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PRINTGIPFEL BEI DEN ÖSTERREICHISCHEN MEDIENTAGEN

Mit gemeinsamen Anstrengungen aus der Krise

(2009-10-09) "Ganz egal ob bezahlt oder gratis, ob Print oder Online: Ich bin davon überzeugt, dass es auch in Zukunft einen Markt für hochqualitativen Journalismus gibt. Der wird sich seine Wege bahnen und wird auch zu verkaufen sein", zog Uwe Vorkötter, Chefredakteur der "Berliner Zeitung" beim Printgipfel der Österreichischen Medientage, der um die Frage kreiste, wie sich Journalismus und Content in Zukunft finanzieren lassen, am 8. Oktober in Wien ein Fazit. Andererseits gelte aber auch: "In Zeiten sinkender Erlöse ist das Bündeln redaktioneller Kräfte einer der wichtigsten Schritte."

"Was nutzt es am Ende, die Existenz des Objektes oder des Verlages aufs Spiel zu setzen?"

 

Wobei das, so Hermann Petz, CEO der Moser Holding, auf die geplante Zusammenlegung der regionalen Medienaktivitäten von Styria Medien Group und Moser Holding angesprochen, kein übergeordnetes Ziel darstellt. Denn bei den Regionalmedien werde "der originäre Inhalt zu 85 bis 90 Prozent in der Region gemacht", betonte Petz. Und auch bei nationalen Themen werde versucht, einen regionalen Anknüpfungspunkt zu finden - "es ist ein Mehrwert erzeugbar". Es wäre seiner Meinung nach "schlecht, wenn die Fusion auf die redaktionellen Synergien aufgebaut wäre", denn es gebe weit bedeutendere Synergiepotenziale etwa im Bereich Druck und Logistik, die 50 Prozent der Kosten für eine Zeitung ausmachen. Hinsichtlich neuer Rahmenbedingungen für die journalistischen Personalkosten ist Petz "zuversichtlich, dass man hier eine Verhandlungslösung erzielen kann".

 

Denn die Dynamik der letzten Jahrzehnte bei den Kollektivverträgen für Journalisten ebenso wie für Drucker, "die sich in den Zeiten der wirtschaftlichen Prosperität entwickelt hat, ist so nicht weiter aufrechtzuerhalten", unterstrich VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger: "Es geht um leistungsgerechte Bezahlung und es geht um Qualitätssicherung."

 

Dazu bedarf es vereinter Bemühungen, wie das auch der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust in seinem Impulsreferat anklingen ließ: "Dass Verlage ihre Objekte in den schwarzen Zahlen halten müssen, ist klar. Da ist gemeinsame Anstrengung gefragt, denn was nutzt es am Ende, die Existenz eines Objektes oder des Verlages aufs Spiel zu setzen."

 

Kralinger: "Wertige Produkte müssen ihren Preis haben"

 

Auf welchem Weg Inhalte zu den Konsumenten gelangen, ist für Aust "eine praktische Frage und keine ideologische". Ähnlich pragmatisch sah das "Kurier"-Geschäftsführer Thomas Kralinger, der betonte, dass das veränderte Medienkonsumverhalten nicht aufgehalten werden könne. Er sei jedenfalls überzeugt, "dass der hochwertige Journalismus und die Kauf-Tageszeitung in einem Gesamtangebot Zukunft haben". Wichtig wäre es in diesem Zusammenhang, "im Wissen, dass Qualität etwas kostet, entsprechende Modelle zu schaffen". Kralinger: "Wertige Produkte müssen ihren Preis haben und diesen Preis kann man verlangen. Wenn das Angebot stimmt, ist der Kunde auch bereit, den Preis zu bezahlen. Wenn wir Online jemals zu Paid Content kommen wollen, muss man sich darauf konzentrieren, dass auch die Qualität stimmt. Unsere Angebote sind heute noch nicht wirklich dort, wo der Kunde bereit ist, dafür zu bezahlen."

 

Die Hausaufgaben machen, die Produkte besser machen, Konzentration auf das, "was wir wirklich gut können", Verstärkung des Lesernutzens, besser die bestehenden Communities nützen, neue Modelle entwickeln: "Wir befinden uns", so Kralinger, "in einem Umbruch und man muss mit dem, was sich als Herausforderung ergibt, richtig umgehen und auch unsere Geschäftsmodelle überdenken."



Die zentrale Frage beim Printgipfel: Wie lassen sich Journalismus und Content in Zukunft finanzieren?
Die zentrale Frage beim Printgipfel: Wie lassen sich Journalismus und Content in Zukunft finanzieren?