1. Jänner 2005: Vorarlberger Medienhaus kauft deutschen Quoka-Verlag
Das Vorarlberger Medienhaus (VMH) von Eugen A. Russ ("Vorarlberger Nachrichten", "Neue Vorarlberger Tageszeitung", “Vorarlberg Online”) übernimmt mit Jahresbeginn hundert Prozent am süddeutschen Verlag Quoka GmbH mit Hauptsitz in Lampertheim bei Mannheim. Damit habe sich das Medienhaus einen Zugang zum deutschen Markt verschafft, heißt es. Quoka gelte mit seiner alleinigen Marktstellung in Baden-Württemberg, Bayern und Teilen von Hessen als unangefochtene Nummer eins im Offertenblatt-Markt und als einer der größten Kleinanzeigenanbieter im deutschen Internet. Auf Grund der medienübergreifenden Aufstellung sei das Deutschlandgeschäft der Quoka hervorragend positioniert. Durch den Erwerb von Quoka sieht das VMH Synergien etwa in den Bereichen Internet und Druck, aber auch hinsichtlich des Geschäftsmodells – auch für das Engagement in Ungarn und Rumänien, wo das VMH mehrere Tageszeitungen und Internet-Portale besitzt.
1. Jänner 2005: MBO bei Monatstiteln des WirtschaftsBlatt-Verlags
Die beiden Monatszeitschriften "alles über geld" und "INFOdirekt" gehen vom Verlag des "WirtschaftsBlatts" auf die 4profit Verlag und Marketing GmbH über. Die neuen Gesellschafter Snezana Jovic, Mario Franzin und Marcus Lerche erwerben im Rahmen eines Management Buy Outs die beiden Titelrechte sowie markengebundenen Veranstaltungen “Dachfonds-Award” und “Alternative Investment-Award” von der WirtschaftsBlatt Marketing GmbH, einer 100-Prozent-Tochter der WirtschaftsBlatt Verlag AG.
20. Jänner 2005: Karl Heinz Ritschel wird 75
Mehr als vier Jahrzehnte war er journalistisch tätig und stand dabei für Verantwortung, Unabhängigkeit und Ausgewogenheit: Karl Heinz Ritschel, Doyen nicht nur des Salzburger Journalismus, feiert 75. Geburtstag. Bis vor zehn Jahren war er Mitglied der Chefredaktion der "Salzburger Nachrichten", noch heute schreibt er für “seine” Zeitung.
31. Jänner 2005: "Wiener" erhält Facelifting
Der "Wiener", 1979 gegründetes Lifestyle-Magazin, wird einem Facelifting unterzogen. Der Titel der ET Multimedia AG (ETM) erhält im Rahmen eines “sanften Relaunches” unter anderem ein neues Logo. “Mann liest ihn” lautet der neue Claim des Magazins, das gemeinsam mit Basta einst die Ära des Zeitgeistes in Österreich einläutete. Der "Wiener" wechselte vor fünf Jahren vom Metro Verlag zum Lifestyle Zeitschriften Verlag der ET Multimedia AG.
1. Februar 2005: Zehn Jahre "derstandard.at"
Das Internet kommt langsam in die Jahre, die ersten Jubiläen werden fällig: "derstandard.at" feiert zehnten Geburtstag. Im Februar 1995 startete die Online-Ausgabe der Tageszeitung. "Der Standard" war die erste deutschsprachige Tageszeitung im Netz.
7. Februar 2005: Viele Journalisten arbeiten bereits “bimedial”
48 Prozent der in Österreich lokal oder regional tätigen Journalistinnen und Journalisten publizieren ihre Arbeiten bereits regelmäßig in zwei verschiedenen Medienkanälen wie etwa Print und Web. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Salzburger Medienwissenschaftlers Stefan Weber im Auftrag des Kuratoriums für Journalistenausbildung (KfJ). Die Befragung fand im Rahmen einer Bedarfserhebung für das EU-Projekt “Trimedial” statt, an dem acht Länder Europas teilnehmen.
24. Februar 2005: "Seitenblicke-Magazin" startet neu, "News" kontert
Seitenweise Society wartet im österreichischen Zeitschriftenhandel auf Käufer. Das "Seitenblicke-Magazin", an dem Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz 80 Prozent hält, erscheint mit einem gänzlich neuen Konzept und ist künftig alle 14 Tage erhältlich. Das Society-Segment sei im österreichischen Markt bisher brachgelegen, unter dem Motto “Stars ohne Ende” will das "Seitenblicke"-Team nun punkten. 150.000 Stück beträgt die Startauflage, acht bis neun Prozent Reichweite werden angepeilt. Der Einführungspreis beträgt einen Euro, regulär wird das Heft 1,50 Euro kosten. Die News-Gruppe kontert mit dem "News"-Ableger "News Leute".
24. Februar 2005: Image der Journalisten verbessert
Das Image der österreichischen Journalisten hat sich gebessert und ist in der Bevölkerung sogar besser, als sie selbst meinen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie “Ethik des Journalismus in Österreich” des Wiener Fachhochschulstudiengangs für Journalismus. Die auf Umfragen und Interviews basierende Erhebung zeigt auch, dass Gewissenskonflikte vor allem bei Redakteuren in Führungspositionen häufiger werden und dass generell das “Bedürfnis nach Selbstkontrolle” steigt. Die Studienautoren machen weiters einen “Trend zur Sensibilisierung” in ethischen Fragen aus.
2. März 2005: Styria startet neue Tageszeitung in Kroatien
Mit einer Startauflage von 300.000 Exemplaren startet die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") ihre neue kroatische Tageszeitung "24 sata" (24 Stunden). "24 sata" erscheint siebenmal pro Woche in Farbe und hat einen täglichen Umfang zwischen 48 und 64 Seiten. Die Styria verlegt in Kroatien bereits die Tageszeitung "Vecernji list", die mit einer durchschnittlichen verkauften Auflage von über 120.000 Exemplaren den Tageszeitungsmarkt in Kroatien dominiert. Punkten will die neue Zeitung mit dem Kleinformat, mit modernem Layout von Mario Garcia und einem starken Fokus auf Fotos, aber auch mit dem niedrigen Preis von 3 Kuna (40 Cent), der exakt die Hälfte des aktuellen Preises der derzeit auf dem Markt befindlichen Tageszeitungen beträgt.
3. März 2005: VÖZ-Generalversammlung
Die bei der Generalversammlung beschlossene Strukturreform des Verbands Österreichischer Zeitschriften ist für dessen Präsident Horst Pirker ein deutliches Signal für die angestrebte Einheit des Verbandes. Mit der neuen VÖZ-Struktur wurden ein “Board” für den Bereich Lesermarkt, eines für den Werbemarkt und eines für kollektive Vereinbarungen eingerichtet. Auf die klassischen Medien sieht Pirker eine “neue Dimension des Wettbewerbs” zukommen. Nach Ansicht des Styria-Vorstandschefs werden sich die Medien – Print ebenso wie Fernsehen und Radio – in Zukunft mit Konkurrenz durch die “‘googles’, ‘e-bays und ‘yahoos’ dieser Welt” konfrontiert sehen – nicht nur im Anzeigenbereich, sondern auch im Wettstreit um wertvollen Content. Google und Co. greifen neuerdings auch die Nachrichtenkompetenz der Medien an. Die Printmedien sieht Pirker für den “Kampf mit der strukturellen Krise” gut aufgestellt. Zufriedene Diagnose des VÖZ-Präsidenten: “Print war und ist ökonomisch außergewöhnlich erfolgreich.”
3. März 2005: EU prüft Finanzierung von ARD/ZDF, später ORF
Die EU-Kommission prüft die Finanzierung der öffentlichen rechtlichen Fernsehanstalten in Deutschland, Irland und den Niederlanden. Die Behörden dieser Länder sind aufgefordert worden, zu klären, ob Gebühreneinnahmen der Sender auch wirklich für öffentlich rechtliche Aufgaben verwendet werden. Eine genauere Prüfung des ORF – wie auch des belgischen Fernsehens – werde erst später folgen, heißt es aus der Kommission. Beim ORF stehe man “in einem sehr frühen Stadium” der Untersuchungen. Konkret wird einer formellen Beschwerde des Verbandes Österreichischer Zeitungen nachgegangen, wonach die Internet-Aktivitäten des ORF nicht dem öffentlichen Auftrag entsprächen.
7. März 2005: "Salzburger Volkszeitung" keine Parteizeitung
Die "Salzburger Volkszeitung (SVZ)" ist keine Parteizeitung mehr. Die Aistleitner-Holding mit Sitz in Perg in Oberösterreich übernimmt die Zeitung von der ÖVP Salzburg, über den Kaufpreis wird Stillschweigen vereinbart. Chefredakteur ist der frühere Lokalchef Konnie Aistleitner, Bruder des Holding-Chefs Martin Aistleitner. Das Blatt soll als bürgerliche, regionale Tageszeitung weitergeführt werden.
