mit dem Hälfte-Partner Bonnier. Demnach kauft die Styria von der schwedischen Bonnier-Gruppe deren Beteiligung in Höhe von knapp 50 Prozent an der WirtschaftsBlatt Verlag AG beziehungsweise von 50 Prozent an der WirtschaftsBlatt Online GmbH. Die Styria hält so unmittelbar beziehungsweise mittelbar über ihre Aktiengesellschaft styria.multimedia insgesamt über 98 Prozent am "WirtschaftsBlatt" sowie 100 Prozent am Internet-Portal. Der Einigung gehen mehrmonatige Verhandlungen voraus. Angaben über den Kaufpreis werden nicht gemacht. Neuer Vorstandsvorsitzender beim "WirtschaftsBlatt" wird Hans Gasser. Bei der styria.multimedia agiert Michael Tillian künftig als Alleinvorstand.

 

30. Mai 2006: Pressefotos des Jahres gekürt
Was international gang und gäbe ist, wird nun auch in Österreich etabliert: die Auszeichnung zum Pressefoto des Jahres. Im Wiener Semper Depot wird der von der Austria Presse Agentur und Canon Österreich ins Leben gerufene Fotopreis "Objektiv" verliehen. Der Hauptpreis geht an den freien Fotografen Robert Newald, der mit einem Foto für den "Standard" reüssiert. Insgesamt werden Preise in sechs Kategorien vergeben.

 

31. Mai 2006: Eva Dichand auch "Heute"-Herausgeberin
Eva Dichand wird neben ihrer Funktion als Geschäftsführerin auch Herausgeberin der Gratis-Tageszeitung "Heute". Die Schwiegertochter von Hans Dichand ("Kronen Zeitung") übernimmt ihre neue Funktion zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben. Bestellt wird sie in diese Funktion von den Eigentümervertretern des Gratisblattes, der Stiftung Periodika und der Fidelis Medien- und VerlagsGmbH, deren Geschäftsführerin Eva Dichand selbst ist.

 

31. Mai 2006: Alfred Grinschgl als RTR-Chef verlängert
Alfred Grinschgl wird für weitere fünf Jahre zum Geschäftsführer für den Fachbereich Rundfunk der Rundfunk- und Telekom Regulierungs GmbH (RTR) in der Medienbehörde KommAustria bestellt. Die RTR wurde 2001 als Geschäftsapparat der KommAustria eingerichtet. Grinschgl, einer der Pioniere des Privatradios in Österreich, wurde damals Geschäftsführer für den Rundfunkbereich.

 

1. Juni 2006: Journalisten-Gehälter um drei Prozent angehoben
Die Tarifgehälter der Journalisten werden um drei Prozent angehoben. Auch bei den so genannten Quinquennien gibt es eine Erhöhung um drei Prozent. Die Gesamterhöhung pro Dienstnehmer beträgt maximal 115 Euro. Die Pauschalen für freie Mitarbeiter werden ebenfalls um die selben Beträge erhöht. Die Einigung gilt für die bei österreichischen Tages- und Wochenzeitungen angestellten Redakteure, Redakteursaspiranten und Reporter.

 

7. Juni 2006: "VN" ist "Newspaper of the Year 2006"
Die "Vorarlberger Nachrichten" werden auf dem Weltkongress der Zeitungen in Moskau als "Tageszeitung des Jahres 2006" ausgezeichnet. Qualitätsjournalismus, Innovationskraft, Multimedialität und Wirtschaftlichkeit waren laut Jury als Erfolgskriterien für die Auszeichnung ausschlaggebend. "An erster Stelle steht Qualitätsjournalismus. Das ist eine Bedingung sine qua non. Ohne das geht nichts", so Jurymitglied Claude Erbsen, ehemaliger Vizepräsident der Nachrichtenagentur AP und nun Director und Senior Consultant der Innovation Media Consulting Group. "Gutes Management und Rentabilität machen Qualitätsjournalismus erst möglich und erlauben die Unabhängigkeit. Für uns zählen aber auch die Ausstattung der Redaktion, die Interaktion mit den Lesern sowie mit Anzeigenkunden, Serviceleistungen für die Gemeinschaft, die Verwendung von Multimedia-Plattformen und der innovative Technologie-Einsatz", so Erbsen. Die Jury würdigt außerdem die Bürgerbeteiligungsmodelle der "Vorarlberger Nachrichten", die während der Woche fast 70 Prozent und am Samstag mehr als 80 Prozent der Vorarlberger erreicht.

 

10. Juni 2006: Hubertus Czernin gestorben
Der Journalist und Verleger Hubertus Czernin stirbt an einer seltenen chronischen Zellerkrankung im 51. Lebensjahr. Czernin war von 1992 bis 1996 Herausgeber des Nachrichtenmagazins "profil". Zuletzt leitete der gebürtige Wiener seinen 1999 gegründeten Czernin Verlag.

 

15. Juni 2006: "SN"-Herausgeber Max Dasch wird 60
Ein knappes Jahr nach "seiner" Zeitung feiert der Eigentümer der "Salzburger Nachrichten", Max Dasch, seinen 60. Geburtstag. Der "SN"-Herausgeber und -Geschäftsführer übernahm 1977 nach dem Tod seines Vaters die Leitung der Geschäfte. Max Dasch senior hatte das Blatt 1945 zusammen mit Gustav Canaval gegründet. Jubilar Dasch wurde am 15. Juni 1946 geboren und studierte nach der Matura Philosophie in Wien. Nach seiner Promotion zum Dr. phil. 1971 absolvierte er ein Volontariatsjahr bei der "Süddeutschen Zeitung" und trat 1972 auf Drängen seines Vaters bei den "Salzburger Nachrichten" ein. Kaum ein Jahr nach der Übernahme der "SN"-Anteile der Familie des 1959 verstorbenen Gustav Canaval durch die Familie Dasch starb Max Dasch senior am 21. September 1977. Sein Sohn, heute gemeinsam mit seiner Schwester Alleineigentümer des Verlagshauses, übernahm die Geschäftsführung der "Salzburger Nachrichten". Das Qualitätsblatt hat laut Media-Analyse eine Reichweite von 4,3 Prozent und erreicht damit 294.000 Leser. Für die "Salzburger Nachrichten" hat Dasch insbesondere drei wichtige Weichenstellungen vorgenommen: Im Jahr 1989 mutierte das Blatt durch die Einführung einer Österreich-Ausgabe von einer Bundesländer- zu einer überregionalen Zeitung. Ein Jahr später fiel die Entscheidung zum Bau eines Druckzentrums in Salzburg, das von einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der "Salzburger Nachrichten" und der Mediaprint betrieben wird - die "SN" werden seit Juli 1994 dort gedruckt. Seit Herbst 1995 erscheint der Lokalteil der "SN" im Kleinformat. Auch in der heimischen Medienpolitik hat Dasch als langjähriger Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen und nunmehriger Vizepräsident Spuren hinterlassen.

 

20. Juni 2006: Mit Zeitung Wert(e) schaffen
Printmedien können "Wert(e) schaffen" - es kommt nur auf den richtigen Weg zum Leser und Kunden an. "Wert.Voll: Wie Print Wert(e) schafft" lautet denn auch das Motto des 14. Symposiums der Print Akademie des VÖZ. Für Peter Hartmeier, Chefredakteur des Schweizer "Tages-Anzeigers", geht das etwa durch die Verbindung des Mediums Zeitung mit den neuen Medien zu einer "grenzenlosen Zeitung". Angesichts des 24-stündigen Stroms von "Belanglosigkeiten und Schrott" müssten die Medienmacher hilfreiche Information bieten, den pointierten Kommentar, die Erklärung des Zusammenhangs oder die erhellende Recherche eines unerwarteten Themas, "auf das ich selbst nicht gekommen wäre, das ich im Internet nicht gesucht hätte".

