"Journalisten in der Schusslinie"
Der Weltverband der Zeitungen (WAN) rückt am 3. Mai 2009 Journalistinnen und Journalisten in dem Mittelpunkt, die durch ihre professionelle Arbeit geradewegs ins die Visier jener geraten, denen eine freie und unabhängige Berichterstattung ein Dorn im Auge ist. Das Motto: "Journalisten in der Schusslinie".
"Da die Journalisten heikle Fragen recherchieren, beunruhigende Wahrheiten an die Öffentlich bringen und Politik hinterfragen, finden sich Journalisten oft in der Schusslinie jener, die durch ihre Beiträge direkt oder indirekt bloßgestellt werden. Tag für Tag recherchieren Journalisten über Themen, von denen sie wissen, das sie zu Verfolgung, körperlicher Bedrohung, Verhaftung, Gefängnis oder sogar zum Tod führen können", erläutert WAN-Geschäftsführer Timothy Balding die Intention der heurigen Mottos.
Der Internationalen Tag der Pressefreiheit soll zu einem besseren Verständnis für die essenzielle Rolle beitragen, die Journalisten bei der Untersuchung von Korruption, organisierter Kriminalität, politischer Gewalt und anderen Aktivitäten, die das Tageslicht scheuen, spielen. "In den meisten dieser Fälle blieben die Verbrecher unbehelligt und straflos", beklagt Balding.
2008: 70 Journalisten getötet, 125 "weggesperrt"
Im Jahr 2008 wurden weltweit siebzig Journalisten und Medienmitarbeiter in Ausübung ihres Berufes getötet. Allein im Irak mussten 14 Journalisten ihr Leben lassen. Je sieben Journalisten wurden im Vorjahr in Indien und Pakistan getötet, sechs auf den Philippinen. Und fünf Journalisten wurden in Mexiko ermordet, weil sie mit ihren Recherchen dem organisierten Verbrechen in die Quere gekommen sind. Insgesamt wurden, so die traurige Bilanz, im letzten Jahrzehnt 400 Journalistinnen und Journalisten getötet.
Insgesamt 125 Journalisten wurden letztes Jahr eingesperrt, wobei China mit 28, Kuba mit 21, Burma mit 14 sowie Eritrea mit 13 Inhaftierten an der Spitze der "Kerkermeister" stehen, die freien Journalismus einfach wegsperren - oft ohne bzw. unzureichenden Verfahren.
Warum am 3. Mai?
Mit dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, er wurde von der UNESCO initiiert, wird seit 1994 jährlich am 3. Mai auf Verletzungen der Pressefreiheit sowie auf die grundlegende Bedeutung der freien Berichterstattung für die Demokratie aufmerksam gemacht. Das Datum hängt mit der Deklaration von Windhuk zusammen, die am 3. Mai 1991 auf einem UNESCO-Seminar zur Förderung einer unabhängigen und pluralistischen Presse in Windhuk (Namibia) verabschiedet wurde. Zentrale Botschaft der Erklärung ist, dass freie, pluralistische und unabhängige Medien ein unverzichtbares Merkmal demokratischer Gesellschaften sein müssen.
Weitere Informationen zum Thema: http://www.worldpressfreedomday.org/.



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