9. März 2005: Steiermark-"Falter" erscheint erstmals
Mit einer Titelgeschichte über die obersteirische Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek erscheint die erste Ausgabe des Steiermark-"Falter". Auf 32 Seiten widmet sich der Steiermark-Teil der Wiener Stadt¬zeitung wöchentlich den Themen Politik, Kultur, Stadtleben und Programm mit einem reichhaltigen Termin- und Veranstaltungskalender.
10. März 2005: Styria stellt neue Tageszeitung in Aussicht
Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") ist für die Zeitungspläne der Gebrüder Fellner gewappnet und stellt eine eigene neue Tageszeitung in Aussicht. “Wir werden sicher agieren statt reagieren”, sagt Styria-Vorstandsvorsitzender Horst Pirker. “Das wird ein neues Produkt sein müssen”, bestätigt er Informationen über ein Print-Projekt, “zumindest für die Heimmärkte Steiermark und Kärnten”. Generell erwartet sich der Styria-Chef keine Destabilisierung des österreichischen Tageszeitungsmarktes durch das Fellner-Projekt, sondern eine Ergänzung: Kurt Falk habe mit "täglich Alles" “ja nachgewiesen, dass Platz ist”.
15. März 2005: “Zeitung in der Schule” wird zehn Jahre alt
Englisch, Mathe, Zeitunglesen: Für viele Schüler steht die Tageszeitung auf dem Lehrplan. Entscheidenden Anteil daran hat der Verein “Zeitung in der Schule”, kurz ZiS, der vor zehn Jahren gegründet wurde und “Geburtstag” feiert. Die Bilanz kann sich sehen lassen: Über 520.000 Schüler haben seit 1995 an ZiS-Unterrichtsprojekten teilgenommen, über 3.000 Lehrer wurden in ZiS-Seminaren weitergebildet. Neben Schulprojekten und Aus- und Weiterbildung steht die Produktion von Unterrichtsbehelfen, die Veranstaltung von Wettbewerben und eine regelmäßig aktualisierte Homepage auf dem Arbeitsprogramm des Vereins. Die Gründung des Vereins ZiS als eigenständiges Projekt wurde 1994 vom VÖZ beschlossen, am 15. März 1995 fand die konstituierende Sitzung statt. Gründungsgeschäftsführerin war Gerda Schaffelhofer. 2001 trat Elisabeth Böhm ihre Nachfolge an. Finanziert wird der Verein vom VÖZ, aus der Presseförderung und vom Unterrichtsministerium. Die Papierkonzerne UPM Kymmene und Norske Skog steuern ebenfalls Mittel bei.
17. März 2005: Wolf In der Maur tot
Ein Doyen der österreichischen Medienlandschaft ist tot. Wolf In der Maur, früherer Herausgeber und Geschäftsführer der "Presse" sowie ORF-Hörfunk- und Fernsehintendant, stirbt im 81. Lebensjahr nach langem schweren Leiden. In der Maur wurde 1958 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Wochenpresse und zugleich Mitgeschäftsführer der Neuen Wiener Presse Druck- und Verlagsgesellschaft. Danach wechselte er zur "Presse", war dort bis 1967 Chef vom Dienst und übernahm in der Folge die Herausgeberschaft der Tageszeitung. 1974 wechselte er in den ORF, wo er als Hörfunkintendant sowie Fernsehintendant tätig war.
31. März 2005: Media-Analyse 2004 veröffentlicht
Die österreichischen Tageszeitungen sind 2004 auf eine nationale Reichweite von 73,9 Prozent oder 5,02 Millionen Leser gekommen. Das geht aus den Daten der Media-Analyse (MA) hervor. Im Detail zeigt sich bei den Tageszeitungen folgendes Bild: Die "Kronen Zeitung" hat mit 43,7 Prozent die größte Reichweite, was 2,967 Mio. Lesern entspricht. Die "Kleine Zeitung" ist auf 12,2 Prozent (831.000 Leser) gekommen. Der "Kurier" verzeichnet 10,3 Prozent bzw. 700.000 Leser. "Der Standard" weist eine Reichweite von 5,4 Prozent (366.000 Leser) auf, die "Oberösterreichischen Nachrichten" eine von 5,5 Prozent (371.000 Leser). Die "Tiroler Tageszeitung" kommt auf 5,0 Prozent (343.000 Leser), "Die Presse" auf 4,4 Prozent (299.000 Leser), die "Salzburger Nachrichten" kommen auf 3,9 Prozent (268.000 Leser), die "Vorarlberger Nachrichten" auf 3,0 Prozent (207.000 Leser). Die "Kärntner Tageszeitung" hat eine Reichweite von 1,3 Prozent (88.000 Leser), das "WirtschaftsBlatt" eine von 1,0 Prozent (65.000 Leser) und die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" eine von 0,7 Prozent (50.000 Leser). Nach einigen Jahren wieder in der MA ist das "Neue Volksblatt" mit einer Reichweite von 1,0 Prozent (66.000 Leser).
Signifikante Veränderungen zum Vorjahr werden nicht ausgewiesen. Hintergrund: Für die nicht zwölf Mal im Jahr erscheinenden Monatstitel und die nicht sieben Mal in der Woche erscheinenden Tageszeitungen kam es bei der MA 2004 zu einer Änderung in der Auswertung. Weiters wurden im Fragebogen Modifikationen vorgenommen.
1. April 2005: Kaufmännisches Personal mit 2,4 Prozent KV-Erhöhung
Die Gehälter der kaufmännischen Angestellten von Tages- und Wochenzeitungen steigen um
2,4 Prozent. Dies sieht ein entsprechender Kollektivvertragsabschluss der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) vor. Der neue KV gilt für rund 2.800 Angestellte. Die Steigerung beträgt mindestens 44 Euro, wodurch vor allem die unteren drei Verwendungsgruppen begünstigt werden.
11. April 2005: “Vorbildliches” Zeitungsdesign in Wien
Moderne Zeitungsmacher sollten die Bleiwüste scheuen wie der Teufel das Weihwasser: Die trendbewusste Zeitung von heute zeigt Mut zum großen, ungewöhnlichen Bild, Mut zum Weißraum, also zu freien Stellen zwischen Text und Bild, und portioniert die Artikel für ihre Leser. Diese Trends skizziert Norbert Küpper, Gründer und Organisator des European Newspaper Awards für “vorbildliches” Zeitungsdesign, beim European Newspaper Congress in Wien. Ungebrochen auf dem Vormarsch ist das Tabloid-Format. Mit “kleinen” Größen wollen die Zeitungsmacher neue, junge Leser erschließen. Und sind erfolgreich, meint Küpper. Ein weiterer Trend: Die Suche nach einer eigenen, starken Bildersprache. Man setzt auf großzügige Bildschnitte und auf “plakative” Fotos.
12. April: Tiroler "Neue" zufrieden mit Performance
Die Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung") ist mit der Performance ihrer im September 2004 lancierten Zeitung "Die Neue" zufrieden. Nachdem man “nicht optimal gestartet” war, habe sich das Projekt “sehr erfolgreich entwickelt”, so Moser Holding-Vorstand Hermann Petz. Vor allem am Sonntag bewähre sich das zusätzliche Angebot für die Tiroler Zeitungsleser. An der Media-Analyse für 2004 nahm die "Neue" noch nicht teil, eine Umfrage des Linzer Marktforschungsinstituts market attestiert dem Blatt aber “erfreuliche Werte”: Rund elf Prozent tägliche Reichweite, am Sonntag lesen rund 57.000 Tiroler die "Neue".
18. April 2005: Pressehandbuch erscheint in Kooperation mit Manz
In bewährter Form und mit einem neuen Partner erscheint das “Pressehandbuch 2005”. Erstmals kooperiert der Verband Österreichischer Zeitungen bei der Herausgabe des Standard-Nach¬schlagewerks für die Medienbranche mit dem Fachverlag Manz. Zur gedruckten Version ist auch heuer wieder eine CD-Rom erhältlich. Die mittlerweile 53. Auflage des Pressehandbuchs enthält auf rund 1.000 Seiten die Mediadaten von 3.500 Printmedien, ORF, TV-, Radio- und Online-Medien sowie die bedeutendsten Medien-Dienstleister Österreichs.