 

26. Juni 2006: Moser Holding startet Tiroler Gratis-Tageszeitung
Der Tiroler Medienmarkt wird um einen Titel reicher. Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") lanciert ihre Gratistageszeitung mit dem Titel "Neue Express". Zum Start hat die Zeitung 24 Seiten, die Startauflage beträgt 10.000 Stück. Manfred Schiechtl, Chefredakteur der "Neuen", zeichnet auch für den "Express" verantwortlich, dessen kleine Redaktion quasi an jene der Neuen angedockt ist. Die Blattlinie des als "reine Pendlerzeitung" konzipierten Blattes: Ein "unterhaltsamer Tagesüberblick", Lokales, Chronik, Sport, Kultur sowie ein "breites Serviceangebot" inklusive TV-Programm und Terminen. Eine Kannibalisierung mit der "Neuen" werde durch unterschiedliche Positionierung vermieden. Die Zielgruppe der Gratistageszeitung ist mit den 19- bis 59-Jährigen etwas weiter gefasst als jene der "Neuen" (19 bis 49 Jahre).

 

22. Juni 2006: APA bekommt neues Mitglied
Pünktlich zu ihrem 60. Jubiläum als unabhängige Nachrichtenagentur kann die APA - Austria Presse Agentur eine Reihe von Neuerungen in eigener Sache vermelden: So etwa die Aufnahme der neuen Fellner-Tageszeitung Österreich in die APA-Eigentümerstruktur und die Erweiterung der Geschäftsführung um Peter Kropsch, einen der bisherigen Stellvertreter von Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil. Beides wird im Rahmen der 60. Generalversammlung einstimmig beschlossen. Mit dem Beitritt Österreichs verschieben sich auch die Eigentümerverhältnisse bei der APA. Die Fellner-Zeitung, deren Start für September geplant ist, wird nach der "Kleinen Zeitung" und dem "Kurier" zum drittgrößten APA-Eigentümer im Bereich der Tageszeitungen, die insgesamt rund 57 Prozent der Anteile halten. Größter Einzeleigentümer bleibt mit etwa 43 Prozent der ORF.

 

23. Juni 2006: Moser Holding steigt bei "Tirolerin" ein
Die Moser Holding beteiligt sich mehrheitlich an der "Tirolerin". Der bisherige Alleineigentümer Peter Schattanek wird als Geschäftsführer mit seinem Team weiterhin für die erfolgreiche Positionierung des Magazins verantwortlich zeichnen. Hermann Petz, Geschäftsführer der Moser Holding AG, spricht von einer "gelungenen Partnerschaft". Die "Tirolerin" wurde 1988 als Frauen- und Lifestyle-Illustrierte Tirols gegründet.

 

27. Juni 2006: Grünberger als VÖZ-Geschäftsführer designiert
Der Vorstand des Verbands Österreichischer Zeitungen fällt bei seiner Klausurtagung auf der Turracher Höhe eine weit reichende Personalentscheidung: Gerald Grünberger wird einstimmig als künftiger Verbandsgeschäftsführer designiert. Er wird die Nachfolge von Walter Schaffelhofer antreten, der 2008 in Pension geht. Schon mit 1. Oktober 2006 wird Grünberger seine Arbeit als stellvertretender Geschäftsführer des VÖZ aufnehmen. Er ist seit 2000 stellvertretender Büroleiter von Staatssekretär Morak und dort für Medien, Internet und Telekommunikation verantwortlich.

 

30. Juni 2006: Startschuss für Rennen um ORF-Generaldirektor
Die Bewerbungsfrist für den ORF-Generaldirektor-Posten hat begonnen. Damit fällt der Startschuss für das Rennen um die oberste Position im Österreichischen Rundfunk. ORF-Chefin Monika Lindner bemüht sich um ihre Wiederwahl.

 

1. Juli 2006: Athanasiadis neuer Chefredakteur bei "tv-media"
Atha Athanasiadis wird neuer Chefredakteur der von der News-Gruppe herausgegebenen Programm-Zeitschrift "tv-media". Athanasiadis, bisher Chefredakteur beim "Seitenblicke-Magazin", folgt in der Funktion Ralf Strobl nach, der als Chefredakteur zur Fellner-Tageszeitung wechselt. Der neue "tv-media"-Chefredakteur gehörte dem Gründungsteam von "News" an und war beim ORF-Radio Ö3 und beim Privatfernsehsender ATVplus tätig.

 

1. Juli 2006: Manfred Perterer neuer "SN"-Chefredakteur
Wechsel an der redaktionellen Spitze der "Salzburger Nachrichten": Chefredakteur Ronald Barazon tritt in den Ruhestand. Ihm folgt der bisherige Brüssel-Korrespondent und stellvertretende Chefredakteur der Zeitung, Manfred Perterer, nach. Barazon sei ein "Markenzeichen" für die "SN" und werde dem Blatt als Kommentator und Autor erhalten bleiben, so Herausgeber Max Dasch. "Seine besondere Gabe ist es, auch über komplexe Themen so zu schreiben, dass die Menschen es verstehen", blickt er auf Barazons über 40-jähriges Wirken bei den "SN" zurück. Der neue "SN"-Chefredakteur Manfred Perterer war die vergangenen fünf Jahre Korrespondent in Brüssel. Die "SN" wollen unter ihrem neuen Chefredakteur aktueller und "aktiver" werden. In Planung ist außerdem eine neue Wochenendbeilage, die ab Spätherbst erscheinen und sich der Politik sowie den "schönen Dingen des Lebens" widmen soll. Perterers Stellvertreter sind Viktor Hermann, Ressortleiter Außenpolitik und schon bisher stv. Chefredakteur, sowie Andreas Koller, Chef der Innenpolitik und Leiter des Wien-Büros der Zeitung.

 

3. Juli 2006: Moser Holding bestätigt Vorstände
Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") bestätigt ihr Vorstandsduo Hermann Petz und Silvia Lieb. Der Vertrag von Vorstandsvorsitzendem Petz, der für die Media-Geschäftsfelder verantwortlich zeichnet, wurde bis 2012, jener von Finanzvorstand Lieb bis 2010 verlängert. Damit sei gewährleistet, "dass der eingeschlagene Weg auch in Zukunft konsequent fortgeführt wird". Im Tageszeitungsbereich hat Petz mit der "Tiroler Tageszeitung" und "Die Neue" auf eine Zweimarkenstrategie gesetzt. Seit kurzem hat die Moser Holding außerdem eine Gratiszeitung mit dem Titel "Neue Express" auf dem Markt, mit der man vor allem bei den Pendlern punkten möchte. Unter dem derzeitigen Vorstandsduo wurde weiters die Expansion der "Bezirksblätter" vorangetrieben und mit der Mehrheitsübernahme bei der "Tirolerin" habe man auch im Magazinbereich Akzente gesetzt. Die Moser Holding AG steht im Eigentum der Familie Moser und der Südtiroler Athesia-Gruppe, die im Frühjahr 2004 50 Prozent der Anteile erworben hatte.

