Volle Lager und sinkende Produktionskosten bei den Papierherstellern
Die Lager der Papierhersteller sind gut gefüllt. Dies spiegelt sich in den Preisen für Altpapier und Zellstoff wider, die aufgrund von sinkender Nachfrage deutlich gefallen sind, etwa in Frankreich im Juni 2008 um rund acht Prozent im Vorjahresvergleich. Eine angekündigte Papierverknappung ist trotz der initiierten Kapazitätskürzungen der Papierindustrie nicht eingetreten. Im Gegenteil: Es ist vielmehr von einem weiteren Anwachsen des Angebots an Zeitungspapier im europäischen Raum auszugehen. Dies nicht zuletzt auch durch den vom Papierhersteller PALM in Großbritannien errichteten Produktionsstandort, der bereits ab dem 3. Quartal 2009 den Markt mit weiteren 400.000 Tonnen pro Jahr beliefern soll.
Auch die sinkende Nachfrage nach europäischem Papier aus Asien wird für ein Überangebot in der EU sorgen, da der Bedarf in Fernost zunehmend durch zusätzliche lokale Kapazitäten bedient wird. Ein weiterer Faktor, der eine Senkung der Papierpreise für 2009 erwarten lässt, ist der signifikante Preisrückgang bei den wichtigen Inputfaktoren Rohöl, Altpapier, Faserstoffe und Energie in den letzten Wochen und Monaten.
Wirtschaftlicher Zynismus: Fehler sollen auf Zeitungsbranche abgewälzt werden
Überlegungen der Papierindustrie, unter den gegebenen Rahmenbedingungen den Zeitungspapierpreis im zweistelligen Prozentbereich erhöhen zu wollen, können nur als wirtschaftlicher Zynismus gewertet werden: Unwirtschaftliche Produktionsstandorte und -verfahren sowie die Sanierung der durch missglückte Akquisitionstätigkeiten angeschlagenen Papierhersteller dürfen nicht auf die Zeitungsbranche abgewälzt werden, stellte der VÖZ fest.



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