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MEDIENGESCHICHTE

Zeitungen im Zeitraffer 2007

Ein chronologischer Überblick.

1. Jänner 2007: Neue Führung im ORF
Im ORF tritt die neue Geschäftsführung unter Generaldirektor Alexander Wrabetz ihren Dienst an. Wrabetz-Vorgängerin an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Senders, Monika Lindner, wechselt unterdessen in den Raiffeisen-Konzern, wo sie als Medienberaterin für die elektronischen Medien der Raiffeisen-Medienbeteiligungstochter Medicur-Holding tätig wird.


1. Jänner 2007: Dietrich legt "KTZ"-Geschäftsführung zurück
Gerald Dietrich legt die Funktion als Geschäftsführer der "Kärntner Tageszeitung" zurück; er bleibt aber vorerst noch Geschäftsführer der "Kärntner Druck- und Verlagsges. mbH", der Muttergesellschaft der "Kärntner Tageszeitungsges.mbH".

 

17. Jänner 2007: "profil"-Mitbegründer Helmut Voska gestorben
Der Journalist und "profil"-Mitbegründer Helmut Voska (64) stirbt nach langer, schwerer Krankheit in Wien. 1970 war Voska Mitbegründer, 1979 wurde er Chefredakteur des Nachrichtenmagazins "profil". Von 1986 bis 1992 leitete Voska das "profil" als alleiniger Chefredakteur und Blattmacher. Nach seinem Ausscheiden war er von 1992 bis 2001 Leiter der Presseabteilung in der Wirtschaftskammer.


23. Jänner 2007: Max Palla Präsident der IAA-Österreich
Max Palla wird Nachfolger von Hans-Jörgen Manstein als IAA-Präsident. Im Rahmen der Generalversammlung des Austrian Chapters der International Advertising Association (IAA) wird er zum neuen Präsidenten für die Jahre 2007 und 2008 gewählt.


29. Jänner 2007: Duales System aus dem Gleichgewicht
Eine Stärkung der privaten Medien und keine weitere Bevorzugung des öffentlich-rechtlichen ORF wünschen sich die Zeitungsverleger von der großkoalitionären Medienpolitik. Es bedürfe keiner weiteren Stärkung des ORF, stellt Horst Pirker, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), klar. "In Wahrheit ist eine Stärkung der privaten Medienveranstaltung notwendig, weil das duale System nirgends auf der Welt so aus dem Gleichgewicht ist wie in Österreich." Kritik übt der Verlegerpräsident etwa an den Spartenkanalplänen des ORF. Der ORF brauche keine neuen Kanäle. Im Gegenteil: Es sei zu überlegen, ob er nicht längst zu viele Kanäle betreibt. Negativ stehen die Verleger auch einer Lockerung der ORF-Werbezeiten gegenüber. Begrüßt wird die von SPÖ und ÖVP geplante Aufwertung der KommAustria zu einer unabhängigen Medienbehörde.


31. Jänner 2007: Athesia steigt bei Tiroler Moser Holding aus
Das Südtiroler Verlagsunternehmen Athesia steigt bei der Tiroler Mediengruppe Moser Holding aus. Die Athesia, die in Bozen die Tageszeitung "Dolomiten" herausgibt, hielt seit Herbst 2003 50 Prozent an der Moser Holding, deren Flaggschiff die "Tiroler Tageszeitung" ist. Das Anteilspaket der Athesia übernimmt nun wieder die Familie Moser, die schon bisher die andere Hälfte an der Holding gehalten hatte.


5. Februar 2007: "NEWS"-Herausgeber Alfred Worm gestorben
Der Enthüllungs- und Aufdeckungsjournalist Alfred Worm ist tot. Wenige Tage, nachdem er die Auszeichnung zum "Journalisten des Jahres 2006" entgegengenommen hat, ist der 61-Jährige einem Herzinfarkt erlegen. Der "NEWS"-Herausgeber war ein journalistischer Quereinsteiger: Als Ingenieur arbeitete er zehn Jahre als Bauleiter in der Privatwirtschaft, bevor er 1974 zum "profil" ging, für das er, abgesehen von einem politischen Intermezzo bei der Wiener ÖVP in den achtziger Jahren, bis zu seinem Wechsel zu "NEWS" im Jahr 1994 recherchierte. Dort heuerte er als Mitglied der Chefredaktion an und wurde ab 1999 Co-Herausgeber des Wochenmagazins.


12. Februar 2007: Michael Grabner kehrt nach Österreich zurück
Michael Grabner scheidet aus der Geschäftsführung der deutschen Verlagsgruppe Holtzbrinck aus. Der Österreicher war zuletzt stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Der Rückzug Grabners war bereits seit längerem geplant. Grabner widmet sich nun wieder stärker dem heimischen Medienmarkt - unter anderem als Printmedien-Beauftragter des Raiffeisen-Konzerns. Daneben will er sich als Gesellschafter bei "neuen unternehmerischen Projekten in Medien und mediennahen Bereichen", insbesondere in Richtung Internet engagieren. Für Holtzbrinck war Grabner seit 1991 in verschiedenen Managementtätigkeiten aktiv. Unter ihm hat sich der Geschäftsbereich Zeitungen und Wirtschaftsinformation zum essenziellen Standbein der Verlagsgruppe entwickelt. Der Umsatz stieg von 400 Millionen Euro im Jahr 1991 auf 900 Millionen Euro 2005.


13. Februar 2007: "Presse" mit neuer Werbelinie
Die Tageszeitung "Die Presse" bekommt eine neue Werbelinie. Das Traditionsblatt präsentiert sich künftig weltoffen, liberal und nonkonform. Motto der Imagekampagne: "Für die, die selbst entscheiden. 'Die Presse' - frei seit 1848." Die Werbelinie, die von der Agentur BBDO gestaltet wurde und auf Emotionalität setzt, wird in zwei Wellen über Plakate, Citylights, Hörfunk- und Kinospots sowie Printanzeigen an die Öffentlichkeit gebracht. Nicht nur die Werbelinie, sondern auch das Logo der "Presse" wird um die Subzeile "Frei seit 1848" erweitert. Darüber hinaus hat Die Presse auch ihren Internet-Auftritt neu gestaltet. Neben den klassischen Online-Nachrichten gibt es nun auch neue Funktionen wie Audio-Nachrichten, einen Handy-Infodienst und einen Newsticker.


19. Februar 2007: Hugo Portisch wird 80
Hugo Portisch, einer der angesehensten Journalisten des Landes und "Geschichtslehrer der Nation", feiert seinen 80. Geburtstag. Der breiten Öffentlichkeit ist er als Chef-Kommentator des ORF-Fernsehens bekannt geworden.


26. Februar 2007: ÖAK erstmals mit Österreich-Daten
Die Österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) veröffentlicht die Auflagenliste für das vierte Quartal 2006 und weist dabei erstmals Zahlen für die im September 2006 gestartete Fellner-Tageszeitung "Österreich" aus. Mit 162.300 verkauften Exemplaren schafft es das neue Blatt hinter "Kronen Zeitung", "Kleine Zeitung" und "Kurier" auf den vierten Platz der verkaufsauflagenstärksten Zeitungen. Kleinere Schwankungen gab es am heiß umkämpften Wiener Zeitungsmarkt.


1. März 2007: "Süddeutsche" zufrieden mit "Standard"-Performance
Höchst zufrieden mit der Beteiligung an der österreichischen Tageszeitung "Der Standard" zeigt sich Klaus Josef Lutz, Geschäftsführer der "Süddeutschen Zeitung". Die "Süddeutsche" hält 49 Prozent am "Standard", 51 Prozent gehören Oscar Bronner. "Wir haben die Kooperation mit dem 'Standard' massiv ausgebaut", so Lutz. Überlegte man 2002/2003 noch den Verkauf der Anteile, so sei man jetzt "hochzufrieden mit der Performance - wenn ich schaue, wo der 'Standard' 2002/2003 gestanden ist, ist das heute ein großartiger publizistischer und ökonomischer Erfolg".


5. März 2007: Neue Konzeptideen im Zeitungssektor gefragt
Im Tageszeitungssektor sind neue Konzeptideen gefragt: Nachdem die Nachrichten des Tages ohnehin bereits in Internet, Fernsehen und Radio laufen und die Tageszeitungen das "Monopol" auf Aktualität verlieren, eröffnen sich immer mehr Möglichkeiten, auch inhaltlich neue Wege zu gehen und neue Themen aufzugreifen. Über diese neuesten Trends in der Zeitungsgestaltung wird beim European Newspaper Congress in Wien diskutiert. Groß im Kommen sind inhaltlich neue Wege im Zeitungsjournalismus. Ein weiterer Trend geht nach wie vor zu einer ausdrucksstarken Bildsprache, aber auch Mut zum Weißraum ist gefragt. Bei den Formaten ist grundsätzlich das Tabloid weiter im Vormarsch. Und Onlineausgaben nähern sich den Printprodukten an. Europas innovativste überregionale Zeitung heißt in diesem Jahr "De Morgen" und kommt aus Belgien. Zur besten Regionalzeitung wurde "Bergens Tidende" aus Norwegen gewählt und in der Kategorie Lokalzeitung siegte "Hufvudstadsbladet" aus Finnland. Der Preis für die beste Wochenzeitung ging an "Expresso" (Portugal) und eine Judges Special Recognition erhielt die spanische lokale Sportzeitung "Superdeporte". Neben den Hauptpreisen gab es weitere Auszeichnungen in unterschiedlichen Kategorien. Drei davon gingen an heimische Zeitungen: "Die Presse" erhielt eine Sonderauszeichnung für ihre Titelseite, die "Vorarlberger Nachrichten" wurden in der Kategorie Innovation geehrt, die "Kleine Zeitung" für ihre Berichterstattung zur Fußball-WM.


6. März 2007: Gratiszeitungen durch mobile Medienplattformen bedroht
Gratiszeitungen boomen - auch in Österreich. Daran, dass sie ein Zukunftsmodell im Printbereich sein könnten, hegt Horst Pirker, Vorstand der Styria Medien AG, allerdings seine Zweifel. "Gratiszeitungen investieren in ein gewisses Zeitfenster", die Gefahr sei aber groß, dass dieses Zeitfenster künftig etwa durch neue mobile Medien ausgefüllt und die Gratiszeitungen überholt werden könnten, so Pirker bei einer Veranstaltung des Vereins Forum Media-Planung. Auch Wolfgang Fellner, der eine abgespeckte Version seiner Tageszeitung "Österreich" gratis verteilen lässt, sieht in diesem Sektor "kein Geschäftsmodell, auf das ich in Zukunft setzen würde". Er vermisst vor allem die Leserbindung.


7. März 2007: Otto Schönherr feiert 85. Geburtstag
Otto Schönherr, langjähriger Chefredakteur der APA - Austria Presse Agentur feiert seinen 85. Geburtstag. Schönherr stand von 1959 bis 1987 an der Spitze der APA-Redaktion. Er war der erste von den unabhängigen Zeitungen bestellte Chefredakteur der 1946 gegründeten Nachrichtenagentur, seine Vorgänger waren jeweils von den politischen Parteien nominiert worden. In den 28 Jahren als Chefredakteur leistete Schönherr einen maßgeblichen Beitrag zum Ausbau der APA. In seiner Ära erfolgte der Übergang vom Verlautbarungsjournalismus zu einer zeitgemäßen Nachrichtengebung.