 

12. Juli 2006: Individualisierte Zeitung wäre Lesern viel wert
Für eine auf die persönlichen Vorlieben zugeschnittene Zeitung würden die Leser deutlich mehr zahlen als für ein Standardblatt, geht aus einer Studie des Instituts für Entrepreneurship an der WU Wien hervor. Denn die "Idealmischung" von Themen gibt es nicht: Sportfans stehen Wirtschaftsinteressierten gegenüber, Kulturliebhaber wollen keine Chronik-Geschichten. Vierzehn Prozent mehr würden Leser für ihre individualisierte Zeitung zahlen als für ein Standardprodukt, so die mit Unterstützung der Austria Presse Agentur erstellte Studie. Das zusätzliche Umsatzpotenzial durch die Individualisierung würde sich auf 85 Millionen Euro im Jahr alleine für Österreich belaufen, schätzen die Studienautoren.

 

14. Juli 2006: Klagewelle von Finanzminister Grasser
Finanzminister Karl Heinz Grasser beschäftigt die Gerichte. Vor allem mit Hilfe des Medienrechts und zivilrechtlichen Unterlassungsklagen gehen er und seine Ehefrau Fiona Swarovski gegen Eingriffe in ihren höchst persönlichen Lebensbereich vor. Berücksichtigt man sämtliche Prozesse, die das Ehepaar Grasser gegen in- und ausländische Medien betrieben und erfolgreich beendet hat, dürften sie nach Schätzungen von Insidern mittlerweile an die 150.000 Euro zugesprochen bekommen haben.

 

19 Juli 2006: Neuerungen bei der "Presse"
"Die Presse" bringt ab sofort eine tägliche Society-Seite, verstärkt die Österreich- und die Wissenschaftsberichterstattung und lässt ihre Leser ausführlicher zu Wort kommen. Die Neuerungen sind laut Chefredakteur Michael Fleischhacker Ergebnis einer jüngst durchgeführten Leserbefragung ("ReaderScan"). Mit den zusätzlichen Angeboten wolle er seine "Grundrichtung" weiter verfolgen, die er bereits seit seinem Amtsantritt bei der "Presse" angekündigt habe: Leserorientierung. Weiters setzt das Styria-Blatt künftig auf eine engere Kooperation zwischen Print- und Online-Team.

 

24. Juli 2006: Fellners raus aus News-Verlag
Die Fellner-Tageszeitung "Österreich" sorgt für Irritationen unter den Gesellschaftern der Verlagsgruppe News. Die News-Gesellschafter Gruner+Jahr sowie Raiffeisen und die deutsche "WAZ" drängen die Fellner-Brüder nun aus dem Beirat der News-Gruppe. Freiwilliger Verzicht auf die Beiratsmandate oder Auflösung des Beirats und Neuzusammenstellung ohne Fellners, lautet das Ultimatum. Nachdem die Fellners einen freiwilligen Rückzug ablehnen, wird der Beirat von den übrigen Gesellschaftern aufgelöst.

 

1. August 2006: Auf der Suche nach den Lesegewohnheiten
Was im elektronischen Bereich gang und gäbe ist, könnte bald auch bei den Printmedien flächendeckend Einzug halten: das Diktat der Quote. Möglich macht's der Schweizer Carlo Imboden mit Hilfe der von ihm erfundenen ReaderScan-Methode. In Österreich betreut der Medienforscher derzeit fünf Zeitungen, darunter "Die Presse", "Salzburger Nachrichten" und "Tiroler Tageszeitung". Ziel ist es, gängige Klischees auszuräumen, die tatsächlichen Lesegewohnheiten bzw. Tops und Flops zu erfahren, das Produkt lesefreundlicher zu gestalten und die verkaufte Auflage zu steigern.

 

8. August 2006: Zeitungsleser werden Leserreporter
Dass sich hinter einem Zeitungsleser nicht nur ein bloßer Konsument verbirgt, entdecken auch österreichische Medienmacher immer mehr für sich und ihr Produkt: Das Phänomen heißt "Bürgerjournalismus". Das Prinzip: Leser werden aufgefordert, Promi-Schnappschüsse, Feuerwehreinsätze, Naturphänomene oder einfach Urlaubsfotos per MMS, SMS oder E-Mail an die Redaktionen zu schicken - die interessantesten werden veröffentlicht und manchmal auch bezahlt. In Österreich fasst der Bürgerjournalismus in immer mehr Blättern Fuß: Begonnen hat es im März in der Burgenland-Ausgabe des "Kurier". Es folgten u. a. "Kleine Zeitung", "Vorarlberger Nachrichten" und "Neue Vorarlberger Tageszeitung" - auch Gratisblätter sowie seit kurzem das Wochenmagazin "News" entdeckten die Qualität der fachfremden Mitarbeiter. Der Kommunikationswissenschafter Fritz Hausjell warnt, dass ein Leserreporter-Bericht leicht manipuliert oder missbraucht werden kann, wenn sich etwa hinter dem angeblichen Leser politische oder ökonomische PR verbirgt. Ein "falscher" Leserreporter-Bericht birgt für Zeitungen ein großes Risiko: "Entpuppt sich die Geschichte als nicht haltbar, dann denunziere ich damit die 98 Prozent des Qualitätsjournalismus auch gleich mit," so der Wissenschafter.

 

10. August 2006: ÖBB-Chef verhängt Inserate-Bann
Aus Protest gegen die Berichterstattung über sein Unternehmen streicht ÖBB-Holding-Vorstand Martin Huber vier namhaften heimischen Tageszeitungen Inserate der Bahn. Auslöser ist die Berichterstattung über Differenzen zwischen dem Holding-Chef und ÖBB-Personenverkehrschefin Wilhelmine Goldmann. Betroffen von dem Anzeigen-Bann sind "Die Presse", "Der Standard", "Salzburger Nachrichten" und "WirtschaftsBlatt". Huber verteidigt die Entscheidung als "Kritik an der Qualität der Berichterstattung". Die betroffenen Zeitungen verurteilen den Anzeigen-Boykott scharf und wollen ihre Berichterstattung unverändert fortführen. "Als Vorstandsmitglied der Weltvereinigung der Chefredakteure ist mir eine solche Vorgehensweise nur aus Russland bekannt. Huber glaubt offenbar, er ist der Chef von Gazprom", meint "Standard"-Chefredakteur Gerfried Sperl.

 

17. August 2006: Alexander Wrabetz neuer ORF-Generaldirektor
Der neue ORF-Generaldirektor heißt Alexander Wrabetz. Der bisherige Kaufmännische Direktor des ORF wird im ORF-Stifungsrat von einer breiten Mehrheit gewählt. Auf Wrabetz entfallen gleich im ersten Wahlgang 20 von 35 möglichen Stimmen. Der SPÖ-nahe Kandidat wird von einer Regenbogenkoalition von SPÖ, BZÖ, Grünen, FPÖ, Unabhängigen sowie zwei VP-Betriebsräten unterstützt. Die unterlegene ORF-Chefin Monika Lindner kommt auf 12 Stimmen. Zwei Stiftungsräte stimmen für Wolfgang Lorenz. Dazu gibt es eine Enthaltung. Der ORF-Finanzchef löst Lindner am 1. Jänner 2007 an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders ab.

 

21. August 2006: "Oberösterreichs Neue" gestartet
Die Gratiszeitung "Oberösterreichs Neue" von Rudolf Cuturi, der auch Herausgeber der "OÖNachrichten" und der Wochengratiszeitung "Tips" ist, startet. Die Auflage beträgt vorerst 70.000 Exemplare, sie wird Montag bis Freitag mit einem Umfang von 24 bis 32 Seiten im "Wirtschaftsdreieck" Linz-Wels-Steyr an stark frequentierten Plätzen wie Bahnhöfen, Einkaufszentren oder Spitälern aufgelegt oder verteilt. Als Zielgruppe definiert Cuturi "Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel und jüngere, bewegliche Leser, die mehr an kurz gefasster Information als an Hintergrundberichten und Kommentaren interessiert sind". Die neue Zeitung wird von einer getrennten und völlig eigenständigen Redaktion gestaltet, die von Chefredakteur Kurt Guggenbichler geleitet wird.