21. April 2005: Wolfgang Zekert wechselt zu Fellner-Zeitung
Wolfgang Zekert, bisher Vorstandsvorsitzender der Tageszeitung "WirtschaftsBlatt", wird Managing Director und COO des neuen Tageszeitungs-Projekts der Brüder Wolfgang und Helmuth Fellner. Zekert werde “dieses für Österreich neuartige Tagesmedium in allen verlegerischen Bereichen, insbesondere auch Druck, Vertrieb, Personalorganisation und Management vorbereiten”. Gemeinsam mit dem langjährigen "WirtschaftsBlatt"-Chef bilden Wolfgang Fellner als Geschäftsführer und CEO sowie Gert Edlinger als Editorial Director und Manager des redaktionellen Bereiches das Führungsteam der neuen Tageszeitung. Offizieller Starttermin der Tageszeitung ist Herbst 2006.
25. April 2005: VÖZ-Gala für die besten Anzeigen des Jahres
Die besten Anzeigen des Jahres werden mit den “Print Oscars” ausgezeichnet – 2005 zum letzten Mal unter dieser Bezeichnung. Zum 23. Mal verleiht der Verband Österreichischer Zeitungen diese Werbepreise. Dafür gibt es 2005 365 Einreichungen; der Werbepreis wird in fünf Kategorien verliehen, erstmals werden auch der “Kreative Einsatz von Printwerbung” und der “Print Werber des Jahres” ausgezeichnet.
26. April 2005: Russ und Kainz Aufsichtsräte der Moser Holding
Die Moser Holding AG ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") bekommt zwei neue Aufsichtsratsmitglieder: In der Hauptversammlung werden Julius Kainz, Herausgeber der Tageszeitung "Die Presse" und langjähriges Vorstandsmitglied der Styria Medien AG, sowie Eugen A. Russ, Geschäftsführer des Vorarlberger Medienhauses ("Vorarlberger Nachrichten"), zu weiteren Aufsichtsräten bestellt. Russ folgt Peter Moser nach, der sein Aufsichtsratsmandat zurücklegt. Kainz folgt Josef Propst in der Funktion des neutralen Dritten nach. Im Aufsichtsrat der Moser Holding sitzen neben Russ und Kainz noch Ernst Buob, Michl Ebner und Rudolf A. Rimbl. Bei der Moser Holding war 2003 die Südtiroler Athesia-Gruppe ("Dolomiten") der Gebrüder Michl und Toni Ebner zu 50 Prozent eingestiegen.
28. April 2005: VÖZ verstärkt Geschäftsführung
Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) verstärkt seine Geschäftsführung: Nadja Vaskovich, bisher Geschäftsführerin der Österreichischen Auflagenkontrolle und der Österreichischen Web-Analyse, sowie Wolfgang Chmelir ("OÖ-Rundschau") werden ab 1. August des Jahres “hauptamtliche Geschäftsführer” der beiden Vereins-Boards “Lesermarkt” und “Werbemarkt”. Die Anstellung der beiden Mitarbeiter der Geschäftsführung erfolgt im Zuge der strukturellen Neuordnung des Verbandes, die eine Fokussierung der Arbeit auf die zentralen Schlüsselbereiche Lesermarkt und Werbemarkt vorsieht.
1. Mai 2005: Metzger kehrt in Styria-Konzern zurück
Hans Metzger, seit Mai 2004 Mitglied der Geschäftsführung der "Presse", kehrt in die Grazer Konzernzentrale der Styria Medien AG zurück. Er zeichnet als Asset Manager unter anderem für die Beteiligungen an der Buchhandelsgruppe Morawa & Styria, der APA-Austria Presse Agentur, SAT.1 Österreich, "tele" und Styrian Spirit verantwortlich.
1. Mai 2005: Unterberger Chefredakteur der "Wiener Zeitung"
Andreas Unterberger wird Chefredakteur der "Wiener Zeitung". Er übernimmt die Nachfolge von Peter Bochskanl.
2. Mai 2005: Concordia-Preise an Brickner und Wolf
Im Vorfeld des Welttags der Pressefreiheit am 3. Mai werden die diesjährigen Concordia-Preise überreicht. In der Kategorie Menschenrechte geht die Auszeichnung an "Standard"-Redakteurin Irene Brickner, “Zeit im Bild 2”-Anchorman Amin Wolf erhält den Preis in der Kategorie Pressefreiheit. Barbara Coudenhove-Kalergi wird mit dem Ehrenpreis für ihr Lebenswerk gewürdigt.
9. Mai 2005: Presserats-Ombudsmann Klar legt Funktion zurück
Peter Klar, langjähriger Ombudsmann des Österreichischen Presserats, legt seine Funktion zurück. Klar führte seine Tätigkeit auch fort, nachdem der VÖZ Ende 2001 die Vereinbarung über den Presserat aufgekündigt hatte. Mittlerweile arbeiten Chefredakteure heimischer Zeitungen an der Realisierung einer Leseranwaltschaft, die vor allem Menschen, die sich von Printmedien ungerecht behandelt fühlen, als Anlaufstelle dienen soll. Ein entsprechender Verein wurde gegründet.
12. Mai 2005: Steixner und Lengauer verkaufen "Bezirksblätter"
Beim Verlag der Bezirksblätter, der Print-Zeitungsverlag GmbH, kommt es zu einer Änderung der Eigentümerstruktur. Wie die Moser Holding, zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, mitteilt, veräußern Otto Steixner und Peter Lengauer ihre jeweils 25 Prozent. Neuer Hälfteeigentümer ist demnach die Investorengruppe Verlagsbeteiligungs GmbH.
15. Mai 2005: Schaffelhofer zieht sich aus "Presse" zurück
Gerda Schaffelhofer beendet nach sieben Monaten ihre Tätigkeit als Mitglied der Geschäftsführung der Wiener Tageszeitung "Die Presse". Schaffelhofer will sich in Zukunft wieder ganz auf ihre Kernfunktion als Geschäftsführerin der ebenfalls im Styria-Konzern erscheinenden Wochenzeitung "Die Furche" konzentrieren, die sie seit Anfang 2002 innehat.
17. Mai 2005: Tageszeitungsleser goutieren Kleinformat
Die Tageszeitung ist trotz Informationsflut im Internet in Österreich nicht aus der Mediennutzung wegzudenken. Zu diesem Schluss kommt eine Online-Umfrage des Instituts Marketagent.com. Auch für einen neuen Titel sehen die Befragten Chancen, wobei eine neue Zeitung kleinformatig sein, höchstens 88,3 Cent kosten und zu zwei Dritteln aus Text und einem Drittel aus Bildern bestehen sollte. Eine deutliche Mehrheit von 86 Prozent würde eine neue Tageszeitung nach eigenem Geschmack im Format A4 konzipieren, ergab die Online-Befragung von 501 “web-aktiven” Österreichern zwischen 14 und 59 Jahren. Einen “sehr hohen Stellenwert” wünscht man sich bei so einem Blatt vor allem von Innenpolitik (37,5 Prozent), Chronik und Regionalem (36,7 Prozent), Wetter (25,3 Prozent), Außenpolitik (25,1 Prozent) und Sport (22,6 Prozent). 42,1 Prozent der Befragten greifen täglich zu einer Tageszeitung, durchschnittlich werden 29,4 Minuten pro Tag in die Zeitungslektüre investiert, so weitere Ergebnisse. 47,6 Prozent der Befragten greifen in den Morgenstunden zur Tageszeitung, 24,6 Prozent am Vormittag.
24. Mai 2005: Styria-Einstieg bei ET Multimedia genehmigt
Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Die Presse") darf mehrheitlich bei der ET Multimedia ("WirtschaftsBlatt", "Wienerin") einsteigen, muss aber einige Auflagen beachten. Dies legt das Kartellgericht in einem Beschluss fest. Die Bundeswettbewerbsbehörde sieht durch die Auflagen des Kartellgerichts in der Folge mögliche Gefahren für die heimische Medienvielfalt gebannt. Die Auflagen des Gerichts betreffen neben der redaktionellen Eigenständigkeit von "Presse" und "WirtschaftsBlatt" auch die gemeinsame Hauszustellung von "Presse" und "Standard". Die beiden Zeitungen hatten 2001 eine gemeinsame Zustellfirma, die Print Express, gegründet. Drei Jahre lang darf diese Kooperation von Seiten ETM/Styria nicht aufgekündigt werden, legte das Kartellgericht fest. Im Anzeigenbereich gibt es für die nächsten drei Jahre ein generelles “Kopplungsverbot”. Anzeigenkunden dürfen nicht gezwungen werden, gleichzeitig in "Presse" und "WirtschaftsBlatt" zu werben. Auch Kombi-Angebote darf es nicht geben. Ausgenommen davon sind lediglich Beilagen mit redaktionellem Inhalt, die beiden Zeitungen beiliegen: Die Anzeigenpreise dafür müssen aber zumindest 70 Prozent des Preises betragen, der bei getrennter Buchung zu bezahlen wäre.
24. Mai 2005: Vorhofer- und Hochner-Preis verliehen
Florian Klenk, Redakteur der Stadtzeitung "Falter", wird mit dem Kurt-Vorhofer-Preis für Politikjournalismus ausgezeichnet. Eine Premiere feierte der Robert-Hochner-Preis für herausragende journalistische Leistungen in elektronischen Medien, der an Andreas Pfeifer, ORF-Korrespondent in Rom, geht.