8. März 2007: "Heuschrecken ante Portas"
Vor- und Nachteile von Finanzinvestoren in Medienunternehmen - darüber wird anlässlich der Generalversammlung des Verbands Österreichischer Zeitungen diskutiert. Der österreichische Zeitungsmarkt steht, wie auch der deutsche, stark unter Konsolidierungsdruck und braucht Mittel, um den Kampf gegen neue Medien aufzunehmen, erklärt dabei Johannes von Bismarck, Geschäftsführer der amerikanischen Investorengruppe Veronis Suhler Stevenson (VSS). Mittel, so Bismarck, dessen Gruppe 2005 den Berliner Verlag übernommen hat, können von Finanzinvestoren kommen. Vorbehalte meldete "Frankfurter Rundschau"-Chefredakteur Uwe Vorkötter, vormals Chefredakteur der "Berliner Zeitung" an. Ein Blatt, das sich in Hand von Finanzinvestoren befindet, würde gesteuert, um ein Finanzmodell erfolgreich zu machen, die Zeitung würde zum Spielball in dieser Konstruktion, ist Vorkötter überzeugt. Verleger hätten außerdem einen Ruf zu verlieren, "Finanzinvestoren hatten noch nie einen besonders guten Ruf, können also auch keinen verlieren."


8. März 2007: VÖZ stellt Selbstkontrolle durch Ombudsmann vor
Nachdem die Etablierung eines neuen Presserats nicht vom Fleck kommt, stellt der Verband Österreichischer Zeitungen die Einrichtung von Ombudsleuten zur Selbstregulierung der Medien vor. Ein Ombudsmann oder eine Ombudsfrau kümmert sich um Beanstandungen von Lesern, Beschwerdemanagement und medienethische Vorgaben würden damit vom jeweiligen Medienverlag selbst übernommen. Beispiele aus anderen europäischen Ländern hätten diesbezüglich positive Effekte gezeigt. In der Schweiz wird dieses Modell bereits von der Tamedia AG, dem größten regionalen Zeitungsverbund AZ-Medien sowie der Jean Frey AG praktiziert. Die Bilanz der Ombudsleute bezeichnen Schweizer Verlagsleute als positiv. Drohende längere Rechtsstreitigkeiten konnten in etlichen Fällen verhindert werden. Die Zahl der Gegendarstellungsbegehren ist in Summe markant zurückgegangen.


8. März 2007: Die Zukunft der Zeitung als Multiplattform
Die ehemals reinen Zeitungshäuser werden immer mehr zum Anbieter multimedialer Dienste - die Zeitung immer mehr zur Multiplattform. Dass man im unternehmerischen Interesse seines Medienhauses auf diesen Trend aufspringen sollte, sind sich Verleger und Medienunternehmer seit geraumer Zeit bewusst. Clemens Bauer, Geschäftsführer der "Rheinischen Post", und Stefan Hilscher von der "Augsburger Allgemeinen" stellen bei der VÖZ-Generalversammlung ihre Erfolgsstrategien für die Zeitung der Zukunft vor. "Wir müssen unseren Kunden deutlich mehr bieten als in der Vergangenheit", so der Grundgedanke Bauers. "Unsere Wertschöpfung sind Nachrichten und Meinungen"; der Frage, ob diese nun via Printprodukt oder über andere Kanäle verbreitet werden, steht Bauer relativ unemotional gegenüber: Es sei wichtig, dass die Kunden den Content aus einer Hand bekommen - über alle verfügbaren Kanäle. Die "Rheinische Post" setzt neben Print und Online auf "Fahrgast TV" in öffentlichen Verkehrsmitteln, Mobile- und SMS-Dienste sowie Newsletter.


12. März 2007: VÖZ fordert Abschaffung der Werbesteuer
Der Verband Österreichischer Zeitungen verabschiedet bei seiner Generalversammlung eine Resolution, in der die sofortige Abschaffung der Werbeabgabe gefordert wird. Hauptkritikpunkt der Verleger ist, dass diese "Strafsteuer" erheblich die Entwicklung des Wirtschafts- und Medienstandortes Österreich behindere, da sie einen Wettbewerbsnachteil darstelle. Eine Beibehaltung der Werbeabgabe würde zur Folge haben, dass wichtige internationale Aufträge weiterhin an Österreich vorbei gingen. Für den VÖZ wäre die Abschaffung der Werbeabgabe ein wichtiges Signal zur Vermehrung des tatsächlich zur Verfügung stehenden Werbevolumens. Der Wegfall der Werbeabgabe hätte dabei aber nicht zur Folge, dass die frei werdenden Gelder eingespart würden, stattdessen erwartet man, dass sie in eine Erweiterung der Werbeaufträge investiert würden. Der VÖZ verweist auf eine mögliche Stimulierung des Wirtschaftswachstums und damit auch auf einen positiven Effekt auf die Steuereinnahmen.


14. März 2007: Große Gender-Unterschiede im Journalismus
Das Medienhaus Wien hat in Kooperation mit dem Studiengang Journalismus der FH Wien in annähernd zweijähriger Arbeit erstmals für Österreich umfassende empirische Basisdaten zum Berufsstand Journalismus erhoben. Noch immer verdienen etwa zwei Drittel der Journalisten ihr Geld im Printbereich und der Geschlechterunterschied beim Verdienst ist stärker als angenommen, so Andy Kaltenbrunner vom Medienhaus Wien bei der Präsentation der Ergebnisse. Der Durchschnitts-Journalist ist 40,2 Jahre alt, männlich (58,2 Prozent), arbeitet in Wien (55 Prozent) und verrichtet seinen Job bei einem Printmedium (66,8 Prozent). Die Studie liefert auch Daten zu Gender-Unterschieden. Über 40 Prozent der Frauen im Journalismus haben eine akademische Ausbildung, bei den Männern sind es nur etwas mehr als 29 Prozent. In leitenden Positionen arbeiten 18,1 Prozent der männlichen Journalisten, aber nur neun Prozent der weiblichen. Massive Unterschiede gibt es auch beim Gehalt. 31,6 Prozent der Journalistinnen verdienen über 3.000 Euro, während 57,9 Prozent der männlichen Kollegen in diese Kategorie fallen.


15. März 2007: "Krone" und "Kurier" verlassen ÖAK
Die "Kronen Zeitung" und der "Kurier" erklären ihren Austritt aus der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK). Als Grund für diesen "sorgfältigen Schritt" geben die Tageszeitungen die "massive Verwässerung der Qualitätskriterien" der ÖAK im Zusammenhang mit der Ausweisung der Auflagenzahlen für die Tageszeitung "Österreich" an. "Krone" und "Kurier" monieren, dass es sich bei "Österreich" um eine "Vermischung von Kauf- und Gratiszeitung" handle. Dass dieser Zeitungs-"Hybrid" gemeinsam mit den klassischen Kauf-Tageszeitungen ausgewiesen werde, sei ein "grob irreführender Vergleich". Die "nur oberflächliche und vor allem bei Zwischenschaltung von Drittfirmen de facto völlig fehlende Prüfung der Auflagemeldungen ist gerade bei einer neuen Zeitung mit rund 50 Prozent Gratisverteilung und weiteren über zwölf Prozent ‘Großverkauf' kein tauglicher Weg zu Vertrauen verdienenden kontrollierten Auflagezahlen", so die Kritik aus der Mediaprint. Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse"), fordert Reformmaßnahmen innerhalb der Auflagenkontrolle. Pirker plädiert für eine "Hartwährungspolitik", andernfalls würden auch die Styria-Titel die ÖAK verlassen. Bei der ÖAK selbst nimmt man die Entwicklung mit "großer Bestürzung" zur Kenntnis. Die Begründung für diesen Schritt sowie die erhobenen Vorwürfe sind für die ÖAK aber nicht nachvollziehbar.


20. März 2007: Presseförderung hat Einstellungen verhindert
Die Presseförderung hat in Österreich mitgewirkt, drohende Zeitungseinstellungen zu verhindern. Zur Verhinderung ökonomischer Konzentration trägt sie aber offenbar nicht bei, wenn man die Zahl der selbstständigen Verlage betrachtet. Inwieweit die Presseförderung zur Gründung neuer Tageszeitungen beigetragen hat, ist unterdessen schwierig zu beurteilen. Zu diesem Resümee kommt die Medienbehörde KommAustria in ihrer "Evaluierung der im Presseförderungsgesetz 2004 festgelegten Fördermaßnahmen im Jahr 2006". Von den Zeitungsverlagen wird das 2004 in Kraft getretene Presseförderungsgesetz neu überwiegend positiv beurteilt. Es habe sinnvolle Neuerungen und einen Beitrag zu größerer Rechtssicherheit gebracht. Die für die Vergabe der Presseförderung zuständige KommAustria hat in den Jahren 2004 bis 2006 über die Vergabe von Budgetmitteln in der Höhe von insgesamt 39,158.195,48 Euro entschieden. 437 Ansuchen um Presseförderung wurden eingereicht, 386 konnten positiv erledigt werden. Im Vergleich zu den Jahren vor 2004 ist die Zahl der Ansuchen deutlich gestiegen: von rund 80 im Jahr 2003 auf über
140 im Jahr 2006.


26. März 2007: Verleger werben wieder um junge Leser
Die Bemühungen des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), vor allem junge Leute zwischen 17 und 25 Jahren zum Zeitunglesen zu animieren, gehen in eine weitere Runde. Man startet die zweite Welle der Kampagne "Keine Zeitung, keine Ahnung.". Die Kampagne, die bereits im Herbst große Aufmerksamkeit erregt hat, präsentiert sich erneut in Printsujets, Kino- und Hörfunkspots. Hinzu kommt diesmal die Online-Umsetzung.


27. März 2007: Voigt für Trennung von Gratis- und Kauftiteln
"NEWS"-Generalgeschäftsführer Oliver Voigt plädiert für eine klare Trennung von Gratis- und Kaufprodukten am Printmarkt. Wissend, dass die Gratiswelt nicht mehr aufzuhalten ist, will er Gratistitel zwar nicht verdammen, wohl aber die Vermischung der Auflagenzahlen von Kauf- und Gratiszeitungen bei der Österreichischen Auflagenkontrolle (ÖAK) verhindern. Gemeinsam mit der Mediaprint habe man daher eine Arbeitsgemeinschaft gegründet, in der derzeit überlegt wird, wie man eine harte Währung gewährleisten kann.


27. März 2007: Änderungen im APA-Vorstand
Im Vorstand der APA - Austria Presse Agentur gibt es einige personelle Änderungen. Nach Antritt der neuen ORF-Geschäftsführung sind für den öffentlich-rechtlichen Sender die Kaufmännische Direktorin Sissy Mayerhoffer und Online-Direktor Thomas Prantner in den APA-Vorstand eingezogen. Mit Mayerhoffer gehört erstmals in der mehr als 150-jährigen Geschichte der österreichischen Nachrichtenagentur eine Frau dem APA-Vorstand an. Einen Wechsel gibt es auch unter den Print-Genossenschaftern der APA. Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse", "WirtschaftsBlatt"), vertritt ab sofort "Die Presse" im APA-Vorstand. Er folgt Hans Metzger nach, der von der Styria in die "tele"-Geschäftsführung gewechselt ist. An der Spitze der APA-Gremien selbst bleibt alles gleich: Moser Holding-Vorstandschef Hermann Petz ist weiter Vorstandsvorsitzender, "SN"-Geschäftsführer Ramon Torra Aufsichtsratsvorsitzender.

