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DREIKÖNIGSTAGUNG DER SCHWEIZER MEDIENBRANCHE

Pirker plädiert für "MMM"-Zukunftsstrategie

(2009-01-07) Multimedia - Multichannel - Multiplattform, kurz: MMM: Für ein Publikum, "das ständig auf Empfang" sei, ist dies für Medienhäuser verlegerischer Herkunft eine konkrete Zukunftsstrategie. Das könne „das Potenzial von Medienunternehmen oder Content-Companies noch deutlich nach oben entwickeln", betonte Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender Styria AG sowie Präsident IFRA und des Verbandes Österreichischer Zeitungen, bei der traditionellen Dreikönigstagung der Schweizer Medienbranche am 6. Jänner im World Trade Center Zürich, die heuer im Zeichen der krisenhaften Wirtschaftsentwicklung und der teilweise dramatischen Einbrüche im Werbemarkt stand.

Zeit und Aufmerksamkeit als "neue Währung"

 

Dazu sei es notwendig, die Inhalte - Information ebenso wie Unterhaltung - von der einzelnen Verbreitungsplattform zu lösen und sie auf allen Kanälen anzubieten. Als "neue Währung" im verstärkten Wettbewerb unter den Inhalte-Anbietern bezeichnete Pirker dabei nicht mehr das Geld, sondern Zeit und Aufmerksamkeit des Publikums. Den Nutzern der Angebote könne man dabei die eigene Marke und Positionierung als Orientierungshilfe anbieten: Dazu müsse die zentrale Frage beantwortet werden, wer die Zielgruppe sei und welchen konkreten Nutzen man ihr bieten könne.

 

Print hat Zukunft - die "vier Leben" einer Zeitung

 

Bei den aktuellen Problemen der Printmedien gehe es auch darum, diese nicht vorschnell als verloren aufzugeben, stellte Pirker fest. Die Plattform Papier stehe am Anfang der Ausschöpfung ihres Potenzials und nicht am Ende. Sie habe noch unglaubliche Potenziale, insbesondere in alten, aber auch in neuen Geschäftsmodellen.

 

Der VÖZ-Präsident sprach in diesem Zusammenhang von den "vier Leben" einer Zeitung: Im ersten Leben sei sie eine Kaufzeitung, im zweiten Leben könnte sie teilweise gratis und/oder im Internet als Hybridmodell betrieben werden, im dritten könnte man das Blatt dann ganz gratis verteilen - und erst im vierten Modell dann wirklich alles verkaufen: die Zeitung und die Firma.

 

Es lohne sich jedenfalls für die Zeitung zu kämpfen, vor allem um das "zweite Leben", betonte Pirker: Denn "die Chancen um das Papier werden viel zu wenig wahrgenommen".



Horst Pirker: Zeit und Aufmerksamkeit des Publikums sind die "neue Währung". (Foto: wtc-zurich.ch)
Horst Pirker: Zeit und Aufmerksamkeit des Publikums sind die "neue Währung". (Foto: wtc-zurich.ch)