1. Juni 2005: Journalisten erhalten 2,4 Prozent mehr Gehalt
Die Tarifgehälter der Journalisten österreichischer Tages- und Wochenzeitungen werden um
2,4 Prozent, aber mindestens 50 Euro erhöht. Darauf einigen sich die Gewerkschaft Druck, Journalismus, Papier, Sektion Journalisten und der Verband Österreichischer Zeitungen. Die Erhöhung gilt für Redakteure, Redakteursaspiranten und Reporter, wobei die Summen aller bisherigen Quinquennienbeträge ebenfalls um 2,4 Prozent steigen. Pauschalierte freie Mitarbeiter erhalten ebenfalls um 2,4 Prozent mehr Lohn, wobei die Erhöhung höchstens 71 Euro beträgt.
6. Juni 2005: Berufliche Ethik ist Journalistinnen wichtig
Journalistinnen haben einen “idealistischeren” Zugang zu ihrem Beruf als ihre männlichen Kollegen: Zu diesem Schluss kommt die Studie des Studiengangs Journalismus an der Fachhochschule Wien zum Thema “Beruf ohne Moral”. “Es scheint, als ob gewisse Qualitätskriterien von Journalistinnen deutlicher wahrgenommen werden als von Journalisten”, so Studienautor Matthias Karmasin.
7. Juni 2005: "Presse"-Herausgeber Julius Kainz ist 70
"Presse"-Herausgeber Julius Kainz wird 70 Jahre alt. Der am 7. Juni 1935 in der Steiermark geborene Jubilar war über viele Jahre hinweg als Verlagsdirektor der Styria Medien AG sowie von 1991 bis 2000 als Geschäftsführer der Tageszeitung "Die Presse" aktiv. Seit 1995 fungiert Kainz als Herausgeber der "Presse". Kainz war darüber hinaus 1979 bis 1988 Präsident des Verbandes Österreichischer Zeitungen. 2002 kürte ihn der Verband zum Ehrenpräsidenten. 35 Jahre lang, bis 2003, gehörte er auch dem Vorstand der APA – Austria Presse Agentur an.
11. Juni 2005: "OÖN" feiern 60 Jahr-Jubiläum
Die "Oberösterreichischen Nachrichten" ("OÖN") feiern ihr 60 Jahr-Jubiläum. Anlässlich des Geburtstages erscheint eine "OÖN"-Sondernummer, die Ende Juni in einer Auflage von 580.000 Stück an alle Haushalte in Oberösterreich zugestellt wird. Diese kostenlose Sonderausgabe ist ein zeitgeschichtlicher Streifzug durch sechs Jahrzehnte Berichterstattung, ein Rückblick auf die aufregendsten Ereignisse weltweit, in Österreich und Oberösterreich seit 1945. Ebenso enthält sie Reportagen über die Geschichte der Zeitung.
17. Juni 2005: APA wächst um 4,4 Prozent
Die APA – Austria Presse Agentur blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2004 zurück. So konnte die APA den Umsatz im Vorjahr um 4,4 Prozent auf 33,9 Millionen Euro (nach 32,5 Mio. 2003) steigern. Das Betriebsergebnis (EBIT) erhöhte sich um 119 Prozent auf 1,9 Mio. (2003: 890.000), das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) betrug 2,7 Mio. Euro (2003: 1,5 Mio.), was eine Zunahme von 80 Prozent bedeutet. Der Jahresüberschuss konnte von 1,1 Mio. auf 1,4 Mio. Euro gesteigert werden. Auf Basis dieser Zahlen beteiligt die APA ihre Eigentümer mit 25 Prozent am Bilanzgewinn. Es werden zehn Prozent Dividende sowie ein Bonus von 15 Prozent ausgeschüttet. Im Rahmen der Generalversammlung wurde weiters die Gründung einer Beteiligungs-Management GmbH beschlossen. Zweck dieser 100-prozentigen APA-Tochter ist es, alle zukünftigen Beteiligungen und Akquisitionen im In- und Ausland zu bündeln. Änderungen gibt es auch in der Zusammensetzung der APA-Gremien. Nach dem Wechsel von Wolfgang Zekert vom "WirtschaftsBlatt" zur neuen Fellner-Tageszeitung scheidet Zekert in seiner Funktion als Mitglied des Aufsichtsrats und als Aufsichtsratsvorsitzender aus. Ramon Torra, Geschäftsführer der "Salzburger Nachrichten", wurde zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Darüber hinaus wurde mit der zur Tiroler Moser Holding gehörenden Tageszeitung "Die Neue" die Aufnahme in die APA-Genossenschaft beschlossen.
21. Juni 2005: “Print Akademie” auf “Weg zum Konsumenten”
Der “Weg zum Konsumenten” wird im multimedialen Zeitalter immer verschlungener. Der Verband Österreichischer Zeitungen spürt unter diesem Motto bei seiner “Print Akademie” möglichen Wegweisern nach. Fazit: Printverlage schöpfen die Potenziale im so genannten crossmedialen Wettbewerb noch nicht voll aus. Der Parade-Kreative Hans-Peter Albrecht fordert zu einem Umdenken in der klassischen Werbung auf: “Wer langweilt, ist tot, weiß es nur noch nicht.” Die neuen Wege zum Verbraucher müssten über klassische Werbung – den TV-Spot, die Zeitungs-Anzeige – hinausgehen. Als Beispiel nannte er Dietrich Mateschitz, der mit seiner bei den Formel 1-Wochenenden produzierten Zeitung aufhorchen lasse. Solche “informellen Kommunikationskonzepte” sind nach Albrechts Ansicht zukunftsweisend.
1. Juli 2005: Pirker neuer "Presse"-Herausgeber
"Die Presse" hat einen neuen Herausgeber. Horst Pirker, Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG und Geschäftsführer der "Presse", übernimmt die Funktion von Julius Kainz, der sich nach langjähriger Tätigkeit für "Die Presse" von dieser Funktion zurückzieht.
27. Juli 2005: Debatte um Lockerung der ORF-Werbebestimmungen
Massive Kritik an Überlegungen, die ORF-Werbebestimmungen zu lockern, übt der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). “Der ORF hat schon jetzt eine marktbeherrschende Stellung. Wenn es hier zu Änderungen der Werberegeln kommt, dann wird privater Rundfunk noch schwieriger, als er es jetzt schon ist”, so Corinna Piller, stellvertretende VÖP-Vorsitzende und Geschäftsführerin von SAT.1 Österreich.
27. Juli 2005: Regierung folgt bei Internet ORF-Argumentation
Im Zusammenhang mit der Prüfung der Online-Aktivitäten des ORF durch die EU-Kommission übermittelt die Bundesregierung ihre Stellungnahme. Der Medienjurist Heinz Wittmann lässt durchklingen, dass die Antwort aus dem Bundeskanzleramt sehr nahe an der ORF-Argumentation liege, wonach beim Internet-Auftritt des ORF gesetzlich alles gedeckt sei. Der Verband Österreichischer Zeitungen hatte im Oktober 2004 eine “Sachverhaltsdarstellung” nach Brüssel übermittelt. Wesentliche Punkte dieser Stellungnahme waren unter anderem die Transparenz bei der Finanzierung des ORF-Online-Angebots und eine mögliche “Cross Promotion” im ORF-Radio und Fernsehen für die Internet-Services des Öffentlich-Rechtlichen. Darüber hinaus sei der Gesetzgeber gefordert, die Bestimmungen für den ORF im Internet zu präzisieren.
31. Juli 2005: Tabak-Werbeverbot tritt in Kraft
Am 31. Juli tritt das 2004 mit der Novelle zum Tabakgesetz beschlossene allgemeine Werbeverbot in Kraft. Nur für die Plakat- und Kinowerbung sowie das Sponsoring von lokalen Veranstaltungen gilt eine Übergangsfrist bis zum Jahresende 2006. Nach Meinung des VÖZ ist das Tabak-Werbeverbot ein unzulässiger Eingriff in das verfassungsrechtlich gewährleistete Grundrecht der Meinungs- und Pressefreiheit, denn das Recht auf freie Meinungsäußerung umfasst selbstverständlich auch das Recht auf Werbefreiheit als wesentliche Grundlage einer freien Marktwirtschaft.