 

29. März 2007: Laut Media-Analyse weniger Tageszeitungsleser
Die österreichischen Tageszeitungen haben im Vorjahr weniger Leser erreicht als noch im Jahr 2005. Das zeigt die Media-Analyse (MA) für das Jahr 2006. In Summe kamen die Tageszeitungen - ohne Gratisblätter - auf eine nationale Reichweite von 72,7 Prozent gegenüber 74,2 Prozent im Jahr zuvor, das entspricht in etwa 5,033 Millionen Lesern gegenüber 5,080 Millionen. Für die im September gestartete Tageszeitung "Österreich" wurden keine Zahlen ausgewiesen. Als unangefochtener Marktführer, wenn auch mit geringen Einbußen, präsentierte sich erneut die "Kronen Zeitung" mit 43,8 Prozent Reichweite bzw. 3,031 Millionen Lesern. Die "Kleine Zeitung" zeigte sich konstant und ist mit 12,2 Prozent Reichweite und 847.000 Lesern die zweitgrößte Zeitung des Landes, gefolgt vom "Kurier". Der "Kurier" wies mit 9,7 Prozent (668.000 Leser) allerdings einen Reichweitenrückgang auf. Die "OÖNachrichten" konnten an Reichweite gewinnen und verzeichneten eine Marktdurchdringung von 5,6 Prozent (385.000 Leser). "Der Standard" kam nach Einbußen auf 4,9 Prozent (341.000 Leser) und die "Tiroler Tageszeitung" blieb mit 4,7 Prozent (323.000 Leser) konstant. Bei der "Presse" ging die Reichweite auf 4,3 Prozent und 300.000 Lesern geringfügig zurück, ebenso bei den "Salzburger Nachrichten" auf 3,8 Prozent (265.000 Leser). Folgende Zeitungen blieben weitgehend stabil: "Vorarlberger Nachrichten" 3,0 Prozent (207.000 Leser), "WirtschaftsBlatt" 1,5 Prozent (105.000 Leser), "Neue Kärntner Tageszeitung" 1,1 Prozent (75.000), "Die Neue - Zeitung für Tirol" 1,0 Prozent (66.000), "Neue Vorarlberger Tageszeitung" 0,7 Prozent (51.000 Leser) und das "Neue Volksblatt" 0,6 Prozent (44.000 Leser). Trotz Einbußen führt in der Kategorie Magazine "Die Ganze Woche" mit 14,3 Prozent (986.000 Leser) die Reichweitentabelle an, gefolgt von zwei Titeln der News-Verlagsgruppe, nämlich dem Flaggschiff "NEWS", das bei 13,7 Prozent (945.000 Leser) Zugewinne verzeichnete, und "tv-media" (13,5 Prozent und 935.000 Leser). Unter den regionalen Wochenzeitungen präsentierten sich die "NÖN" mit einer Reichweite von 10,3 Prozent und 710.000 Lesern weitgehend konstant, ebenso die "OÖ-Rundschau" mit 9,8 Prozent und 676.000 Lesern.


29. und 30. März 2007: Präsidientreffen in Luxemburg
Die Situation auf den jeweiligen Zeitungsmärkten, Trends im Printgeschäft, crossmediale Markenstrategien, medienpolitische Entwicklungen auf nationaler wie auf europäischer Ebene sowie aktuelle Kampagnen der beteiligten Verbände stehen im Mittelpunkt der sechs Arbeitssitzungen des jährlichen Präsidientreffens der deutschsprachigen Verlegerverbände aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz, welches auf Einladung des luxemburgischen Verbandes ALEJ (Association Luxembourgeoise des Editeurs de Journaux) in Mondorf-les-Bains (Luxemburg) stattfindet. Bei aller Unterschiedlichkeit ist den vier Märkten eines gemeinsam: Die Zeitungen sind starke Marken - und ihr "guter Name" schafft Vertrauen bei den Lesern und der Werbewirtschaft. Im Zusammenhang mit der Mediennutzung und dem Lifstyleverhalten von Jugendlichen sieht Axel Dammler, Geschäftsführer des Münchner Marktforschungsunternehmes "iconKids & Youth" in dieser "extrem heterogenen Zielgruppe" durchaus Chancen für die Zeitungen. Die Zeitung müsse, um erfolgreich zu sein, die Eltern (zurück-)gewinnen, Emotion transportieren, durch die Übernahme jugendlicher Themen und jugendlicher Sichtweisen inhaltliche Relevanz erzeugen, den Standortvorteil ("Nähe ist relevant") ausspielen und da sein, wo die Jugendlichen sind.

 

1. April 2007: Schiechtl neuer Technik-Vorstand bei Moser Holding
Manfred Schiechtl, bisher Chefredakteur der "Neuen Zeitung für Tirol", wechselt seinen Job innerhalb der Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Neue"). Er ergänzt das bisherige Vorstandsduo Hermann Petz (CEO) und Silvia Lieb (CFO) und übernimmt im erweiterten Vorstand die Funktion als Technikvorstand (CTO). Schiechtls Nachfolge bei der "Neuen" treten sein bisheriger Stellvertreter, Patricio Hetfleisch sowie der frühere Sportchef Florian Mandl als gleichberechtigte Chefredakteure an. Veränderungen gibt es auch bei der Sonntagsausgabe der "Neuen" und der Gratisausgabe "Neue Express": Hier zeichnet die bisherige Lokalchefin der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung", Gabriele Starck als Chefredakteurin verantwortlich. Auch für Frank Staud, Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung", gibt es ein zusätzliches Betätigungsfeld: Er wird vom Aufsichtsrat zum Geschäftsfeldleiter des Bereichs Tageszeitungen bestellt.


1. April 2007: 2,5 Prozent KV-Erhöhung bei Kaufmännischen
Die Gehälter der kaufmännischen Angestellten von Tages- und Wochenzeitungen steigen um 2,5 Prozent. Neben den Mindestgrundgehältern und Lehrlingsentschädigungen, die um 2,5 Prozent und mindestens um 50 Euro erhöht werden, steigt auch die Summe aller bisherigen Quinquennienbeträge.


4. April 2007: Moser Holding übernimmt Print-Zeitungsverlag komplett
Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") bereitet die komplette Übernahme des Verlags der "Bezirksblätter", der Print-Zeitungsverlag GmbH, vor. Das Tiroler Medienhaus, das bereits zu 50 Prozent an den Gratiswochenzeitungen beteiligt ist, meldet bei der Bundeswettbewerbsbehörde eine Ausweitung des Zusammenschlusses um 50 Prozent an.


5. April 2007: Styria baut neues Hauptquartier
Die Styria Medien AG baut in Graz seine neue Zentrale auf dem Areal des Sportklubplatzes in der Conrad von Hötzendorf-Straße gegenüber der Stadthalle. Auf dem Platz soll von Baubeginn Frühjahr 2008 bis 2010 ein bis zu 14 Stock hohes Gebäude für sämtliche Konzerngesellschaften entstehen. Das Gebäude ist für rund 1.000 Styria-Mitarbeiter ausgelegt.


5. April 2007: tele präsentiert sich in neuem Outfit
Das Fernsehmagazin "tele", das wöchentlich 21 heimischen Tages- und Wochenzeitungen beiliegt, präsentiert sich in neuem Erscheinungsbild. Kernpunkte der Reform sind neben dem überarbeiteten Layout die Verdoppelung des Grundumfangs auf etwa 56 Seiten, eine neue "Seite 3" mit einer eigenen Coverstory zum TV-Star der Woche und der Ausbau des Programms.


10. April 2007: ORF startet Programmreform
Hundert Tage nach dem Amtsantritt von Generaldirektor Alexander Wrabetz startet der ORF eine Programmreform. Ziel ist die Stärkung des Vorabends und der Ausbau der Information. Der gravierendste Einschnitt der rund zehn Millionen Euro teuren Reform ist das Ende der "Zeit im Bild"-Durchschaltung. ORF 1 erhält mit der "ZiB 20" und der "ZiB 24" ein eigenes "jüngeres" Informationsprofil.


12. April 2007: Printmedien übertragen Markenkraft ins Internet
Die gezielte Kombination von Printmedien mit deren Internetangeboten bringt nachhaltige crossmediale Kampagnenerfolge, so das Fazit der Print Akademie des Verbands Österreichischer Zeitungen. Grund dafür: Zeitungen gelingt es, ihre Markenkraft und damit ihre Stärken wie Hochwertigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Aktualität auf ihr Internetangebot zu übertragen, belegen Untersuchungen der Berliner Strategieagentur "different". Demnach würden die Online-Angebote von Printmedien deutlich besser bewertet als andere Websites. Auch gegenüber den Internetauftritten von Fernsehanstalten hätten Zeitungen und Zeitschriften großteils die Nase vorne, lediglich beim Thema Aktualität lägen Print- und TV-Online-Angebote gleichauf. Crossmediale Kampagnen schafften außerdem hohe Aufmerksamkeit und "eine bemerkenswerte Zuwendung zu den Inhalten".


18. April 2007: Private beharren auf Medienförderung
Die heimischen Privatradio- und Fernsehsender sind von der Performance der Regierung in Sachen Medienförderung enttäuscht. Die Digitalisierung der österreichischen Medienlandschaft stelle die Privaten vor ein enormes Finanzproblem. Der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP) urgiert daher erneut zur Stabilisierung und weiteren Ausgestaltung des dualen Rundfunkmarkts eine umfangreiche Medienförderung. Die Privatsender fordern neben der eigenen finanziellen Unterstützung auch Maßnahmen gegen die ihrer Meinung nach gegebenen Ungleichbehandlung gegenüber dem ORF. VÖP-Vorsitzender Christian Stögmüller spricht sich für die Überprüfung des Programmauftrags des ORF und eine Diskussion über die allfällige Ausschreibung des Programmauftrages unter ORF und privaten Anbietern aus. Weiters fordert er ein "absolutes Verbot für die weitere Ausdehnung der ORF-Werbung", die Rückführung der Online-Aktivitäten des ORF auf rein programmbegleitende Inhalte und das Verbot zur Ausdehnung in den New Media-Bereich.


18. April 2007: Zeitungen schärfen Image
Der Markteintritt der Tageszeitung "Österreich" und der Gratiszeitung "Heute" hat das Image der bestehenden Zeitungen nicht gravierend verändert, teilweise wurden aber Imageprofile "schärfer". Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts GfK.


18. April 2007: "Presse"-Klage gegen "Wiener Zeitung" abgewiesen
Die "Wiener Zeitung" sieht ihre Zukunft gesichert. Das Handelsgericht Wien hat eine Klage der Tageszeitung "Die Presse" abgewiesen, die den Herausgeber und Eigentümer der Zeitung - die Republik Österreich - wegen "wettbewerbswidriger Quersubventionierung" durch das "Amtsblatt" geklagt hatte. Styria-Vorstandsvorsitzender Horst Pirker kündigt Berufung gegen das Urteil an.


24. April 2007: EU plant Prüfung des ORF
Die EU-Kommission stellt das Vorverfahren gegen ARD und ZDF offiziell ein. Nach einem bereits im Dezember 2006 ausgehandelten Deal müssen die beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten innerhalb der nächsten zwei Jahre ihren öffentlichen Auftrag genauer bestimmen und mehr Transparenz in ihre Finanzierungsstruktur und -kontrolle bringen, um die Gebührenfinanzierung zu rechtfertigen. Nun wird erwartet, dass sich die EU-Wettbewerbshüter als nächstes den ORF vornehmen werden. Die EU-Kommission hat bereits Informationen vom ORF gefordert. Gegen diesen liegen seit 2004 mehrere Beschwerden in Brüssel vor. Der Verband Österreichischer Zeitungen hatte damals eine Sachverhaltsdarstellung zu den Online-Aktivitäten an die EU-Kommission geschickt.


2. Mai 2007: Goldenes Ehrenzeichen für "Dolomiten"-Chef Toni Ebner
Toni Ebner, Chefredakteur der Südtiroler Tageszeitung "Dolomiten", erhält das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Gewürdigt wird Ebners hervorragende publizistische Leistung. Der an der Universität Innsbruck promovierte Jurist sammelte bei der Wochenzeitung "präsent" und den "Salzburger Nachrichten" erste journalistische Erfahrungen, bevor er bei der APA - Austria Presse Agentur in Wien eine grundlegende Berufsausbildung absolvierte. In weiterer Folge wurde Ebner Leiter der Tiroler APA-Redaktion in Innsbruck. 1985 kehrte der Sohn des früheren Athesia-Präsidenten und "Dolomiten"-Chefredakteurs Toni Ebner sen. nach Bozen zu den "Dolomiten" zurück, wo er seit 1995 als Chefredakteur fungiert.