 

21. August 2006: Michael Kuhn wieder "Krone"-Chefredakteur
Die fristlose Entlassung, die Hans Dichand als Hälfteeigentümer, Herausgeber und Hauptgeschäftsführer der "Kronen Zeitung" Ende Jänner seinem geschäftsführenden Chefredakteur Michael Kuhn überreicht hat, ist nicht rechtswirksam. Dieses für ihn bittere Urteil des Wiener Arbeits- und Sozialgerichts (ASG) muss der 85-jährige Zeitungs-Zar zur Kenntnis nehmen. Die Entlassung ist deshalb nichtig, weil Dichand dafür der Zustimmung der Mitgesellschafter bedurft und damit den Sanktus der deutschen Hälfteeigentümerin "WAZ" benötigt hätte. Trotz dieser Entscheidung des Wiener Arbeits- und Sozialgerichts bleibt Kuhn die Rückkehr an seinen Arbeitsplatz verwehrt. In einem von Hans Dichand und "Krone"-Geschäftsführer Wolfgang Altermann unterfertigten Schreiben wird der von der "WAZ" als Chefredakteur nominierte Kuhn am 22. August mit sofortiger Wirkung dienstfrei gestellt. Zudem wird das über Kuhn verhängte Hausverbot erneuert.

 

28. August 2006: Relaunch beim "Kurier"
Vier Tage vor dem Start der Fellner-Zeitung "Österreich" kommt der "Kurier" mit einem Relaunch auf den Markt. Moderner und frischer - lautet das Motto für Österreichs drittgrößte Tageszeitung. Es ist der dritte Relaunch seit Anfang der 1990er Jahre. Den "Kurier"-Leser erwarten, so Chefredakteur Christoph Kotanko, "sanfte optische Veränderungen". So wurde der Kopf der Zeitung verändert: Das rote Banner mit dem "Kurier"-Logo wurde über die gesamte Breite der Titelseite verlängert und die so genannte Sky-Line über dem Zeitungstitel erweitert. Neben den Farben, die künftig kräftiger sein sollen, haben sich auch die Seitenaufteilungen und die Proportionen verändert. So wird es  mehr Subeinheiten geben, was die Zeitung leichter lesbar macht. Der Entwurf für das neue Layout stammt von der Schweizerin Katja Hösli, die bereits die optische Aufmachung der "Financial Times Deutschland" und anderer renommierter Tageszeitungen entworfen hat. Auch inhaltlich gibt es Neuerungen, zum Beispiel den Ausbau der Regionalberichterstattung sowie eine Erneuerung des "Sonntags-Kurier" unter Conny Bischofberger - mit mehr Interviews und Reportagen. Schließlich soll "der Doppelpass" zwischen Printprodukt und Internet verstärkt werden.

 

28. August 2006: "Heute" startet in Oberösterreich
Mit Eva Dichands "Heute" startet die zweite Gratiszeitung innerhalb einer Woche in Oberösterreich. Das Blatt erscheint mit einer Auflage von rund 80.000 Stück von Montag bis Freitag und ist nach Angaben der Herausgeberin in Linz, Attnang-Puchheim, Gmunden, Leonding, Steyr, Steyregg, Traun, Vöcklabruck und Wels erhältlich. Die Verteilung erfolgt über Boxen und Outdoorständer an stark frequentierten Plätzen. Der lokale Nachrichtenteil umfasst täglich vier bis sechs Seiten, dazu kommen Veranstaltungstipps, ein Kinoprogramm, das regionale Wetter sowie Szene- und Sportnews. Rund ein Drittel der Oberösterreich-Ausgabe ist damit laut Dichand dem Bundesland gewidmet.

 

28. August 2006: "OÖN" mit neuer Lokalbeilage
Die "OÖNachrichten" starten mit der Lokalbeilage "Land & Leute" eine neue "Zeitung in der Zeitung". Die Regionen rund um Linz und Wels erhalten mit der zwölfseitigen Beilage ihre erste lokale Tageszeitung, erläutert "OÖN"-Chefredakteur Gerald Mandlbauer das Konzept. Die "OÖN"-Leser seien mit "Land & Leute" früher und besser informiert, was in ihrem Bezirk geschieht, so Mandlbauer. Die Beilage, die jeweils von einem neunköpfigen Team in den Redaktionen in Linz und Wels produziert wird, liegt fünf Mal wöchentlich als fünftes Buch den "OÖN" bei. Mit weiteren Lokalmutationen im Innviertel, Mühlviertel, Steyr-Kirchdorf-Amstetten und im Salzkammergut wird das übrige Bundesland von den "OÖN" abgedeckt.

 

31. August 2006: Fellners verabschieden sich von "News"
Nach einem mehrwöchigen Tauziehen und Druck des Mehrheitsgesellschafters Gruner+Jahr ziehen sich die Fellner-Brüder fast völlig aus dem News-Verlag zurück: Wolfgang und Helmut Fellner reduzieren ihre Mitsprache- und Einsichtsrechte in der operativen Gesellschaft der Verlagsgruppe News auf die einer Finanzbeteiligung. Darauf einigen sich Gruner+Jahr und die Fellners. Dem deutschen Zeitschriftenverlag gehören 56 Prozent der News-Gruppe, den Fellners 18,7 Prozent. Die restlichen 25,3 Prozent hält die Kurier-Zeitschriftentochter, wo Raiffeisen und die "WAZ" als "Kurier"-Gesellschafter das Sagen haben. Darüber hinaus übernimmt Gruner+Jahr von den Fellner-Brüdern 25 Prozent der Gesellschaftsanteile des Onlinedienstes News Networld. Dort gab es bisher ein Anteils-Patt - 50 zu 50. Gruner+Jahr hält künftig 75 Prozent an der Aktiengesellschaft, die nun in eine GmbH umgewandelt und in die News-Beteiligungsgesellschaft integriert werden soll. Einem Ausbau des Medienportals steht damit nichts im Wege.

 

1. September 2006: "Österreich" startet
Die neue Tageszeitung "Österreich" startet. Herausgeber Wolfgang Fellner zeigt sich beim Launch in der Wiener Freudenau "wahnsinnig glücklich, dass es funktioniert hat" und dass "mein Traum endlich wahr geworden ist." Die erste Ausgabe ist rund 220 Seiten dick. Künftig soll die Zeitung laut ihrem Herausgeber zwischen 64 und 96 Seiten stark sein. "Österreich" ist die 17. Kauf-Tageszeitung des Landes. Die Druckauflage beziffert Fellner mit bis zu 250.000 Exemplaren. Die Sonntagsauflage wurde von den Fellners sogar mit 600.000 Exemplaren angegeben. In der ersten Phase konzentriert man sich auf die ballungsraumstarken Märkte in Ost- und Nordösterreich. Neben der Kaufzeitung, deren Verkaufspreis 50 Cent beträgt, wird es übrigens auch eine abgespeckte Version des Blattes geben, die in Wien, Linz und Wels in Umlauf gebracht wird. Diese so genannte Marketingauflage soll eine Druckauflage von bis zu 150.000 Stück haben und gratis verteilt werden. Beim Start von "Österreich" kommt es freilich noch zu Vertriebsproblemen. Vor allem in Wien und Oberösterreich ist das Blatt am Morgen in vielen Trafiken nicht erhältlich. Als Begründung werden "Lieferschwierigkeiten" angegeben. Auch bei zahlreichen Abonnenten liegt das Tabloid in der Startphase noch nicht vor der Tür. Der Vertrieb stellt eine der größten Herausforderungen für das Zeitungsprojekt dar.