1. August: Peter Rabl tritt als "Kurier"-Chef zurück
Peter Rabl tritt als Chef der Tageszeitung "Kurier" zurück. In einer gemeinsamen Erklärung mit Aufsichtsratspräsident Christian Konrad teilt Rabl mit, dass er seine Funktionen als Herausgeber und Chefredakteur des "Kurier" und als Geschäftsführer der Kurier Redaktionsgesellschaft aufgrund “gravierender Meinungsunterschiede” über die Entwicklung des Kurier in Verlags- und geschäftspolitischen Fragen zurücklegt. Konrad und Rabl einigen sich auf eine einvernehmliche Lösung des Dienstverhältnisses zum 30. September. Rabl war seit 1993 im Amt und damit längstdienender Chefredakteur des "Kurier".
1. August 2005: Wechsel in APA-Chefredaktion
Parallel zur Übersiedlung der APA – Austria Presse Agentur an den neuen Standort am Wiener Naschmarkt, die Mitte August abgeschlossen wird, gibt es den bereits im Vorjahr beschlossenen Wechsel in der Chefredaktion. Wolfgang Mayr, seit 1968 Redaktionsmitglied und seit 1997 Chefredakteur der österreichischen Nachrichtenagentur, tritt in den Ruhestand. Der bisherige stellvertretende Chefredakteur Michael Lang folgt ihm als Chefredakteur.
31. August 2005: Absenger wird Vorstand der Fellner Media AG
Conny Absenger, stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der News-Gruppe, wechselt in den Vorstand der Fellner Media AG. Bei Fellner Media wird sie unter anderem für das Beteiligungsmanagement und die strategische Entwicklung der einzelnen Produkte zuständig sein. Als zweiter Vorstand fungiert Wolfgang Fellner.
26. September 2005: Eva Dichand Co-Geschäftsführerin von "Heute"
Eva Dichand, Schwiegertochter von "Kronen Zeitungs"-Gründer und Hälfteeigentümer Hans Dichand, fasst Fuß im Zeitungsmanagement. Sie wird Mitglied der Geschäftsführung der U-Bahn-Zeitung "Heute". Eva Dichand leitete bisher das Monatsmagazin "Unsere Stadt", das gratis an Mieter von Wiener Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen geht. Davor war sie bei der Unternehmens Invest AG (UIAG) tätig. Die "Heute"-Leitung übernimmt sie neben dem bisherigen Geschäftsführer Wolfgang Jansky.
8. September 2005: ORF übernimmt TW 1 zur Gänze
Der ORF übernimmt den Spartensender TW 1 komplett, die Sitour-Gruppe von Peter Schröcksnadel gibt ihren 50 Prozent-Anteil an den Öffentlich-Rechtlichen ab. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Für TW 1 zeichnet sich eine stärkere Positionierung in Richtung Sportkanal ab. ORF-Finanzdirektor Alexander Wrabetz hatte erst kürzlich den Wunsch des ORF nach Spartenkanälen geäußert.
14. September 2005: Frank Staud wird "TT"-Chefredakteur
Frank Staud, bisher stellvertretender Chefredakteur der "Tiroler Tageszeitung", übernimmt die redaktionelle Verantwortung der Regionalzeitung. Der bisherige Chefredakteur Claus Reitan wechselt zum Zeitungsprojekt der Fellner-Brüder. Bis Jahresende wird Staud in Doppelfunktion auch noch Chefredakteur der "Neuen" sein, die er seit Anfang 2005 gemeinsam mit Manfred Schiechtl leitet.
16. September 2005: Warnecke wird "WirtschaftsBlatt"-Vorstand
Andre Warnecke wird neuer CEO des "WirtschaftsBlatt" und übernimmt die Leitung des Unternehmens. Der Dreier-Vorstand des "WirtschaftsBlatt" ist damit nach dem Ausscheiden von Wolfgang Zekert wieder komplett. Neben Warnecke gehören der langjährige Finanzvorstand Markus Bauer und Chefredakteur Wolfgang Unterhuber zum Führungstrio der Zeitung.
18. September 2005: Jugendliche finden Zeitungen wichtig
Ob Jugendliche regelmäßig zu einer Tageszeitung greifen, hängt in hohem Maße davon ab, wie zeitungsaffin ihre nahe Umgebung ist. Die Schule kann dabei entscheidend mithelfen. Dies ist ein Ergebnis der neuen Evaluierungsstudie des Vereins “Zeitung in der Schule” (ZiS) und des IFES-Instituts. Weitere Erkenntnis: Zeitungen können das junge Publikum vor allem mit Berichten zu Kino, Musik und Fernsehen ansprechen – diese Themen stehen auf der Beliebtheitsskala ganz oben.
27. September 2005: Werbemarkt in Bewegung
Konsolidierung abgeschlossen, Stimmung gedämpft – so lässt sich die Situation auf dem Werbemarkt zusammenfassen. Nach einem Plus von 5,2 Prozent im Jahr 2004 erwarten Werbeforscher für 2005 nur 3,2 Prozent Wachstum des Bruttowerbeaufwandes. 2005 ist kein “Boomjahr” und die Aussichten für die nächsten Jahre sind zwiespältig, so Josef Trappel vom Basler Prognos Institut. Der Grund für die Zurückhaltung liegt in der Unsicherheit im Konjunkturverlauf – Stichwort Ölpreis. “Mehrheitlich sind die Vorzeichen für die nächsten fünf Jahre eher schlecht”, erklärt Trappel. Für 2006 geht Prognos von einem Wachstum des Bruttowerbeaufwandes um 5,4 Prozent aus. 2007 sollen es 7 Prozent sein, im Jahr darauf 3,6 und für 2009 rechnet man mit 3,2 Prozent. Vor allem die Jahre 2006 und 2007 würden durch den Marktzutritt der neuen Fellner-Zeitung geprägt. Dementsprechend sind die Prognosen für den Werbeträger Tageszeitung: 2006 plus 8 Prozent, 2007 plus 12,9 Prozent. Einschränkung: “Diese Markteinführung und die Gegenreaktionen der etablierten Titel werden den Markt auf der Bruttoseite aufblähen, ohne besondere Wirkung auf die Nettoseite zu haben.”
30. September 2005: "Echo" mit Vorarlberger Erstausgabe
Der Echo-Verlag präsentiert in Vorarlberg die Erstausgabe der Nachrichtenillustrierten "Echo". “Vorarlbergs erste Nachrichtenillustrierte”, so der Untertitel von "Echo", ist mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren an den Ländle-Kiosken und im Zeitschriftenhandel erhältlich. Eugen A. Russ ist mit seinem Vorarlberger Medienhaus ebenso wie die Tiroler Echo Zeitschriften und Verlags GmbH zur Hälfte an der eigens gegründeten Echo Verlag GmbH beteiligt. In Tirol erscheint "Echo" seit 1998.
1. Oktober 2005: 60 Jahre Pressefreiheit
Unbemerkt und ohne die im Jahr 2005 üblichen “Gedankenjahr”-Aktivitäten feiert Österreich 60 Jahre Pressefreiheit. Am 1. Oktober 1945 ermöglichte der Alliierte Rat per Proklamation wieder die durch “Ständestaat” und “Drittes Reich” zerstörte Pressefreiheit. Der Übergang von der völligen Kontrolle der Medien ab Kriegsende hin zur Lockerung erfolgte 1945 sehr rasch. “Zeitungen und Zeitschriften unterliegen nicht der Zensur”, versprachen die Alliierten am 1. Oktober. Das hieß zwar nicht, dass plötzlich jeder ein Medium betreiben durfte, ermöglichte aber den geregelten Übergang zur Lizenzerteilung an österreichische Herausgeber bei gleichzeitiger Abschaffung der Vorzensur, wie der Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell erklärt. Lizenzierte Blätter wurden in der Folge für fast ein Jahrzehnt einer Nachzensur unterworfen.
1. Oktober 2005: Kurier Zeitungsverlag Gesmbh wird Herausgeber
Die Kurier Zeitungsverlag Gesmbh wird bis auf weiteres Herausgeber der Tageszeitung "Kurier". Dies wird bei einer Sitzung des "Kurier"-Aufsichtsrates beschlossen. Indem man eine juristische Person zum Herausgeber macht, setzt man auf ein Modell, das in vielen österreichischen Medienhäusern – etwa bei der "Kleinen Zeitung" oder der "Tiroler Tageszeitung" – üblich ist. Chefredakteur Christoph Kotanko, der bisher den Titel geschäftsführender Chefredakteur trug, fungiert künftig als Chefredakteur mit Personalhoheit.
1. Oktober 2005: "Volksblatt" mit neuem Verlagschef
Das "Neue Volksblatt", die Tageszeitung der ÖVP Oberösterreich, erhält einen neuen Verlagsleiter: Wolfgang Mayer, der bisher diese Funktion innehatte, verändert sich beruflich, auf ihn folgt der 50-jährige Walter Dipolt. Der gebürtige Welser Dipolt blickt auf eine langjährige Erfahrung im Druckerei- und Verlagswesen zurück. Zuletzt war er Direktor im Landesverlag Druckservice Linz.