2. Mai 2007: Styria Multi Media fusioniert mit Sportmagazin Verlag
Die Styria Multi Media AG bereitet die Zusammenlegung ihrer Zeitschriftenaktivitäten mit Herbert Pinzolits' Sportmagazin Verlag vor. Bei der Bundeswettbewerbsbehörde melden die beiden Unternehmen ein 50 zu 50-Joint Venture an. Die Verlagsgruppe Sportmagazin publiziert Zeitschriften wie "Sportmagazin", "SportWoche", "Reisemagazin", "Motorradmagazin", "Gartenmagazin" und "Spike". Außerdem führt die Gruppe das Internet-Portal sportnet.at und stellt Kundenmagazine her.


3. Mai 2007: Anzeigen des Jahres ausgezeichnet
Bei der Prämierung der Anzeigen des Jahres durch den Verband Österreichischer Zeitungen heimst die Agentur Lowe GKK gleich zweimal den ADGAR ein, und zwar gemeinsam mit Porsche Austria für das Sujet "Golf 4Motion" in der Kategorie Auto und Motor sowie - gemeinsam mit der CS Alzheimer Station - für "Wortfragment" in der Kategorie Social Advertising. Zum "Printwerber des Jahres" wurde der Discounter Hofer KG gekürt. Den ersten Platz in der Kategorie Dienstleistungen erhält die Agentur Demner, Merlicek und Bergmann gemeinsam mit der Wiener Städtischen für ihre "Genesungskarte". Im Bereich Handel gewinnt Draftfcb Kobza mit der Anton Haban GesmbH für "Ohrring", und in der Kategorie Konsum- und Industriegüter räumt die Jung von Matt/Donau Werbeagentur mit dem Verbund für "Donau TV" den Hauptgewinn ab. Zum ersten Mal wird auch ein ADGAR für das "best young team" vergeben: Dieser geht an Arno Reisenbüchler, Texter bei Demner, Merlicek und Bergmann, und Roman Steiner, Grafiker. Die Auszeichnung für die kreativste Printwerbung bekommen die Agenturen Euro RSCG Vienna und Omnimedia für die "aonAlarmServices" der Telekom Austria AG. VÖZ-Präsident Horst Pirker dankt den Werbern für die gute Zusammenarbeit und freut sich, dass der Printsektor in der klassischen Werbung in Österreich mit einem Anteil von fast 57 Prozent nach wie vor überlegener Marktführer ist. Qualität, Glaubwürdigkeit und Nutzwert der Titel würden das optimale Umfeld für erfolgreiche Werbung bieten, so Pirker.

 

3. Mai 2007: Concordia-Preise verliehen
Traditionell am Welttag der Pressefreiheit werden die Concordia-Preise überreicht. Die renommierten Publizistikpreise des Presseclubs gehen an die ORF-Journalisten Susanne Scholl in der Kategorie Pressefreiheit und an Markus Müller (Ö1-Radio) in der Kategorie Menschenrechte. Als Gründer von drei österreichischen Qualitätsmedien ("trend", "profil", "Der Standard") wird außerdem Herausgeber und Chefredakteur Oscar Bronner mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk gewürdigt.


8. Mai 2007: Vorarlberg Online baut Multimedia-Journalistenteam auf
Das Internet-Portal des Vorarlberger Medienhauses von Eugen A. Russ - Vorarlberg Online (VOL) - stockt seine Redaktion um vier bis fünf Multimediajournalisten auf. Diese "MoJos" (mobilen Journalisten) sind mit Laptop, Fotoapparat, Videokamera und Mikrofon unterwegs und berichten live vom Ort des Geschehens.


11. Mai 2007: 1,4 Milliarden Menschen lesen täglich Zeitung
2006 ist für die Zeitungsbranche ein gutes Jahr gewesen. Nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Die Zeitungsauflage wuchs um knapp zwei Prozent, die Anzahl der Titel erhöhte sich deutlich. 1,4 Milliarden Menschen lesen inzwischen täglich eine Zeitung. "Die Aussichten für den Zeitungsmarkt stehen im krassen Gegensatz zur gängigen Meinung", beschreibt Gavin O'Reilly, Präsident des Weltverbands der Zeitungen, die Entwicklung der Branche. So konnten die Bezahlzeitungen ihre Auflage im Vorjahr um 1,9 Prozent auf mehr als 510 Millionen Exemplare steigern. Die Anzahl der neuen Titel übersprang erstmals in der Geschichte die Marke von 11.000 Stück. Zieht man die vergangenen fünf Jahre als Vergleichszeitraum heran, stieg die Auflage der Bezahlzeitungen um 8,7 Prozent. Die Gratistitel konnten ihre Auflage in den letzten fünf Jahren auf 40,8 Millionen Exemplare mehr als verdoppeln und innerhalb kurzer Zeit fast ebenso viele Leser gewinnen, den größten Teil davon unter Jugendlichen. Mit einem Marktanteil von 42 Prozent ist der Printbereich weltweit der größte Werbeträger. "Hinter diesen Zahlen verbirgt sich die Tatsache, dass die Zeitungen als zweitgrößtes Werbemedium nach dem Fernsehen gegenwärtig mehr Werbeausgaben auf sich vereinigen als Radio, Kino, Zeitschriften und Internet zusammen."


29. Mai 2007: Vorhofer- und Hochner-Preis verliehen
Bundespräsident Heinz Fischer überreicht zwei der begehrtesten Journalistenpreise des Landes. Der scheidende Chefredakteur der Tageszeitung "Der Standard", Gerfried Sperl, wird mit dem Kurt-Vorhofer-Preis ausgezeichnet und der ORF-Radiojournalist Rainer Hazivar erhält den Robert-Hochner-Preis. Beide Auszeichnungen sind mit 7.200 Euro dotiert.


1. Juni 2007: Journalisten-Gehälter steigen um 2,6 Prozent
Die Tarifgehälter der Journalisten werden um 2,6 Prozent angehoben. Im "Mantel-Kollektivvertrag" gibt es eine 20-jährige Übergangsregelung, bis dahin werden die Verträge an die "Abfertigung neu" angepasst. Weiters wurde eine Absenkung des Alters für die freiwillige Altersvorsorge von 35 auf 30 Jahre vereinbart. Geregelt wird künftig auch das Entgelt und die Dauer von Praktikanten-Stellen. Die so genannten Volontariate dürfen maximal vier Monate dauern und werden mit 508 Euro entlohnt.


4. Juni 2007: "Vorarlberger Nachrichten" gründen Leserbeirat
Die "Vorarlberger Nachrichten" ("VN") gründen einen Leserbeirat. Das Gremium umfasst 30 Personen, die Auswahl erfolgt nach soziodemographischen Gesichtspunkten, erklärt "VN"-Chefredakteur Christian Ortner. Jeder "VN"-Leser kann sich anhand eines 14 Fragen umfassenden Fragebogens um die ehrenamtliche Teilnahme am Leserbeirat bewerben. Der Beirat trifft sich jeden zweiten Monat mit der Chefredaktion, um Kritik und Anregungen anbringen sowie neue Projekte mit der Redaktionsleitung diskutieren zu können. Per E-Mail kann täglich Kontakt zu den Blattmachern gehalten werden. Die Mitgliedschaft im Redaktionsbeirat ist auf ein halbes Jahr beschränkt, danach konstituiert sich das Gremium neu.


5. Juni 2007: Printmedien starten Leseranwaltschaft
Rund fünf Jahre nach dem Ende des Presserates starten die österreichischen Printmedien einen neuen Anlauf zur Medien-Selbstregulierung. Auf Initiative des Vereins der Chefredakteure wurde im Rahmen des Projekts Selbstkontrolle vom Medienhaus Wien eine Leseranwaltschaft eingerichtet. Basis der Leseranwaltschaft ist der Ehrenkodex der österreichischen Presse. Die neue Leseranwaltschaft versteht sich nicht als Rechtsberatung, "sondern beobachtet im Rahmen der Selbstkontrolle die Einhaltung des Ehrenkodex und bietet jenen Hilfe an, die sich von möglichen Verletzungen des Ehrenkodex durch Printmedien betroffen wähnen". Man sieht sich "in erster Linie als Mediator zwischen Beschwerdeführer und dem betreffenden Printmedium". Von den Medien erwartet sich die Leseranwaltschaft "Achtung vor der Wahrheit, Wahrung der Menschenwürde, Achtung von Intimsphäre und Privatleben sowie strikte Vermeidung von Pauschalverdächtigungen und Diskriminierungen". Das Team des neuen Selbstkontrollorgans bilden Alfred Payrleitner, Kurier-Kommentator und vormals langjähriger Hauptabteilungsleiter und stv. Chefredakteur im ORF-Fernsehen, Sylvia Wörgetter, stellvertretende Leiterin des Innenpolitik-Ressorts der "Salzburger Nachrichten" sowie Wolfgang Mayr, der zuletzt als Chefredakteur der APA - Austria Presse Agentur tätig war. Die Medien-Juristin Julia Sokol übernimmt die Fachberatung, Elisabeth Horvath, freie Journalistin, Buchautorin und Vizepräsidentin des Presseclubs Concordia, leitet die Clearingstelle.


15. Juni 2007: Medien-Richtern fehlt manchmal Sinn für Ironie
Österreichische Richter verstehen manchmal zu wenig Spaß: Elisabeth Steiner, Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, wirft ihren heimischen Kollegen vor, beim Thema Medien- und Meinungsfreiheit "nicht immer genügend auf den ironischen oder satirischen Gehalt" von Artikeln einzugehen. Sie kämen zu häufig zu dem für Straßburger Richter nicht nachvollziehbaren Schluss, dass der Durchschnittsleser Ironie nicht verstehe, sagt sie bei einem Symposion in Salzburg. Justizministerin Maria Berger (SPÖ) erklärt, dass sie weitere Verurteilungen Österreichs durch Straßburg erwarte, weil die heimischen Richter die Meinungsfreiheit zu eng auslegten. Sie setzt deshalb auf Information und Fortbildung der Richter und hofft, anhängige Fälle durch Nichtigkeitsbeschwerden beim Obersten Gerichtshof innerstaatlich lösen zu können.


16. bis 19. Juni 2007: Vorstandsklausur des VÖZ in St. Wolfgang
Für eine Abschaffung der Werbesteuer spricht sich Bundeskanzler Alfred Gusenbauer aus. Nachdem ähnliches in der Vergangenheit auch schon von der ÖVP zu hören war, soll die umstrittene Steuer im Rahmen der vorgezogenen Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern fallen. Das lässt Gusenbauer bei der Vorstandsklausur des Verbandes Österreichischer Zeitungen durchklingen, die auf Einladung der "OÖNachrichten" in St. Wolfgang im Salzkammergut stattfindet. Ähnlich Finanzminister Wilhelm Molterer: Die Abschaffung der umstrittenen Werbesteuer werde Teil jenes Paketes sein, mit dem der Bund in die Verhandlungen zum Finanzausgleich geht. Laut Molterer gehe es um ein Volumen von rund 115 Millionen Euro. Seitens der Städte und Gemeinden gäbe es, abseits von verbalen Ankündigungen, allerdings keine Bereitschaft, auf die Einnahmen zu verzichten. Beim Thema Selbstkontrolle der österreichischen Presse spricht sich Gusenbauer für Gespräche auf sozialpartnerschaftlicher Ebene aus, die einer von außen regulatorisch oktroyierten Kontrolle vorzuziehen sei. Er halte jede Art von Selbstkontrolle für besser als regulatorische Eingriffe.
In insgesamt neun Arbeitssitzungen geht es bei der VÖZ-Klausur - über medienpolitische Problemstellungen hinaus - um die Entwicklung des Zeitungsmarktes in Zeiten zunehmender Medien-Fragmentierung, um den Strukturwandel im Journalismus, der zunehmend seine bisherige "Gatekeeping"-Funktion zwischen Quellen und Nutzern verlieren könnte, sowie um die Chancen durch Innovationen (multimediale Ausrichtung).
Bei der Vorstandssitzung am 19. Juni 2007 lehnt der VÖZ den Aufnahmeantrag der Tageszeitung "Österreich" ab.


