Die Produktion von Papier, Karton und Pappe sei in Österreich 2008 um knapp ein Prozent auf 5,1 Millionen Tonnen zurückgegangen. Der im vierten Quartal des Vorjahres einsetzende heftige Rückgang der Nachfrage habe vor allem Hersteller von grafischen und Verpackungspapieren getroffen. Dabei habe Österreich noch besser abgeschnitten als der EU-Schnitt, der mit vier Prozent rückläufig war.
Produktion zu Jahresbeginn um 20 Prozent eingebrochen
"Nach einem guten ersten Halbjahr und einem passablen dritten Quartal ging die Auftragsentwicklung ab Oktober 2008 deutlich zurück und in den ersten beiden Monaten 2009 lag die Produktion bereits bei minus 20 Prozent. In manchen Bereichen ist die Auslastung bereits um bis zu 40 Prozent gesunken. Die Weltwirtschaftskrise, die sich aus heutiger Sicht tief in die Jahre 2009 und wohl auch 2010 ziehen wird, trifft die österreichische Papierindustrie trotz ihrer bewiesenen internationalen Wettbewerbsfähigkeit mit voller Härte. Die Unternehmen mussten unverzüglich auf die veränderte Marktsituation reagieren, etwa durch zeitweilige Abstellungen von Papiermaschinen und flexiblere Arbeitszeitmodelle", betonte Pfarl und unterstrich die Notwendigkeit, "auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen verantwortungsvoll und vorausschauend zu agieren. Wir machen keine Zusagen, die wir nicht einhalten können, und haben daher den Gewerkschaften eine Verschiebung der Verhandlungen bis zum Herbst vorgeschlagen."
"Klimaschutz darf nicht zum Standortkiller werden"
Pfarl wies auch darauf hin, dass die Situation durch die Sorge um die zukünftigen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen verschärft werde. Die Papierindustrie suche zwar primär aus eigener Kraft Wege aus der Krise, "der Klimaschutz darf aber nicht zum Standortkiller werden". Die Papierindustrie warte dringend auf das Inkrafttreten der Ökostrom-Novelle, die mit der Ausgleichsregelung zu Entlastungen der Betriebe führen soll, und innovative Projekte zum Einsatz erneuerbarer Energie stimulieren könnte.
Ein weiteres großes Fragezeichen für die Investitionssicherheit bestehe, solange die Frage der Zuteilung von CO2-Zertifikaten im Emissionshandel ab 2013 nicht geklärt ist. "Aufgrund ihrer Energie- und Exportintensität und der Gefährdung ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit fordert die Papierindustrie, dass sie ihre Zertifikate kostenfrei erhält", so Pfarl abschließend.



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