Rechnet man Print insgesamt, also Kauf- und Gratiszeitungen zusammen, dann erhöhte sich die Gesamtauflage von 2006 auf 2007 um 3,65 Prozent. Gratiszeitung haben an der weltweiten Gesamtauflage einen Anteil von sieben Prozent, in Europa aber von 23 Prozent.
Die Zahl der Titel bei den Kaufzeitungen erreichte mit 11.926 einen neuen Rekordwert, das sind um 2,98 Prozent mehr als noch 2006. Und die Verkaufsauflage der Tageszeitungen liegt bei 532 Millionen täglich - mit einer Gesamt-Reichweite von 1,7 Milliarden.
Die Anzeigenerlöse der Kaufzeitungen erhöhten sich 2007 im Jahresvergleich auf 0,86 Prozent, in den letzten fünf Jahren betrug das Wachstum 12,84 Prozent. Mit einem Anteil von 40 Prozent ist Print weltweit das führende Werbemedium.
Was besonders erfreulich ist: Österreich zählt in der EU sowohl bei den Auflagen als auch bei den Werbeeinnahmen zu den Spitzenreitern.
Digitale Verlagsplattformen boomen
Die digitalen Plattformen der Zeitungsverlage wachsen sowohl hinsichtlich der Nutzung als auch bei der Generierung von Einnahmen weltweit im zweistelligen Bereich. Das ist der Sukkus des neuen Reports über die "World Digital Media Trends", der vom Weltverband der Zeitungen (WAN) anlässlich des Weltkongresses der Zeitungen vorgestellt wurde.
Dem Bericht zufolge weist die Entwicklung in diesem Bereich steil nach oben:
- Für digitale und mobile Werbeeinnahmen wird weltweit ein Wachstum auf über 150 Milliarden Dollar im Jahr 2011 erwartet, was dem zwölffachen des Jahres 2002 entspricht.
- Die Abonnements im Bereich der mobile Dienste werden sich von 1,1 Milliarden im Jahr 2002 auf etwa 3,4 Milliarden verdreifachen.
- Verfügten 2002 51,38 Millionen Haushalte über einen Broadband-Zugang, werden es 2011 nahezu 540 Millionen sein, was einer Verzehnfachung entspricht.
- Die Zahl der mobilen Kunden ist allein im Zeitraum von 2002 bis 2006 von 945 Millionen auf 2,6 Milliarden Nutzer gestiegen.
"Goldene Feder" für Li Changqing
In Abwesenheit wurde der chinesische Journalist Li Changqing in Göteborg mit der "Goldenen Feder der Freiheit" ausgezeichnet. Li Changqing war erst im Februar nach dreijähriger Haftstrafe ("wegen Erzeugung und Verbreitung falscher Informationen") aus dem Gefängnis entlassen worden. Der Weltverband hatte ihm die "Goldene Feder der Freiheit" zuerkannt, weil es der Reporter gewagt hatte, bereits wahrheitsgetreu in der "Fuzhou Tageszeitung" über einen Ausbruch des gefährlichen Dengue-Fiebers zu berichten, noch bevor die Gesundheitsbehörden seiner Heimatstadt die Öffentlichkeit alarmierten.
Freiheit à la China
Nicht genug damit, dass China Li Changqing einen Reisepass zur Ausreise verweigert hat, wurden auch Bao Dinling und Li Sidi, der Ehefrau und Tochter des Journalisten, die an seiner Stelle in Göteborg die Ehrung in Empfang nehmen sollten, die Pässe willkürlich nach kurzer "Befragung" am Flughafen von Peking abgenommen.
Wie der Weltverband mitteilt, hat die chinesische Regierung auch einen Boykott des Weltkongresses der Zeitungen durch chinesische Medien angeordnet. Hintergrund sei eine WAN-Kampagne, mit der der Weltverband China an seine Reformversprechen im Vorfeld der Olympischen Sommerspiele 2008 erinnert.



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