18. Juni 2007: Internetboom schadet klassischen Medien kaum
Fernsehen, Radio und Zeitungen dürften unter dem boomenden Konkurrenzprodukt - dem Internet - bisher kaum zu leiden haben. Dem Kommunikationsbericht der Rundfunkregulierungsbehörde RTR zufolge hat sich die Mediennutzung bei den klassischen Medien im Vorjahr gegenüber dem Jahr 2005 kaum verändert. Das Internet konnte erneut zulegen, und zwar von 36 auf 38 Minuten täglich. Nach wie vor nutzen die Österreicher das Radio am meisten - durchschnittlich lassen sie sich 209 Minuten täglich berieseln und damit vier Minuten kürzer als im Jahr zuvor. Rund 165 Minuten und damit zwei Minuten weniger als im Jahr 2005 sitzen die Österreicher vor dem Fernseher. Das Internet wird durchschnittlich 38 Minuten genutzt, im Vorjahr waren es 36 und im Jahr 2004 29 Minuten. Es liegt damit hinsichtlich der Nutzungsdauer inzwischen vor der Tageszeitung, in der die Österreicher wie schon im Vorjahr täglich 30 Minuten blättern. Punkto Werbung war 2006 ein Rekordjahr: Mit mehr als 2,2 Milliarden Euro und einem Plus von 5,2 Prozent gegenüber 2005 wurde erneut ein Höchststand an Brutto-Ausgaben erwirtschaftet. Die größten Zuwächse verzeichnete das Privatfernsehen, das 9,2 Prozent vom Gesamtkuchen lukrierte. Der ORF holte sich 15,6 Prozent des Werbekuchens. Auf die Tageszeitungen entfiel mit 30,3 Prozent der größte Brocken, die übrigen Printmedien lagen bei 29,5 Prozent. Hörfunk und Außenwerbung holten je 7,7 Prozent.


19. Juni 2007: "Kleine" verabschiedet "Großen"
Die "Kleine" verabschiedet sich von einem ihrer Großen: Hans Winkler, langjähriger Leiter der Wien-Redaktion der "Kleinen Zeitung", geht in den Ruhestand. Nachfolger wird der Brüssel-Korrespondent Michael Jungwirth.


21. Juni 2007: Bundeskanzler lässt Aufsichtsrat der "Wiener Zeitung" auswechseln
Nach dem Regierungswechsel und der Übernahme des Bundeskanzleramts durch SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer kommt es zu Veränderungen im Aufsichtsrat der republikseigenen "Wiener Zeitung". Kanzler Gusenbauer lässt die zwei direkt vom Bundeskanzleramt entsandten Vertreter in dem Aufsichtsgremium auswechseln und durch SPÖ-nahe Vertreter ersetzen. Nikola Donig, Pressesprecher von Vizekanzler und ÖVP-Obmann Wilhelm Molterer, sowie Ingrid Nemec, Pressesprecherin von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP), scheiden aus. Neu in den Aufsichtsrat der "Wiener Zeitung" kommen Christian Pöttler und Rudolf Bohmann. Pöttler ist Geschäftsführer der Gemeinde Wien-nahen Verlagsgruppe Echo Medienhaus und der Bruder von Gusenbauer-Pressesprecher Stefan Pöttler. Bohmann ist Vorsitzender der Bohmann-Verlagsgruppe. Im Kanzleramt bezeichnet man die beiden als Experten mit reicher Facherfahrung im Verlagsgeschäft. Pöttler und Bohmann sollen an Konzepten zur Zukunftsabsicherung der "Wiener Zeitung" mitarbeiten.


26. Juni 2007: Einigung über Mediaprint-Geschäftsführer
Friedenssignale zwischen Familie Dichand und der deutschen "WAZ": Die seit Jahren zerstrittenen Hälfteeigentümer der "Kronen Zeitung" kommen sich wieder näher, im Gesellschafterausschuss der Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier") einigt man sich auf drei neue Mediaprint-Geschäftsführer. Die Gesellschafter segnen Bernhard Schneider ab, der ab Herbst als Mediaprint-Geschäftsführer die Agenden der "WAZ" vertreten soll. Schneider war bisher Geschäftsführer der "WAZ"-Beteiligung Europress Holding in Zagreb. Thomas Kralinger folgt dem in den Ruhestand scheidenden "Kurier"-Geschäftsführer Hans Georg Otto und soll für den "Kurier" als Mediaprint-Geschäftsführer tätig werden. Und ATV-Chef Franz Prenner wird Angelika Serschön als "Krone"-Vertreter ablösen.


27. Juni 2007: APA 2006 weiter auf Wachstumskurs
Die APA - Austria Presse Agentur konnte auch 2006 ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis erzielen. Dies berichtet APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil den Eigentümern bei der Vorlage des Jahresabschlusses. In einem konjunkturell positiven Umfeld sei es der APA gelungen, den Umsatz von 35,9 Mio. Euro um 9,4 Prozent auf 39,3 Mio. Euro zu erhöhen. "Das ist die stärkste Steigerung seit dem Jahr 2000", so Vyslozil. Neue Produktlinien wie Video und die Rechercheplattform "WissensWelt" bieten der APA zudem neue Wachstumspotenziale. Die APA zählt laut Vyslozil damit zu den sechs größten europäischen Nachrichtenagenturen. Die Ertragskraft der APA bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug demnach 2,5 (nach 2,4) Mio. Euro, der Jahresüberschuss lag bei 1,8 (2,0) Mio. Euro.


1. Juli 2007: Generationenwechsel beim "Standard"
Gerfried Sperl, seit 1992 geschäftsführender Chefredakteur des "Standard", übergibt seine Funktion an Alexandra Föderl-Schmid. Die Entscheidung durch Herausgeber, Geschäftsführer, Chefredakteur und Eigentümer erfolgt einstimmig.


1. Juli 2007: "Österreich" Mitglied bei Media-Analyse
Die Tageszeitung "Österreich" wird in die Media-Analyse aufgenommen. Mit dem Beitritt soll es eine Angleichung zwischen Verkaufs- und kostenloser Marketingauflage der Zeitung geben. Bisher war das Gratisexemplar deutlich dünner als die Verkaufsausgabe. Künftig wird das Gratisblatt auf einen Gesamtumfang von mindestens 48 angereichert - nicht dabei sind allerdings die Beilage "Life & Style" sowie das wöchentliche Programmheft "TV-Österreich".


2. Juli 2007: "Oberösterreichische Rundschau" in neuem Design
Die zur Tiroler Moser Holding gehörende "Oberösterreichische Rundschau" präsentiert sich mit neuem Layout. Für das Aussehen verantwortlich ist der aus Österreich stammende in Berlin tätige Zeitungsdesigner Lukas Kircher. Der Zeitungskopf ist markant geändert worden - die jeweilige Region steht nun groß im Mittelpunkt, um die regionale Stärke zu betonen. Dazu sei unter anderem der Anspruch gekommen, noch mehr Freundlichkeit und Wärme ins Zeitungsbild zu bringen, erklären Kircher, Chefredakteur Josef Ertl, Geschäftsführer Wolfgang Mayer und Herausgeber Rudolf Chmelir. Während die 13 regionalen Ausgaben, die Mittwoch und Donnerstag erscheinen, auf die Region konzentriert seien, versteht sich die "Sonntags-Rundschau" als Tageszeitung, die über ganz Oberösterreich berichtet.

 

4. Juli 2007: Parlament segnet Handy-TV ab
Der Nationalrat macht mit den Stimmen aller Parteien den Weg für Handy-Fernsehen in Österreich frei. Der ORF erhält durch eine Änderung des ORF-Gesetzes die ausdrückliche Erlaubnis, neben ORF 1 und ORF 2 bis zu zwei Handy-TV-Programme anzubieten, wobei sich eines dieser Programme auf das Angebot von TW1 beschränken muss. Die Verwendung von Rundfunkgebühren für Handy-Fernsehen ist nicht gestattet, dafür eine 10-prozentige Werbezeit. Übertragen werden sollen die Programme über so genannte Multiplex-Plattformen, wobei möglich sein soll, über eine Multiplex-Plattform 10 bis 20 Handy-TV-Programme und mehr auszustrahlen. Die Entscheidung über den Plattform-Betreiber obliegt der Regulierungsbehörde RTR. Daneben haben sich SPÖ und ÖVP auf eine Neuordnung der Medienbehörde hin zu einem unabhängigen Regulator verständigt. Gespräche darüber sollen "unverzüglich beginnen".


5. Juli 2007: ProSiebenSat.1-Gruppe übernimmt Puls TV
Deutschlands größte Sendergruppe ProSiebenSat.1 übernimmt den Wiener Stadtsender Puls TV zu 100 Prozent. Die ProSiebenSat.1-Gruppe will damit ihr Engagement in Österreich ausbauen. Eine Verschmelzung mit der Sendergruppe soll es nicht geben, Puls TV wird als eigenständiger Sender weitergeführt. Man plant mit Puls TV einen Programmausbau sowie die österreichweite Ausstrahlung.


6. Juli 2007: Aus für "o.k." und "Heute" in Südösterreich
"o.k.", die Gratiszeitung der Styria Medien AG, wird in Graz und Klagenfurt eingestellt. Grund für den Marktrückzug ist der Umstand, dass das Konkurrenzprodukt "Heute" ebenfalls aus Graz verschwindet. "o.k." war im Mai 2006 als "strategisches Projekt" zur Verteidigung der Heimmärkte Steiermark und Kärnten, wo das Styria-Kernprodukt "Kleine Zeitung" erscheint, gegründet worden. Styria-Vorstand Horst Pirker hatte bereits früher erklärt, dass man die Verteidigung einstellen werde, sobald der Angreifer, in diesem Fall der Wiener Mitbewerber "Heute", aufgibt. Das Styria-Gratisblatt hatte eine tägliche Auflage von rund 90.000 Stück und rund 170.000 Leser. Laut Pirker hat die Verteidigung der Heimmärkte "mehr als die medial kolportierten fünf Millionen Euro" gekostet. "Heute" will die frei werdenden Kapazitäten und Mittel dafür nutzen, das Engagement in Nieder- und Oberösterreich auszubauen.


10. Juli 2007: Aus für Werbeabgabe würde BIP heben
Die Werbebranche hofft noch immer auf die seit langem von der Politik versprochene Abschaffung der Werbeabgabe. Welche positiven Auswirkungen die Streichung der Steuer auf die österreichische Wirtschaft hätte, hat die Initiative Wirtschaftsmotor Werbung in einer IHS-Studie untersuchen lassen. Demnach würde die Abschaffung der Werbeabgabe für die öffentliche Hand "keine signifikanten Einnahmenverluste bedeuten", da die Einnahmen aus dieser Abgabe lediglich "ein Promille" des gesamten öffentlichen Abgabenaufkommens ausmachen. Auch auf der Ebene der Länder und Gemeinden übersteige dieser Anteil die Ein-Prozent-Marke kaum. Im Vorjahr wurden knapp 110 Mio. Euro an Einnahmen aus der Werbesteuer lukriert, Hauptprofiteure waren mit 93,5 Mio. Euro die Gemeinden. Mit dem Ende der Werbesteuer erwarten die Studienautoren quantitative volkswirtschaftliche Effekte. So dürfte sich das Bruttoinlandsprodukt um 110 Mio. Euro erhöhen. Weiters rechnet man mit etwa 650 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die "langfristig und nachhaltig" geschaffen würden.


