Grünberger verweist auf die signifikanten Preisrückgänge im Energiebereich, allein bei Rohöl hat sich der Preis seit Mai 2008 um mehr als zwei Drittel reduziert, und den großen Preiseinbruch bei Altpapier. Die rasche Weitergabe dieser Kostenvorteile bei der Papierherstellung an die Abnehmer ist nach Ansicht des Verbandes Österreichischer Zeitungen ein Gebot der Stunde.
Nachfrage auf Talfahrt
Vor diesem Hintergrund ist eine von den Papierherstellern angedachte Preiserhöhung wirtschaftlich nicht vertretbar. Dazu kommt eine deutlich rückläufige Nachfrage nach Zeitungsdruckpapier von europäischen Verlegern, die 2008 gegenüber dem Vorjahr nochmals um 5,7 Prozent oder 500.000 Tonnen gesunken ist, nachdem bereits 2007 ein Bedarfsrückgang von 8,4 Prozent verzeichnet wurde. Außerdem, so der VÖZ, kennzeichnet den Papiermarkt ein Überangebot, wofür neben den europäischen Kapazitäten noch Importe aus Indonesien, Korea, den USA, Kanada und Russland verantwortlich sind.
Abschluss muss geänderten Faktoren Rechnung tragen
Die drastisch fallenden Kosten bei Input-Faktoren wie Rohöl und Altpapier sowie die außerordentlich vorteilhafte Zinslage entkräften jedenfalls die Forderung der Papierhersteller nach einer Papierpreiserhöhung und sprechen im Gegenteil für eine Preissenkung. Im Wissen um die angespannte Finanzlage und die zu erwartenden Krisenfolgen erwarten die Verleger im Sinne der langfristigen Partnerschaft bei den Verhandlungen einen Abschluss, der diesen Faktoren Rechnung trägt.



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