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WAN-PRÄSIDENT O’REILLY WARNT VOR "IRREFÜHRENDEN" PROGNOSEN ZU ZEITUNGSZUKUNFT

Zeitung weiterhin das "maßgebliche globale Massenmedium"

(2009-06-10) Im Jahr 2008 hat sich die Zeitungsauflage trotz Finanz- und Wirtschaftskrise weltweit um 1,3 Prozent erhöht. "Die gedruckten Zeitungen erfreuen sich weltweit steigender Leserzahlen", betonte Gavin O’Reilly, Präsident des Weltverbands der Zeitungen (WAN) und Vorstandsvorsitzender des Medienkonzerns Independent News and Media, im Hinblick auf die vorläufige Zahlen aus dem WAN-Jahresbericht "World Press Trends", dessen aktuelle Ausgabe demnächst erscheint.

Es stimme zwar, dass die Zeitung in manchen Regionen "nicht gerade einen Boom erlebt", aber sie sei weiterhin das "maßgebliche globale Massenmedium, das mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung erreicht", sagte O'Reilly. Daher warnte er vor "irreführenden" Prognosen hinsichtlich der Zukunft der Zeitung: "Wenn wir also eine schrumpfende Branche sein sollen, so mutet der Gebrauch des Wortes ,schrumpfend' seltsam an. Wir sind ein Wirtschaftszweig mit weltweit enormer Reichweite und enormen Umsatzerlösen."

 

Zeitungsauflagen seit 2003 um 8,8 Prozent gestiegen

  • 2008 wuchs die Auflage der Kaufzeitungen weltweit um 1,3 Prozent auf knapp 540 Millionen Exemplare täglich. Damit ist sie in den letzten fünf Jahren um 8,8 Prozent gestiegen.

  • Regional legte die Auflage in Afrika 6,9 Prozent, in Südamerika 1,8 Prozent und in Asien 2,9 Prozent zu. Einen Rückgang verzeichneten Nordamerika (3,7 Prozent), Australien und Ozeanien (2,5 Prozent) und Europa (1,8 Prozent). Allerdings ist die Reichweite der Zeitung auf vielen gesättigten Märkten mit rückläufigen Auflagenzahlen weiterhin hoch. In vielen Ländern Europas liegt die Reichweite der Kaufzeitungen nach wie vor über 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. In Japan sind es 91 Prozent, in Nordamerika 62 Prozent.

  • Das Auflagenwachstum entsteht nicht nur in den Schwellenländern wie China und Indien. Vielmehr waren im Jahr 2008 in 38 Prozent aller Länder und in den letzten fünf Jahren sogar in 58 Prozent aller Länder Auflagengewinne zu verzeichnen.

  • Die Presse musste 2008 zwar einen Rückgang der Anzeigenerlöse um fünf Prozent hinnehmen, vereinigt aber immer noch 37 Prozent aller weltweiten Werbeausgaben auf sich.

  • Die Auswirkungen der digitalen Revolution sind zwar weltweit spürbar, aber nicht überall gleich. 38 Prozent der im europäischen Digitalgeschäft erzielten Umsatzerlöse entfallen auf Großbritannien. Die USA vereinigen 62 Prozent des weltweiten Digitalumsatzes auf sich.


WAN-Präsident Gavin O'Reilly
WAN-Präsident Gavin O'Reilly