15. Juli 2007: Wochenzeitungs-Pläne für "Wiener Zeitung"
Medienministerin Doris Bures von der SPÖ bestätigt Überlegungen, die "Wiener Zeitung" zur Wochenzeitung zu machen. Das Problem sei ein derzeit laufendes Verfahren über die Monopolstellung der Republiks-Zeitung beim "Amtsblatt". "Wenn sie dieses Monopol nicht mehr hat, dann stellt sich die Frage der Finanzierung der 'Wiener Zeitung' und dann geht es um öffentliche Mittel, mit denen sorgsam umzugehen ist."


16. Juli 2007: "Rundschau"-Übernahme durch Moser Holding genehmigt
Der Mehrheitsübernahme der Oberösterreichischen Rundschau durch die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Neue") steht nichts mehr im Weg. Die Bundeswettbewerbsbehörde gestattet den Tirolern den Erwerb von 51 Prozent am oberösterreichischen Wochenblatt unter gewissen Bedingungen. Demnach muss die Tiroler Moser Holding ihre Kooperation mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" bei der Herausgabe der Gratiszeitung "Neue Zeitung für Oberösterreich" beenden. Auch die "OÖ-Rundschau" selbst verpflichtet sich zu einem Kooperationsverbot mit der hinter den "OÖNachrichten" stehenden Wimmer Medien Gruppe von Rudolf A. Cuturi. Von der Vereinbarung ausgenommen sind Kooperationen zwischen "Tiroler Tageszeitung" und "OÖNachrichten", wenn daran auch andere Marktteilnehmer beteiligt sind. Ausdrücklich erlaubt ist etwa die Einrichtung eines gemeinsamen Redaktionsbüros in Brüssel oder gleichzeitige Werbebuchungen in mehreren Printmedien durch ein Unternehmen. Die redaktionelle Kooperation zwischen den Bundesländerzeitungen "Vorarlberger Nachrichten", "Tiroler Tageszeitung", "Salzburger Nachrichten", "OÖNachrichten" und "Kleine Zeitung" sollte demnach von den Auflagen der Wettbewerbsbehörde unbeeinträchtigt bleiben.


25. Juli 2007: Fritz Fellner hält "Österreich"-Anteile
Die Tageszeitung "Österreich" hat einen neuen Miteigentümer. Gemeint ist der emeritierte Univ.-Prof. Fritz Fellner, Vater der "Österreich"-Verleger Wolfgang und Helmut Fellner. Laut Firmenbuch teilt sich der 84-jährige Senior gemeinsam mit Sohn Wolfgang die Anteile an der WF Beteiligungs GmbH. Dieser GmbH gehören wiederum 95 Prozent der Fellner Medien GmbH, also jenes Unternehmens, das u. a. hinter "Österreich" steht. Zum Zeitpunkt der "Österreich"-Gründung vor rund einem Jahr gehörten die Fellner Medien - damals noch als AG - der "Wolfgang Fellner Privatstiftung". Heute hält die Privatstiftung noch fünf Prozent. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner findet daran nichts Ungewöhnliches: "'Österreich' war schon immer ein Familienunternehmen und ist zu hundert Prozent in Familienbesitz."


1. August 2007: Printbranche berät "neue" ÖAK
Österreichs Medienmanager rufen in Sachen ÖAK Mediatoren zu Hilfe. Anlass für die ungewöhnliche Maßnahme ist der Streit um die Ausweisung der Auflagenzahlen der Tageszeitung "Österreich", der im Austritt der Mediaprint-Titel "Kronen Zeitung" und "Kurier" gegipfelt ist. Nun versucht man, eine Vertrauensbasis zwischen den konkurrierenden Parteien aufzubauen, um gemeinsam an einer "neuen" ÖAK zu arbeiten.


30. August 2007: Styria und Leykam legen Gratisblätter zusammen
Wieder verschwinden drei Gratistitel aus der steirischen Medienlandschaft. Die Titel "Graz im Bild" aus dem Hause Styria sowie "Der neue Grazer", der zur Leykam Medien und Mediaprint gehört, werden eingestellt. Ein Ende ist auch für "Der neue Steirer" (Leykam) in Sicht. Styria und Leykam wollen dafür künftig eine gemeinsame kostenlose Wochenzeitung herausgeben. 76 Prozent an dem neuen Verlag hält die Styria-Wochenzeitungsgruppe, Leykam besitzt 24 Prozent.


31. August: ORF rechnet mit Einschränkungen im Online-Bereich
Der ORF darf nicht vom Onlinesektor abgeschnitten werden, fordert ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Es sei wichtig, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk seinen Auftrag auf "allen Plattformen" erfüllt und auch im Online-Bereich dafür sorgt, dass "journalistische Kriterien in transparenter Weise aufrecht erhalten werden". Angesichts der anstehenden EU-Prüfung des ORF, die auch die Onlineaktivitäten des Senders unter die Lupe nehmen werden, müsse der ORF allerdings den Umfang des Internetangebots definieren. Von gewissen Einschränkungen der Onlineaktivitäten geht Wrabetz aus.


1. September 2007: Kralinger wird "Kurier"-Geschäftsführer
Thomas Kralinger, Generalsekretär der Verlagsgruppe News, wird Geschäftsführer der Tageszeitung "Kurier". Kralinger wird die Geschäfte zunächst gemeinsam mit dem in den Ruhestand scheidenden "Kurier"- und Mediaprint-Geschäftsführer Hans Georg Otto führen. Um den entsprechenden Übergang zu gewährleisten, wird sich Otto nicht schon Ende August, sondern erst mit Jahresende zurückziehen.


3. September 2007: "OÖ-Rundschau" kauft oberösterreichische redmail komplett
Die "OÖ-Rundschau" will die redmail Medienzustellservice Oberösterreich mit Sitz in Wels zur Gänze übernehmen. Sie hält aktuell 74,95 Prozent und plant nun, die restlichen Anteile von der redmail Logistik & Zustellservice GmbH zu erwerben. Beim Welser Unternehmen, das 30 Mitarbeiter beschäftigt, geht man davon aus, dass der Deal noch 2007 abgeschlossen wird.


5. September 2007: Zahl der Internet-Nutzer übersteigt Zwei-Drittel-Marke
Die Zahl der Internet-Nutzer in Österreich hat erstmals die Zwei-Drittel-Marke überschritten. Wie aus dem quartalsweise veröffentlichten Austrian Internet Monitor (AIM) hervorgeht, waren von April bis Juni zuletzt 68 Prozent der Österreicher über 14 Jahre online, das sind rund 4,6 Millionen Menschen. 3,8 Millionen davon, rund 57 Prozent der Gesamtbevölkerung über 14, haben das Internet zuletzt mehrmals pro Woche in Anspruch genommen. Vor allem Multimedia-Dienste gewinnen demnach zunehmend an Bedeutung. 27 Prozent aller Internetnutzer hätten sich innerhalb der vergangenen vier Wochen bereits Multimedia-Inhalte wie Filme oder Musikvideos angesehen - um ein Drittel mehr als vor einem Jahr.


9. September 2007: Vorarlberger "Neue am Sonntag" startet
Die neu gestaltete Sonntagsausgabe der "Neuen Vorarlberger Tageszeitung" erscheint erstmals unter dem Namen "Neue am Sonntag". Für die Erstausgabe ist eine Auflage von 120.000 Stück geplant, später dann 80.000. Inhaltlich werde das Blatt "als Qualitätszeitung positioniert, nicht im Boulevard", wie Chefredakteur Robert Thoma erklärt. Um die rund 100 Seiten starke Sonntags-"Neue" auch optisch von der Werktags-Ausgabe mit dem blauen Logo abzugrenzen, wird das Blatt als eigenständige Marke mit rotem Logo herausgegeben. Die Farbe soll auch als Signalfarbe bei der sonntäglichen Selbstbedienung - dort ist die "Neue" weiter um 90 Cent erhältlich - dienen. Die "Neue am Sonntag" werde "magazinöser", moderner, zudem sei das Design "luftiger", so Thoma.


12. September 2007: "Standard" bekommt Mittelsmann zwischen Lesern und Redaktion
Die Tageszeitung "Der Standard" beschäftigt mit Otto Ranftl einen so genannten Leserbeauftragten. Der bisherige Chronik-Ressortleiter soll als Mittler zwischen Lesern und Redaktion fungieren, so "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid. Ranftls ehemalige Aufgabe als Chronik-Ressortleiter übernimmt Petra Stuiber.


13. September 2007: "Falter" feiert 30. Geburtstag
Die Wochenzeitung "Falter" feiert ihr 30-jähriges Bestehen. "Keine mächtige Institution, dafür aber eine, die man respektiert und auf die man hört" - so beschreibt Chefredakteur und Gesellschafter Armin Thurnher sein Blatt. Im Jahr 1977 wurde die Wiener Stadtzeitung von einer Hand voll Studenten gegründet - heute beschäftigt der "Falter" 55 angestellte und zahlreiche freie Mitarbeiter. Für die Zukunft steht eine redaktionelle Neupositionierung sowie ein Relaunch des Blattes ins Haus.


13. bis 15. September 2007: Tagung der Gruppe Wochenzeitungen und Magazine
Medienpolitische und medienethische Fragen, grundsätzliche Themen der Verbandsarbeit - speziell die Aktivitäten der Boards sowie Entwicklungen im KV-Bereich - stehen im Mittelpunkt der traditionellen Tagung der Gruppe Wochenzeitungen und Magazine im VÖZ auf Einladung des "TIROLER sonntag" in Gnadenwald bei Innsbruck. In gesonderten Arbeitssitzungen werden das Modell der schweizerischen "Jungfrau Zeitung", die in ihrer Region als lokale Zeitung eine konsequente "Online First"-Strategie verfolgt, sowie Verbesserungsvorschläge für effiziente Partnerschaften im Marketing zwischen Verlagen und Kunden aus Kundensicht behandelt.


14. September 2007: Google mit Österreich-Start zufrieden
Google hat ein Jahr nach dem Marktstart in Österreich mehrere Tausend Kunden gewonnen und zeigt sich mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. "Für jeden Euro, der in klassische Online-Werbung investiert wird, geben die Unternehmen einen zusätzlichen Euro für Suchmaschinenmarketing aus", so Google Österreich-Geschäftsführer Karl Pall. Österreich sei zwar bei der Internetnutzung gut unterwegs, die "wahre Revolution" finde aber bei den Klein- und Mittelunternehmen statt. Sehr erfolgreich hätten sich auch die Medien-Kooperationen entwickelt. "Wir sind im Schulterschluss mit Medien, die kontextbezogene Werbung nutzen, unterwegs. Das hat enorme wirtschaftliche Bedeutung für den Markt", so Pall. Im Vorjahr seien rund drei Milliarden Dollar über die Umsatzbeteiligung an Medienunternehmen ausbezahlt worden. Erst vor zwei Wochen hatte sich Google nach jahrelangem Streit mit mehreren Nachrichtenagenturen auf ein Lizenzmodell zur Nutzung der Inhalte geeinigt.


15. September 2007: "Tiroler Tageszeitung" in neuer Optik
Die "Tiroler Tageszeitung", das Flaggschiff der Moser Holding, gönnt sich eine neue Optik. "Magazinhaft ohne zu flippig zu werden" ist Motto der Neuausrichtung, bei der der vielbeschäftigte Zeitungsdesigner Lukas Kircher seine Finger im Spiel hatte. Auch inhaltlich wird die "TT" neu strukturiert. Demnach werden die Bereiche Sport, Gesellschaft und Lifestyle künftig von einem "Newscenter" bedient, das sich aus bisherigen Redaktionsmitarbeitern der "TT" und der ebenfalls zur Moser Holding gehörenden "Neuen" zusammensetzt. Die Newscenter sollen auch das Sonntagsprodukt der Zeitung beliefern.


