Prammer betonte anlässlich der Übergabe, dass das Parlament der richtige Ort sei, dieses Thema zu behandeln und bot an, eine Enquete zu dieser Materie auf parlamentarischem Boden anzudenken. Neben der Vernetzung auf Regierungsebene, stellt jene auf parlamentarischer Ebene eine bedeutsame Möglichkeit dar, um Bewusstsein für den Wert geistiger Leistung auf internationaler Ebene zu vertiefen. "Ich biete an, an meine internationalen AmtskollegInnen einen Brief bezüglich dieses wichtigen Anliegens zu richten und auf das Problem aufmerksam zu machen", sagte die Parlamentspräsidentin, die darüber hinaus versprach, das Thema an die Interparlamentarische Union heran zu tragen.
Neisser: "Manifest ist ein Signal für die Zukunft"
Der frühere Nationalratspräsident Heinrich Neisser, der Mitglied des Proponentenkomitees ist, wies auf die Gefahr der "schleichenden Aushöhlung" des Rechts auf geistiges Eigentum hin, vor allem deshalb, weil das gesellschaftliche Bewusstsein für die "Bedeutung und Dimension dieses Themas" nicht sonderlich ausgeprägt sei. Er unterstrich deshalb die Bedeutung der Plattform, "weil sie ein kulturpolitisch wichtiger Schritt ist. Das Manifest ist ein Signal für die Zukunft."
Schutz ist eine Überlebensfrage der Gesellschaft
Hannes Eder betonte als Präsident des Verbandes der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI), dass der Schutz geistigen Eigentums eine Überlebensfrage der Gesellschaft sei. "Nicht nur die Musikbranche", so Eder, "sondern die gesamte Wirtschaft ist betroffen. Es geht um die Wertschöpfung geistiger Leistung in einer wissensbasierten Gesellschaft." IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch wies zudem auf den Aspekt der Arbeitsplatzsicherung hin, "von der alleine 180.000 Personen in der Kreativwirtschaft betroffen sind."
Grünberger: "Zeitungen leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Demokratie"
VÖZ-Verbandsgeschäftsführer Gerald Grünberger sprach die weit verbreitete "Gratiskultur" an, mit der im Zusammenhang das Bewusstsein fehle, "dass nicht alles, was frei zugänglich ist, auch gratis ist". Zeitungen und Journalisten leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Demokratie, so Grünberger. "Auch die Printmedien sehen daher schmerzhaft die Entwertung geistigen Eigentums: Digitale Medienspiegel werden unkontrollierbar versandt, den Urhebern und Medien entgehen dadurch legitime Einnahmen."
Der Delegation, die Nationalratspräsidentin Prammer das "Manifest zum Schutz des geistigen Eigentums" überreichte, gehörten neben den Vertretern der Initiatoren seitens der Proponenten der frühere Nationalratspräsident Heinrich Neisser, der Regisseur und Schauspieler Karlheinz Hackl, die Komponistin Johanna Doderer, der Vizevorstand der Wiener Philharmoniker Alexander Steinberger, das Vorstandsmitglied der Österreichischen Interpretengesellschaft Gottfried Martin, der Musiker und Produzent Tato Gomez, die Managerin Alexandra Grothusen sowie der Plakatkünstler und Autor Otto Mittmannsgruber an.



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