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FÜR DEN SCHUTZ GEISTIGEN EIGENTUMS

Die Plattform geistiges Eigentum setzt Akzente beim Europäischen Forum Alpbach

(2009-08-18) Im Rahmen des Europäischen Forum Alpbach 2009, das unter dem Generalmotto "Trust - Vertrauen" steht, findet am 25.08.2009 ein von IFPI (Verband der Österreichischen Musikwirtschaft) und VÖZ (Verband Österreichischer Zeitungen) organisiertes Podiumsgespräch zum Thema "Ethik und Geistiges Eigentum" statt.

"Gegen die Entwertung des Wissens und die Missachtung geistigen Eigentums unter dem Deckmantel der Demokratisierung des Wissens." Vehement spricht sich Prof. Dr. Norbert Bolz, Philosoph und Sozialwissenschaftler und Autor zahlreicher Bestseller, gegen die Aushöhlung des Urheberrechts und die Enteignung geistiger Leistungen aus.

Hochkarätige Diskutanten

Neben Prof. Dr. Norbert Bolz, der als Keynote-Speaker fungiert, diskutieren Hannes Eder (Präsident des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft - IFPI Austria), Dr. Christiane Druml (Vorsitzende der Bioethik-Kommission im Bundeskanzleramt), Prof. Dr. Lukas Meyer (Leiter des Institut für Philosophie, Karl-Franzens-Universität Graz) und Prof. DDDr. Clemens Sedmak (Professor für Moral und Sozialtheologie am King's College London) über Wissensethik und Geistiges Eigentum.

"Gerade die Wissenschaft steht durch den immer breiter werdenden öffentlichen Zugang zu Informationen vor ethischen Herausforderungen. Es geht nicht nur um den korrekten Umgang mit menschlichem Leben, sondern auch um Korrektheit und Transparenz in Publikationen. Neue und digitale Medien haben einen Paradigmenwechsel herbeigeführt, den man kritisch hinterfragen muss", so Dr. Christiane Druml, Vorsitzende der Österreichischen Bioethik-Kommission, welche von der Bundesregierung eingerichtet wurde.

 

Hannes Eder, einer der Initiatoren der Plattform geistiges Eigentum, sieht die Konsequenzen in der Praxis: "Illegale Musik- oder Literaturdownloads werden als Kavaliersdelikt eingestuft. Die Gratis-Mentalität im Internet höhlt die Autorenschaft, das Copyright und damit den Wert geistiger Leistungen systematisch und kontinuierlich aus. Darunter leidet nicht nur die Musikwirtschaft, das bedeutet mittelfristig das Ende wissensbasierter, kreativer Wirtschafts- und Gesellschaftsstrukturen. Dagegen muss man ankämpfen. Deshalb wurde die Plattform zum Schutz geistigen Eigentums gegründet."

Demokratisierung ja, aber keine hemmungslose Gratis-Verfügbarkeit

Prof. Dr. Norbert Bolz, der sich seit Jahrzehnten mit Wissenstransfer und Wissensvermittlung beschäftigt, spricht sich "für einen möglichst breiten Zugang zu Wissen" aus: "Die Globalisierung der Wissensgenerierung verlangt auch einen offenen Zugang. Es muss aber kein freier und libertinöser Zugang sein. Und vor allem müssen die Rechte des Urhebers gewahrt bleiben, sonst wird geistige Leistung entwertet oder verfälscht. Wissensmonopole dürfen nicht entstehen, denn sie kappen mittel- und langfristig den Zugang zu Wissen."

Die Plattform geistiges Eigentum hat seit ihrer Gründung im April 2009 breite Unterstützung erfahren. "Quer durch alle Wissensgebiete und Branchen, von der Wissenschaft und Kunst bis zu innovativen exportierenden Betrieben, die geistige Leistung ins Ausland verkaufen, wird unsere Initiative unterstützt", so Dr. Franz Medwenitsch, Geschäftsführer der IFPI und mitverantwortlich für die Plattform.

Im Herbst 2009 wird es dazu auf Anregung von Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer eine parlamentarische Enquete geben: "Schutz geistigen Eigentums ist ein klassisches europäisches Thema. Hier muss es die Solidarität aller Staaten und demokratisch handelnder Menschen geben. Österreich wird Impulse setzen, schließlich leben wir als wissensbasierendes Land wesentlich von den geistigen Leistungen unserer Volkswirtschaft", so Prammer.

Plenarveranstaltung: Ethik und Wissenschaft
Dienstag, 25. August 2009, 17:30-19:00
Hauptschule Alpbach, Erwin-Schrödinger-Saal
6236 Alpbach, Alpbach 670



Prof. Dr. Norbert Bolz
Prof. Dr. Norbert Bolz