19. September 2007: Schweizer Gratiszeitung ".ch" mit österreichischer Beteiligung
Der Vorarlberger Verleger Eugen A. Russ (Vorarlberger Medienhaus), die Tiroler Moser Holding und der Wiener Medienunternehmer Michael Grabner beteiligen sich als Investoren an der neuen Schweizer Gratis-Tageszeitung ".ch". Das Gratisblatt startet mit einer Auflage von 425.000 Stück, wovon auch ein Teil im Vorarlberger Medienhaus in Schwarzach gedruckt wird. ".ch" kommt in den Ballungsräumen Zürich, Bern, Basel, Luzern und St. Gallen auf den Markt.


19. September 2007: "WirtschaftsBlatt" kooperiert mit getAbstract
Das "WirtschaftsBlatt" kooperiert mit der Internet-Bibliothek getAbstract. Die Schweizer Firma ist der weltweit führende Anbieter von Buchzusammenfassungen. Jährlich werden rund 800 Bücher aus den Bereichen Wirtschaft, Management, Finanzen, Human Resources und Marketing zusammen gefasst.


22. September 2007: Fellner startet "Madonna", Voigt "1st"
100 Seiten dick und einen Euro teuer - das sind die Eckdaten des neuen Frauenmagazins aus der Print-Werkstatt der Familie Fellner. "Madonna" lautet der Titel der Zeitschrift, die wöchentlich der Samstagsausgabe der Tageszeitung "Österreich" beiliegen bzw. in der Trafik erhältlich sein soll. Neben "Madonna" startet ein weiteres Frauenmagazin: "1st" aus der News-Gruppe.


24. September 2007: "Wiener Zeitung" wechselt zu "TV-Woche"
Die "Wiener Zeitung" wechselt mit Jahresbeginn 2008 ihre TV-Beilage. Statt "tele" bekommen die Leser der Tageszeitung künftig die "TV-Woche" aus dem Hause Mediaprint ("Kronen Zeitung", "Kurier"). "tele" ist ein Gemeinschaftsprodukt der großen Bundesländerverlage.


26. September 2007: Medientage starten mit Boulevard-Schelte
Kritik an der zunehmenden Boulevardisierung der österreichischen Medien prägt die ersten Auftritte bei den von der News-Gruppe und vom Manstein-Verlag veranstalteten Österreichischen Medientagen. Verleger Hans-Jörgen Manstein weist auf den bedauerlichen "Klimawandel im Medien-Business" hin. "Lange Zeit war Österreich eine Insel der Seligen, was den medialen Umgang mit Menschen betraf", so Manstein. Mit der Einführung des angelsächsischen Boulevardmodels und dem Markteintritt der neuen Tageszeitung "Österreich" habe sich "alles geändert". Der Weg des über viele Jahre gelebten medialen Grundkonsenses sei verlassen worden.


27. September 2007: Vorerst kein Aus für Werbesteuer
Die umstrittene Werbesteuer wird vorerst nicht abgeschafft. Das ist eines der Ergebnisse der Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und Städten. "Die Länder haben keine Bereitschaft gezeigt, ohne Kompensation auf die Werbesteuer zu verzichten", heißt es aus dem Büro von Vizekanzler und Finanzminister Wilhelm Molterer (ÖVP). Die Abschaffung der Werbesteuer, die ein Volumen von rund 115 Millionen Euro ausmacht, war Teil jenes Paketes, mit dem der Bund Anfang Juli in die Verhandlungen gegangen war. Sowohl Molterer als auch Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) hatten sich für die Streichung der Abgabe ausgesprochen. Vizekanzler Molterer will aber nach einer "Alternative" zur Werbesteuer suchen.


27. September 2007: "Kurier" und "NEWS" mit gemeinsamem EURO-Magazin
Die Verlagsgruppen "Kurier" und "NEWS" kooperieren bei der EURO 2008 und bringen rund um das Fußball-Großereignis ein gemeinsames Magazin auf den Markt. "Durch Bündelung unserer redaktionellen Anstrengungen werden wir diesem Großereignis angemessen ein tolles Produkt in den Markt setzen und uns substanziell vom Mitbewerb abheben", so "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko und "NEWS"-Chefredakteur Andreas Weber. Das gemeinsame Magazin wird elf Mal den beiden Printtiteln beigelegt. Von Dezember 2007 bis April 2008 erscheint das Magazin monatlich, ab 21. Mai 2008 wöchentlich.

 

27. September 2007: Zeitungschefs prognostizieren Print rosige Zukunft
Print lebt. In dieser Diagnose sind sich Chefredakteure, Herausgeber und Verleger bei den Medientagen in Wien einig. Und mehr noch: "So gut wie es derzeit für Zeitungen aussieht, hat es noch nie in der Geschichte der Zeitungen ausgesehen", so Styria-Vorstand Horst Pirker. "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner hält die Zeitung gar für das "Massenmedium der Zukunft", Voraussetzung sei aber, dass sie "multimedial präsent" ist, wie "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko erklärt. "Standard"-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid sieht den großen Vorteil der Zeitung gegenüber anderen Medien in ihrer "haptischen Erotik". Ob die Leser auch künftig bereit seien, für Zeitungen zu bezahlen, bzw. ob die Abonnementpreise gehalten oder gesteigert werden können, hänge nicht zuletzt auch von ihrer Verpackung und Inszenierung ab, meint wiederum Hermann Petz, Vorstandschef der Moser Holding. "NEWS"-Generalgeschäftsführer Oliver Voigt führt ins Treffen, dass die News-Gruppe im vergangenen Jahr ihre Preise um rund zehn Prozent erhöht "und nicht einen Leser oder Abonnenten verloren" habe.

 

28. September 2007: Top-Platzierung für VÖZ-Leserkampagne
Unter den insgesamt 59 Einreichungen für den Staatspreis Werbung 2007 schaffte die VÖZ-Leserkampagne "Keine Zeitung, keine Ahnung.", welche die Traktor Werbeagentur für den Verband Österreichischer Zeitungen entwickelt hat, eine Top-Platzierung: Sie rangiert unter den neun Nominierungen, aus denen der Staatspreisträger gewählt und am 28. September 2007 im Rahmen der Österreichischen Medientage verliehen wurde - nämlich die Werbekampagne "ONE loves Music" mit dem "Fingerbreakdance" der Agentur Jung v. Matt/Donau Werbeagentur für One.


3. Oktober 2007: Peter Muzik neuer Vorsitzender des IPI-Nationalkomitees
Das Österreichische Nationalkomitee des Internationalen Presse Instituts (IPI) bekommt mit "WirtschaftsBlatt"-Chefredakteur Peter Muzik einen neuen Vorsitzenden. Das IPI mit Sitz in Wien setzt sich weltweit für die Pressefreiheit ein. Die Neuwahl in der Österreich-Sektion wurde notwendig, nachdem der langjährige Vorsitzende Gerfried Sperl seine Position als Chefredakteur der Tageszeitung "Der Standard" an Alexandra Föderl-Schmid übergeben hatte. Er leitete das Nationalkomitee des IPI seit 1995.


8. bis 11. Oktober 2007: IfraExpo in Wien zeigt neue Wege für Printhäuser
Dass Zeitungen ihre Inhalte künftig nicht mehr nur via Print verbreiten werden, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wie Medienhäuser auf diese Entwicklung konkret reagieren, wie man den Aktionsrahmen erweitert, die Produktpalette ausbaut und den Workflow optimiert, zeigt die IfraExpo, eine der weltweit wichtigsten Messen der Zeitungsbranche, die in Wien stattfindet. Neben der Ausstellung, an der sich mehr als 360 Teilnehmer aus 33 Ländern beteiligen, diskutieren Fachvertreter und Experten in sogenannten Focus Sessions über die fünf Schwerpunkte der Messe: Crossmediale Redaktion, Zeitungsproduktion, Anzeigen und Marketing, Distribution und Vertrieb sowie Business und Management. Für Crossmediale Berichterstattung, also die Kombination neuer mit traditionellen Medien, vergibt die Ifra den "Cross Media Award". Mit 10.600 Besuchern aus 87 Ländern gibt es einen neuen Teilnehmerrekord.

 

14. Oktober 2007: Moser Holding startet Gratiszeitung "Tirol am Sonntag"
Die Tiroler Moser Holding startet die kostenlose Sonntagszeitung "Tirol am Sonntag" ("TAMS"). Die neue Gratiszeitung startet mit einer Druckauflage von 55.000 Stück, der Umfang der ersten Ausgabe beträgt 144 Seiten. "Tirol am Sonntag" ist am Zeitungsständer erhältlich, darüber hinaus soll das Blatt durch Hauszustellung einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht werden. Die ebenfalls zur Moser Holding gehörende "Neue Zeitung für Tirol" erscheint künftig von Montag bis Samstag. Die Gratis-Pendlerzeitung "Neue Express" wird indes eingestellt.


16. Oktober 2007: Styria übernimmt "Kärntner Regionalmedien"
Die Styria Wochenzeitungsholding übernimmt komplett die regionale Magazingruppe "Kärntner Regionalmedien", an der sie schon bisher mit 70 Prozent beteiligt war.


19. Oktober 2007: BAWAG-Anteil an ATV geht an Kloiber
Die BAWAG PSK verkauft ihr Paket am Fernsehsender ATV an die Concorde Media Beteiligungs-GmbH, ein Unternehmen des ATV-Mehrheitseigentümers Herbert Kloiber. Der Kaufpreis für den 42,44-prozentigen Anteil der Bank an dem Privatsender wird mit einem "niedrigen zweistelligen Millionenbetrag" angegeben. Der bisherige Mehrheitseigentümer Kloiber und seine Tele-München-Gruppe wird damit zum Alleineigentümer. Kloiber bekennt sich zur Fortentwicklung von ATV in seiner Unternehmensgruppe. Neuer Senderchef wird Tele-München- und Tele-5-Chef Ludwig Bauer.


1. November 2007: Neues Online-Portal "salzburg24"
Mit dem neuen Internet-Portal "salzburg24.at" startet das Vorarlberger Medienhaus das nach Eigendefinition "innovativste und größte Internetprojekt in Österreich". Mit einem Mix aus regionaler Live-Berichterstattung, nationalen und internationalen News, Sport, Kultur, Society, einer Community-Plattform für die Salzburger, Chats, Weblogs, Kleinanzeigen sowie Freizeit- und Lokaltipps will man innerhalb von drei Jahren Marktführer in Salzburg sein und Gewinne schreiben.


1. November 2007: Vorarlberger Medienhaus übernimmt Schweizer Jobbörse
Die "Regiojob Online Jobservice GmbH", eine hundertprozentige Tochter der zum Vorarlberger Medienhaus gehörenden "Teleport Consulting und Systemmanagement GmbH", übernimmt das Schweizer Online-Jobportal Westjob.at. Die Schweizer Jobbörse war bisher im Eigentum der Classified AG mit Sitz in St. Gallen, die über das St. Galler Tagblatt zum NZZ-Verlag gehört. Zu Teleport gehört bereits das Portal Ländlejob.at.


1. November 2007: Mediaprint und Morawa vollziehen Fusion
Nachdem sich die Mediaprint, die gemeinsame Anzeigen-und Vertriebsgesellschaft von "Kronen Zeitung" und "Kurier", sowie der Pressevertrieb Morawa schon vor drei Jahren auf eine Fusion geeinigt hatten, wird diese nun vollzogen. Die gemeinsamen Aktivitäten im Bereich Pressegroßhandel werden in einer Firma zusammengelegt, die Mitarbeiter übernommen. Das neue Unternehmen wird Morawa Pressevertrieb heißen. Morawa wird mit 75,1 Prozent, die Mediaprint mit 24,9 Prozent daran beteiligt sein.


6. November 2007: Red Bull startet Monatsmagazin
Noch vor dem Start seines Red Bull-TV wird der Produzent von Energydrinks, Dietrich Mateschitz, erneut im Mediengeschäft tätig: Mateschitz bringt das neue kostenlose Monatsmagazin "Red Bulletin" heraus, das den Tageszeitungen "Kleine Zeitung", "OÖNachrichten", "Salzburger Nachrichten", "Tiroler Tageszeitung", "Vorarlberger Nachrichten", "Die Presse" sowie den regionalen Wochenzeitungen "NÖN" und "Burgenländische Volkszeitung" beiliegt. "Red Bulletin" soll ein "modernes Lifestyle-Magazin" mit den Schwerpunkten Sport, Gesellschaft, Kunst und Kultur werden.


