Bei dieser Plattform handelt es sich um eine österreichweite, branchenübergreifende und interdisziplinäre Initiative, welche vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und dem Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) gegründet wurde. Damit soll das Bewusstsein für den Wert und die Schutzwürdigkeit geistigen Eigentums zu vertieft werden. Franz Medwenitsch, Geschäftsführer der IFPI Austria und Harald Knabl, Vizepräsident des VÖZ sowie Geschäftsführer und Chefredakteur der "NÖN" unterstrichen namens der Initiatoren, dass geistige Leistungen Motor und Triebkraft jeglicher gesellschaftlicher Entwicklung seien. "Österreich als wissensbasiertes Land lukriert einen großen Teil seiner Wertschöpfung aus Kreativität, Know-how und Wissenstransfer."
Knabl: Gegen Gratis-Mentalität antreten
"Wir sind Partner der Initiative, weil es unserer Meinung 5 vor 12 ist, der schleichenden Enteignung von geistigem Eigentum entgegenzutreten", betonte VÖZ-Vizepräsident sowie Geschäftsführer und Chefredakteur der "NÖN" Harald Knabl in seinem Statement. "Es ist uns bewusst, dass wir damit gegen die Gratis-Mentalität antreten, die gerade im Zuge der Digitalisierung immer mehr um sich greift. Aus der Sicht unseres Verbandes ist dadurch die Zurverfügungstellung qualitativ hochwertigen Contents, in den unsere Medienhäuser verlegerischer Herkunft viel investieren, gefährdet. Es ist zu wenig, wenn nur einige Juristen das Urheberrecht kennen. Unser Ziel im Rahmen dieser Partnerschaft ist es, das Rechtsbewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu schärfen. Wildern im Zeitungsrevier ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein klarer Rechtsverstoß."
Die digitale Revolution, so Knabl, habe die Wissenswelt und den Zugang zum Wissen radikal verändert. Wissen, Information und Innovation seien auf Knopfdruck abrufbar, "zu jeder Zeit und von überall aus."
Wissen ist kein "herrenloses Gut"
Knabl wörtlich: "Diese Entwicklung ist gut, notwendig und gesellschaftspolitisch wichtig. Weil sie Chancen zum Wissenserwerb für alle verbessert. Sie birgt aber auch Gefahren in sich. Die Entwertung und Negierung geistigen Eigentums und des Urheberrechts beispielsweise. Wissen wird angeeignet, als ob es herrenloses Gut wäre. Patente werden verletzt, als ob es keinen Schutz gäbe, Recht wird gebrochen, als ob es keine Konsequenzen gäbe und keine Gesetze." Was frei zugänglich sei, müsse nicht unbedingt gratis und kostenlos sein, sagte der VÖZ-Vizepräsident weiter. "Geistige Leistungen gehören nicht nur geschützt, sondern müssen vielmehr auch honoriert werden: ideell und materiell."
Diesem Thema müssten sich gerade Medien und kreative Unternehmen stellen, denn "schließlich leben Kaufzeitungen und -magazine von der Originalität ihrer Autoren, von der Wertigkeit des geistigen Eigentums".
Die Diskussion geht weiter
Bereits am 23. April - dem Welttag des Urheberrechts - wird das "Manifest zum Schutz geistigen Eigentums" an die Parlamentspräsidentin Barbara Prammer und an die Bürgermeister großer österreichischer Städte in allen Bundesländern übergeben. Am 3. Juni findet dann eine Enquete zum Thema Urheberrecht und geistiges Eigentum statt, für die Justizministerin Claudia Bandion-Ortner als Keynote-Speakerin gewonnen werden konnte. Und anlässlich des Europäischen Forums Alpbach wird es am 25. August einen Schwerpunkt zum Thema "Geistiges Eigentum" geben, bei dem sich der deutsche Kulturwissenschaftler und Soziologe Norbert Bolz mit dem Thema "Der Angriff der Piraten auf die Kreativen. Über die Zukunft des geistigen Eigentums im Zeitalter des Remix" auseinandersetzen wird.
Prominentes Proponentenkomitee
Dem Proponentenkomitee der Plattform gehören Ex-Vizekanzler Erhard Busek, die Komponistin Johanna Doderer, der frühere EU-Kommissar Franz Fischler, der Präsident des PEN-Clubs Österreich Wolfgang Greisenegger, der Philosoph Peter Heintel, der Vorstand Wiener Philharmoniker Clemens Hellsberg, der frühere Nationalratspräsident Heinrich Neisser, die Autorin Christine Nöstlinger, der Mathematiker und Autor Rudolf Taschner, der Jurist Theodor Tomandl sowie der designierte Generalmusikdirektor Wiener Staatsoper Franz Welser-Möst an.
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.geistigeseigentum.com/.



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