 

1. September 2006: Vor 60 Jahren nahm APA Betrieb auf
Vor 60 Jahren wurde die Austria Presse Agentur gegründet: Am 1. September 1946 nahm die österreichische Nachrichtenagentur ihren Betrieb auf. Während in der Anfangszeit der Tagesausstoß rund 100 bis 150 Meldungen betrug, werden sechs Jahrzehnte später täglich über 600 Meldungen, mehr als 500 Fotos sowie im Schnitt sieben Infografiken zu Themen aus Österreich und der Welt produziert. Die APA stellt mit ihren Nachrichten Tageszeitungen, Radio und Fernsehen, aber auch Online-Diensten und Zeitschriften den Rohstoff für deren tägliche Arbeit zur Verfügung und erbringt damit für die österreichische Gesellschaft eine zentrale Infrastrukturleistung in Sachen Information.

 

4. September 2006: "ok" jetzt auch in Kärnten
Nach der Steiermark ist "ok", die Gratis-Tageszeitung der Styria Medien AG, nun auch in Kärnten erhältlich. Die Startauflage beträgt 60.000 Stück, Schwerpunkte sind vorerst die Großräume Klagenfurt und Villach. Zu erhalten ist "ok" auch an den Bahnhöfen der Bezirksstädte Spittal/Drau, St. Veit und Wolfsberg sowie in Pendlerzügen und Bussen, in Spitälern sowie an der Klagenfurter Universität und den Fachhochschulen.

 

11. September 2006: "Die Presse" klagt wegen Finanzierung der "Wiener Zeitung"
"Die Presse" ortet bei der "Wiener Zeitung" eine "wettbewerbswidrige Quersubventionierung" durch das "Amtsblatt" und klagt den Herausgeber und Eigentümer - die Republik Österreich. Der Vorwurf der "Presse" ist nicht neu. Schon "WZ"-Chefredakteur Andreas Unterberger hatte seinerzeit als "Presse"-Chef das "Amtsblatt" und die darin abgedruckten Pflichtveröffentlichungen als "Anzeigenmonopol" bezeichnet, das eine "eklatante Marktverzerrung" nach sich zieht. Unterberger quittiert das Vorgehen nun mit Empörung. Er spricht von "kredit- und wettbewerbsschädigenden" Vorwürfen.

 

12. September 2006: Personalrochaden bei "Tiroler Tageszeitung"
Neuerungen auf der Basis personeller Kontinuität vermeldet die Tiroler Moser Holding: Frank Staud, Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung", wird auf Vorschlag des Vorstandsvorsitzenden Hermann Petz vorzeitig in seinem Amt bestätigt. Sein Vertrag, der mit 30. Juni 2007 ausgelaufen wäre, wird bis 2012 verlängert. Im Zuge dessen kommt es zu weiteren Personalrochaden: Alois Vahrner und Mario Zenhäusern werden zu stellvertretenden Chefredakteuren bestellt. Auch der Vertrag mit Marketingleiter Fred Steinacher wird vorzeitig bis Ende 2012 verlängert.

 

13. September 2006: Privatradiolizenz an Sunshine Radio
Die Sunshine Radio GmbH erhält den Zuschlag für die umkämpfte Wiener Privatradiofrequenz 98,3 Mhz. Die Medienbehörde KommAustria entscheidet zu Gunsten des Projekts Sunshine, weil es im Vergleich zu den 24 Mitbewerbern einen "stärkeren Lokalbezug durch die Einbindung der Wiener Szene für elektronische Musik" und einen "größeren Anteil an eigengestaltetem Programm" aufweise sowie einen "größeren Beitrag zur Meinungsvielfalt" leiste, wie es in der Begründung heißt. Mitbewerber orten etliche Interventionen der ÖVP für Sunshine und so gibt es auch zahlreiche Berufungen gegen die Entscheidung.

 

21. September 2006: ORF-Direktoren gewählt
Die neue Führungsriege des ORF ist komplett. Nach der Wahl von Alexander Wrabetz zum Generaldirektor im August wählt der ORF-Stiftungsrat die neuen Direktoren: Informationsdirektor wird Elmar Oberhauser, Programmdirektor Wolfgang Lorenz, Hörfunkdirektor Willy Mitsche, Kaufmännische Direktorin Sissy Mayerhoffer, Technischer Direktor Peter Moosmann, Onlinedirektor Thomas Prantner. Aus der Riege der Landesdirektoren werden Brigitte Wolf in Wien, Norbert Gollinger in NÖ, Karlheinz Papst im Burgenland, Helmut Obermayr in OÖ und Wolfgang Burtscher in Vorarlberg wiederbestellt. Neu sind Gerhard Draxler in der Steiermark, Willy Haslitzer in Kärnten, Siegbert Stronegger in Salzburg und Kurt Rammerstorfer in Tirol.

 

22. September 2006: APA-Chef Präsident europäischer Agenturen
Bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere als mittlerweile längst dienender Agenturchef der Welt wird APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil Präsident der europäischen Nachrichtenagenturen. Der 60-Jährige wird für zwei Jahre zum Vorsitzenden der EANA (European Alliance of News Agencies) gewählt und löst damit den Geschäftsführer der niederländischen Agentur ANP, Paul Tesselar, ab.

 

22. September 2006: Eugen Russ beteiligt sich an "Liechtensteiner Volksblatt"
Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten") steigt bei der Tageszeitung "Liechtensteiner Volksblatt" ein. Russ beteiligt sich an der Liechtensteiner Volksblatt AG, die die Zeitung herausgibt. Über die Höhe der Anteile gibt es keine Angaben. Russ betont aber, dass die Mehrheit der Aktien in liechtensteinischer Hand liege.

 

25. September 2006: IPI erhält Nachrichten-"Emmy"
Nachdem der "Emmy" - einer der weltweit begehrtesten Fernseh-Preise - für den Bereich Unterhaltung bereits im August vergeben wurde, steigt in New York eine große Gala zur Überreichung der Preise in der Kategorie "Nachrichten und Dokumentarfilm". Einer der prominenten Preisträger ist dabei das in Wien ansässige "International Press Institute" (IPI) sein. Das IPI erhält den renommierten Fernsehpreis für sein jahrzehntelanges Engagement für weltweite Pressefreiheit. Die Auszeichnung nimmt IPI-Direktor Johann Fritz entgegen.

 

26. September 2006: Styria baut neue Konzernzentrale
Die Styria Medien AG wird ihr Headquarter in Graz - unweit des alten - im Messe-Quadranten neu errichten. Baustart soll im Herbst 2007 sein. Eigenen Angaben zu Folge investiert die Styria insgesamt 55 bis 65 Millionen Euro. Im neuen Gebäude, das zwölf bis 14 Stockwerke umfassen und eine Bruttogeschoßfläche von 36.000 Quadratmetern bieten soll, werden alle Unternehmen der Styria Medien AG unter einem Dach sein.