6. November 2007: Printmedien sind für den Markenaufbau unverzichtbar
Printmedien sind für Markenaufbau und Markenführung unverzichtbar, ist man sich bei der Print Akademie des Verbands Österreichischer Zeitungen einig. Über 100 Experten diskutieren das Thema "Erfolgsfaktor Werbung - Media als Markenmotor" und kommen zum Schluss: Die Wirkung von Printwerbung werde oft zu Unrecht unterschätzt. Werbung, die in Zeitungen und Magazinen geschaltet werde, treibe nämlich nicht nur die Markensympathie, sondern habe auch eine verkaufsfördernde und effizienzsteigernde Wirkung.


9. November 2007: Vyslozil "Medienmanager des Jahres"
APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil ist "Medienmanager des Jahres 2007". Mit dieser Auszeichnung ehrt das Branchenmagazin "Der Österreichische Journalist" den 61-Jährigen für "seine Leistungen für die APA und die gesamte österreichische Medienszene". Vylsozil habe aus der APA ein "Medienhochleistungsunternehmen gemacht, das inzwischen international beachtet und als Dienstleister und Partner geschätzt wird", so die Begründung im Journalist. Vyslozil ist seit 25 Jahren Geschäftsführer der Austria Presse Agentur und verantwortet in dieser Funktion die wirtschaftliche Basis für die Leistungsfähigkeit der APA.


19. November 2007: IPI ernennt David Dadge zum neuen Direktor
Das Internationale Presse-Institut (IPI) ernennt den bisher stellvertretenden IPI-Direktor David Dadge zum neuen Direktor. Dadge folgt dem Ende 2007 in Pension gehenden Österreicher Johann P. Fritz nach. Fritz hat das IPI seit 1992 geleitet und den Sitz des Instituts im Jahr 1993 nach Wien verlegt.


21. November 2007: Umbau bei der Chefredaktion im "WirtschaftsBlatt"
Das "WirtschaftsBlatt" baut seine redaktionelle Führung um. Herausgeber und Chefredakteur Peter Muzik zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück. Die Leitung der neuen Chefredaktion übernimmt Wolfgang Unterhuber, der seit 2004 bereits geschäftsführender Chefredakteur war. Dem neuen Führungsteam gehören weiters die Ressortleiter Esther Mitterstieler, Robert Gillinger und Alexis Johann an. Die Neuordnung steht am Ende eines "umfassenden Change-Prozesses", der seit der Übernahme des Unternehmens durch die Styria Medien AG eingeleitet wurde, heißt es aus dem Verlag, der ab 2008 auch als Herausgeber des Blattes fungiert.


27. November 2007: Thomas Chorherr wird 75
Journalismus sei nichts für Menschen, "denen Zynismus auch in Spurenelementen zuwider ist. Man wird, ohne es zu wollen, zum Zyniker." Dieser Meinung ist einer, der weiß, wovon er spricht - nämlich Thomas Chorherr, langjähriger früherer Chefredakteur der "Presse" und von 1994 bis 2000 Herausgeber der Tageszeitung. Der Doyen der heimischen Medienlandschaft feiert seinen 75. Geburtstag. Als Höhepunkte seines journalistischen Schaffens beschreibt Chorherr den "Jubel der Menge" vor dem Belvedere, als 1955 der Staatsvertrag unterzeichnet wurde.


28. November 2007: Vorarlberger Medienhaus investiert in Internet-Unternehmen
Das Vorarlberger Medienhaus will in junge Internet-Unternehmen investieren und hat dazu die Beteiligungsfirma "VM Digital" gegründet. Unterstützt werden bevorzugt Firmen im Medienbereich und mit starker Wachstumsperspektive. "VM Digital" ist ein "Corporate Venture Capital"-Unternehmen, das als Beteiligungsfirma aufgebaut ist.


1. Dezember 2007: "Rundschau" bekommt vier Geschäftsführer
Im Zuge der Mehrheitsübernahme durch die Tiroler Moser Holding ordnet die "OÖ-Rundschau" ihr Management neu. Die Geschäftsführung des "Wochenblatts" besteht künftig aus einem vierköpfigen Team. Neben dem bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Mayer, der nun für Marketing und Beteiligungen zuständig ist, lenken Max Hafele, Josef Ertl sowie ein weiterer, noch nicht genannter Geschäftsführer die Geschäfte des Wochenblatts. Als Sprecher für unternehmenspolitische Belange fungiert der Vorsitzende des Aufsichtsrates der "Oberösterreichischen Rundschau" und Moser Holding-Vorstandsvorsitzende, Hermann Petz. Die Anzeigenleitung übernimmt mit 1. Dezember Christian Benedik, der bisher als Verkaufsleiter regional bei den "Niederösterreichischen Nachrichten" tätig war.


3. Dezember 2007: TU Graz-Studie fordert Google-Zerschlagung
Die weltgrößte Internet-Suchmaschine Google sollte zerschlagen werden. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der TU Graz mit Unterstützung des Infrastrukturministeriums. Studienautor und Informatik-Professor Hermann Maurer zufolge gefährdet Google nicht nur unsere Wahrnehmung von Realität, sondern auch die bestehenden Wirtschafts- und da vor allem die Kapitalmarktmechanismen. Jedes Monat werden laut dem internationalen Marktforschungsunternehmen ComScore mittlerweile weltweit 61 Milliarden Suchabfragen im Internet abgesetzt, 37 Milliarden davon über Google. Jeder Internetnutzer weltweit sucht damit im Durchschnitt nach 81 Begriffen monatlich. In Österreich wird Google laut Austrian Internet Monitor bereits von fast 95 Prozent der Internetnutzer verwendet. Selbst heimische Journalisten beginnen laut einer Online-Befragung der Universität bereits sechs von zehn Recherchen mit "googeln".


5. Dezember 2007: Neuer Bewerber für Handy-TV
Im Bewerbungsverfahren um den Betrieb von Handy-Fernsehen bekommt die ORF-Sendetechniktochter ORS einen weiteren Konkurrenten: Die Firma Mobile TV Infrastruktur GmbH. Hauptgesellschafter sind eine Tochterfirma von Eugen A. Russ' Vorarlberger Medienhaus sowie eine Tochter der deutschen Oschmann-Gruppe. Geschäftsführer und mit zehn Prozent beteiligt ist Ex-ATV-Chef Tillmann Fuchs - mit fünf Prozent ist auch der Anwalt und ehemalige Justizminister Michael Krüger an Bord.


12. Dezember 2007: Werbeausgaben überschreiten die Drei-Milliarden-Grenze
Die Bruttoausgaben für Werbung überschreiten heuer erstmals die 3-Milliarden-Euro-Grenze. Mit einem Wachstum von 8,2 Prozent kann die Werbebranche auf ein positives Jahr zurückblicken. Die stärksten Werbeträger sind wieder die Printmedien, die vom Werbekuchen mehr als 45 Prozent einstreichen - die Tageszeitungen bilden dabei mit 22,6 Prozent den größten Sektor. Einen leichten Rückgang mussten die Illustrierten und Magazine hinnehmen, die von 10,8 auf 10,4 Prozent zurückfielen. Die zweitgrößte Branche am Werbemarkt ist das Fernsehen mit über 18 Prozent, wobei die Privatsender ihren Anteil erneut ausbauen konnten. Die Radios haben mit einem Werbemarkt-Anteil von 5,2 Prozent ihren bisherigen Tiefststand erreicht, sind aber im internationalen Vergleich immer noch sehr stark am Werbemarkt vertreten. Den größten prozentuellen Zuwachs erzielt der Onlinebereich, der sich von 1,3 Prozent im Vorjahr auf 2,1 Prozent steigerte. Für 2008 erwartet die werbetreibende Wirtschaft ein Wachstum von vier Prozent, die Agenturen rechnen mit 5,5 Prozent.


12. Dezember 2007: TV-Sender "Austria 9" startet
Am 12.12. um 12.12 Uhr erblickt mit "Austria 9" ein neuer österreichischer Privatsender das Licht der Welt. Gesendet werden auf "Austria 9" vor allem Film- und Serienklassiker aus der Konserve, die jeweils von 18.00 bis 23.00 bzw. 24.00 Uhr zu sehen sind und am folgenden Morgen nochmals wiederholt werden. Empfangbar ist der neue Sender im UPC-Telekabel und via Digitalsatellit.


13. Dezember 2007: ORF-Gebühren werden erhöht
Die Österreicher müssen im kommenden Jahr höhere ORF-Gebühren zahlen. Das beschließt der ORF-Stiftungsrat mit knapper Mehrheit. Die ORF-Programmentgelte steigen demnach ab Juni 2008 um 9,4 Prozent, pro Haushalt sind monatlich 1,30 Euro mehr zu zahlen. Der ORF-Anteil an den Rundfunkgebühren beträgt damit künftig 15,10 Euro pro Teilnehmer. Die Anpassung wirkt sich aber auch auf jene Gebührenanteile aus, die an Bund und Länder gehen. Die höchste Rundfunkgebühr ist ab Mitte 2008 mit 23,71 Euro in der Steiermark fällig - gefolgt von Kärnten mit 23,31 Euro. In Wien zahlen die Zuseher künftig 23,06 Euro - am billigsten ist öffentlich-rechtlicher Rundfunk in Oberösterreich und Vorarlberg mit 18,61 Euro. Die Gebührenerhöhung bringt dem ORF 2008 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 23,6 Mio. Euro, in den Folgejahren sind es jeweils rund 41 Mio.


17. Dezember 2007: "Journalist des Jahres"
Der "Kurier"-Sportjournalist Rainer Fleckl wird vom Branchenblatt "Der Österreichische Journalist" für seine zahlreichen Exklusivgeschichten, mit denen er hinter die Kulissen des Pofi-Fußballs blickt, zum "Journalisten des Jahres" gekürt. Einen Sonderpreis für sein Lebenswerk erhält der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher. Redaktion des Jahres wird der "Kurier".


20. Dezember 2007: Styria und Moser Holding bündeln Gratis-Wochenzeitungs-Aktivitäten
Die Styria Medien AG und die Tiroler Moser Holding bündeln ihre Kräfte am Gratiszeitungssektor. Die beiden Medienhäuser einigen sich darauf, ihre Aktivitäten bei den Gratiswochenzeitungen in die neu zu gründende "Regionalmedien Austria Aktiengesellschaft" einzubringen. Beide Partner werden je 50 Prozent der Aktien halten, die Transaktion erfolge vorbehaltlich der kartellrechtlichen Genehmigung. Die Moser-Gruppe hat erst vor kurzem den Verlag der Bezirksblätter, die Print-Zeitungsverlag GmbH zu 100 Prozent übernommen, die Styria verlegt die Gratis-Wochenzeitung "Die Woche". In den Vorstand der neuen "Regionalmedien Austria AG" werden der Chef der Styria-Wochenzeitungsgruppe, Helmut Schoaß, sowie Gerhard Fontan, Geschäftsführer der Print-Zeitungsverlag GmbH, einziehen.


29. Dezember 2007: Tageszeitungen liefern gemeinsames EURO-Magazin
Sechs österreichische Tageszeitungen rüsten sich für die anstehende Fußball-Europameisterschaft. "Die Presse" und die Bundesländerzeitungen "Kleine Zeitung", "OÖNachrichten", "Salzburger Nachrichten", "Tiroler Tageszeitung" und "Vorarlberger Nachrichten" bringen zur EURO ein gemeinsames Magazin namens "Arena 08" heraus. Insgesamt soll die Zeitschrift fünfmal erscheinen.