deutsch
deutsch
 |  english
englisch
VÖZ Startseite
A | A | A 
Erweiterte Suche
  STARTSEITE > PRESSE > PRESSEMITTEILUNGEN > VÖZ fordert eine deutliche Senkung der Papierpreise
KONSEQUENZ AUS ÜBERKAPAZITÄTEN UND SINKENDER NACHFRAGE

VÖZ fordert eine deutliche Senkung der Papierpreise

(2008-12-01) Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) fordert für 2009 angesichts vorhandener Überkapazitäten und sinkender Nachfrage eine deutliche Senkung der Preise für Zeitungsdruckpapier. Dies wäre auch ein entscheidender Beitrag der Papierindustrie zur eigenen Zukunftssicherung, weil ihr sonst durch die globale Rezessionsphase, welche für die Verlagshäuser ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld darstellt, durch eine falsche Preispolitik die Kunden wegbrechen könnten.

Volle Lager und sinkende Produktionskosten bei den Papierherstellern

 

Die Lager der Papierhersteller sind gut gefüllt. Dies spiegelt sich in den Preisen für Altpapier und Zellstoff wider, die aufgrund von sinkender Nachfrage deutlich gefallen sind, etwa in Frankreich im Juni 2008 um rund acht Prozent im Vorjahresvergleich. Eine angekündigte Papierverknappung ist trotz der initiierten Kapazitätskürzungen der Papierindustrie nicht eingetreten. Im Gegenteil: Es ist vielmehr von einem weiteren Anwachsen des Angebots an Zeitungspapier im europäischen Raum auszugehen. Dies nicht zuletzt auch durch den vom Papierhersteller PALM in Großbritannien errichteten Produktionsstandort, der bereits ab dem 3. Quartal 2009 den Markt mit weiteren 400.000 Tonnen pro Jahr beliefern soll.

 

Auch die sinkende Nachfrage nach europäischem Papier aus Asien wird für ein Überangebot in der EU sorgen, da der Bedarf in Fernost zunehmend durch zusätzliche lokale Kapazitäten bedient wird. Ein weiterer Faktor, der eine Senkung der Papierpreise für 2009 erwarten lässt, ist der signifikante Preisrückgang bei den wichtigen Inputfaktoren Rohöl, Altpapier, Faserstoffe und Energie in den letzten Wochen und Monaten.

 

Wirtschaftlicher Zynismus: Fehler sollen auf Zeitungsbranche abgewälzt werden

 

Überlegungen der Papierindustrie, unter den gegebenen Rahmenbedingungen den Zeitungspapierpreis im zweistelligen Prozentbereich erhöhen zu wollen, können nur als wirtschaftlicher Zynismus gewertet werden: Unwirtschaftliche Produktionsstandorte und -verfahren sowie die Sanierung der durch missglückte Akquisitionstätigkeiten angeschlagenen Papierhersteller dürfen nicht auf die Zeitungsbranche abgewälzt werden, stellte der VÖZ fest.



EU-weites Überangebot von Zeitungsdruckpapier muss zu einer Preissenkung führen.
EU-weites Überangebot von Zeitungsdruckpapier muss zu einer Preissenkung führen.