 

26. September 2006: Prantner will ORF.at neu positionieren
ORF.at, das Online-Angebot des ORF, soll neu positioniert werden, kündigt der künftige Onlinedirektor Thomas Prantner an. So will Prantner stärker mit dem Fernsehen kooperieren. "Eine Online-Plattform im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends kann nicht ohne integrierte Bewegtbilder leben. Video- und IPTV-Elemente sollen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten ausgebaut werden." Verstärkte Integration soll auch in Form von "cross promotion" - mit gegenseitigem Austausch von Programminhalten und Programmhinweisen - erfolgen. Darüber hinaus möchte Prantner mobile Dienste forcieren.

 

28. September 2006: Zeitungen bleiben "Reichweiten-Jumbos"
"Tageszeitungen haben Zukunft", auf diese Grundhypothese einigen sich die Spitzen heimischer Tageszeitungen bei den Österreichischen Medientagen. Mehr noch: Tageszeitungen sind, im Gegensatz etwa zum Fernsehen, das immer mehr mit Fragmentierung zu kämpfen habe, die "Reichweiten-Jumbos der Gegenwart und die Reichweiten-Jumbos der Zukunft", so Styria-Vorstand und VÖZ-Präsident Horst Pirker. Von einer Krise im Printbereich könne keine Rede sein. Inhaltlich müssten sich Zeitungen künftig aber deutlicher platzieren, meint "Standard"-Herausgeber Oscar Bronner: "Zeitungen, die weder hochgestochen noch unterhaltend populistisch sind, werden untergehen." Eine der Herausforderungen liege im wachsenden Gratiszeitungssektor: Angesichts dieses Phänomens laute das entscheidende Stichwort für die Zukunft der Kaufzeitungen "Qualität", wie Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein erklärt. In der Rückkehr zum "guten Handwerk" und zur "Qualität" sieht auch "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko einen wesentlichen Trend. Für die Magazinbranche sei die "redaktionelle Glaubwürdigkeit" ein "ganz großes Thema für die Zukunft", meint "stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn. In Summe attestieren die Magazinchefs ihrer Branche eine "nicht ganz unkomfortable Situation", so Osterkorn. "News"-Chef Oliver Voigt betont, er mache sich "überhaupt keine Sorgen" um die Zukunft der Magazine. Wichtig sei und bleibe allerdings die Verzahnung mit dem Internet, um die zeitliche Aktualität zu gewährleisten.

 

29. September 2006: Verleger gegen Lockerung der ORF-Werbebestimmungen
Gegen eine Lockerung der ORF-Werbebestimmungen spricht sich VÖZ-Präsident Horst Pirker aus. Darüber könne man nur dann reden, wenn gleichzeitig die Rundfunkgebühren abgeschafft würden, so der Verleger am Rande der Österreichischen Medientage. An der "systematischen Kluft" zwischen dem öffentlich-rechtlichen ORF und den privaten Medienhäusern werde sich auch nach der ORF-Wahl nichts ändern. Dort, wo sich der ORF abseits des öffentlich-rechtlichen Auftrags bewege, werde man sich auch in Zukunft "sicher ins Gehege kommen". Der künftige ORF-Chef Alexander Wrabetz verdiene aber eine Chance und sollte sich nun vor allem von der Politik "frei schwimmen".

 

1. Oktober 2006: Verleger starten Kampagne für junge Leser
Der Verband Österreichischer Zeitungen startet eine große Leserkampagne, die sich speziell an ein junges Publikum richtet und Lust auf das Lesen von Zeitungen und Magazinen machen soll. Unter dem Motto "Keine Zeitung, keine Ahnung." werden "mit Humor und Pep Wissensdefizite veranschaulicht sowie gleichzeitig Vorteile und Nutzen des Zeitunglesens aufgezeigt". Die Leserkampagne richtet sich an Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren.

 

10. Oktober 2006: Internetfilter soll vor Google und Co. schützen
Die Zeitungsverlage rüsten sich gegen den unliebsamen Zugriff von Suchmaschinen wie Google, Yahoo oder Microsoft, die zum Missfallen der Verleger Zeitungsmeldungen im Internet sammeln und aufbereiten. Der Vorsitzende des Weltzeitungsverbandes WAN, Gavin O'Reilly, stellt ein System namens ACAP ("Automated Content Access Protocol") vor, das Suchsoftware von Anbietern wie Google automatisch Anweisungen gibt, ob und wie Inhalte verwendet werden dürfen. Ziel des Systems ist es, die Zusammenarbeit zwischen Internetveröffentlichern und Suchmaschinenbetreibern auf eine unternehmerische Grundlage zu stellen und damit sämtliche rechtliche Konflikte zu beseitigen. Bisher endeten diesbezügliche Streitigkeiten zwischen Inhalteanbietern wie Zeitungsverlagen oder Nachrichtenagenturen und Suchmaschinen oft mit Urheberrechtsklagen vor Gericht. Mit ACAP (http://www.the-acap.org) kann der Zugriff von Google und Co. auf die Inhalte der Anbieter unter von den Betreibern exakt definierten Bedingungen erfolgen. Die WAN-Initiative wird auch vom Verband Österreichischer Zeitungen mitgetragen.

 

20. Oktober 2006: "Österreich" legt erste Leser- und Auflagenzahlen vor
Die Tageszeitung "Österreich" präsentiert erste interne Leser- und Auflagenzahlen. Eine von Gallup und Market durchgeführte Reichweiten-Erhebung, die Media- und Werbeagenturen vorgelegt wird, ergibt demnach für "Österreich" nach den ersten sechs Wochen eine tägliche Reichweite von 16,5 Prozent. Fellner liefert auch gleich erste Auflagenzahlen nach: In der ersten Oktober-Woche habe man demnach von Montag bis Samstag im Schnitt 169.132 Exemplare verkauft; darin enthalten sind 51.207 voll bezahlte Abos. Sonntags beträgt die Druckauflage von "Österreich" laut Fellner knapp 740.000 Stück, davon werden 524.776 verbreitet. Die neue Tageszeitung lässt ab sofort auch an einem weiteren Standort drucken. Neben Tulln und Passau wird künftig ein zusätzlicher Teil der Sonntagsausgabe beim Niederösterreichischen Pressehaus in St. Pölten produziert. Damit will man die Druckauflage am Sonntag auf über 750.000 Exemplare erhöhen. Die 100.000 beim Pressehaus gedruckten Stück werden übrigens in einem kleineren Format als dem "Österreich"-Tabloid produziert.

 

26. Oktober 2006: Start für Digitales Antennen-Fernsehen
Am Nationalfeiertag startet in Österreich digitales Antenne-Fernsehen. Im ersten Schritte werden Wien, die Landeshauptstädte und deren Umfeld mit digitalen Signalen der ORF-Programme und von ATV versorgt. Rund 70 Prozent der Haushalte können DVB-T ab dem Start empfangen. In den nächsten Monaten werden nach und nach alle weiteren Gebiete Österreichs umgestellt. Ende 2008 soll der Versorgungsgrad 90 Prozent betragen, mit dem Ende des Ausbaus 2010 werden 95 Prozent der Haushalte DVB-T-Empfang haben, was der derzeitigen analogen Abdeckung entspricht. Mitte nächsten Jahres werden die derzeit genutzten analogen Frequenzen weitgehend abgeschaltet. Von der Umstellung betroffen sind rund 1,3 Millionen Haushalte, die die beiden ORF-Programme und ATV via Hausantenne empfangen. Die betroffenen Fernseh-Zuseher müssen Settop-Boxen oder TV-Geräte mit integriertem Receiver für den digitalen Antennen-Empfang anschaffen oder gleich auf Kabel oder digitale Satelliten-Schüsseln und -Boxen umsteigen.