6. Oktober 2005: "WirtschaftsBlatt" wird zehn Jahre alt
Das "WirtschaftsBlatt" feiert zehnten Geburtstag. Am 6. Oktober 1995 erschien die erste Ausgabe der Tageszeitung, die sich selbst als “Zweitzeitung für wirtschaftlich interessierte Entscheidungsträger” definiert. Die Auflagenzahlen des "WirtschaftsBlatt" entwickelten sich in den Jahren seit dem Start aufwärts, nach fünf Jahren erreichte man nach eigenen Angaben die Gewinnzone. Das "WirtschaftsBlatt" gehört zu 50 Prozent dem schwedischen Medienkonzern Bonnier; die zweite Hälfte am Verlag hält die ET Multimedia, an der die Styria Medien AG mehrheitlich beteiligt ist.
6. Oktober 2005: "profil"-Kolumnist Tramontana ist tot
Der "profil"-Journalist und Autor Reinhard Tramontana stirbt 57-jährig völlig unerwartet in einem Wiener Krankenhaus. Der Journalist verfasste mit sprachlicher Virtuosität und subtilem Witz die "profil"-Kolumne “profan” und war auch Autor mehrerer Bücher.
6. Oktober 2005: Suche nach neuen Ertragsquellen
Die Suche nach neuen Ertragsquellen beschäftigt Zeitungsverleger. “Jedes Unternehmen in einem stagnierenden Markt, und wir sind in einem stagnierenden Markt, muss über neue Ertragsquellen nachdenken”, sagt Eugen Russ vom Vorarlberger Medienhaus bei den Österreichischen Medientagen. Das Vorarlberger Medienhaus verkaufe neben seinen Printtiteln Strom, Versicherungen, Telefon und Internet – mit dem Ziel, die Zeitung gratis anbieten zu können. Wachstumspotenziale ortet Russ vor allem im Onlinebereich und mit “Nischenprodukten”, etwa Hochglanzmagazinen für spezielle Zielgruppen. "Standard"-Geschäftsführer Wolfgang Bergmann meint, dass neue Ertragsquellen allein die Zeitungen nicht retten würden. Kritik übt Bergmann am “Trend zu Versandhäusern mit angeschlossener Zeitungsproduktion”.
11. Oktober 2005: Europas modernste Nachrichtenzentrale
Die APA – Austria Presse Agentur eröffnet ihr neues Gebäude am Wiener Naschmarkt, eine von “Europas modernsten Nachrichtenzentralen”, wie APA-Geschäftsführer Wolfgang Vyslozil und Chefredakteur Michael Lang erklären. Nach einer Bauzeit von etwa eineinhalb Jahren wechselte die österreichische Nachrichtenagentur mit ihren rund 350 Arbeitsplätzen im August vom Internationalen Presse Zentrum in Wien-Döbling in das neue nach Mariahilf. Herzstück des dreigeschossigen Neubaus ist der 1.600 m2 große APA-Newsroom, der alle redaktionellen Einheiten der APA auf einer Ebene beherbergt. Maximale Kommunikation durch den Open Space, größere Interaktion durch die konzentrisch angelegten Ressort-Desks und die neu eingeführte Position des “Newsmanagers” sind die bedeutendsten Auswirkungen der neuen Strukturen.
15. Oktober 2005: "Kurier"-Kolumnist Hufnagl verstorben
"Kurier"-Kolumnist Herbert Hufnagl stirbt im Alter von 60 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Seit 1988 verfasste Hufnagl seine tägliche Kolumne “Kopfstücke”, in der er Irrungen und Wirrungen des Alltags, überbordenden Bürokratismus und Verballhornungen der deutschen und österreichischen Sprache aufs Korn nahm. Hufnagl galt als einer der Träger der Marke "Kurier", für viele Leser waren seine “Realsatiren aus Österreich” täglicher Fixpunkt.
19. Oktober 2005: Styria-Vorstand Pirker ist neuer Ifra-Präsident
Horst Pirker, Vorstand der Styria Medien AG, wird zum neuen Präsidenten der Ifra gewählt. Pirker ist seit drei Jahren Vorstandsmitglied der Ifra und seit zwei Jahren Schatzmeister. Er verweist auf die großen Herausforderungen und Veränderungen, vor denen die Nachrichtenmedien stünden: Zeitungsverlage müssten nicht nur ihre Strategien neu ausrichten, sondern sich und ihr Personal “auch mit der passenden Infrastruktur und den geeigneten Tools wappnen, um sich zukünftig als ‘Content’-Unternehmen zu positionieren.” Als Ifra-Präsident wolle er denn auch großes Augenmerk auf den Bereich der Strategieentwicklung legen, so VÖZ-Präsident Pirker. Die Ifra zählt 3.000 Mitglieder in 70 Ländern und gilt als führende Organisation für Zeitungs- und Mediapublishing. Die Wahl Pirkers erfolgt während der Generalversammlung auf der alljährlichen Zeitungsmesse IfraExpo.
19. Oktober 2005: Chefredakteur Fleischacker in "Presse"-Geschäftsführung berufen
Der Chefredakteur der Tageszeitung "Die Presse", Michael Fleischhacker, wird Mitglied der Geschäftsführung der Zeitung. Gleichzeitig zieht sich der Vorsitzende des Vorstands der Styria, Horst Pirker, aus der operativen Geschäftsführung der Tageszeitung zurück. Den Vorsitz in der Geschäftsführung übernimmt Reinhold Gmeinbauer. Mit der Berufung Fleischhackers folgt man dem internationalen Trend, den Chefredakteur noch stärker in die Gesamtverantwortung einzubinden.
20. Oktober 2005: TW 1 Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags
Dem ORF wird künftig erlaubt, für den Sport-Spartensender TW 1 Gebührengelder zu verwenden. Die Novelle zum ORF-Gesetz macht die “Veranstaltung eines Spartenprogramms” zum Versorgungsauftrag und damit zum Teil des öffentlich-rechtlichen Auftrags des ORF. Erleichterungen gibt es für den ORF auch im Werbebereich: Unterbrecherwerbung bei Sportübertragungen wird erlaubt, Sponsoren müssen nur mehr einmal statt bisher zwei Mal genannt werden. Zeitungsverleger und Privatrundfunkveranstalter hatten im Vorfeld heftige Kritik an den Änderungen angemeldet.
20. Oktober 2005: Rudas wechselt zur WAZ-Gruppe
Andreas Rudas, früherer ORF-Generalsekretär, SPÖ-Bundesgeschäftsführer und seit 2000 Manager und Kommunikationschef des Magna-Konzerns, wechselt zur WAZ-Gruppe ("Westdeutsche Allgemeine Zeitung"). Rudas wird Geschäftsführer der WAZ-Ostholding mit Sitz in Wien, die die Medienbeteiligungen der "WAZ" in Südosteuropa bündeln sollen.
31. Oktober 2005: Veränderungen im Vorstand der Moser Holding
Bei der Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Die Neue") gibt es Veränderungen im Vorstand. Elmar Konzett, bisher verantwortlich für den Bereich Marketing und Verkauf (CMO), verlässt das Unternehmen. CEO Hermann Petz wird künftig für die Media-Geschäftsfelder verantwortlich zeichnen. In die Zuständigkeit von Silvia Lieb (CFO) fallen die Non-Media-Geschäftsfelder sowie die Funktionsfelder. Geleitet werden die Geschäfts- und Funktionsfelder von selbstständigen Management-Teams. Max Hafele übernimmt die Verkaufs-Gesamtleitung im Geschäftsfeld Tageszeitungen.
3. November 2005: Europäische Verleger tagen in Wien
Das “Who is Who” der europäischen Zeitungsverleger gibt sich in Wien ein Stelldichein: Rund 50 Verleger und Geschäftsführer nationaler Verlegerverbände nehmen an der Board-Sitzung sowie der Generalversammlung European Newspaper Publishers’ Association (ENPA) teil. Gastgeber ist der Verband Österreichischer Zeitungen. Konkretes Thema wird im Rahmen der Tagung die Revision der EU-Richtlinie “Fernsehen ohne Grenzen”. Die Verleger lehnen dabei die von der Kommission geplante Lockerung der Beschränkungen für Product Placement in Unterhaltungsserien, Spielfilmen und anderen fiktionalen TV-Programmen ab. “Durch eine Aufhebung der ‘sauberen Trennung’ von Programm und Werbung würde nicht nur das Fernsehen, sondern die Medien insgesamt an Glaubwürdigkeit verlieren.” Plänen zur Entwicklung der Richtlinie zu einer “Content-Direktive” erteilen die Verleger ebenfalls eine Absage. Die ENPA repräsentiert rund 3.200 Tages- und Wochenzeitungen bzw. Sonntagstitel in 22 europäischen Ländern. Die Mitgliedstitel erreichen täglich eine Auflage von insgesamt über 91 Millionen Exemplaren, die von mehr als 240 Millionen Menschen gelesen werden.