 

30. Oktober 2006: VÖZ stellt neue Website online
Alles, was man über Österreichs Printmedienlandschaft wissen sollte, findet sich auf der rundum erneuerten Website des Verbandes Österreichischer Zeitungen. Auf www.voez.at gibt es unter anderem aktuelle Meldungen aus der Branche, Informationen über Medienpolitik und rechtliche Rahmenbedingungen, einen Überblick über laufende Aktionen des Verbandes sowie Marktdaten und Studien zum Zeitungsmarkt.

 

1. November 2006: APA übernimmt Contrast
Die Austria Presse Agentur übernimmt Österreichs größte Bildagentur Contrast zu 100 Prozent. APA-Images, die Bildagentur der APA, wird in die Contrast Photo GmbH eingebracht. Das Unternehmen tritt künftig als APA Picturedesk GmbH auf. Die beiden Bildagenturen erwirtschaften zusammen 1,5 Millionen Euro Umsatz. Der Erwerb von Contrast ist die bisher größte Akquisition der APA.

 

2. November 2006: Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Österreich
Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg entscheidet, dass drei österreichische Gerichtsurteile gegen die Tageszeitung "Der Standard" bzw. "Standard"-Journalisten dem Recht auf freie Meinungsäußerung widersprochen haben. Die in den österreichischen Urteilen angeführten Begründungen waren in allen drei Fällen "nicht ausreichend", um in das Recht auf freie Meinungsäußerung einzugreifen, urteilt das Gericht. Die dabei verhängten Geldstrafen seien "in einer demokratischen Gesellschaft nicht notwendig". Dem "Standard" und den Journalisten wurden finanzielle Entschädigungen in der Höhe von rund 73.000 Euro zugesprochen. Bei den Fällen geht es um zwei Klagen von FPÖ-Politikern und eine Klage eines Richters wegen übler Nachrede.

 

3. November 2006: Oliver Voigt Medienmanager des Jahres
Der Österreichische Journalist kürt Oliver Voigt, Generalgeschäftsführer der News-Gruppe, zum "Medienmanager des Jahres". "In einem extrem schwierigen Umfeld und in einer schon fast aussichtslosen Situation hat er den Verlag zurück in die Zukunft geführt. Entgegen aller Erwartungen", so die Begründung. Der Deutsche leitet die Geschicke von Österreichs größter Verlagsgruppe seit einem knappen Jahr. Als er im Jänner 2006 seinen Vorgänger Rudi Klausnitzer ablöste, sah sich Voigt angesichts der anstehenden Neugründung von Fellners "Österreich" mit einer Abwanderungswelle und "mieser Stimmung" konfrontiert. Innerhalb kürzester Zeit sei ihm aber der Ausweg aus der Misere gelungen, befindet der "Journalist". So wurden die Chefredaktionen von drei Magazinen neu besetzt, die Verkaufszahlen der Hefte gesteigert und "Format" wirtschaftlich saniert.

 

8. November 2006: Österreichs Zeitungsmarkt wächst bis 2010
Im Gegensatz zum übrigen deutschsprachigen Raum wird der österreichische Zeitungsmarkt bis 2010 wachsen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Basler Prognos-Instituts. Während in Deutschland und der Deutschschweiz die Kaufzeitungen bis 2010 deutlich an Auflage verlieren, soll hier zu Lande die Gesamtauflage von 1,8 Millionen Stück im Vorjahr auf - zumindest temporär - 1,9 Millionen im Jahr 2010 ansteigen. Gleichzeitig sollen die Werbeeinnahmen zulegen und 2010 erstmals die Milliardengrenze überschreiten.

 

9. November 2006: Interaktive Websites als Überlebensstrategie
Das Internet wird für das Überleben der Zeitungen immer wichtiger, ist Robert Cauthorn, einer der bekanntesten US-Internetverleger überzeugt. Auf interaktiven Websites, die für jeden Verlag ein unumgängliches Muss sind, gelte es, dem Leser eine Stimme zu geben. Redakteure dürften nicht mehr wie bisher als Themenleader fungieren, sondern vielmehr die Leser dazu bringen, selbst Kommentare und Inhalte online zu stellen, so Cauthorn bei seinem Internet-Plädoyer im Rahmen der von der Medientechnologie-Organisation Ifra veranstalteten Electronic-Publishing-Konferenz "Beyond the Printed Word" in Wien.

 

13. November 2006: Neuer Anlauf für Leseranwaltschaft
Vertreter der Medienbranche bemühen sich um eine neue Form der journalistischen Selbstkontrolle in Österreichs Printmedien. Eine solche ist der heimischen Medienlandschaft vor rund fünf Jahren, als der VÖZ seine Mitwirkung beim Presserat aufgekündigt hatte, abhanden gekommen. In drei Arbeitskreisen werden nun Modelle der Selbstregulierung entwickelt. Als erster Umsetzungsschritt soll demnächst auf Initiative des Vereins der Chefredakteure eine Leseranwaltschaft beim Medienhaus Wien angesiedelt werden.

 

13. November 2006: Hans Metzger Geschäftsführer bei "tele"
Personalrochaden gibt es in der Geschäftsführung des Fernsehsupplements "tele", das den Bundesländerzeitungen sowie "Presse" und "Standard" beiliegt: Hans Metzger, zuletzt bei der Styria Medien AG für das Beteiligungsmanagement verantwortlich, übernimmt die Position des Geschäftsführers. Die bisherigen "tele"-Geschäftsführer Dieter Seidl und Günter Horvath wurden abberufen.

 

17. November 2006: "WirtschaftsBlatt" von Montag bis Freitag
Knapp ein halbes Jahr nachdem die Styria Medien AG die Mehrheit am "WirtschaftsBlatt" übernommen hat, gibt es dort umfassende strukturelle und inhaltliche Neuerungen. Das "WirtschaftsBlatt" erscheint nun büro- und börsetäglich - sprich von Montag bis Freitag, nicht wie bisher von Dienstag bis Samstag. Weiters gibt es neue Serviceseiten und vier zusätzliche Osteuropa-Seiten. Das "WirtschafsBlatt" wird damit laut Chefredakteur Wolfgang Unterhuber als einzige Tageszeitung Österreichs über ein eigenes Osteuropa-Ressort verfügen. Außerdem wird die Berichterstattung über KMUs erweitert, der Fokus auf die Bundesländer verstärkt und Serviceteile wie Rechts- und Steuertipps, Werbung und Media, Währungen etc. ausgebaut. 2007 will das "WirtschaftsBlatt" eine umfassende Online-Offensive starten, wie Vorstandsvorsitzender Hans Gasser ankündigt.

 

21. November 2006: Ralf Mosser wird neuer "KTZ"-Chefredakteur
Der Kärnten-Korrespondent des "Kurier", Ralf Mosser, wird neuer Chefredakteur der "Kärntner Tageszeitung". Er geht aus einem Hearing unter insgesamt sechs Kandidaten als Sieger hervor. Mosser tritt die Nachfolge von Manfred Posch an, der das Redaktionsgeschäft der "KTZ" seit 2001 leitet und nun in den Ruhestand tritt. Der gebürtige Villacher Mosser ist gelernter Sportjournalist. In dieser Funktion ist er schon einmal zehn Jahre bei der "Kärntner Tageszeitung" tätig gewesen, bevor er 1997 als Chefredakteur zum "Kärntner Monat" wechselte. Dort schied er im Jahre 2004 aus und übernahm das Kärnten-Büro des "Kurier".