15. November 2005: Zeitungsverleger Kurt Falk stirbt im 72. Lebensjahr
Der Zeitungsverleger Kurt Falk stirbt im 72. Lebensjahr an einem Krebsleiden. "Ganze Woche"-Eigentümer Falk sorgte mit seinem knallharten Stil immer wieder für Aufsehen. Gemeinsam mit Hans Dichand gründete Falk 1958 die "Kronen Zeitung" und führte diese zu bemerkenswerten Leserzahlen. Falk war über viele Jahre hinweg die treibende kaufmännische Kraft des Krone-Verlags. Für die heimische Medienbranche waren etwa die von Falk initiierten Gewinnspiele der "Krone" völliges Neuland. Nach heftigen Auseinandersetzungen mit Dichand und der Belegschaft legte Falk 1974 die Funktion des "Krone"-Geschäftsführers zurück. Nach einer Reihe von Prozessen trennten sich Falk und Dichand. Hans Dichand kaufte Falk schließlich 1987 mit Hilfe der Essener WAZ-Gruppe aus. Noch während seines "Krone"-Engagements hatte Falk 1985 "Die Ganze Woche" gegründet. Reichweitenerfolge schaffte er hier rasch. 1992 versuchte sich Falk neuerlich im Tageszeitungsgeschäft und gründete "täglich Alles". Anfangs hatte es für das bunte Blatt nicht schlecht ausgesehen: Unterstützt von Billigpreis und üppigen Marketingaktionen brachte es die Zeitung aus dem Stand auf 1,1 Millionen Leser und landete damit hinter der "Kronen Zeitung" auf Platz zwei des Tageszeitungsmarktes. Relativ bald ging es aber mit den Leserzahlen wieder bergab. Im Sommer 2000 sorgte Falk mit der Einstellung der Printausgabe von "täglich Alles" schließlich für einen Knalleffekt. In den vergangenen Jahren lebte der eigenwillige Verleger zurückgezogen. Im Sommer 2001 hatte er sich offiziell aus dem Zeitungsgeschäft zurückgezogen.
16. November 2005: "Vorarlberger Nachrichten" feiern 60er
Die "Vorarlberger Nachrichten" feiern ihren 60. Geburtstag. Am 16. November 1945 erschien die erste unabhängige Ausgabe der "VN" – aus Papiermangel mit einem Umfang von nur zwei Seiten. In einer 64 Seiten starken Beilage hält die Tageszeitung Rückschau auf die Anfänge des Blattes und die Ereignisse der vergangenen 60 Jahre. Die "VN" sind heute das Flaggschiff des Vorarlberger Medienhauses (VMH). VMH-Geschäftsführer Eugen A. Russ, Enkel von "VN"-Gründer Eugen Russ sen., gilt als einer der innovativsten Medienmacher Europas. Längst ist das Engagement des VMH aber nicht mehr nur auf Vorarlberg beschränkt. Die gesamte Medienhaus-Gruppe umfasst 35 Zeitungen, sechs Internet-Portale und zwei Radiosender in Österreich, Ungarn und Rumänien. Zu Jahresbeginn übernahm das VMH den deutschen Quoka-Verlag, der rund 20 Wochenzeitungen mit einer Auflage von 180.000 Stück verlegt.
18. November 2005: Gerd Bacher wird 80
Der langjährige ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher feiert seinen 80. Geburtstag. 20 Jahre lang – mit Unterbrechungen – stand Bacher an der Spitze des Österreichischen Rundfunks. “Seinem” Unternehmen blieb er auch nach seinem Abschied 1994 verbunden. Bacher begann seine Laufbahn als Journalist in Salzburg. 1954 wurde er nach Wien als Chefredakteur des neu gegründeten "Bild-Telegraf" berufen, zwei Jahre lang – von 1958 bis 1960 – war er Chefredakteur des von ihm mit gegründeten "Express". Von 1967 bis 1975, von 1978 bis 1986 sowie von 1990 bis 1994 war Bacher ORF-Generalintendant. Ende der achtziger Jahre fungierte er für kurze Zeit als Herausgeber der "Presse", bevor er ein weiteres Mal an die ORF-Spitze gewählt wurde.
21. November 2005: Klausnitzer verlässt News-Gruppe
Die News-Gruppe erhält einen neuen Generalgeschäftsführer: Rudi Klausnitzer wird aus “persönlichen Gründen” seinen 2006 ablaufenden Vertrag nicht verlängern. Er wechselt mit 1. Jänner 2006 in den Beirat der Verlagsgruppe und wird dem Vorstand von Haupteigentümer Gruner+ Jahr (G+J) “beratend zur Verfügung stehen”. Sein Nachfolger als Vorsitzender der Geschäftsführung wird der Deutsche Oliver Voigt, bisher Geschäftsführer von G+J Polen. Voigt war bereits 1999 bis 2001 Mitglied der Geschäftsführung der Verlagsgruppe News. Als Herausgeber und Vorsitzender der Geschäftsführung übernimmt Voigt die Gesamtverantwortung für den international nach Frankreich zweitgrößten Markt im Portfolio des Gruner+Jahr-Konzerns.
22. November 2005: Styria und Schibsted gründen Joint Venture
Die Styria Medien AG ("Kleine Zeitung", "Presse") und die norwegische Schibsted-Gruppe ("20 Minuten"), gründen ein Joint Venture. Ziel ist der “Betrieb eines Internet-Portals für Online-Kleinanzeigen für die Bereiche Immobilien, Fahrzeuge, Boote, Mobilien und Stellenmarkt”. Unter Beitritt der Anzeigen und Marketing Kleine Zeitung GmbH &Co KG, der Die Presse Verlags-Gesellschaft m.b.H.&Co KG sowie der FINN.no AS soll in Form eines gemeinsamen Unternehmens auf langfristiger Basis zusammengearbeitet werden. Laut Styria-Chef Horst Pirker ziele die Kooperation auf den Online-Bereich ab, die neuen Partner hegen keine gemeinsamen Pläne für eine Gratiszeitung.
24. November 2005: VFJ schreibt Förderung für Ausbildung aus
Der von "Kronen Zeitung" und "Kurier" gegründete Verein zur Förderung der journalistischen Aus- und Weiterbildung (VFJ) lädt alle außeruniversitären österreichischen Institutionen der Journalistenaus- und -weiterbildung ein, sich um Fördermittel für das Jahr 2006 zu bewerben. Unterstützt werden demnach konkrete Projekte, die im laufenden Betrieb des Förderungswerbers gesondert angeboten werden. Gefördert werden insbesondere zusätzliche Ausbildungseinheiten wie Spezialkurse und -seminare, Symposien, Einzelvorträge und Vortragszyklen von Experten, Stipendien, ausbildungsrelevante Volontariate und Praktika sowie die Anschaffung von einschlägigen Arbeitsbehelfen. Der VFJ verwaltet jene Mittel, die "Kurier" und "Krone" aus der staatlichen Presseförderung erhalten.
25. November 2005: Raiffeisen steigt bei NÖN-Verlag ein
Die Karten in der niederösterreichischen Zeitungslandschaft werden neu gemischt. Die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien steigt mit 20 Prozent beim Wochenzeitungs-Verlag der "Niederösterreichischen Nachrichten" ("NÖN") ein. Die Raiffeisen-Holding kontrolliert zusammen mit Partnern aus dem Raiffeisen-Sektor den Kurier-Verlag, der die nach der "Kronen Zeitung" größte Zeitung Ostösterreichs herausgibt. Mit der Beteiligung von Raiffeisen wolle sich das Pressehaus “nach Jahren starker Expansion sowohl der Verlags- als auch der Drucksparte [...] für kommende Aufgaben wappnen”, so Pressehaus-Geschäftsführer und Chefredakteur Harald Knabl. Das Niederösterreichische Pressehaus hat kurz zuvor seine redaktionelle Spitze verbreitert. Neben Chefredakteur Harald Knabl fungieren nun die langjährigen stellvertretenden Chefredakteure Martin Gebhart und Wolfgang Lehner als weitere Chefredakteure.
27. November 2005: Moser Holding und Athesia lancieren Sonntagsmagazin
Erstmals erscheint das gemeinsame Sonntagsmagazin der Moser Holding ("Tiroler Tageszeitung", "Neue") und der Athesia-Gruppe ("Dolomiten"). Es wurde als Kooperation der beiden Verlage in einer Auflage von 92.000 Stück als Mantel für die "Neue" in Nordtirol und als Beilage der Sonntagszeitung "Zett" gestaltet. Das Magazin sei eine Initiative von Moser Holding-CEO Hermann Petz und Athesia-Chef Michl Ebner und verstehe sich “als modernes Bindeglied der beiden Tiroler Landesteile”. Die Redaktion mit Sitz am Brenner richte das Hauptaugenmerk auf moderne Magazin-Berichterstattung mit “bunten Themen” aus Nord-, Ost- und Südtirol sowie Lifestyle aus aller Welt. Für den Inhalt verantwortlich sind Irene Rapp ("Neue") und Klaus Innerhofer ("Zett").
30. November 2005: ETM heißt nun styria.MULTI MEDIA AG
Die ET Multimedia AG firmiert nach der Komplettübernahme durch die Styria Medien AG künftig als “styria.MULTI MEDIA AG”. Auch sonst bleibt bei dem Magazinkonzern, der zudem 50 Prozent am "WirtschaftsBlatt" hält, kaum ein Stein auf dem anderen: “Wir sind under construction”, sagt Vorstandsvorsitzender Hans Gasser. Die Unternehmensstruktur wurde neu geordnet, nun nimmt sich das Vorstandsduo Gasser und Michael Tillian “Hausaufgaben” bei den einzelnen Marken vor. Auch an TV-Aktivitäten wird gedacht. Der gesamte Magazinbereich der Styria, die mittlerweile 99,9 Prozent am Verlag hält, wird in die styria.MULTI MEDIA AG überführt. Dazu zählen Titel wie der "Steirer Monat" und der "Kärntner Monat" sowie die Kundenmagazin-Sparte Media Consult Austria. Auch die styria.MULTI MEDIA AG hat Corporate Publishing-Produkte im Sortiment. Die bestehenden Titel, ob "Wiener" oder "Wienerin", "Diva", "Skip", "miss", "Wohnen" oder "Business People", werden 2006 “sicherlich einige Veränderungen” erleben. Zugleich sieht Gasser Platz für neue Produkte.
1. Dezember 2005: "Die Furche" wird 60 Jahre alt
"Die Furche", 1945 von Friedrich Funder gegründet, feiert ihren 60. “Geburtstag”. Positioniert als “einzige überregionale Qualitätswochenzeitung” Österreichs, habe sie in den vergangenen Jahren kontinuierlich Auflage gesteigert, sagt Chefredakteur Rudolf Mitlöhner. Geschäftsführerin Gerda Schaffelhofer ist auch für die Zukunft optimistisch: “Ich glaube, dass neben den tagesaktuellen Medien das Bedürfnis nach Reflexion, Analyse und Tiefgang wächst.” Gegründet wurde "Die Furche" 1945 als Beitrag zum geistigen Wiederaufbau. Seit 1976 gehört "Die Furche" zur Styria Medien AG.
7. Dezember 2005: "Kleine" ist Europas best designte Regionalzeitung
Die "Kleine Zeitung" ist Europas best designte regionale Tageszeitung: Das zur Styria Medien AG gehörende Blatt wird bei der siebenten Auflage des "European Newspaper Award" zum Sieger in dieser Kategorie gekürt. Beste überregionale Zeitung ist der britische "Guardian". Der Preis für die beste Wochenzeitung ging an "Die Zeit" (Deutschland) und "Kauppalehti Presso" (Finnland), jener für die beste Lokalzeitung an "Östersunds Posten" (Schweden). Neben den vier Hauptpreisen wurden darüber hinaus herausragende Arbeiten in zahlreichen Kategorien wie Titelseiten, Innenseiten, Infografik, Beilagen, Sonderseiten etc. mit "Awards of Excellence" ausgezeichnet. Auch hier konnten österreichische Zeitungen reüssieren: die "Neue Vorarlberger Tageszeitung" (Kategorien Titelseite, Thema Überschwemmungen), "Die Presse" (Titelseite), der "Kurier" (Titelseite, Sequenz, Portfolio), die "Oberösterreichischen Nachrichten" (Innenseite) und das "WirtschaftsBlatt" (Titelseite, Sonderseiten). Die Veranstalter sehen einen "deutlichen Trend zum handlichen Format".
12. Dezember 2005: "Heute" erhöht Auflage
Die Wiener U-Bahn-Zeitung "Heute" erhöht ihre Auflage auf 200.000 Stück. Außerdem liegt das Gratis-Blatt neben den U-Bahn-Stationen nun auch bei den großen Lokalbahn-Haltestellen zwischen Wien und Baden auf. Die bisher werktags verteilten 170.000 Exemplare seien bereits um spätestens 9.30 Uhr vergriffen gewesen, begründen die "Heute"-Geschäftsführer Wolfgang Jansky und Eva Dichand die Auflagensteigerung.
13. Dezember 2005: VÖZ-Auszeichnung heißt künftig "ADGAR"
Der jährlich vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) verliehene Preis für ausgezeichnete Printwerbung erhält einen neuen Namen: Künftig vergibt der Verlegerverband den "ADGAR" für "die kreativsten und besten ADs Österreichs". Anlass für die Umbenennung war eine Klage der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die als Verleiherin der Filmtrophäe Oscar auf dem Schutzrecht der Marke beharrte. Bei der österreichischen Print-Auszeichnung hatte die Academy unter anderem eine "entsprechend große Gefahr von Verwechslungen" vermutet.
19. Dezember 2005: Helmuth Fellner nicht mehr im Print-Management
Nicht die Fellner-Brüder, sondern ausschließlich Wolfgang Fellner betreibt das neue Tageszeitungsprojekt, das in der heimischen Print-Landschaft für Spannung sorgt. Helmuth Fellner hat sich zur Gänze aus dem Printmedien-Management zurückgezogen und ist "ganz unabhängig von der Tageszeitung im Beteiligungsmanagement tätig", erklärt Wolfgang Fellner.
21. Dezember 2005: Styria gründet Joint Venture mit Gruner+Jahr
Die Styria Medien AG gründet gemeinsam mit Gruner+Jahr und Sanoma Magazines International ein Joint Venture für Magazin-Aktivitäten im Adriaraum. Ein entsprechender Letter of Intent wird unterzeichnet. An der Adria Magazines Holding (AMH) werden Sanoma und Gruner+Jahr je 50 Prozent halten. Die Styria wird als Partnerin Anteile an den lokalen AMH-Töchtern in Kroatien, Slowenien (je 25 Prozent) und Serbien/Montenegro (zehn Prozent) halten. Gruner+Jahr und Styria betreiben seit September mit der Adria Magazines d.o.o. gemeinsame Magazingeschäfte in Kroatien. Zuletzt lancierte man das Wissenschaftsmagazin "Geo". Darüber hinaus ist die Styria am kroatischen Magazinmarkt mit dem Celebritymagazin "Elite" und dem Frauenmagazin "Primadona" vertreten. Sanoma Magazines International gibt Magazine in Kroatien und Serbien/Montenegro heraus. Die endgültigen Vereinbarungen werden von den Partnern noch ausgehandelt und unterliegen der abschließenden Genehmigungspflicht durch die Kartellbehörden. Noch vor Gründung der AMH will Gruner+Jahr die Magazingeschäfte der Hubert Burda Media Gruppe in Kroatien, Serbien/Montenegro und Slowenien übernehmen. Diese Geschäfte werden in die neue Partnerschaft eingebracht.
21. Dezember 2005: Hans Böck wird "Heute"-Anzeigenleiter
Hans Böck, langjähriger früherer Geschäftsführer des Programm-Supplements "tele", wird neuer Anzeigenleiter der Gratis-Tageszeitung "Heute".
27. Dezember 2005: TV-Richtlinie bringt "Kommerzialisierungsschub"
Die Lockerung der Fernseh-Werberegeln in der vorgeschlagenen EU-Richtlinie "Fernsehen ohne Grenzen" könnte nach Ansicht des Medienrechts-Experten Heinz Wittmann einen "Kommerzialisierungsschub” für die europäische TV-Landschaft bringen, der die herkömmlichen Grenzen von Programm und Werbung zunehmend verwischen und sich auch auf andere Medien auswirken wird. Zu diesem Schluss kommt Wittman in einer Beurteilung des Richtlinienentwurfs für den Verband Österreichischer Zeitungen. Die geplanten Liberalisierungen im Werbebereich sind nach Wittmans Ansicht "medienpolitisch brisant", vor allem im Bereich des Product Placements. Dieses galt bisher als Schleichwerbung und war somit unzulässig. Im Kommissions-Vorschlag wird es nun erstmals beim Namen genannt und prinzipiell erlaubt. Es darf allerdings nicht direkt zum Kauf auffordern, und die Zuschauer müssen am Programmbeginn über Produktplatzierungen informiert werden. Zudem wäre die Printmedienwerbung künftig viel strenger reguliert als das Fernsehen. Zeitungen müssen jede entgeltliche Einschaltung unmittelbar kennzeichnen.
Johannes Bruckenberger
Der Beitrag wurde im Jahrbuch "PRESSE 2005" veröffentlicht.



Drucken
Mailen