 

23. November 2006: Zeitungssektor nach "Österreich"-Start stabil
Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) veröffentlicht die Auflagenliste für das 3. Quartal 2006 - also die Monate Juli bis September. Obwohl ein Drittel dieses Zeitraums durch den von heftigen Marketingaktivitäten begleiteten Start der neuen Tageszeitung "Österreich" am 1. September im Zeichen verschärfter Konkurrenz stand, bleiben die etablierten Tageszeitungen im Verkauf in Summe konstant. Etliche Titel können sogar zulegen. Die größeren und kleineren Retouchen mancher Tageszeitungen und die verstärkten Werbeaktivitäten auf Grund des belebten Konkurrenzumfeldes dürften ihre Wirkung bei den Lesern nicht verfehlt haben. Fazit: Der Start der Tageszeitung "Österreich" schlägt sich bisher nicht negativ in den Verkaufszahlen der übrigen Tageszeitungen nieder. Klarere Tendenzen werden freilich erst die Ergebnisse für das vierte Quartal der Auflagenkontrolle bringen, die im Februar veröffentlicht werden. Dann wird es auch erste harte Zahlen - "Österreich" nimmt an der ÖAK teil - für das Fellner-Blatt geben.

 

8. Dezember 2006: "Die Presse" übersiedelt
"Die Presse" übersiedelt von ihrem Domizil am Wiener Parkring an ihren neuen Standort zwischen Rochusmarkt und Kardinal-Nagl-Platz in Wien-Landstraße, wo ein moderner, 1.700 Quadratmeter großer Newsroom in Betrieb genommen wird. Am 9. Dezember erscheint "Die Presse" erstmals von der neuen Homebase in der Hainburgerstraße aus. Im rechteckig angelegten Newsroom sollen künftig die Kernressorts der Printausgabe gemeinsam mit der Online-Redaktion Platz finden. Gravitationszentrum ist ein Newsdesk, von dem aus der Chef vom Dienst das redaktionelle Geschehen verfolgt. Mit dem Umzug Hand in Hand geht auch der Ausbau und Komplett-Relaunch des Online-Auftritts. Eine neue technische Ausrüstung, die bessere Einbettung in die Printredaktion und vor allem personelle Aufstockung sollen ab Ende Jänner 2007 dafür sorgen, dass die "Presse"-Website von 6.00 bis 23.00 Uhr "topaktuell" ist.

 

8. Dezember 2006: Strobl wird Kommunikations-Chef im ORF
Der Grüne ORF-Stiftungsrat Pius Strobl wird Kommunikations- und Marketing-Chef im ORF. Strobl übernimmt die vom designierten ORF-Chef Alexander Wrabetz neu geschaffene Abteilung, in der künftig alle Fäden in Sachen Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und zentrales Marketing zusammenlaufen - ORF-intern wird diese neue Hauptabteilung als "Superressort" bezeichnet. Strobl wird damit Quasi-Generalsekretär.

 

12. Dezember 2006: Google eröffnet Österreich-Niederlassung
Der weltweit bekannteste Suchmaschinen-Betreiber Google setzt auf lokaleren Marktzugang: Im Rahmen eines gesamteuropäischen Investitionsprogramms wird auch in Österreich eine eigene Niederlassung eröffnet. Google Österreich soll dazu beitragen, die aus seiner Sicht "erschreckende Lücke" bei der Nutzung von Online-Werbung in Österreich im Vergleich zum europäischen Durchschnitt zu schließen, sagt der neu bestellte Google-Österreich-Geschäftsführer, Karl Pall.

 

14. Dezember 2006: "Rebrush" bei "News"
Das Wochenmagazin "News" erscheint mit einem "sanft aufgefrischten" Äußeren. Ziel des grafischen "Rebrush" ist der "behutsame Umbau des Layouts und des Farbleitsystems als optische Auffrischung", ohne dabei an Grundfesten zu rütteln. Auch inhaltlich wird das Magazin etwas adaptiert und kommt künftig mit neuen Info-Elementen und zusätzlichen Seiten im Bereich "Buntes" daher.

 

18. Dezember 2006: Alfred Worm "Journalist des Jahres"
Alfred Worm wird vom Branchenblatt "Der Österreichische Journalist" zum "Journalist des Jahres" gekürt. Der "News"-Herausgeber, der im September eines der ersten Interviews mit dem prominenten Entführungsopfer Natascha Kampusch geführt hatte, habe "die Topthemen des Jahres am besten gecovert", heißt es in der Begründung. Die Auszeichnung "Redaktion des Jahres" geht an den "Kurier". Das "profil" wurde erneut zur "Magazinredaktion des Jahres" gekürt. Der "Kurier", der Ende August mit einem Relaunch auf den Markt kam, heimst eine ganze Reihe der begehrten Auszeichnungen ein. So darf sich die Tageszeitung nicht nur über die beste Redaktion, sondern auch über den "Chefredakteur des Jahres" freuen: Christoph Kotanko erhält die Auszeichnung laut Jury für den besten Relaunch 2006. Wolfgang Fellner wurde mit einem Sonderpreis punkto "Wettbewerb" bedacht.

 

20. Dezember 2006: Red Bull übernimmt Salzburg TV
Red Bull, das Unternehmen von Dietrich Mateschitz, erwirbt die Mehrheit des regionalen Fernseh-Senders "Salzburg TV". Mehrere Monate standen die 95 Prozent, die von Wirtschaftskammer Salzburg, Raiffeisenverband Salzburg und Spängler-Bank gehalten wurden, zum Verkauf, nun geht das Geschäft über die Bühne. Die restlichen fünf Prozent bleiben im Besitz des Sender-Gründers, Geschäftsführers und Chefredakteurs Ferdinand Wegscheider und des TV-Machers Christian Jörgner. Salzburg TV ist seit 1995 über Kabel, seit 2002 auch terrestrisch im Raum Salzburg und dem benachbarten Oberösterreich und Bayern zu empfangen.

 

21. Dezember 2006: Moser Holding steigt bei "OÖ. Rundschau" ein
Überraschung am oberösterreichischen Zeitungsmarkt: Die Moser Holding, zu der die "Tiroler Tageszeitung" gehört, steigt bei der "OÖ. Rundschau" ein. Franz Xaver Hirtreiter, der im Vorjahr 57 Prozent an der oberösterreichischen Wochenzeitung von der Verlagsgruppe Passau erworben hat, will bis 2008 insgesamt 25,1 Prozent an die Moser Holding abgeben. Hirtreiter sieht in der Partnerschaft die strategische Absicherung der Wochenzeitung. Die Anteile der übrigen Gesellschafter bleiben unverändert. Die "OÖ. Rundschau" soll durch die neue strategische Partnerschaft mit der Tiroler Moser Holding vor allem von Synergien im Bereich Infrastruktur und IT profitieren.

 

31. Dezember 2006: Gerald Dietrich legt "KTZ"-Geschäftsführung zurück
Die "Kärntner Tageszeitung" steht vorerst ohne eigene Geschäftsführung da, nachdem Gerald Dietrich diese Funktion mit Jahresende zurücklegt. Der 60-jährige Klagenfurter bleibt aber noch bis zum Jahresende Geschäftsführer der Kärntner Druck- und Verlagsges.mbH, der Muttergesellschaft der Kärntner Tageszeitungsges.mbH. Dann will er sich in den Ruhestand zurückziehen.

 

Johannes Bruckenberger

Der Beitrag wurde im Jahrbuch "PRESSE 2006" veröffentlicht.